Zu Kaufen: “Hol Di Ran” – Baunummer 12

Aus gesundheitlichen Gründen muss sich Peter Hellwig von seinem "Schatz" trennen. Wir haben ihn letztes Wochenende auf dem maritimen Flohmarkt "Takel und Tüdel" in Kiel getroffen. Es war ihm anzusehen, wie schwer ihm dieser Schritt fällt. Das Schiff befindet sich seit 20 Jahren in seinem Besitz.

Der Preis VHB 18.000, inklusive Weber-Trailer.

Es gibt zur Zeit nur zwei Bilder von der "Hol Di Ran". Das Schiff wurde einmal von der YACHT professionell fotografiert. Peter ist in der Klärung, ob er die Bilder zwecks Verkauf verwenden darf.

Alle weiteren Details erfahrt Ihr von Peter persönlich am Telefon unter 04641 - 988 064 (Peter Hellwig). Bei Interesse, am besten das Schiff anschauen.

Hier geht es zum Steckbrief der "Hol Di Ran", jedoch mit noch wenigen Infos:  -> Baunummer 12 – Hol Di Ran.

 

Schiff in der Halle – Die Winterarbeiten können beginnen!

03.10.2019, SVE

Gemäß Hallenplan, sind wir bald an der Reihe, unser Schiff aufzuslippen und unser Schiff in der Halle 1 auf den von unserer Hallenkommission festgelegten Platz zu verholen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Mast gelegt ist. Heute ist ein guter Tag dafür, denn wir müssen nicht arbeiten, es ist genug Wasser im Hafen und es regnet nicht. So verholen wir unser Schiff aus dem Hafenbecken 2 zum Mastenkran im Hafenbecken 1. Mit etwas Wehmut betrachten wir für Sekunden das schöne Bild, dass sich uns auf der Krückau durch die untergehende Sonne hinter uns zeigt.

Wir hatten zum Bergen des Mastes bereits alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Dazu gehört u. a. das Lösen der Wantenspanner, das Trennen der elektrischen Steckerverbindungen. Die Segel hatten wir schon im Vorwege abgeschlagen, sowie den Baum ins Mastenlager gebracht. So war das Mastlegen schnell erledigt. Im Anschluß konnten wir dann noch den Mast einwintern. Dafür werden VHF-Antenne, Windex und Windgeber demontiert und die Wanten sowie das Achterstag abgeschlagen. Die am Mast verbleibenden Fallen sowie die Rollfockanlage werden mit Leinen am Mast verzurrt. Dann verholen wir den Mast ins Mastenlager.

Wann genau unser Slipptermin ist, hängt unter anderem von der Tide in den nächsten Tagen ab. Es ist schon absehbar, dass aufgrund des vorhergesagten Ostwindes, möglicherweise einige Tage kein Slippbetrieb stattfinden kann – wir werden sehen.

12.10.2019, SVE

Wir haben Westwind und Springtide! Das bedeutet genug Wasser im Hafen. Heute gehen drei Schiffe des Typs Delphin 66 aus dem Wasser: Drommel (Baunummer 7), Damian (Baunummer 5) und unsere Hanna (Baunummer 9). Das Ganze geht wirklich schnell und reibungslos von statten. Wir sind sehr gespannt, wie unser Unterwasserschiff aussieht. Das Ergebnis ist im Bild zu sehen. Im oberen Bereich des Unterwasserschiffes sind nur ganz wenig Pocken. Dafür ist unten am Kiel umso mehr davon zu finden. Ich kann mich mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser Bewuchs dafür verantwortlich ist, dass wir bei der „Grüner Mann Regatta“ spürbar langsamer unterwegs waren, als das Schwesterschiff mit der Baunummer 7.

Wir haben im Verein einen sehr leistungsfähigen Hochdruckreiniger. Trotzdem lassen sich die widerspenstigen Pocken nur schwer damit entfernen. Aber wir geben nicht auf und machen so lange weiter, bis das Zeug unten am Boden liegt.

Schließlich schieben wir unsere Hanna mit einigen Vereinskameraden hoch in die Halle und versetzen es mit den Querrädern zur rechten Seite von den Schienen. Alles läuft leicht von der Hand, bis auf die Lagerbolzen der Räder unseres Slippwagens. Die Bolzen lassen sich nur schwer herausziehen. Logischerweise muss ich mir entsprechende und sehr nachvollziehbare Kommentare von unseren Vereinskameraden anhören – hier muss ich ran. Ich werde sie im Winterlager entfetten und dann mit neuem Fett versehen.

Unser Schiff steht nun in der Halle und die Wintersaison kann kommen. Nicole nimmt schon die ersten Holzteile mit nach Hause, um sie dort anzuschleifen und überzulackieren – Die Zeit bis zum Frühjahr ist schließlich kurz und die To Do-Liste lang.

“Grüner Mann Regatta”

20.09.2019, SVE - W.Y.K.

20.09.2019, SVE – W.Y.K.

Das bevorstehende Wochenende steht ganz im Zeichen der "Grüner Mann Regatta". Beim „Grünen Mann“ handelt es sich um ein dreibeiniges Seezeichen, dass das Ende einer Buhne markiert. Diese hat man tunlichst an Steuerbord zu lassen. Andernfalls fährt man auf den teilweise überfluteten Steinwall auf. Die „Grüner Mann Regatta“ ist eine Vereinsregatta, die jedes Jahr im September, an einem Samstag vom WSV, Kollmar, W.Y.K. und unserem Verein, dem SVE ausgetragen wird. Bei der Terminplanung sind die sich natürlicherweise ändernden Gezeiten zu berücksichtigen. Die Steuermannbesprechung findet immer am Abend vorher statt.

Heute ist recht spät Hochwasser, genauer gesagt um 20:20 Uhr. Üblicherweise kommen wir bei normal auflaufendem Hochwasser ca. 2 Stunden vorher los. Heute schaffen wir es leider erst gegen 19:30 vom Platz. Da wir den Sommer über in unserem Verein mit Abwesenheit geglänzt haben, sammelt sich durch das tägliche Absinken von Sedimenten bei Hochwasser (also keine Fließgeschwindigkeit mehr) Schlick auf unserem Liegeplatz. Als unsere Hanna dann aber endlich etwas aufschwimmt, starten wir den Motor und spülen unseren Platz mit laufender Schiffsschraube. Das bringt ordentlich was, wie wir am Sonntag bei Ebbe feststellen werden.

Als wir schließlich auf der Krückau sind, wird es dann auch schon recht schnell dunkel – ich montiere unsere Positionslaterne. Diese bewährt sich dann auch wenige Augenblicke später: Bei Spieckerhörn legt gerade ein Motorboot ab und wendet ca. 50 Meter vor uns, um dann Richtung Krückaumündung zu fahren. Hätten wir nicht erwartet, um diese Uhrzeit und bei der Dunkelheit. Gegen 20:30 sind wir dann im Hafen der W.Y.K. fest. Zur Steuermannbesprechung kommen wir zwar zu spät, ist aber egal, schließlich bekommen wir das Wichtigste von unseren Vereinskameraden mitgeteilt. Die Steuermannbesprechung ist immer schon eine sehr gesellige Veranstaltung. Man freut sich gemeinsam auf den morgigen Tag, zumal schönes Wetter vorhergesagt ist. Einziger Wermutstropfen: Morgen ist Flaute!

Um ehrlich zu sein – ich hatte mit dem Gedanken gespielt, unsere Hanna vorher noch einmal kurz aus dem Wasser zu holen, um sie von Bewuchs zu befreien. Aber angesichts der bescheidenen Windvorhersage, habe ich es schließlich sein lassen. Vielleicht treiben wir sogar mit dem erhöhten Widerstand noch etwas schneller mit der auflaufenden bzw. ablaufenden Tide.

21.09.2019, Regattatag – Hafen der W.Y.K.

Gegen 8:30 herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Die Tore des Hafens sind für die Durchfahrt in die Krückau geöffnet. Es ist ein wunderschöner Morgen bei wolkenlosem Himmel. Da die Regatta erst um 13:30 startet, legen sich die Regattateilnehmer bei der Insel Pagensand vor Anker. Man hat genug Zeit, um zu frühstücken und Vorbereitungen für die Regatta zu treffen.

Der Start ist dann recht unspektakulär. Es ist wirklich mehr ein Treiben als Segeln und wir fragen uns, wie wir zur Tonne vor der Rhinplatte (Wendetonne), geschweige denn, das Ganze wieder zurück schaffen sollen. Die Fahrt durchs Wasser ist zeitweise gleich Null. Allerdings erreichen wir durch das ablaufende Wasser teilweise 3 Knoten über Grund. Dennoch schaffen wir die Wendetonne nicht - wir sind glücklicherweise nicht die Einzigen. Die Regattaleitung entscheidet sich dann, ein Motorboot als treibende Tonne einzusetzen. So werden Alle diejenigen Regattateilnehmer belohnt, die durchgehalten haben. Zwischenzeitlich ist ein Hauch von Wind aufgekommen und wir können sogar ein wenig Fahrt durchs Wasser verbuchen. Leider werden wir dann von einem unserer Schwesterschiffe - man kann schon fast sagen - „stehen gelassen“. Die „Drommel“, Baunummer 7, zieht so an uns vorbei. Da hilft auch kein Ziehen oder Zerren an irgendwelchen Schoten. Wie geht das, fragen wir uns! Ich bin mir sicher, dass es nicht nur an dem Schlauchboot liegt, dass wir vorne auf dem Vorschiff fahren. Es wird auch nicht nur an unserem deutlich kleineren und für Schwerwetter ausgelegten Vorsegel liegen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Bewuchs unseres Unterwasserschiffes einen Anteil an der Misere hat. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, was uns erwartet, wenn wir das Schiff, zum Verholen ins Winterlager, aus dem Wasser slippen – wir werden berichten.

Das mit dem Schlauchboot ist auch so eine Sache. Der Sinn, das sperrige Teil auf dem Vorschiff mitzufahren, hat sich so manchem Kontrahenten nicht auf Anhieb erschlossen – kann es auch nicht. Ich musste im Vorwege ohnehin ganz kleine Brötchen backen, um es überhaupt mitnehmen zu dürfen (verständlicherweise!) – sprich, die Skipperin war ganz und gar nicht von dieser Idee begeistert. Es war halt nur so, dass ich mit dem Gedanken gespielt hatte, während der Regatta vorübergehend von Bord zu gehen, um einer wichtigen Veranstaltung von unseren mittleren Tochter beiwohnen zu können. Aber es war zeitlich alles zu knapp, so dass ich schließlich an Bord geblieben bin – war wohl auch besser so!

Gegen halb sechs lassen wir die Ziellinie hinter uns und legen uns wieder vor der Insel Pagensand vor Anker. Genau der richtige Zeitpunkt, um bei Sonnenschein und außergewöhnlich warmen Temperaturen, auf unserem Vorschiff mit toller Sicht auf die Elbe und das große Ankerfeld, auf eine erfolgreiche Teilnahme an der „Grüner Mann Regatta“ anzustoßen. „Erfolgreich“ heißt in diesem Fall, dass wir überhaupt durchgehalten haben, auch wenn wir uns hin und wieder eher als Treibgut gefühlt haben.

Bei zunehmender Tide können wir schließlich in die Krückau hineinfahren. Durch die tiefstehende Abendsonne entstehen wunderschöne Fotomotive. Trotz stauartigen Zuständen auf der Krückau, vor den Hafentoren der W.Y.K., bleiben Alle gelassen und das zeitgleiche Anlegen ist gekennzeichnet von gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft beim Anlegen. Zur anschließenden Siegerehrung wird traditionell gegrillt. Das Ganze ist schon fast professionell durchorganisiert – das macht Spaß. So wird es ein sehr geselliger Abend. Unser Sohn zeigt sich mit einem gleichaltrigen Vereinskameraden äußerst hilfsbereit. Die beiden kümmern sich später um die leergetrunkenen Gläser, die sie einsammeln und abwaschen. Die Beiden arbeiten zügig und konzentriert – kein einziges Glas geht zu Bruch!

Leider müssen wir morgen früh aufstehen, da das Morgenhochwasser in Elmshorn gegen 9 Uhr, und auch unter Normal aufläuft.

22.09.2019, Hafen der W.Y.K. – SVE

Gegen 7:30 stehen wir dann auf und gießen uns erst einmal einen Kaffee auf. Dann sehen wir zu, dass wir, sowie die Tore zur Krückau aufgehen, loskommen. In unserem Hafen bleiben wir dann vor unserem Liegeplatz stecken, so dass wir im Prinzip die Einfahrt für unsere nachkommenden Vereinskameraden versperren. Wie wir bei uns im Verein sagen „Alles eine Frage der Maschinenkraft“, geben wir einige Male vor und zurück. Schließlich fahren wir mit Anlauf und fast 3.000 U/min in die Box. Zwei Vereinskameraden unterstützen uns netterweise mit einer ausgebrachten Vorleine und ziehen uns in unsere Box. Bei Niedrigwasser können wir das Ergebnis unserer Spülaktion von Freitag bzw. heute erkennen.

Zum krönenden Abschluss dieses schönen Regatta-Wochenendes frühstücken wir gemeinsam im Vereinsraum.




Rückführung 2019 – Teil 2 – Absegeln

13.09.2019, Rendsburg Stadthafen – Gieselaukanal

Die Anreise zu unserem Schiff ist dieses Mal etwas beschwerlicher. Wir fahren nämlich mit der Bahn und haben so einige Taschen mitzuschleppen – darunter auch Getränke. Meine Arme werden lang und länger, insbesondere die Tasche mit den Getränken stellt eine Herausforderung dar. Natürlich versuche ich mir vor Nicole und Piet nichts anmerken zu lassen – wäre ja noch schöner. Am Elmshorner Bahnhof ist auf der Anzeige die mittlerweile gewohnte Verspätung angezeigt. Außerdem werden die Reisenden dort über die Zugteilung in Neumünster informiert. Über Lautsprecher wird dann noch einmal das bestätigt, was mehr oder weniger (hier: eher weniger) verständlich auf der elektronischen Anzeige dargestellt ist: Der hintere Zugteil fährt nach Kiel, der vordere nach Flensburg. In den letzteren müssen wir einsteigen, da das die Linie nach Rendsburg ist, wo unser Schiff liegt. Als wir schließlich in den doppelstöckigen Wagen einsteigen, erklimmen wir mit unserem Gepäck, natürlich auf Wunsch unseres Jüngsten, das obere Stockwerk des Waggons. Als wir unsere Taschen gerade einigermaßen verstaut haben, entdeckt Nicole eine elektronische Anzeige, der zu entnehmen ist, dass der hintere (!!) Zugteil über Rendsburg nach Flensburg fährt! Ich kann das Bahn-Chaos als nervengeschundener Berufspendler schon wieder nicht fassen! Wir entschließen uns, in Neumünster in den hinteren Zugteil umzusteigen, da es fast unmöglich ist, mit dem ganzen Gepäck durch die schmale und überfüllte Gasse zwischen den Sitzreihen zu kommen. In Rendsburg wird der Weg zum Schiff dann noch einmal richtig lang. Ich beiße die Zähne zusammen und schaffe es, ohne Absetzen der Tasche, zum Schiff zu kommen.

An Bord bugsiere ich das ganze Gerödel etwas entnervt durch die Vorluke ins Vorschiff und es dauert keine Viertelstunde und wir legen ab. Eigentlich wollen wir heute noch bis „Klein Westerland“ kommen, aber eigentlich ist jetzt schon klar, dass wir das nicht schaffen werden.

Wir haben wieder Glück mit dem Wetter – die Sonne scheint und es ist recht mild. Wir entschließen uns dann, angesichts der fortgeschrittenen Zeit, den Gieselaukanal anzulaufen. Dort sind wir zunächst alleine und binden unser Schiff ziemlich weit hinten, recht nahe an der Schleuse fest. Später gesellt sich ein weiterer Segler dazu. Wir wundern uns, warum dieser ganz weit vorne am Steg, also weg von der Schleuse festmacht. Heute Nacht machen wir dann diesbezügliche Erfahrungen und bekommen beim Absegeln von unseren Vereinskameraden die passende Erklärung dafür – dazu später mehr.

Es ist wirklich wunderschön hier am Gieselaukanal, die Abendsonne taucht die Landschaft in goldenes Licht und es ist angenehm warm, und dann noch diese wohltuende Ruhe! Es ist zwar das zweite Mal, dass wir im Gieselaukanal sind, aber das erste Mal, dass wir übernachten. Letztes Jahr hatten wir uns hier nur relativ kurz mit Vereinskameraden getroffen. So erkunden wir heute Abend erst einmal die Gegend. Uns fällt sofort das sehr gepflegte Gelände der Schleusenanlagen auf. Sehr schön ist auch die sichtbare Technik der Klappbrücke (s. Bild). Die umgebende Landschaft ist weitläufig und wirklich sehr schön.

Heute Nacht dann, werden wir jäh aus dem Schlaf gerissen. Ein plötzliches und lautes Ächzen der Leinen und starke Schiffsbewegungen lassen unseren Adrenalinspiegel schlagartig ansteigen. Wir springen aus der Koje und müssen mit ansehen, wie unsere Hanna innerhalb von Sekunden um bestimmt 30 cm absackt und sich anfängt, in den Leinen aufzuhängen.  So schnell können wir gar nicht reagieren, denn sofort fängt das Wasser wieder an zu steigen. Begleitet wird das ganz von einem lauten Gepolter, das von den Schwimmstegen, direkt vor der Schleuse herrührt. Was war hier passiert? Zunächst dachten wir, dass die Schleuse zur Eider geöffnet wurde. Aber dann erinnern wir uns an ein Gespräch, dass wir vorgestern(!) in unserem Verein hatten. Ein Vereinskamerad hatte ähnliche Erfahrungen gemacht, wie wir. Demnach handelt es sich bei dem Phänomen um Schwell, den die Berufsschifffahrt nachvollziehbarerweise auf dem Nord-Ostsee-Kanal erzeugt (für Nichtsegler: Der Schwell, der hier gemeint ist, resultiert nicht aus der Verdrängerfahrt des Schiffes, sondern entsteht durch die Schiffsschrauben. Diese saugen das Wasser von vorne an und pumpen es quasi nach hinten. Das hat zur Folge, dass dem Schiff ein Wellental von manchmal einigen Zentimetern vorauseilt. Auf diese Weise wird dann auch der Gieselaukanal „leergepumpt“ und füllt sich danach wieder mit einer kleinen Flutwelle). Wie wir dann von unseren Vereinskameraden beim Absegeln im MYC Stade erfahren werden, sind die Schwankungen des Wasserpegels umso größer, je näher man an das Ende des Kanals, also an die Schleuse des Gieselaukanals kommt. Eigentlich auch recht einleuchtend, denn dort schwappt die kleine Flutwelle dann, wie in einer Badewanne, besonders hoch, reflektiert an dem Schleusenbauwerk und läuft infolge wieder zurück. Der andere Segler, der später noch gekommen war, wusste offensichtlich von diesem Effekt.

14.09.2019, Gieselaukanal – MSC Stade

Nach dieser abwechslungsreichen Nacht, stehen wir dann wieder früh auf, da wir versuchen wollen, zum besagten Absegeln unseres Vereins im MYC Stade zu kommen. Doch leider werden wir schon wieder ausgebremst, denn der Kanal ist in Nebel gehüllt. Mit einiger Verspätung legen wir dann ab. Der andere Segler tut uns gleich.

Ungefähr vier Stunden später erreichen wir Brunsbüttel. Hier nähert sich von Achtern eine "Hanna" - aber anderer Schiffstyp.

Wir machen kurz an der Tankanlage für Sportboote fest und versorgen uns mit Diesel. Vor der Schleuse müssen wir dann zur Abwechslung mal nicht so lange warten. Beim Ausschleusen ist der Moment, in dem das Schleusentor geöffnet wird, immer ein besonderer: Bei Schwerwetter kommt es dem Tor zur Hölle gleich. Heute jedoch ist uns die Elbe wohlgesonnen und empfängt uns mit ruhigem Wasser und Sonne – wirklich schön! Jetzt kommt auch noch ein weiterer Vorzug des Reviers an der Elbe zum Tragen: Wir laufen bei auflaufendem Wasser gute 7 Knoten (natürlich über Grund und nicht durchs Wasser). So sind wir dann auch recht zügig in der Schwinge, wo wir gegen 16 Uhr im Hafen des MYC Stade festmachen. Hier findet mittlerweile traditionell unser Absegeln statt. Nicht zu Unrecht, denn man gibt sich hier viel Mühe, unserem Verein perfekte Bedingungen zum Feiern mit schmackhaftem Essen und Trinken anlässlich des bevorstehenden Endes der Segelsaison zu schaffen. Am nächsten Morgen gibt es dann sogar noch ein leckeres Frühstücksbüffet – toll gemacht!

14.09.2019, Gieselaukanal – MYC Stade

Nach einem ebenso opulenten, wie ausgedehnten Frühstück mit angeregten Unterhaltungen, legen wir gegen 14 Uhr ab. Ohne unsere Vereinskameraden, wären wir wohl später losgefahren, was uns dann möglicherweise zum Verhängnis geworden wäre. Der Grund ist der starke Westwind, der zu einem hohen Wasserstand führen wird. Ab einem bestimmten Level wird dann das Krückausperrwerk geschlossen, um zu verhindern, dass Elmshorn absäuft. Eigentlich ganz klar, aber man muss eben daran denken. Als wir die Schwingemündung erreichen und auf die Elbe kommen, ist unsere ganze Aufmerksamkeit gefordert. Es ist ordentlich was los, sowohl Berufsschifffahrt als auch viele Sportboote. Zum Queren des Hauptfahrwassers nehmen wir gerne die AIS-Signale, die von der Berufsschifffahrt zwingendermaßen gesendet werden müssen, zur Hilfe. Auf unserem Plotter können wir die betreffenden Schiffsdaten wie „Fahrt über Grund“ abrufen. Das erhöht die Sicherheit beim Navigieren deutlich.

Es ist immer ein schöner Anblick, wenn sich das SVE-Geschwader mit den zum Teil über die Toppen geflaggten Boote auf den Weg macht. Der Wind hat ordentlich zugelegt. Später, als wir die Krückaumündung erreichen, kommt leider noch Regen dazu. Direkt nach dem Passieren des Sperrwerkes fahren wir in den Hafen des W.Y.K., wo wir unser Vereinsschiff abschleppen sollten. Allerdings ist das Problem mit dem Motor, zumindest vorübergehend, behoben, so dass wir bei dem Schiet-Wetter weiterfahren können – ganz traurig sind wir nicht, denn die Bedingungen bei starkem Wind und Regen sind nicht so komfortabel.

Gegen 16 Uhr erreichen wir dann unseren Heimathafen SVE. Das Wochenende ist wieder einmal wie im Fluge vorbeigegangen!

 




Rückführung 2019 – Teil 1

06.09.2019, Fahrdorf - Ankerbucht Buke-Noor (Schlei)

Die Wettervorhersage für dieses Wochenende ist miserabel: Fast nur Regen und Kälte. Dennoch machen wir uns heute auf den Weg zur "Hanna", denn wir wollen unser Schiff zurück in unseren Heimathafen SVE überführen – wir haben ja eine Heizung, kann also auch ganz gemütlich werden.

In Fahrdorf angekommen, beeilen wir uns, loszukommen. Wir motoren bei ausgerollter Fock gute sechs Knoten. Dafür, dass wir Böen bis 7 Beaufort mit unserem Vorsegel einfangen und unsere Maschine ca. 2.300 U/min dreht, sind wir eigentlich zu langsam – Bewuchs?

Es ist kaum was los auf der Schlei. Auf der Großen Breite kommt uns dann ein Katamaran mit schneller Fahrt entgegen. Es ist viel Wind. Ein kleines Stück neben uns erwischt es den Kat und kentert. Wir behalten den Havaristen im Auge. Es dauert ziemlich lange, bis die beiden Segler den Kat wieder aufgerichtet haben, just in dem Moment, als wir uns entschließen, umzudrehen.

Wir wollen heute mindestens noch die Lindaunis-Brücke passieren, damit wir morgen nur noch die Klappbrücke in Kappeln zu nehmen haben. Erst als wir schließlich im Buke-Noor am Haken liegen, fängt es leicht an zu regnen – wir hatten wieder einmal Glück gehabt, bzw. unser eiliges Ablegen hat sich ausgezahlt. Nicole hat sogar noch geschafft, das Sonnensegel (hier: gegen Regen) über den Baum zu spannen, so dass wir schön gemütlich unter der Sprayhood sitzen können – genial, insbesondere diese wunderbare Ruhe!

07.09.2019, Ankerbucht Buke-Noor – Kiel Holtenau

Wir stehen um sechs Uhr auf – und das, an einem Wochenende - muss man mögen und als Nichtsegler würde man sicher niemals freiwillig um diese Uhrzeit sein Bett verlassen. Wir trinken noch schnell einen frisch aufgebrühten Kaffe (ein Hochgenuss am frühen Morgen) und holen eine halbe Stunde später den Anker hoch. Wir wollen die Brückenöffnung um 7:45 Uhr in Kapplen bekommen, denn für nachmittags ist Gewitter vorhergesagt – das wollen wir möglichst umschiffen. Heute Morgen scheint sogar noch die Sonne – wunderschöne Morgenstimmung!

Gegen Mittag erreichen wir Kiel Holtenau. Wir legen uns gleich ganz vorne, an den inneren Steg. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Förde und vorteilhafterweise auch auf die Signalmasten für das Einlaufen in die Schleuse. Der äußere Steg wird derzeit rückgebaut. Wie wir vom Hafenmeister am nächsten Morgen um kurz nach 7 Uhr erfahren, gab es einen Hochwasserschaden und die Bezuschussung vom Land SH wurde eingestellt; der Status „Schutzhafen“ aberkannt. Das finden wir sehr schade.

Am Abend kommen Freunde von uns und legen sich mit ihrer Bianca 27 vor uns, längsseits an den baufälligen Rest des noch nicht rückgebauten Teils der Steganlage.

08.09.2019, Kiel Holtenau – Rendsburg Stadthafen

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Der erste Blick, nachdem man am frühen Morgen aus der Koje gekrabbelt ist, richtet sich automatisch auf die Signalmasten. Üblicherweise kreisen selbst in den frühen Morgenstunden schon Sportboote im Wartebereich umher, in der Erwartung, jeden Moment das Signal „unterbrochen weiß“ zum Einlaufen in die Schleuse zu erhalten. Das führt dann immer dazu, dass ich hektisch in meine Klamotten steige, den Motor starte, schnell die Leinen lostütel, um dann Hals über Kopf abzulegen. So auch heute. Auch unsere Freunde stehen schon so früh in den Startlöchern, so dass wir zwanzig nach 7 Uhr ebenfalls im Wartebereich hin- und herkreuzen. Hätten wir gewußt, dass wir erst gegen Mittag (gut 5 Stunden Wartezeit!) in die große Schleuse einlaufen können, wären wir noch in den Kojen geblieben!

Als die erste Stunde verstrichen ist, kommt eines unserer Schwesterschiffe, die „Damian“ (Vereinsschiff vom SVE) auf uns zu. Ein guter Freund von uns ist an der Pinne. Wirklich großer Zufall, denn die Crew ist aus Travemünde gestartet und überführt ebenfalls an diesem Wochenende zu unserem gemeinsamen Heimathafen SVE. Wir hatten mit der Bianca 27 bereits ein „treibendes Zweierpäckchen“ gebildet – nun wird es ein Dreierpäckchen. So wird aus der Not die Tugend. Wir trinken gemeinsam Kaffee und kommen ins Quatschen – wir haben eine tolle Zeit!

Auf Kanal 12 verfolgen wir den Schleusenfunk und bekommen erst nach ca. zwei
Stunden den entscheidenden Funkspruch von der Schleusenwarte zu hören: Nebel auf dem NOK, das Befahren des NOK derzeit nicht zulässig - dass kann noch dauern! Wir lösen unser Dreiepäckchen auf, und machen
am Tiessenkai fest. Da die „Damian“ Motorprobleme hat, nehmen wir sie in Schlepp. Gegen Mittag dann kommt über Kanal 12 der entscheidende Hinweis für die Sportboote zum baldigen Einlaufen in die Schleusenkammer. Es ist klar, dass es enorm voll wird. Es sind nämlich schon drei große Feeder bzw. Frachter in die Schleuse gefahren. Außerdem ein Schlepper und ein großer Traditionssegler. Dazu sind bestimmt 30 Sportboote, auch darunter größere Schiffe mit über 60 Fuß sowie Katamarane und Trimarane - das gibt ein Hauen und Stechen! Bereits im Vorwege wurde über Funk Unmut über die langen Wartezeit geäußert. Wir entschließen uns, als Letzte in die Kammer zu fahren – das war definitiv die richtige Entscheidung!

Nach dem Auslaufen aus der Schleuse trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Hier kommt endlich mal der Vorzug unseres Delphins zum tragen: Wir laufen trotz Bewuchses am Unterwasserschiff um die 6,2 Knoten. Wir lassen viele Schiffe, auch größere, hinter uns.

Beim Einbiegen in die Obereider sehen wir eine imposante Motoryacht am Anleger der Nobiskrug-Werft.

In Rendsburg sind wir kaum fest, da kommt schon unser lieber Freund aus Fahrdorf und bringt uns nach zu unserem Auto. Wir bekommen sogar noch etwas Leckeres zu Essen (danke Anja!), dann brechen wir auf nach Elmshorn. Nächstes Wochenende soll es dann, wenn nichts dazwischen kommt, weitergehen.





Ankern “Große Breite”

23.08.2019, Fahrdorf - Große Breite

Soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass ich ohne Nicole und nur mit den Kindern mit unserer Hanna unterwegs sein werde. Nicole ist nämlich beruflich unterwegs.

Am Nachmittag hole ich unsere Kinder direkt von der Schule ab, und wir starten durch nach Fahrdorf. Ich hole Alles aus unserem vollgepackten  Polo Baujahr 2003 heraus(Mädchen haben es einfach drauf: Sie sind klamottenmäßig für Alle Eventualitäten gerüstet - dementsprechend groß ist auch das Gepäck); ich will mit den Kindern möglichst wenig Zeit im Auto und umso mehr Zeit auf dem Schiff verbringen.

Wie es so meine Art ist, legen wir fluchtartig im Hafen in Fahrdorf ab. Dabei verlasse ich normalerweise bei vielen Dingen auf Nicole. Daher ist es sehr ungewohnt, ich kann schon fast sagen, anstrengende und nervig, dass ich jetzt an Alles selber denken muss! Aber, das Ablegemanöver klappt reibungslos und wir stechen in See.

Glücklicherweise spielt das Wetter mit. Wir laufen unter Motor den gleichen Ankerplatz in der Großen Breite an, wie letztes Wochenende. Der Anker sitz auf Anhieb. Es ist schon Abend, so dass wir gleich unser Abendprogramm starten. Ich hatte als Vorspeise Oliven, saure Gurken, Mais usw. Schwarzbrot-Chips vorbereitet und serviere das Ganze auf einem kleinen Tablett. Wir finden uns auf dem Vorschiff ein, um dort die Vorspeise bei einem kühlen Malz-Bier (hatte ich zu Hause schon kalt
gestellt) in gepflegter Manier einzunehmen. Es herrscht romantische Abendstimmung an der Schlei und ich habe den Eindruck, dass die Kinder diese Momente genießen können. Als Hauptspeise hatte ich Sushi besorgt – heute wollte ich mich nicht lumpen lassen! Wir haben wirklich einen tollen Abend zusammen und erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang!

24.08.2019, Große Breite – Fahrdorf

Die Nacht vor Anker war sehr ruhig. Gegen Mittag sind wir wieder zurück in Fahrdorf, da der Sohn von unseren Freunden 18. Geburtstag feiert. Es wird ein rauschendes Fest bis zum nächsten Morgen. Auch unsere Kinder, insbesondere unsere „großen“ Mädchen wissen, wie man feiert.


Große Breite – Ungebremster Enthusiasmus!

16.08.2019, Fahrdorf - Große Breite (Schlei)

Ein wenig Enthusiasmus gehört schon dazu! Es ist Freitag Abend und wir klarieren unser Schiff für einen sehr kurzen Törn, denn wir werden morgen Mittag wieder zurück in Fahrdorf sein, da eine große Regenfront heraufzieht und am Samstag und Sonntag für ordentlich Regen sorgen wird. Aber egal, selbst für ein paar Stunden raus zu kommen, um die wunderschöne Abendstimmung auf der Schlei zu genießen, lohnt sich der Aufwand. Es ist auch nicht viel los, heute auf der Schlei und bei dem Ankerplatz im südlichen Teil der „Großen Breite“ sind wir das einzige Schiff dort.

Der Wind schläft später vollständig ein und die Schlei wird zu einem bleiernen Ententeich. Wir setzen am späteren Abend dann noch mit dem Schlauchboot über und erkunden die Gegend – unser Jüngster freut sich.

Als sich die Sonne dem Horizont nähert, sind bereits erste Anzeichen des heraufziehenden schlechten Wetters zu sehen. Die Dunklen Wolken erzeugen mit der untergehenden Sonne ein beeindruckendes Farbenspiel – alleine dafür hat sich der Aufwand gelohnt!

17.08.2019, „Große Breite“ – Fahrdorf

Bereits in der Nacht prasselt der Regen auf unser Deck herab. In weiser Voraussicht hatte ich das Schlauchboot für die Nacht über die Luke im Vorschiff gebunden, so dass wir trotz starken Regens die Luke offen lassen konnten – dass werden wir häufiger so machen!

Gegen Mittag nutzen wir eine Regenpause und lichten den Anker, um zurück nach Fahrdorf zu motoren.