Verlängertes Wochenende auf der Schlei

05.08.2020, Fahrdorf - Missunde (Missunder Yachtclub)

Unseren Sommerurlaub hatten wir um drei Tage verkürzt. Grund war das langanhaltende, nass-kühle Wetter. Die Aussichten für die nächsten Tage ist derart gut, dass wir uns entschließen, Donnerstag und Freitag frei zu nehmen, um das bevorstehende Wochenende zu verlängern. Montag ist wieder Schulstart und diese Möglichkeit wird so schnell nicht wieder kommen.

Da wir nicht viel zu Packen haben, können wir Mittwoch schon direkt nach der Arbeit losfahren. Wir haben in den nächsten Tagen keine großen Ziele und wollen einfach nur "chillig" auf der Schlei bleiben und das schöne Wetter ausnutzen und baden.

Bevor wir heute vor dem Missunder Fährhaus festmachen, legen wir uns auf der östlichen Seite von der Halbinsel "Reesholm" vor Anker und springen in die Schlei. Bei den Temperaturen eine wahre Wohltat! Danach segeln wir nur mit Fock nach Missunde, um dann, so wie letztes Wochenende schon, im Fährhaus Missunde einzukehren. Wir werden von der Chefin in Empfang genommen und zu einem Platz draußen auf der auf Stelzen gebauten Terrasse geführt. Sie gibt uns zu verstehen, dass wir viel Glück mit dem Sitzplatz gehabt hätten - wir wissen es zu schätzen. Zu unserer großen Verwunderung findet sie nicht nur schmeichelhafte Worte für unser Schiff, das wenige Meter vor (unter) uns liegt, sondern lobt auch noch unser Anlegemanöver - das ist der Hammer (wir kommen gerne wieder)!

Nach einem sehr leckeren Essen (Schnitzel mit Pommes, Matjes mit Bratkartoffeln) treffen wir noch Monika und Bernd Meusel von einem unserer Schwesterschiffe "Joker". Unsere angeregte Unterhaltung wird dann durch die vermehrte Aktivität von Mücken beendet.

06.08.2020, Missunde (Missunder Yachtclub) - Ankerplatz Süderhaken

Es gibt kein bestimmtes Ziel für heute und so legen wir uns an das westliche Ufer des "Süderhakens". Ein bemerkenswert schöner Ort zum Ankern. Der Untergrund ist sandig und wir können bis auf wenige Meter ans Ufer heranfahren - genial! Es gibt sogar einen kleinen Strand, den wir mit wenigen Schwimmzügen erreichen können. Von hier ist ein weiter Blick auf die Schlei möglich -wunderschön!

Angesichts der heutigen Temperaturen verbringen wir den Tag mit Baden/Trocknen/Baden usw. - geht auch mal!

07.08.2020, Ankerplatz Süderhaken - Ankerplatz Olpenitzer Noor

Freunde von uns sind mit ihrem T3 auf dem Campingplatz Schleimünde (ehemals Olpenitz). Da wir uns noch nicht im Klaren waren, wie, oder ob überhaupt, wir mit dem Schiff dort hin kommen, mussten wir die Verabredung unsererseits etwas offen halten. Aber, wir lieben die Herausforderung und waren uns sicher, dass wir das irgendwie hinbekommen. Als wir uns mit dem Vorhaben eingehender beschäftigt haben, kommen wir zu dem Schluss, dass das Gewässer vor dem Campingplatz für unser Schiff definitiv zu flach ist. Daher legen wir uns im Olpenitzer Noor ganz am Anfang beim "Fischerhaus" vor Anker, um dann von hier die ca. 0,8 Seemeilen mit unserem Schlauchboot zurückzulegen.

Nach einem ausgiebigen Bad machen wir uns dann auf den Weg. Und dieser wird nass, denn der Ostwind der Stärke 5 hat mittlerweile eine, gemessen an unserer Bootsgröße, recht hohe Welle aufgebaut. Unsere Wertsachen hatten wir deshalb in einem wasserdichten Beutel verstaut. Schließlich verbringen wir mit unseren Freunden einen sehr kurzweiligen Nachmittag und Abend auf dem Campingplatz - mit toller Sicht auf den haffartigen Teil der Schlei, bis hin zur "Giftbude". Der Rückweg am Abend wird dann glücklicherweise nicht ganz so nass, da der Wind nachgelassen hat und außerdem von schräg achtern kommt.

08.08.2020, Ankerplatz Olpenitzer Noor - Arnis (WSG)

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker werden wir morgens durch die aufgehende Sonne und aufkommende Wärme geweckt. Heute wollen wir Freunde, die heute ihren Urlaub beenden, in die Schlei begleiten. Am frühen Nachmittag legen wir uns dann zusammen ins Päckchen. Da wir nur 0,5 Meter unterm Kiel haben, verholen wir uns ein Stück weiter in "normal schiffbare" Gewässer. Dann findet eine "krasse Bade-Action" statt, die insbesondere für unseren Kleinsten ein High Light darstellt: Endlich gleichaltrige Kinder; und das Beste ist, er kann jetzt ohne Schwimmhilfe mitmachen - ein großer Fortschritt. Unsere Freunde bauen aus einem SUP eine Rutsche - genial. Unseren "ausgebaumten" Großbaum nutzen wir als Sprungturm - Spaß muss sein!

Gegen Abend verholen wir uns dann nach Arnis zum WSG. Dort verbringen wir einen ausgelassenen Abend. Es gibt wieder einmal Pizza. Wir danken an dieser Stelle den verständnisvollen Nachbarliegern am äußersten Steg des WSG, denen wir einiges zugemutete haben. Der Steg war eine Zeit lang nicht mehr passierbar, da wir diesen sitzend, mit sechs Erwachsenen und vier Kindern auf voller Breite eingenommen hatten. Ein Durchkommen war nur mit größter Aufmerksamkeit möglich, da die Gefahr bestand, in eine der vielen Pizzen oder in eine Schachtel Pommes zu treten.

09.08.2020, Arnis (WSG) - Fahrdorf

Und schon geht es wieder zurück nach Fahrdorf - natürlich mit einem Badestopp, bei der "Liebesinsel". Kurz bevor von dort aufbrechen, macht die "Joker" eine Stippvisite.

Wir wollen heute rechtzeitig zu Hause sein, denn abends gibt es ein kurzes "Briefing" für unsere beiden, noch verbleibenden, schulpflichtigen Kinder.

Es war ein Kurzurlaub der sich gelohnt hat!

 





Endlich mal wieder Badewetter!

31.07.2020, Fahrdorf - Ankerplatz "Große Breite" (bei Weseby)

Es ist bereits die zweite Woche nach unserem Urlaub. Wir sind wieder voll im Arbeitsrhythmus. Letztes Wochenende sind wir leider nicht losgekommen. Der tägliche Blick auf die Wetter-App löst bei uns eine sich stetig verfestigende Freude aus: Für das kommende Wochenende ist, da sind sich unterschiedliche Wettermodelle einig, gutes Wetter mit Temperaturen deutlich über 20 Grad vorhergesagt. Es ist zwar keine Segel- dafür aber Badewetter. Das müssen wir nutzen!

Die Autofahrt nach Fahrdorf verläuft wider Erwarten entspannt und ohne nennenswerte Verzögerungen. Unser kleines Gepäck landet im Nu durch die Vorlucke im Vorschiff. Wir machen die Hauptschalter an, die Ventile auf und schalten den Kühlschrank ein. Der Proviant wird verstaut und dann geht es auch schon los (das hat keine 20 Minuten gedauert).

Wir haben heute nichts Großes mehr vor, so dass wir in die "Große Breite" fahren, wo wir uns unweit von Weseby vor Anker legen. Es gibt hier schon einige Gleichgesinnte.

Wir fahren den Anker vorsichtshalber Richtung Land ein, da der Wind aus unterschiedlichen Richtungen kommen soll und erst nachts auf östlich drehen soll. Als erstes gehen wir natürlich baden. Einfach unglaublich schön, nach zwei Wochen  der Entbehrung. Dann fahre ich mit Piet auf dem SUP zum Ufer. Dort gibt es eine kleine Wanderdüne sowie ein Steilufer - wunderschön. Unser Jüngster genießt das Wetter und die reizvolle Umgebung. Hier werden wir morgen einen Landausflug zusammen unternehmen!

01.08.2020, Ankerplatz "Große Breite" (bei Weseby) - Missunde (Yachtclub Missunde)

Es war eine ausgesprochen ruhige Nacht. Wir werden am frühen Morgen von der aufgehenden Sonne verwöhnt. Wir verbringen den halben Tag an Bord mit Lesen, Baden, Chillen - echt krass relaxed! Erst am Nachmittag setzen wir mit dem Schlauchboot an Land über. Wir spazieren auf dem Steilufer Richtung Norden, mit wunderschönem Blick auf die "Große Breite". Dann geht es weiter durch einen Wald und wir erreichen den engen Teil der Schlei, wo das Fahrwasser weiter nach Missunde führt. So ein Landausflug ist eine willkommene Abwechslung, insbesondere, weil die von uns gewohnte Weite des Wassers im Gegensatz zu dem luftfeuchten und lichtarmen Klima des Waldes steht. Wir nehmen den typischen Waldgeruch war und uns wird erneut bewußt, wie wichtig der Wald als Sauerstoffproduzent bzw. als CO2-Senke für unseren Globus ist. Unser Jüngster entdeckt eine erstaunliche Vielfalt an Käfern, teils von beachtlicher Größe. Außerdem entdecken wir einen stattlichen Nesthügel (Ameisenbau), an dem wir die umtriebigen Insekten bei ihren Arbeiten beobachten  können.

Am frühen Abend lichten wir dann den Anker und rollen die Fock aus. Wir wollen uns nach Missunde verholen. Es ist warm und wir machen ca. 1 Knoten Fahrt; ideal zum Baden! Dazu bringen wir eine lange Achterleine aus und achten peinlichst darauf, dass immer einer an Bord bleibt.

In Missunde machen wir direkt vor dem "Missunder Fährhaus" fest. Ein toller Ort zum Verweilen. Wir sitzen in der Plicht und genießen den angebrochenen Abend bei eine m kalten Gläschen Wein. Die vorbeiziehenden Schiffe haben schon fast eine meditative Wirkung auf uns.

Nicole kocht zum Abendessen Tortellini. Zum Nachtisch wollen wir im "Missunder Fährhaus" ein Eis essen. Zu unserer Verwunderung geht das sogar tatsächlich. Als wir gegen 20 Uhr mit Mundschutz ausgerüstet zur Terrasse gehen, können wir sofort Platz nehmen -genial! Wir haben von hier einen wunderbaren Blick auf die Schlei und unser eigenes Schiff.

Spät am Abend, als es fast dunkel ist, gehen Piet und Nicole nochmal baden - soll ein Erlebnis gewesen sein!

02.08.2020, Missunde (Yachtclub Missunde) - Ankerplatz bei der Stexwiger Enge

Heute Morgen scheint die Sonne direkt ins Cockpit. Wir genießen bei unserem morgentlichen Kaffee die uns umgebende Ruhe. Natürlich gibt es ein Morgenbad zur Erfrischung. Bevor wir ablegen, gehen wir zur Marina Brodersby und entdecken dabei die "Tonne 98", ein eher rustikal anmutendes Lokal, mit neuer Bestuhlung für den Außenbereich und tollem Blick auf die Schlei. Das wollen wir irgendwann mal ausprobieren.

Bevor wir nach Fahrdorf zurückkehren, legen wir noch einen Badestopp bei der Stexwiger Enge ein. Unser Jüngster übt sich im Schwimmen und macht tolle Fortschritte.

Da wir heute unsere mittlere Tochter vom Hamburger Hauptbahnhof (es gibt mal wieder eine Streckensperrung zwischen Elmshorn und Hamburg) abholen müssen, brechen wir dann zeitig auf.

In jedem Fall hat es sich weider einmal gelohnt, über das Wochenende zum Schiff zu fahren!

 




Sommerurlaub 2020 – Endspurt

16.07.2020, Ankern vor Ærøskøbing – Høruphav -> Høruphav Havn

Die morgentliche Törnplanung, die bei uns sehr oft spontan bei einem kräftigen Kaffee erfolgt, ergibt wiedereinmal verschiedene Varianten: Entweder wir umrunden die Insel Ærø nördlich oder südlich. Die südliche Variante ist „segelbar“, da Raumschotkurs, die nördliche Variante ist für uns heute nur „motorbar“, da Kreuzen zu lange dauern würde und unser jüngstes Crew-Mitglied meutern würde. Die südliche Variante bedeutet, den Hafen Marstal anzulaufen. Wir haben allerdings Bedenken in Bezug auf die Auslastung des Hafens. Wir hatten zu Beginn unseres Urlaubs eine sehr schöne Zeit dort, mit einer großen Auswahl an Liegeplätzen und warmen Wasser- und angenehmen Lufttemperaturen. Das wäre heute sicher nicht gegeben! Wir entschließen uns daher, Ærø nördlich zu umrunden und uns bei Høruphav Havn vor Anker zu legen.

Nachdem wir den Anker vor Ærøskøbing gelichtet haben, laufen wir ersteinmal den alten Hafen von Ærøskøbing an, um zu tanken. Wir haben Glück: Der Platz wird gerade in dem Moment frei, als wir in den Hafen laufen. Pech haben diejenigen, die nach uns kommen, denn unser Tankvorgang dauert extrem lange, da unsere Tankentlüftung nicht so performt, wie sie eigentlich sollte. Das hat zur Folge, dass wir den Tank nur sehr langsam befüllen können, damit genug Luft entweichen kann. Die Hoffnung der beiden wartenden Motorbootfahrer, dass der kleine Tank von so einer "lächerlichen Segelyacht" im Nu betankt sein dürfte, wird quälend langsam aber sicher durch unseren nicht enden wollenden Tankvorgang erstickt. Die steigende Nervosität sowie die zunehmende Verwunderung darüber, was für vermeintlich riesige Mengen an Diesel in unser Schiff passen, bilden sich proportional zur Betätigung des Bugstrahlruders aus. Immer häufiger und zum Ende hin wirklich penetrant, dröhnt dieses nervige Geräusch über den Hafen. Wir haben schließlich knapp 53 Liter Diesel getankt und sind froh, ablegen zu können.

Wir motoren gegen bummelig 4 Beaufort an, bis zur Nordspitze Ærøs. Danach setzen wir Segel. Nach ca. 3 Seemeilen hat der Wind jedoch soweit nachgelassen, dass wir aufgeben und bis Høruphav Havn motoren und uns östlich des Hafens vor Anker legen. Zunächst auf Legerwall, da der Wind später nördlich kommen soll – macht er sogar auch! Es gibt Segler, die sich auf die andere Seite des Høruphav gelegt haben und später „umdisponieren“ müssen.

Am späten Nachmittag fahren wir mit unserem Schlauchboot zum Hafen, um die Belegung zu begutachten. Zu unserer starken Verwunderung gibt es noch viele freie Plätze – der Hafen wirkt etwas leer.

Der neue Hafenmeister feuert gerade Kohle an. Wir schauen uns gegenseitig an. Jeder weiß vom Anderen, was der nächste logische Schritt ist: Wir wollen unsere Hanna hier hin verholen und grillen!

Angefixt durch diese geile Idee sprinte ich zum Schlauchboot und setze zur Hanna über. Mir wird klar, dass ich jetzt das ganze Getüddel alleine machen mußssund dabei Nichts vergessen darf: Fender anbinden und zurechtlegen, Vorleinen und Heckleinen anbinden und zum Anlegen präparieren usw. Das ist einer der Gründe, warum ich es mittlerweile nervig finde, einen Hafen anzulaufen! Beim Ankern lasse ich einfach den Haken runter, Einfahren – fertig! (Weitere Vorteile: Keinen Landstrom legen, kein Liegegeld bezahlen, bessere Aussicht, schnelleres Ablegen, kürzerer Wege zu den Örtlichkeiten, bessere Bademöglichkeiten, usw. usw. - kleines Plädoyer für das Ankern!)

Nachdem ich auch den Außenborder und das Schlauchboot versorgt habe, starte ich den Motor, hole den Anker hoch und mache mich auf zum Hafen. Dort angekommen, springen Piet und Nicole an einem Steg an Bord und wir steuern eine frei Box im westlichen Teil des Hafens an. Wir statten Piet mit Pütz, Krebsangel und Kescher aus, während wir unser Grillgut zusammenpacken und uns bei den Grillplätzen einfinden. Es wird ein entspannter Abend, bei einigermaßen milden Temperaturen und Piet genießt die Gegenwart Gleichaltriger.

17.07.2020, Høruphav Havn – Ankern im Wormshöfter Noor (Schlei)

Nach einer erwartungsgemäß ruhigen Nacht, starten wir mit der Morgensonne Richtung Süden. Wegen Flaute mit „flüssig Wind“. Wir haben den Pinnenpiloten  installiert und den Cockpittisch aufgebaut, den wir schließlich zum Frühstücken eindecken. Als wir Kalkgrund hinter uns haben, sehen wir von Achtern ein Boot der Küstenwache aufkommen. Für uns ist der Zeitpunkt gekommen, den Frühstückstisch abzuräumen und das unseemännische Verhalten zu beenden.

Um so seemännischer ist es dann, das Nicole daran denkt, die dänische Gastlandflagge (unter Tränen!) zu bergen. Wie wir auf der Schlei und auch sonst auf deutschen Gewässern schon oft gesehen haben, wird das gerne vergessen. Wir haben es ehrlich gesagt auch schon geschafft, in der Schleuse von Brunsbüttel von Bekannten auf unser Versäumnis aufmerksam gemacht zu werden!

Im Wormshöfter Noor (bei Maasholm) wollen wir ankern und abends im „Am Schleieck“ abwechslungshalber essen gehen. Ein Plan, der sich dann nicht umsetzen lässt, da ein enormer Ansturm auf derartige Lokale herrscht. Stattdessen nutzen wir die gerade verhältnismäßig kurze Warteschlange beim Eisladen am Hafen, um Piet ein unvernünftig großes Eis vor dem eigentlichen Abendessen zu kaufen. Nicole und ich haben uns einen kleinen Weißwein und Pappbecher mitgenommen – wir waren auf Alles eingestellt. Wir nehmen auf einer zufällig frei gewordenen Bank Platz und genießen den Ausblick auf den Hafen und die Schlei und beobachten das Treiben um uns herum – auch solche Momente sind sehr schön und kommen meist unverhofft.

Unser Abendessen bereitet Nicole dann noch an Bord zu. Als wir zu unserem Schlauchboot zurückgehen, und ein Blick auf unser Schiff werfen, können wir nicht so ganz glauben, was wir dort sehen: Direkt hinter unserer Hanna quält sich ein Ausflugsdampfer durch das ziemlich enge Ankerfeld! Das geschieht ohne jeglichen Zwang, da hinter dem Ankerfeld noch genügend Platz und ausreichend Wassertiefe vorhanden ist. Aus unserer Sicht ein völlig unnötiges Risiko, was der Kapitän zur Unterhaltung der Fahrgäste eingeht!

Zum Sonnenuntergang gehen Piet und Nicole nochmal zu Bach - die Schlei hat hier bereits wieder über 20°C.

18.07.2020, Ankern im Wormshöfter Noor (Schlei) – Ankern im Lindauer Noor

Wir laufen unser letztes Zwischenziel vor Ende unseres Urlaubes an. Bevor wir, auch wieder kurzentschlossen, ins Lindauer Noor fahren, gehen wir gegenüber von Arnis, in einer kleinen Bucht vor Anker. Hier genießen wir die Zeit an Bord und natürlich gehen wir ausgiebig baden (22°C Wassertemperatur).

Am späten Nachmittag fahren wir dann weiter und passieren die Lindaunisbrücke um 16.45 Uhr. Ganz spontan entschließen wir uns, einmal in das Lindauer Noor zu fahren. Dafür muss Nicole die Pinne beherzt umlegen, da wir fast schon vorbei gefahren sind. Mit geringer Fahrt steuern wir in das Noor. Für nicht Ortskundige: Hier ist es sehr flach, bedeutet max. Wassertiefe ist 1,7 m, meistens jedoch noch darunter. Wir können erstaunlich weit in das Noor hineinfahren, wobei wir den größten Teil der Strecke lediglich um die 40 cm unter dem Kiel haben.

Die ist ein sehr ruhiger und geschützter Ort, der auch bei stärkerem Wind ausreichend Schutz bietet – das gefällt uns. Gegenüber der „Schleimarina Lindauhof“ gehen wir schließlich vor Anker. Natürlich gehen wir baden und Piet entdeckt das SUP für sich, mit dem er nach kurzer Zeit virtuose Manöver durchführt. Wir genießen den letzten Abend unseres Urlaubs bei angenehmen Temperaturen auf unserem Schiff, umgeben von wunderschöner Natur.

19.07.2020, Ankern im Lindauer Noor - Fahrdorf

Wir starten, für uns ungewöhnlich spät am Morgen und navigieren entlang unseres gestern aufgezeichneten Tracks aus dem Noor. Die Schlei ist wiedereinmal so wunderschön und wir begegnen wahren Schönheiten der Meere. Elegante Holzboote mit prall gefüllten Segeln, die sanft durch die Gewässer der Schlei gleiten. Bei uns schippert derweil ein wenig Wehmut mit – aber nach dem Törn ist vor dem Törn!

Bevor wir in Fahrdorf festmachen, legen wir einen kurzen Badestopp, eine knappe Meile hinter der Stexwiger Enge ein.

Als Resümee unseres Urlaubes: Wir haben wunderschöne neue Orte kennengelernt und haben viele stimmungsvolle Momente erleben dürfen. Außerdem haben wir ein großes Spektrum an Temperaturen und Wind erlebt. Wir sind bei Wassertemperaturen von 28°C in der Schlei gestartet. In der Ostsee haben wir im Kleinen Belt einen Tiefstwert von 11,2°C (!) gemessen. Der langanhaltende, stürmische Wind, den wir in Assens abgewettert haben, war schon beeindruckend. Wir sind sehr viel gesegelt und waren teilweise sehr schnell unterwegs - das hat richtig Spaß gemacht! Wir freuen uns auf mehr!

 








Sommerurlaub 2020 – Von Ankerplatz zu Ankerplatz

11.07.2020, Middelfart, Nyhavn 2 - Ankerbucht Faenø, südöstlich

Heute haben wir uns für eine kurze Etappe Richtung Süden entschieden. Wir steuern die offensichtlich sehr beliebte, kleine Ankerbucht bei Faenø an. Dort liegen außer uns bereits sechs weitere Freizeitskipper mit ihren Booten vor Anker – und es werden im Laufe des Tages noch mehr. Es ist ein schöner Ort zum Ankern: Sehr geschützt bei westlichen Winden und es gibt viel zu sehen, da das südöstlich verlaufende Fahrwasser stark frequentiert wird. Heute bekommen wir dann noch eine besondere Attraktion zu Gesicht: Es ist die „Willem Van Oranje“, die genau heute und genau hier, das zuvor erwähnte Fahrwasser ausbaggert. So ein großes Schiff erwartet man hier nicht, so dass die Anwesenheit dieses Giganten ungewöhnlich erscheint. Beeindruckend ist auch der mehrere Meter variierende Tiefgang des Schiffes. Im entleerten Zustand ist ein Großteil des roten Unterwasserschiffes oberhalb der Wasseroberfläche zu sehen. Hat sich das Schiff mit Meeresboden vollgepumpt, ist nur noch ein kleiner Streifen zu sehen. Das Material, dass das Schiff hier aufgenommen hat, verklappt es dann eben nördlich von Fredericia in der Ostsee. Das können wir bei Marine Traffic mit dem AIS-Signal, das das Schiff aussendet, nachvollziehen. Wir werden den Tag über Zeuge von bestimmt vier solcher Manöver. Auch nachts schaut Nicole bei Marine Traffic nach dem Schiff, dass sich zu diesem Zeitpunkt unweit unseres Ankerplatzes befindet und abermals baggert – wir nehmen eine dumpfes Motorengeräusch war.

Das Wasser hat eine Temperatur von 14,2 °C und die Lufttemperatur beträgt gerade einmal 16,5 °C. Wir lassen uns nicht lumpen und gehen einmal kurz ins Wasser. Ich kann es aber leider nur ein paar Sekunden aushalten. Aber, es ist wirklich erfrischend!

12.07.2020, Ankerbucht Faenø, südöstlich – Torø Vig

Als wir morgens den Anker lichten und dann die Fock ausrollen, rauscht diese uns hinunter und landet größtenteils im Wasser – Fockfall gerissen! Das ist insofern ein ungünstiger Moment, als dass wir auf Fahrt im Schiff angewiesen sind, um dieses durch das Ankerfeld mit bestimmt 10 Schiffen zu navigieren. In solchen Momenten freut man sich dann über einen zuverlässigen Motor, der sofort anspringt, wenn man ihn braucht! Dass das Fockfall gerissen ist, ist keine ganz große Überraschung. Eigentlich mußte das passieren - ich hatte aber schon gedacht, dass es wenigstens noch eine Saison hält! Das Problem: Der Winkel des Fockfalls zum Rollprofils der Rollfockanlage ist einfach zu spitz, so dass sich das Fall beim Aufrollen um das Rollprofil bzw. obere Lager herumwickelt. Also ein Fall fürs Winterlager. Jetzt greifen wir erst einmal auf unser Spifall zurück und ziehen damit die Fock wieder hoch.

Wir nehmen Kurs auf Torø Vig, südlich von Assens gelegen. Der Wind nimmt zu, so dass wir später bei raumem bis achterlichem Wind über 7 Knoten fahren. Wir segeln nur mit Groß durch das sehr schmale Fahrwasser in die Ankerbucht vor Torø. Dort starten wir dann den Motor und suchen uns einen Liegeplatz. Natürlich geht mal wieder ein Schauer auf uns hernieder - man gewöhnt sich an fast Alles!

Hier stehen lauter Pfähle im Wasser, die mal mehr, mal weniger vertrauenserweckend aussehen. Wir machen schließlich an einem Pfahl ganz nahe am Ufer fest. Nach hinten und zum Land hin wird es schnell flach – ist aber ein toller Liegeplatz. Später binde ich unsere Hanna zusätzlich an einem benachbarten Pfahl fest, so dass der Bug etwa in der Mitte beider Pfähle zu liegen kommt. Auf diese Weise liegt unser Schiff sehr ruhig, trotz starker Böen der Stärke 6 Beaufort.

Zu unserer Großen Freude bekommen wir am Nachmittag Besuch von Kay von Eitzen. Er bringt uns sogar noch frischen Kuchen vom Bäcker mit! Kay: Ein großes Danke an dieser Stelle für diese tolle Idee. Wie immer, vergeht die Zeit wie im Fluge, bis Kay wieder aufbrechen muss. Das Bording, das sei hier nochmal erwähnt, geschieht mittels unseres winzigen Schlauchbootes und ist für so gestandene Männer wie Kay, nicht das bequemste Fortbewegungsmittel auf See. Aber mit beeindruckender Leichtigkeit besteigt Kay das kleine Dingi, in dem es auch keine Bodenbretter mehr gibt. Ich hatte das Dingi mit einer sehr langen, dünne Leine versehen, um es wieder zurückholen zu können. Auf diese Weise konnte Kay alleine im Dingi übersetzen. Auch hierfür danken wir Kay, dass er das sang- und klanglos mitgemacht hat!

Am späten Nachmittag erkunden wir dann die Gegend. Der kleine Ort Torø ist sehr nett, und sehr hübsch gelegen. Von dort aus gehen wir dann an das südöstlich gelegene Ufer, an dem eine stattliche Brandung auf Grund des starken Westwindes steht. Piet und ich steigen in die Fluten. Ich halte es allerdings nicht lange bei den eisigen Temperaturen aus.

Zurück an Bord erleben wir dann einen wunderschönen Abend. Die Sonne ist mittlerweile rausgekommen und wir können, seit langem mal wieder, auf unserem Vorschiff sitzen und einen Drink zu uns nehmen.

13.07.2020, Torø Vig – Ankerbucht Lyø

Der heutige Tag beschert uns überwiegend Sonne – eine willkommene Abwechslung! Leider mangelt es heute an Wind, aber wir wollen ja nicht unbescheiden sein! Die Fahrt aus der idyllisch gelegenen Ankerbucht vor Torø, genießen wir sehr. Die Landschaft ist wunderschön hier, so dass wir uns mit knapp 3 Knoten Fahrt viel Zeit lassen.

Als wir gegen halb zwei nachmittags die Insel Lyø erreichen, suchen wir uns einen Ankerplatz, der nicht so weit weg vom Hafen ist und andererseits günstig für den ab heutigem Abend vorhergesagten Südwind ist. Anfangs liegen hier höchsten eine Hand voll Schiff in der Bucht. Abends zählt Nicole über 60!

Aus dem riesigen Ankerfeld hallen immer wieder laute Schreie über die Bucht: Ein klares Zeichen dafür, dass eine weitere Crew einen Versuch unternimmt, den kalten Temperaturen der Ostsee zu trotzen. Nach dem Abendessen fahren wir mit dem Schlauchboot zum Hafen. Dieser ist gut besucht. Die Stege wurden größtenteils erneuert und der Steg, direkt an der Kaimauer verbreitert und mit Sitzgarnituren ausgestattet.

Zurück an Bord erleben wir schließlich einen wunderschönen Sonnenuntergang.

14.07.2020, Ankerbucht Lyø - Ankern vor Ærøskøbing

Der Morgen beginnt mit feinem Nieselregen, der später in leichten Regen übergeht. Wir holen den Anker an Deck und rollen dann die Fock aus. Wir navigieren durch das Ankerfeld. Dabei etablieren sich ganze 2,5 Knoten Fahrt, die uns jedoch nach kurzer Zeit zu nerven beginnen. Wir starten den Motor und nehmen Kurs auf Ærøskøbing. Dort laufen wir einen schönen Ankerplatz, südöstlich des alten Hafens an. Am Nachmittag setzen wir dann mit dem Schlauchboot über zum alten Hafen. Die Stadt ist ziemlich voll – erstaunlich. Im "På Torvet" gönnen wir uns einen kleinen Kaffee und Piet bekommt ein Eis. Nicole und ich sind sicher, dass viele Dänen in diesem Jahr im eigenen Land Urlaub machen. Der Parkplatz bei der Fähre ist voll mit Autos.

15.07.2020, Ankern vor Ærøskøbing

Heute machen wir einen „Ankertag“. Der Tag beginnt mit Sonnenschein. Nicole und Piet gehen baden – ich habe gerade „nicht so viel Lust“. Auch heute ist die Warteschlange vor dem Eisladen beim Hafen nicht viel kleiner als gestern. Nach dem improvisierten Abendessen auf einer Sitzgarnitur im Marina-Hafen mit Brot, darauf Fisch und Würstchen, Schinken und Remoulade, stellen wir uns vor dem Eisladen in die Warteschlange und werden mit einem sehr leckeren Eis belohnt.