Auf ins Winterlager 2021

16.10.2021, SVE

Es hilft nichts, die Saison ist zu Ende! Tage zuvor hatten wir bereits die Segel abgeschlagen. Dabei hatten wir das "Glück", einen kräftigen Regenschauer abzubekommen, so dass wir unser Großsegel nass zusammenpacken mussten. Das Handling zu Hause ist mit so einem großen Tuch sehr umständlich. Wir hatten es zum Trocknen auf dem Dachboden aufgehängt - Arbeit, auf die man gerne verzichten könnte!

Wir sind rechtzeitig am Vormittag beim Schiff und wir bereiten alles fürs Mastlegen vor. Schließlich steht der Mast mit gelockerten Wanten uns Stagen, Alles Andere ist abmontiert.

Bevor wir zum Mastenkran fahren, sind wir tatkräftig und helfen beim laufenden Slipbetrieb. Alles läuft Hand in Hand und die Arbeit macht richtig Spaß. Auch als wir dran sind, werden wir mit keinerlei unvorhersehbaren Vorkommnissen konfrontiert. Wir nutzen wieder auf dem Weg zum Kran die Gelegenheit, auf der Krückau das Schwert hoch und runter zu fahren, um den Schlick aus dem Schwertkasten zu bekommen - wir haben dazugelernt!

Es ist aber jedes Jahr wieder spannend, wie das Unterwasserschiff nach der Saison aussieht. Wir hatten schon Alles: Von zahlreichen Pocken, bis hin zu unfassbarem Muschelbewuchs. Dieses Jahr präsentiert sich unser Unterwasserschiff allerdings ungewohnt sauber! Sollte die Kran-Aktion bei Marina Schrader im Juni (http://www.delphin-66.de/wordpress/krantermin-bei-der-schrader-marina/) etwas was gebracht haben?

Ein Segelkamerad meint sogar, dass wir im nächsten Jahr wieder genau so ins Wasser können. Da hätte ich ehrlich gesagt nichts gegen, aber ich befürchte, da macht Nicole nicht mit!

Dank der großen Hilfsbereitschaft im Verein ist unser Schiff dann schnell in den Zustand versetzt, dass wir es mit dem Trecker in die Halle schieben können.

Wir haben uns vorgenommen, bald mit den anstehenden Arbeiten zu beginnen. Hoffen wir, dass es eine kurze Wintersaison wird!

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Die „Grüner Mann Regatta“

24.09.2021, SVE - Ankern vor Pagensand

Morgen findet unsere jährliche Vereinsregatta statt. Das Hochwasser in Elmshorn läuft um 19 Uhr auf, so dass wir gegen 17:15 im SVE ablegen. Wir sind offensichtlich die Einzigen aus unserem Verein, die heute schon losfahren. Es ist bedeckt, aber noch recht mild. Nach einer Stunde auf der Krückau erreichen wir das Krückausperrwerk. Hinter dem "Grünen Mann" biegen wir nach links ab und steuern einen Ankerlatz auf der östlichen Seiten von Pagensand, eben südlich des mittlerweile nicht mehr von Freizeitskippern nutzbaren Anlegers an.

25.09.2021, Ankern vor Pagensand- SVE

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker, können wir am frühen Morgen bei diesigem Wetter die ersten Regattateilnehmer aus der Krückaumündung kommen sehen. Da der Start der Regatta erst ab 11 Uhr vorgesehen ist, legen sich Alle Teilnehmer unweit von uns ebenfalls vor Anker. Nach dem Frühstück treffen wir erste Vorbereitungen. Der Aufwand dafür hält sich bei unserem Schiff jedoch stark in Grenzen, denn viel haben wir nicht, was der Vorbereitung bedürfte. So haben wir zum Beispiel nur ein Vorsegel, das wir sowohl bei leichtem als auch bei stärkerem Wind in Ermangelung einer Alternative fahren.

Zu Begin der Regatta ist noch ausreichend Wind, so dass wir mit unserer Segelfläche noch ganz gut mithalten können. Hin und wieder wird es zwischen den Booten ziemlich eng. Im späteren Verlauf der Regatta nimmt der Wind  deutlich  ab und gerade bei Kursen mit achterlichem Wind sind baugleiche Schiffe schneller doch etwas schneller als wir. Wir denken nun ernsthaft darüber nach, die "Allwetterfock" in geraumer Zukunft gegen eine Arbeitsfock und eine große Genau zu tauschen. Vielleicht kommt sogar eine Selbstwendefock mit einer Selbstwendeschiene in Betracht, mal sehen ...

Gegen Ende der Regatta wird es dann noch einmal brenzlig für uns. Wir versuchen bei auflaufendem Wasser und westlichem Wind elbabwärtssegelnd ordentlich Höhe zu knüppeln. Wir haben die rote Tonne PN4 kurz vor uns auf der Luvseite - in diesem Fall unsere Backborseite. Wir sind uns unschlüssig, ob wir vorher noch wenden sollten, denn dahinter kann es eng werden und bei dem derzeitigen niedrigen Wasserstand haben wir nicht viel Platz zum Ufer, zumal hier auch noch Bunen (Steinwall) in die Elbe hineinragen. Uns reitet der Teufel und wir entschließen uns, den Schlag auf Steuerbordbug bis zum Ende auszureizen. Das war jedoch leider die falsche Entscheidung, denn der Tiefenmesser zählt in Windeseile von ca. 3 Meter Wassertiefe auf unter 1,5 Meter hinunter. Sollte unser Kiel den Grund berühren, würden wir die zum Durchführen einer Wende erforderliche Geschwindigkeit verlieren und den Bug nicht durch den Wind bekommen. Wir leiten kurz hinter der roten Tonne PN4 schließlich die Wende ein. Erwartungsgemäß vertreiben wir dabei stark mit dem ablaufenden Wasser und kommen der roten Tonne GN4 gefährlich nahe. Ich starte unvermittelt den Motor, um die Wende zu beschleunigen. Zu allem Überfluss hatte sich kurz vorher noch eine Jolle an der Tonne festgemacht. Der junge Segler wird der sich anbahnenden Kollision bewusst und zieht sich schnell an der Vorleine dichter an die Tonne. Noch bevor ich den Gang einlegen kann, schafft Nicole es gerade noch, den Bug herum zu bekommen. Das war schon ziemlich eng!

Da wir den Motor gestartet haben, sind wir von der Regatta disqualifiziert. Die Regattaleitung lässt uns aber weiterfahren - das finden wir sehr nett (wir hatten den Motor nur im Leerlauf)!

Mit dem auflaufenden Abendhochwasser geht es dann gemeinsam zurück zum SVE. Unser Festausschuss hat hier eine unserer Hallen festlich geschmücktt. Nicole bereitet noch während der Fahrt auf der Krückau einen Pasta-Salat für das Büffet vor. Es wird ein geselliger Abend mit unseren Vereinskameraden.

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Einmal nach Stade

18.09.2021, SVE - Stade

Es ist schon länger her, dass wir in Stade waren. Die Tide läuft recht günstig: Gegen 15 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn und wir könnten ungefähr eine Stunde vorher, also gegen 14 Uhr, vom Platz kommen. Am späten Vormittag regnet es jedoch zunächst, so dass wir in Ermangelung an Motivation noch lange zögern, bis wir von zu Hause aufbrechen. Bei Regen haben wir heute einfach keine Lust, Stunden an der Pinne zu stehen, denn die gesamt Strecke müssen wir motoren! Erst gegen 13:15 hört es dann auf zu regnen und wir entschließen uns, noch loszufahren. Kurz nach 13:30 sind wir am Hafen. Wir bergen zunächst das Schlauchboot und das SUP von Bord und lassen bei beiden die Luft raus. Wir haben nicht die Erwartung, dass wir die beiden Spaßgeräte dieses Jahr noch zum Einsatz bringen.

Um kurz vor 14 Uhr legen wir dann ab. Die Fahrt durch die Krückau, über die Elbe und in die Schwinge verläuft äußerst unspektakulär. Das Wetter lässt sich am Besten mit dem Begriff "Einheitsgrau" beschreiben. Aber es ist nicht sonderlich kalt. Entgegen unserer Erwartung, ist der Hafen in Stade ziemlich voll. Das liegt wohl daran, dass zur Zeit das "Stader Craft Beer & Gourmet-Festival" statt findet. Wir legen uns ins Päckchen und genießen die Atmosphäre im Hafen. Auf dem Museumsschiff "Greundiek" findet zudem eine Hochzeit statt.

Abends gehen wir in die Altstadt und setzen uns zum Essen in den Außenbereich des LiLA’S Bistro - Restaurant". Wir haben einen tollen Blick auf die historische Altstadt sowie den alten Hansehafen von Stade. Allerdings wird es recht bald kühl, so dass wir uns mit Wolldecken einhüllen.

19.09.2021, Stade - SVE

Heute Morgen ist es ziemlich frisch unter Deck, so dass wir unsere Gasheizung anschmeißen. Heute werden wir erst gegen Mittag auslaufen können. Niedrigwasser in Stade ist gegen 10:30, wir lassen es ruhig angehen. Nach dem Frühstück gehe ich mit Nicole einmal um den Hafen bis zum nördlichen Ufer. Dort wo früher ein Bäcker war, ist jetzt ein Cafe mit dem Namen "Velero". Dort gibt es einen schönen Außenbereich mit schönem Blick auf den Hafen (siehe Foto). Einige Gäste genehmigen sich ein Frühstück - kann man machen!

Als wir zurück an Bord sind und gerade eine angeregte Unterhaltung mit unserem Liegeplatznachbarn führen, hören wir von der anderen Seite des Hafens, (genau von dort, wo ich gerade mit Nicole war und wir den Blick auf den Hafen genossen hatten) ein lautes Knallen, Knirschen und Knacken - und zwar genau in dieser Reihenfolge! Direkt beim besagten Cafe "Velero" führt ein Zebrastreifen über die "Hansestraße". Wir sehen dort ein Auto auf dem Zebrastreifen stehen und Passanten, die hektisch dort hin laufen. Was für eine Tragöde: Es wurde offensichtlich ein Fahrradfahrer von einem Auto erfasst - anscheinend wohl fast ungebremst - schrecklich! Es dauert nur wenige Minuten, bis der erste Rettungswagen eintrifft. Dieses Ereignis drückt nachvollziehbarerweise auf unsere Stimmung. Uns beschleicht ein mulmiges Gefühl, da wir uns gerade zuvor dort aufgehalten hatten.

Um viertel nach 12 Uhr ist das Wasser dann soweit aufgelaufen, dass können wir in Stade ablegen können. Gegen 15 Uhr sind wir dann in unserem Heimathafen. Hier werden bereits die ersten Schiffe hochgeslipt - ein sicheres Zeichen, dass sich die Saison dem Ende entgegen neigt.

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Rückführung 2021 – Teil 2

10.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg)

Segensreicherweise sind die Streiks der GDL derzeit ausgesetzt, so dass wir mit vertretbarem Aufwand und wenigen Minuten Verspätung mit der Bahn nach Rendsburg kommen. Den Tag über hat es ordentlich geregnet, als wir jedoch an Bord unserer Hanna steigen, scheint die Sonne, wunderschön!

Wir haben uns angesichts der fortgeschrittenen Zeit dazu entschlossen, heute nicht mehr abzulegen, sondern uns einen Burger und ein schönes kühles Getränk im "Riverside" zu gönnen. Das Restaurant mit schönem Außenbereich befindet sich direkt am Hafen des Regatta-Vereins Rendsburg. Wir bekommen sogar noch einen Tisch auf dem Schwimmponton, mit Blick auf den Hafen und auf unser Schiff, angeleuchtet von der Abendsonne - traumhaft!

11.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg) - Motor- u. Yachtclub Stade

Heute heißt es früh aufstehen, denn wir wollen heute noch bis in die Schwinge zum Motor- und Yachtclub Stade, wo heute das "Absegeln" unseres Vereines stattfindet. Beim Verlassen des Hafens sehen wir die neue Schwebefähre für die Kanalquerung an der Eisenbahnhochbrücke, die vor wenigen Tagen hier angekommen war. Die alte Schwebefähre war 2016 bei einer Kollision mit einem vorbeifahrenden Seeschiff zu Schaden gekommen und war nicht mehr, aus wirtschaftlicher Sicht, zu reparieren.  Am frühen Nachmittag erreichen wir die Schleuse in Brunsbüttel, wo wir nach kurzer Wartezeit in die Schleuse hineinfahren können. In dieser bleiben wir beim Schleusen alleine. In der großen Kammer verliert sich unser Schiff optisch.

Auf der Elbe prasseln dann heftige Schauer auf uns nieder. Die Offshore-Kleidung hält dieser Beaufschlagung auf Dauer nicht Stand. Aber ein Regenschirm verhindert ein völliges Durchnässen. Glücklicherweise können wir dann ohne Regen im MYC Stade festmachen.

Zu der Veranstaltung des SVE haben sich tatsächlich viele Mitglieder mit ihren Booten eingefunden. Die mit Lichterketten geschmückten Schiffe erzeugen eine festliche Atmosphäre im Hafen. Nach einem feucht-fröhlichen Abend kommen wir erst weit nach Mitternacht in die Koje.

12.09.2021, Motor- u. Yachtclub Stade - SVE

Die Nacht war der blanke Horror, da sich bei mir wieder einmal unerträgliche Zahnschmerzen einstellten - anscheinend habe ich hier gerade einen Lauf. Leider halfen auch keine Schmerzmittel. Nicole findet einen zahnärztlichen Notdienst in Stade, den ich, anstatt an dem gemeinsamen Frühstück teilzunehmen, in Anspruch nehme. Ich bekomme beim MYC ein Fahrrad geliehen, mit dem ich mich am Vormittag auf den Weg zur Zahnarztpraxis in der Altstadt von Stade auf den Weg mache. An dieser Stelle nochmal meinen herzlichen Dank an den MYC für diesen tollen Service (das Fahrrad war in einem Topzustand).

Mit dem Abendhochwasser erreichen wir dann unseren Heimathafen in Elmshorn. Ein gutes Gefühl, unser Schiff wieder im Heimathafen zu haben.

Rückführung 2021 – Teil 1

03.09.2021, Marina Minde - Ankern vor Høruphav Havn

Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, dass wir mit unserem Schiff unterwegs waren. Seit wir unsere Hanna zum Ende unseres Urlaubes nach Marina Minde gebracht haben, waren wir nur eine Nacht bei Wassersleben vor Anker. Die anderen Wochenenden waren entweder verregnet, so dass wir im Hafen geblieben sind, oder wir waren erst gar nicht zum Schiff gefahren, weil wir wegen einer starken Erkältung zu Hause bleiben mussten. Ehrlich gesagt, hat es sich diese Jahr nicht sonderlich gelohnt, dass Schiff nach unserem Urlaub noch in Marina Minde gelassen zu haben.

Heute nun, starten wir den ersten Teil unserer Rückführung. Das Wetter spielt mit: Westliche Wind der Stärke 6 und angenehme Temperaturen mit viel Sonne. Etwas wehmütig aufgrund des nahenden Endes der Saison, verlassen wir den Hafen und setzten die Segel. Mit zunächst Raumschotkurs und später achterlichem Wind rauschen wir mit teilweise über 7 Knoten Høruphav entgegen - wirklich tolles Segeln! Wir spüren wieder, wofür wir die ganze Arbeit am Schiff in der nass-kalten Jahreszeit  machen.

Wir legen uns ganz in der Nähe des Hafens Høruphav Havn vor Anker. Von hier haben wir einen wunderbaren Blick auf das Haff, auch zu dem Ort, wo Siegfried Lenz viele Jahre lang seine Sommerresidenz hatte. Ein kleines Fischerhaus in "Lebøl Løkke", in dem ein Großteil des Klassikers "Die Deutschstunde" entstand.

04.09.2021, Ankern vor Høruphav Havn - Ankern vor Möltenort

Kurz vor 8 Uhr holen wir den Anker hoch und nehmen Kurs auf die Kieler Förde. Den größten Teil der Strecke müssen wir dann allerdings motoren. Auf Höhe Damp treffen wir dann auf das Regattafeld der "Speckregatta". Südlich der Eckernförder Bucht wird es dann turbulent und unübersichtlich: Es ist Kieler Woche und es finden zahlreiche Regatten statt. Wir müssen immer wieder unseren Kurs ändern, um nicht in eines der zahlreichen Regattafelder zu geraten.

Eben südlich des Hafen von Möltenort legen wir uns dann vor Anker. Wir lassen es uns nicht nehmen und gehen nochmal zum Abschluss der Saison in das 16,7 °C kalte Wasser.

Zur Feier des Tages habe ich einen Tisch im "Ocean Elven" in Laboe reserviert. Wir setzten mit dem Schlauchboot zum Hafen von Möltenort über und machen uns "per pedes" auf den Weg. Wir haben 4,3 km zu laufen. Für unseren Kleinsten haben wir seinen Roller mitgenommen. Eine wirklich schöne Strecke entlang der Kieler Förde. Wir können auch nur deshalb unsere Schiff ruhigen Gewissens so lange und so weit weg alleine lassen, weil wir den Anker gründlich eingefahren haben. Wir dann noch gute zwei Stunden an Bord und konnten uns vergewissern, dass der Anker tatsächlich hält. Außerdem habe ich eine kleine Kamera mit integriertem WLAN installiert, die ich mit unserem mobilen Router verbunden habe. Über eine App kann ich dann, auch außerhalb des Bordnetzes, darauf zugreifen - geniale Sache!

In Laboe tobt der Bär. Hier herrscht Urlaubsstimmung pur. Wir haben uns leckere Burger bestellt, sehr lecker! Im anschluss schlendern wir noch über die Promenade uns unser Jüngster bekommt einen Crêpe. Für die Rücktour nehmen wir den Bus und sind zum Einbruch der Dunkelheit zurück an Bord. Wie man auf dem Titelbild dieses Beitrages  erkennen kann, liegt unser Schiff anders, als alle anderen. Wir finden nicht heraus woran das liegt, Strömung , Wind? Ich drehe mit unserem Schlauchboot und Außenborder unser Schiff so hin, wie alle Anderen Ankerlieger ausgerichtet sind. Es hilft aber nicht viel, unsere Hanna dreht sich langsam wieder zurück.

Wie auch immer, wir verbringen noch ein wenig Zeit in der Plicht und genießen wunderschöne Abendstimmung.

05.09.2021, Ankern vor Möltenort - Rendsburg Stadthafen

Von unserem Ankerplatz aus, können wir den Wartebereich des Nord-Ostsee-Kanals einsehen. Es befinden sich bereits drei Schiffe dort, so dass wir gegen halb acht den Motor starten, um bei einer möglichen Schleusung dabei sein zu können. Gegen halb neune können wir dann in die große Schleusenkammer fahren.

Beim Flemhuder See ist dann erstmal Schluss! Dort befinden sich bereits einige Segler und auch kleinere Frachter in Warteposition. Drei Mal Rot an den Signalmasten des NOK bedeutet auch für die Freizeitkapitäne: Ausfahrt verboten!

Nach ca. einer Stunde Wartezeit geht es dann weiter.

Gegen Mittag sind wir dann im Stadthafen von Rendsburg. Wir müssen irgendwie unseren Polo aus Marina Minde abholen. Ich mache mich dann später auf den Weg zur Bahn, um damit, trotz des derzeitigen Streiks der GDL, nach Flensburg zu kommen. In der DB-App sind alle Züge, die aufgrund des Streiks ausfallen, gekennzeichnet. Die Zugverbindung um 13:15 aber nicht, so dass ich davon ausgehe, dass ich dies nutzen kann. Vor Ort erfahre ich dann, dass dem nicht so ist. In dem DB-Reisezentrum wird mit dann eine Zugverbindung um 13.59 empfohlen. Diese steht selbstverständlich NICHT in der DB-App drin, aber, dafür fährt die Bahn dann aber!

In Flensburg angekommen, nehme ich mir ein Taxi nach Marina Minde. Auf dem Rückweg nach Hause, sammle ich Nicole und Piet ein.

Nächstes Wochenende kommt dann hoffentlich Teil 2 der Rückführung, mal sehen!

 



Die Suche nach einem geschützten Ort

13.08.2021, Marina Minde - Ankern vor Wassersleben

Als wir mit dem Auto in Marina Minde ankommen, kocht die Flensburger Förde. Sieben Windstärken aus süd-west, genau auflandig. Die erste Herausforderung, der wir uns stellen müssen, ist das Ablegen aus unserer Box. Unser Liegeplatz befindet sich ziemlich am Anfang der Boxengasse und wir haben nicht viel Platz bis zum Ufer, das mit großen Steinen befestigt ist. Falls etwas beim Ablegen schief geht, sind wir schnell auf diese Steine gedrückt. Daher warten einen günstigen Moment mit wenig Wind ab, bevor wir die Leinen lösen und den Rückwärtsgang einlegen. Als wir dann schließlich unser Schiff rückwärts aus der Box, schaffe ich es noch, den Bug am backborseitigen Heckpfahl herumzudrücken - wir bekommen den Bug durch den Wind.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie hoch sich die Wellen auf der Flensburger Förde aufbauen können. Als wir den Hafen verlassen, taucht unser Bug wieder einmal ordentlich unter Wasser -hatten wir dieses Jahr schon öfter. Wir steuern zunächst die Ochseninseln an und hoffen, dort einen geschützten Ankerplatz zu finden. Jedoch finden hier immer wieder starke Böen den Weg um die "Große Ochseninsel". Wir fühlen uns dabei nicht wohl und fahren weiter mit Kurs auf Wassersleben. Je näher wir  Wassersleben kommen, desto ruhiger wird es. Wir suchen uns dann eine Ankerstelle nahe am Ufer. Es ist faszinierend, wie geschützt wir hier bei dem starken Westwind liegen!

Später setze ich mit dem Schlauchboot über. Unser Freund Kay von Eitzen ist gekommen und wir setzen uns für einen kurzen Plausch auf die harten Steine. Trotz der unbequemen Sitzsituation, vertiefen sich unsere Gespräche dann doch noch zunehmends.

14.08.2021, Ankern vor Wassersleben - Marina Minde

Nach einer ruhigen Nacht legen wir rechtzeitig am Morgen ab. Wir wollen versuchen, den größten Teil nach Marina Minde zu Segeln, bevor der Wind wieder auf 7 Beaufort auffrischt.

Den Abend und die Nacht verbringen wir mit Freunden anlässlich eines Geburtstages.

Als wir am nächsten Tag die Heimreise antreten, hoffen wir auf schöneres Wetter für das nächste Wochenende.

 


Sommerurlaub 2021 – Die Vernunft siegt!

22.07.2021, Svendborg – Ankern vor Ærøskøbing

Nach einem tollen und schmerzfreien Abend, den wir gestern in Svendborg verbringen durften, wache ich heute ohne Zahnschmerzen auf, wunderbar! Gute Laune ist vorprogrammiert! Die brauche ich allerdings auch, denn wir werden die ursprünglich geplanten vier Wochen Urlaub auf drei verkürzen – ein Luxusproblem, das ist schon klar!

Bevor wir Svendborg verlassen, will ich mich meiner geliebten Ehefrau unbedingt noch erkenntlich zeigen. Sie muss viel mitmachen und oft genug auch mal für einen Scherz auf ihre Kosten herhalten. Ich versuche das Ablegen noch künstlich etwas heraus zu zögern, da die Blumengeschäfte, die ich "ergoogelt" hatte, erst um 9:30 Uhr aufmachen. Unter dem Vorwand Brötchen holen zu wollen, laufe ich durch die noch leeren Einkaufsstraßen zu dem am nächst gelegenen Blumengeschäft. Das hat dann aber leider ausgerechnet heute zu. Das stand aber anders im Internet! Das nächste öffnet erst um 10 Uhr. Ok, dann halt zu Kvickly, besser als keine Blumen! Dort bekomme ich sogar Rosen und kann auch gleich Brötchen mitbringen, top!

Wir wollen erst einmal ablegen und dann unterwegs frühstücken, das spart Zeit. Die Leinen zum Anbinden unseres Schiffes waren völlig überflüssig, denn unsere Hanna ist zwischen den Nachbarschiffen eingequetscht. Beim Ablegen müssen wir an beiden Seiten unser Schiff freidrücken. Der Hafen ist soll voll, dass wirklich die kleinste Lücke genutzt wird. Als wir den Hafen verlassen und rechts rum zur Brücke abbiegen, kommt uns tatsächlich „Delle“ noch einmal zum Abschied entgegen.

Vor Ærøskøbing kommen uns die „Liekedeeler“ (Baunummer 3) und die „Magellan“ (Stahldelphin) entgegen. Zwei wunderschöne Schiffe die für Liebhaber von Klassikern eine Augenweide darstellen. Leider verpassen wir uns um einen Tag. Wir gehen eben südlich von Ærøskøbing vor Anker. Dort hatten die beiden Delphine auch gelegen.

Wir genießen die Zeit in Ærøskøbing. Es gibt dort entzückende kleine Straßen mit niedlichen kleinen Geschäften, Cafes und Restaurants. Am Hafen liegt die „Havet“, ein Traditionssegler aus Assens. Dort nehmen wir einen kleinen Kaffee ein, herrlich.

 22.07.2021, Ankern vor Ærøskøbing – Ankern im Revkrog bei Ærøskøbing

Wir bleiben bis heute Abend hier vor Anker und erkunden Ærøskøbing. Wir waren schon häufiger hier und sind jedes Mal wieder entzückt von dieser kleinen dänischen Stadt. Der einzige Supermarkt am Hafen ist jedoch dem Ansturm der zahlreichen Freizeitskipper sowie der den Tagestouristen, die mit der Fähre anreisen nicht immer gewachsen ist.  Es lohnt sich, auch einmal die etwas abseits von den bekannten und viel frequentierten Straßen abzulaufen. Sehr beeindruckt bin ich von diesen Miniaturdampfern, die einen absolut funktionsfähigen Eindruck machen!

Da der Wind auf Ost drehen soll, verholen wir uns Abends in die Ankerbucht auf der anderen Seite der Landzunge, westlich von Ærøskøbing. Dort liegen bereits einige Schiffe vor Anker. Wir erleben einen sagenhaften Sonnenuntergang! Natürlich schwingt auch eine Partie Wehmut aufgrund des nahenden Ende unseres Urlaubs mit. In die dänische Südsee werden wir aller Voraussicht nach erst wieder im nächsten Jahr kommen.

23.07.2021, Ankern im Revkrog bei Ærøskøbing – Marina Minde

Heute ist es endgültig, die Vernunft siegt über die Sehnsucht nach Wasser, Wind, Strand und lauen Sommernächten vor Anker. Wir machen einen großen Schlag bis nach Marina Minde. Die größte Strecke davon segeln wir, was auf Grund des wenigen Windes zum Teil eine echte Geduldsprobe darstellt. Bevor wir weiter in die Flensburger Förde hinein segeln, legen wir uns für einen kurzen Badestopp vor der Südküste von Kegnaes vor Anker. Bei Ilerstrand (eben südöstlich von Marina Minde) gehen wir dann bei Freunden, die hier mit ihrer Bianca 27 vor Anker liegen, längsseits. Abends verholen wir uns dann aber noch gemeinsam nach Marina Minde. Unsere Freunde versüßen uns den letzten Abend unseres Urlaubs. Es wird eine heitere und feuchtfröhliche Nacht bei sehr angenehmen Temperaturen, auch noch um Mitternacht.

24.07.2021, Marina Minde

Wir haben uns entschlossen, unser Schiff den August über hier in Marina Minde zu lassen. Wir hoffen dabei auf ein paar schöne Wochenenden. Und tatsächlich sind wir dieses Jahr nicht die Einzigen aus unserm Verein, die ihr Schiff hier liegen haben.

Dennoch fällt uns der Abschied schwer, denn der Alltag wird uns schnell wieder haben.