09.08.2025, Dragør - København
Die vergangenen Tage waren ereignisreich und ich habe mich schwer getan, einen neuen Blog-Beitrag abzuschließen. Aber heute (zur Zeit in Sønderborg, 22.08.2025, zum Abwettern) finde ich die Zeit.
Nun sind wir, mehr unverhofft als geplant, unserem Ziel "København" sehr nahe gekommen, uns fehlen lediglich 25 Seemeilen!
Um 8 Uhr legen wir in Dragør ab und fahren noch schnell in den nördlich gelegenen Teil des Hafens (alter Hafen), um Diesel zu tanken. Dann geht es auch schon weiter Richtung Norden.
Die Ansteuerung des Stadthafens von Kopenhagen hat sich im Vergleich zu unserem letzten Besuch wesentlich geändert: Das "Trekroner Fort" lässt man heute auf der Backbordseite liegen. Vor das "Trekroner Fort" wurde ein Steinwall geschüttet. Somit liegt die Hafeneinfahrt ca. 1,2 SM nördlicher als zuvor. Als wir diesen Steinwall querab haben, können wir sehen, dass die Arbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind. Immer noch werden Steine mit Baggern auf dem mittlerweile sichtbaren Wall aufgeschüttet.
Wenn man dann von Süden kommend in den Hafen Richtung Norden einschwenkt, liegen zur rechten Seite riesige Kreuzfahrtschiffe an der Pier. Im weiteren Verlauf kommen wir auch an der "Danebrog" vorbei, die gegenüber der "Kongelige Pavilioner" festgemacht hat. Gegenüber des "Kongelige Teater" biegen wir links dann ab und machen im Wartebereich für die Klappbrücke zum "Christianshavn" längsseits fest. Gegen viertel nach 11 Uhr fahren wir schließlich durch die geöffnete Brücke in den "Chrisitanshavn". Die Brücke ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die extrem frequentiert wird. In den wenigen Minuten, in denen die Brücke geöffnet wird, sammeln sich Massen an Menschen und potentiellen Zuschauern. Vor großem Publikum laufen wir in den Kanal. Zu beiden Seiten sind, dicht an dicht, Wohnschiffe aber auch Freizeitboote festgemacht. Zum Teil sind die Wohnschiffe sehr schön her- und eingerichtet. Wir machen dann in einer der ganz
wenigen freien Boxen fest. Sie ist, so, wie alle anderen offensichtlich auch, auf rot gestellt. Somit war es vorhersehbar, dass wir hier nicht liegen bleiben können. Es kommen dann auch gleich zwei junge deutschsprachige Segler zügig auf uns zu, um uns mitzuteilen, dass sie gerade im Begriff wären, ihr Schiff auf eben diesen Platz zu verholen. Ich bitte die Beiden um ein wenig Geduld und frage nach dem Hafenmeister, den die Beiden als Mittdreißiger mit blonden, gelockten Haaren beschreiben. Nach meiner ergebnislosen Suche findet Nicole ihn schließlich gut versteckt, vor dem von der Promenade zurückliegenden Hafenmeisterbüro, hinter einer Hecke, auf einer Bank. Dort ist er sehr beschäftigt (mit seinem Smartphone). Wir gehen zusammen in sein Büro, um nach einem freien Platz zu suchen. Nach einem intensiven Blick auf seine große Tafel mit zahlreichen Post-its wird schnell klar, dass es heute keinen Platz für uns gibt, erst ab morgen. Diesen reservieren (Platz Nr. 64) wir ab morgen bis Dienstag.
Somit binden wir unser Schiff wieder los und machen den Platz frei für die anderen beiden Segler. Wir werden indes auf der gegenüberliegenden Seite fündig, wo wir uns längsseits an die Kaimauer legen. Der Platz ist aber nur bis morgen 17 Uhr frei. Später, als der Hafenmeister kommt, bietet er uns an, dass wir auch bis Dienstag bleiben können. Das machen wir und bezahlen kontaktlos 1.000 EUR statt 1.050. Vielleicht ein Bonus, weil ich auf Dänisch verhandelt habe. Wir informieren auch den Hafenmeister von gegenüber, dass wir den Platz nicht mehr brauchen, aber gerne wieder kommen.
Wenn wir nun schon in Kopenhagen sind, müssen wir auch die Zeit nutzen. Daher leihen wir uns E-Bikes über den Anbieter "Lime" und fahren ins 6 Kilometer entfernt gelegene Einkaufszentrum "Fields". Es liegt in einer Planstadt namens "Ørestad", dass sich seit den 90er Jahren in der Planung bzw. im Bau befindet.
Abends besucht uns unsere mittlere Tochter, die hier am Christianshavn in einer Studenteneinrichtung wohnt und in Kopenhagen studiert. Wir freuen uns riesig, sie zu sehen. Von ihr bekommen wir dann auch einen wertvollen Tipp: Genau gegenüber von uns, ist an einem großen Motorboot eine Legofigur in Form eines Piraten aufgestellt, die mit einer Wasserspritzeinrichtung, in Form einer Pistole, ausgestattet ist. Wie wir von Sophia erfahren, ist diese über eine Web-Anwendung auslösbar. Dafür muss man einfach nur den QR-Code, der über der Figur aufgehängt ist, scannen. Der
QR-Code ist natürlich auch aus Lego. Das Scannen geht sogar von unserer Plicht aus. Und tatsächlich, es funktioniert! Was für ein Riesenspaß! Denn durch den Kanal fahren täglich "zig" Ausflugsschiffe und Leihboote, mit unzähligen Touristen. Unsere Trefferquote steigt von Mal zu Mal!
Abends essen wir dann zusammen Döner, auf Empfehlung unserer Tochter, bei einem ihrer Lieblingslokale direkt, um die Ecke ihrer Studentenbude. Im Anschluss schauen wir uns die kleine Studentenbude von Sophia und ihrem Freund an, die nur wenige Gehminuten von unserem Liegeplatz im "Christianshavn" gelegen ist. Danach gehen wir alle runter in den Aktivitätsraum der Einrichtung und spielen Billard.
10. bis 11.08.2025, København (Hafentage)
Wir erleben eine wirklich unfassbar schöne Zeit in Kopenhagen. Unsere älteste Tochter kommt dann sogar noch extra aus Hamburg mit einem Netflixbus angereist, um uns ein paar Tage an Bord zu begleiten. Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt, mit Kanälen, moderner Architektur und bemerkenswerter Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger. In der Innenstadt dominiert eindeutig der Fahrradverkehr.
Am Montag, später Nachmittag, gehen Piet und ich zusammen mit dem Freund von unserer Mittleren ins Gym des Studentenwohnheims, und absolvieren dort ein anständiges Workout; ein riesigerer Spaß! Zum Abend hin gehen wir alle zusammen zum "Food Marked" ("Broens Street Food") mit toller Lage an der "Butterfly 3-Way Bridge".
Heute müssen wir uns dann von unserer Mittleren verabschieden. Wir müssen morgen weiter und unsere Mittlere fliegt mit ihrem Freund am Donnerstag nach Florida.
12.08.2025, København - Gilleleje
Heute heißt es früh aufstehen. Unsere Älteste und unser Jüngster, Piet, dürfen weiterschlafen. Möglichst leise legen wir um viertel nach sieben ab und verholen uns vor die Brücke, die um 07:25 (!) für 5 Minuten öffnet. Mit uns warten noch zwei weitere Segler. Mit etwas Wehmut verlassen wir diesen schönen Ort und motoren aus dem Hafen, vorbei an der Meerjungfrau und der "Danebrog". Weiter geht es Richtung Norden. Wir lassen schließlich das "Kronborg Slot" in Helsingør an unserer Backbordseite liegen. Bei wirklich guten Bedingungen erreichen wir nach ca. 6 Stunden Gilleleje, wo wir im östlichen Hafen längsseits fest machen. Gilleleje ist auch wirklich schön. Der Hafen hat schöne Gastronomie und einen "Rema". Abends grillen wir zusammen an einem der Sitzgarnituren, direkt an unserem Liegeplatz. Zu dieser Zeit kommt noch ein Paar aus Bremerhaven, die bei uns längsseits gehen. Dieses Detail ist nicht unwichtig, wie sich später zeigt.
13.08.2025, Gilleleje - Ankern vor Rørvig
Gegen halb 9 legen wir dann ab und nehmen Kurs auf Rørvig, wo wir uns vor Anker legen wollen. Unsere Liegeplatznachbarn machen uns beiläufig darauf aufmerksam, dass es bei der Weiterfahrt Richtung Westen, was für uns für übermorgen vorgesehen ist, militärische Sperrgebiete zu beachten gibt. Das wussten wir tatsächlich nicht! Sie empfehlen uns außerdem die App "SejlSikkert", wo diese Sperrgebiete dargestellt sind und auch Informationen zur Verfügung gestellt werden, wann diese Sperrgebiete aktiv sind. Wir sind sehr dankbar für diese Information. Erst später, wenn wir unsere große Tour von Rørvig nach Ballen auf Samsø machen, werden wir dankbar für diese Information sein. Ich werde beim nächsten Beitrag davon berichten!
Nach 23 SM erreichen wir schließlich die kleine Ankerbucht bei Rørvig. Heute ist Badetag, den ganzen Tag Sonne und angenehme Temperaturen, wirklich traumhafte Bedingungen. Abends setzen wir dann zu dritt im Schlauchboot zum knapp 1 SM entfernt gelegenen Hafen über. Unser Jüngster mit dem SUP, da unser Schlauchboot zu klein für vier Personen ist. Hier setzen wir uns in den Außenbereich des "Lodsoldermandsgården" und bestellen Pizza., sehr lecker! Im Anschluss gibt es natürlich noch ein Eis im "Vaffel Huset" gegenüber. Dort stellen wir uns sogar eine halbe Stunde lang an, so gut soll das Eis sein! Ob sich der Einsatz lohnt, ist Ansichtssache!
Dann geht es zurück zum Schiff. In der Dämmerung kommen wir u.a. auch an der großen Luxusyacht mit dem Namen "Familybilt" unter englischer Flagge vorbei. Da wir recht nahe am Heck des beeindruckend großen Schiffes vorbei fahren, kommen zwei Crew-Mitglieder auf die Heckplattform, und schauen etwas grimmig zu uns rüber. Wir grüßen freundlich, was von den Beiden verhalten erwidert wird.
12.08.2025, København - Gilleleje: Zugehöriger Track leider fehlerhaft und somit nur als Bild verfügbar
13.08.2025, Gilleleje - Ankern vor Rørvig: Zugehöriger Track leider fehlerhaft und somit nur als Bild verfügbar