Sommerurlaub 2021 – Es geht Richtung Süden!

13.07.2021, Bønnerup - Grenaa

Die Fahrt nach Grenaa ist einfach nur schlecht! Trotz wenigen Windes, auch während der letzten Tage, kommen wir  ca. ab der "Gjerrild Bugt" in eine immer größer werdende Welle mit abnehmendem Wind. Ich habe schnell von dem unfassbaren Geschaukel die Nase gestrichen voll! Helfen tut es leider nichts, wir müssen da durch. Jedoch kann ich es einfach nicht nachvollziehen, wo so eine große Welle bei so wenig Wind herkommen kann. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass sie nur dafür da ist, uns zu ärgern! Später überlege ich mir, dass möglicherweise Starkwind in entfernteren Gebieten, z. B. vor Schweden, dafür verantwortlich sein könnte. Dazwischen liegt das weitläufige Kattegat und bis auf die Insel Anholt, gibt es keine geografischen Hindernisse, wodurch die Wellen gebremst werden könnten.

Nach drei Stunden erreichen wir endlich Grenaa und sind froh, nicht mehr diesem Geschaukel ausgesetzt zu sein. Wir erhaschen einen wunderbaren Platz ganz außen am Steg. Dort gibt es nur einen backborseitigen Heckpfahl und eine Klampe am Steg. Es ist ganz offensichtlich kein offizieller Liegeplatz, aber Not macht erfinderisch - der Hafen ist schon ziemlich voll. Belohnt werden wir durch eine tolle Sicht und die Möglichkeit, baden zu gehen, wunderschön!

Unsere Freunde kommen mit ihrer X-382 später nach und machen am Kopf des Steges fest. Auch wenn wir es befürchtet haben, aber keiner schickt uns hier weg. Wir liegen hier sehr gut und können ruhig schlafen. Das nervige Gequietsche, das von dem vorderen Lager des Schwimmsteges herrührt, können wir letztendlich mit einem Seil eliminieren. Speiseöl oder auch WD40 brachten leider nicht den gewünschten Erfolg. Aber mit dem Seil schafften wir es, den Druck auf die bereits eingelaufenden Rollenlager zu nehmen, was die Ursache für das nerventötende Geräusch war.

Auch der Lystebadehavn Grenaa hat seinen Reiz. Es handelt sich um eine recht große Anlage, mit verwinkelten Ecken, und Restaurants. Nebenan ist ein toller Strand zum Baden. Der hintere Teil des Hafens wird teilweise von einem kleinen, Strand gesäumt. Nördlich liegt der Industriehafen, in dem eine riesige Ölplattform "zwischengelagert" wird - eine wahres Monstrum! Von weitem sind die nach oben gefahrenen Stelzen zu erkennen.

14.07.2021, Grenaa -Øer

Die Fahrt nach Øer gestaltet sich deweil etwas diesellastig. In Ermangelung an Wind, saugen wir den "Flüssigwind" aus unserem Tank. Kurz vor der Einfahrt nach Øer gehen wir zum Baden kurz vor Anker. Das Schleusen in den Hafen von Øer ist immer wieder ein Erlebnis, es hat etwas Beschauliches. Es unterscheidet sich jedenfalls deutlich vom Schleusen im NOK. Das fängt bei den fehlenden Schwimmstegen an und hört beim Festmachservice des Schleusenmeisters auf.

Wir verbringen dann einen feucht-fröhlichen Abend mit unseren Freunden und anderen Mitgliedern des FSV. Es wird zum wahren Workout für die Leber. Gegen 2 Uhr streiche ich die Segel. Am nächsten Morgen habe ich nur mit erträglichen Nebenwirkungen zu kämpfen. Es ist es etwas das Training?

15.07.2021, Øer - Ankerplatz bei Marup

Für die nächsten Tage ist viel Wind vorhergesagt, so dass wir uns entschließen, geschütztere Gewässer, in diesem Fall der "Kleine Belt", aufzusuchen. Wir drehen eine Runde durch den Hafen von Øer. Von den Anderen ist noch keiner an Deck zu sehen. Wir navigieren als Verabschiedungsgeste ein Herz,was wir aufzeichen und per Nachrichtendienst versenden. Das Manöver nehmen andere Bootsfahrer nicht so locker. Kein Wunder, sie können ja auch nicht ahnen, was wir da machen.

Eben südlich von Marup lassen wir das Eisen fallen. Wir liegen unmittelbar neben der Hafeneinfahrt und sehen den einen oder anderen Bekannten einlaufen. Außerdem liegt noch die "Glaobetrotter" (Baunmmer 32) ca. eine Meile südlich von uns vor Anker. Abends fahren wir mit dem Schlauchboot in den Hafen zu Erkundungszwecken und  genießen die Gastfreundschaft von Fahrdorfer Seglern und von Nicole und Peppo -ganz herzlichen Dank!

Wir waren noch nie in Marup und stellen fest, dass es einer unserer Lieblingshäfen werden könnte! Er ist klein und "hyggeligt". Direkt angrenzend die hohen Hügel, von denen man eine atemberaubende Aussicht auf den Hafen und auch auf die Insel Tunø hat. Piet und ich klettern hinauf.

Als wir gegen 0 Uhr (unser Jüngster hat tapfer durchgehalten) zurück an Bord sind, operiere ich noch eine Zecke aus der Haut im Brustbereich unseres 8-ährigen. Die hat er sich vermutlich bei der Kletteraktion auf die Hügel eingefangen. Vor ewigen Zeiten hatte ich einem gutem Freund mit einer eigens dafür modifizierten Pinzette bereits so ein Insekt aus der Haut gezogen. Seither ist das kleine Werkzeug an Bord und tut seine Dienste.

Anschließend starten wir nochmal den Motor, um uns noch eine Stück Richtung Land bzw. Hafen zum Schutze des aufkommenden Schwells zu verholen.

16.07.2021, Ankerplatz bei Marup - Ankern vor Middelfart Marina

Wieder unter Motor treten wir die über 42 Meilen lange Strecke Richtung Middelfart an. Unterwegs machen wir den Motor aus und springen in die Ostsee - herrlich!

Ein Stück westlich von der Middelfart Marina lassen wir den Anker fallen. Wir beobachten Schweinswale, die sehr nahe an uns heran kommen. Abends setzen wir dann mit dem Schlauchboot an Land über: Unsere Mission lautet: Etwas zu Abend essen organisieren. Wir hatten uns einen Ort in der Nähe unseres Ankerplatzes ausgesucht und wurden mit dem "Kitzchen" fündig. Wir haben ca. 1,2 km zu laufen, davon (unerwartet) viel Steigung. Bei der Wärme ist das eine Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen. Was wir dann vorfinden ist ein toller Ort, der aus zwei alten, amerikanischen Foodtrucks und einem Eisladen besteht. Die Trucks und der Eisladen sind so angeordnet, dass in der Mitte ein kleiner und gemütlicher Platz mit Tischen und Bänken entsteht, wirklich toll gemacht. Das Beste ist, es gibt hier richtig leckere Burger!

17.07.2021, Ankern vor Middelfart Marina - Ankerplatz Haderslev Fjord

Zeitig am Morgen holen wir den Anker hoch und segeln weiter Richtung Süden. Wir erleben einen traumhaften Segeltörn, bei besten Segelbedingungen: Raumer Wind der Stärke 5, angenehme Temperaturen, Sonnenschein und wir laufen gerne mal über 7 Knoten - das macht richtig Spaß! Wenn wir erst einmal segeln, dann bis zum "bitteren Ende! So kreuzen wir ein ganzes Stück das enge Fahrwasser des betonnten Haderslev Fjords hoch. Dabei müssen wir sehr genau navigieren, da es außerhalb des Fahrwasser schnell flach wird - wir beobachten, wie sich zwei Segler festfahren. Außerdem ist unglaublich viel Verkehr. Wir finden dann eine Mooringboje, an der wir festmachen. Hier zeigt sich wieder einmal der Vorteil des Delphin 66: Der geringe Tiefgang! Mit Baden, SUP-Fahren u. ä "schlagen wir die Zeit tot". Abends verholen wir uns dann noch einmal in Richtung der Mündung des Haderslev Fjordes. Dort ist eine Mooringboje frei geworden. Von dort haben wir einen wunderbaren Blick auf den Årøsund. Außerdem gibt es hier am Ufer einen kleinen Strand.

Die nächsten Tage werden dann etwas turbolenter. Leider hatte ich heute frohlockt, dass alles so gut läuft, keine Missgeschicke, kein größeren unerwarteten Vorkommnisse. Leider soll sich das massiv ändern!! Ich werde künftig mit solchen Äußerungen vorsichtiger sein!

 







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