Äußerst nebulös!

14.05.2022, Glückstadt

Nicole ist gestern Abend erst spät aus Salzburg zurück gekommen, daher fahren wir erst heute, am frühen Samstag Nachmittag, mit der Bahn nach Glückstadt. Dort hatten wir letztes Wochenende unser Schiff liegen gelassen.

Morgen wollen wir ca. die Hälfte des Nord-Ostsee-Kanals schaffen. Dafür müssen wir allerdings mit dem frühen, ablaufenden Wasser nach Brunsbüttel motoren. Leider setzt die ablaufende Tide in Glückstadt in der Nacht von Samstag auf Sonntag schon um 3:04 ein. Wir rechnen ungefähr 2,5 Stunden nach Brunsbüttel. Wir werden also heute an Bord schlafen und dann gegen 6 Uhr ablegen.

Im Laufe des frühen Abends füllt sich der Glückstädter Hafen. Der Hafenmeister hatte uns schon vorgewarnt: Es kommen zusätzlich ca. 30 Boote von der "Glückstadt-Regatta", die vom Hamburger Segel Club und dem Norddeutschen Regatta Verein ausgetragen wird. Da wir längsseits am Außensteg liegen, wollen wir Platz machen für die Neuankömmlinge, da bei diesen sicherlich kein großes Interesse daran besteht, uns morgen zu unchristlichen Zeiten heraus zu lassen.

Es dauert dann auch nicht lange und die ersten Schiffe treffen ein. Dann geht es Schlag auf Schlag und der Hafen füllt sich rapide. Es sind auch viel Jollen dabei, die teils vollbesegelt in den Hafen fahren. Es ist mächtig was los. Für Außenstehende sieht das Ganze Treiben sicher nach totalem Chaos aus, aber bei dem Gewusel gibt es keine Zwischenfälle oder Berührungen der Boote - ein tolles Schauspiel!

Den Abend verbringen wir auf der "Wiebke", deren Eigner sehr erfahren Segler sind. Es gibt immer spannende Geschichten zu erzählen. An Bord ist auch der Eigner des Ewers "Frieda". Er ist stellvertretender Direktor der Bundestelle für Seeunfalluntersuchung. Es wird ein sehr kurzweiliger Abend mit spannenden Themen - das lieben wir! Im laufe des Abends kommt dann der Moment, wo ich meiner Frau fragende Blicke zuwerfe. Der Grund ist der, dass sie anscheinend nicht nur mit dem Thema "Segeln" im Allgemeinen vertraut ist, sondern sich auch noch als Expertin für Traditionsschiffe entpuppt. Das war mir jedenfalls bis heute Abend nicht bewusst. Zu späterer Stunde sehe ich mich dann in der Situation des staunenden Zuhörers, während sich Nicole mit den alten Hasen im regen Austausch über den Verein "Clipper DJS e. V." und den Traditionsseglern "Amphritite" und co. befindet. Aber, was soll's, ich kann das ab (jedenfalls tue ich so)!

14.05.2022, Glückstadt - Yachthafen Rendsburg

Nach einer kurzen Nacht schellt der Wecker um 6 Uhr. Wir stehen direkt auf. Nicole macht schnell einen Kaffee. Der Blick nach draußen verheißt nichts gutes! Dichter Nebel - nicht schon wieder, das hatte ich doch erst letzten Freitag! Mit der Ungewissheit, ob wir das Richtige tun, hole ich das Landkabel ein und wir legen gegen 6:20 ab. Ich montiere wieder unsere Positionslampe. Wir hangeln uns dann zunächst Richtung nordwest am östlichen Ufer der Rhinplate entlang. Wir beabsichtigen, nicht den Fähren der Verbindung Glückstadt/Wischhafen in die Quere zu kommen. An der Nordspitze der Rhinplate queren wir dann das Fahrwasser auf direktem Wege. Unser Blick ist nach vorne, auf das in Nebel getauchte Nichts sowie auf die AIS-Signale auf dem Plotter sowie auf unsere redundant ausgelegte Navigation gerichtet. Uns ist wirklich mulmig zu mute! Wir hangeln uns dann von Tonne zu Tonne, die auf Grund der geringen Sichtweite erst im letzten Moment aus dem Nichts erscheinen - wirklich gruselig! Wir haben den Pinnenpiloten eingerichtet, da das Kurshalten bei fehlenden Orientierungspunkten und nur mit Kompass auf der Elbe eine Herausforderung darstellt. Eine Untiefetonne, deren Position auf den elektronischen Navigationskarten offensichtlich nicht mit der tatsächlichen Position übereinstimmt, bemerken wir beängstigend spät. Obwohl wir mit niedriger Drehzahl unterwegs sind, fahren wir aufgrund des ablaufenden Wassers teilweise 7 Knoten über Grund. Wir brauchen nämlich unbedingt auch etwas Fahrt durch das Wasser, um ausreichende Manövrierfähigkeit sicher zu stellen. Jedenfalls können wir ein Kollision mit der Untiefetonne verhindern!

Da wir bei diesem Nebel nicht in den Nord-Ostsee-Kanal fahren können, steuern wir den Bereich westlich des Elbehafens Brunsbüttel an. Dort navigieren wir zum Ufer und wir fahren diesen Bereich, zwischen zwei Buhnen ab. Dabei haben wir auch immer einen Blick auf das Echolot. Anhand des aufgezeichneten Tracks können wir dann eine Stelle mit nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Tiefe ausfindig machen, wo wir für kurze Zeit vor Anker gehen können. Aus der Ferne können wir akustische Signale der Berufsschifffahrt hören. Eines davon wird immer lauter. Obwohl sich der dichte Nebel langsam lichtet, ist kein Schiff zu sehen. Nur das AIS-Signal können wir auf unserem Plotter verfolgen. Wir sind froh, dass wir hier aus dem Gefahrenbereich heraus sind. Nach ca. 20 Minuten kommt ein holländisches Traditionsschiff aus Hamburg. Auch dieses AIS-Signal hatten wir im Blick. Da sich der Nebel passender Weise so weit verzogen hat, dass wir sogar von hier aus die Einfahrt zum NOK erahnen können, heften wir uns das Traditionsschiff. Wir können dann sogar direkt in die Schleuse fahren - genial! Wir sind mehr als heil froh, sicher in der Schleuse zu sein. Als wir dann aus der Schleuse fahren, hat sich der Nebel komplett verzogen und die Sonne scheint  - traumhaft!!

Der Rest der Fahrt durch den NOK ist ebenso schön wie unspektakulär. Es ist viel Verkehr und auch die "Stettin" (Eisbrecher) kommt uns entgegen. Wir freuen uns, dass nach Jahren die (neue) Schwebefähre in Rendsburg wieder in Betrieb ist!

Gegen 16 Uhr machen wir im Yachthafen Rendsburg fest. Als "Belohnung" gönnen wir uns einen "Yacht-Burger" im ehemaligen "Riverside", das jetzt von neuen Betreibern unter dem Namen "Yachthafen Meisterei" betrieben wird.

Um 19:58 nehmen wir dann den Zug nach Elmshorn. Nächstes Wochenende planen wir, in die Schlei zu kommen, sofern das Wetter uns dazu animiert.

 

 

 

 

 

 

Baunummer 41 – La Paloma“ zu kaufen!

Der Peis wurde mit 31.500,-- € VB angegeben.

Kontakt:

Ingo Skibbe
ingo.skibbe@ewetel.net
04779 / 1377

Dieser Delphin 66 wird aus erster Hand abgegeben. Rumpf und Aufbau Original Gelcoat (keine Nachlackierung), guter Zustand Verkauf mit Pütt und Pann wegen Aufgabe des Segelsports Winterlager immer in Halle - ein Hafentrailer ist auch vorhanden.

Hier geht es zum Steckbrief der "La Paloma" -> Baunummer 41 – „La Paloma“

Ansegeln an Ostern

15.04.2022, SVE – Glückstadt

Anfang der Woche konnten wir aufgrund des anhaltenden Ostwindes, unseren Hafen nicht verlassen, da einfach nicht genug Wasser aufgelaufen ist. Heute aber sollte es klappen. Um 16:17 ist Hochwasser in Elmshorn; gegen 15:20 Uhr verlassen wir unseren Hafen. Wir wären aber auch früher von unserem Platz gekommen.

Die Freude ist groß, schließlich ist es die erste Fahrt in diesem Jahr. Daran können auch die kühlen Temperaturen nichts ändern. Wir wollen heute nach Glückstadt und nutzen das ablaufende Wasser. Als wir hinter der Tonne GN13 in die Glückstädter Nebenelbe einbiegen, verlangsamen wir unsere Fahrt. Das Echolot stimmt mit den Tiefenangaben auf der Navi-App überein. Wir haben um die 1,3 m unter dem Kiel. Bei vollständiger Ebbe ist dann nicht mehr viel Platz. Mal sehen, wie wir morgen früh hier durchkommen.

Gegen 17:20 machen wir in Glückstadt am nördlichen Steg längsseits fest. Heute bleibt definitiv unsere Kombüse kalt. Ich hatte kurzfristig nach einem freien Platz in der „Alten Mühle“ gefragt. Um 18:30 dürfen wir kommen. Das Lokal ist, eigentlich wie immer, wenn wir hier sind, gut besucht.

16.04.2022; Glückstadt – Marina Grünendeich

Wir wollen mit dem auflaufenden Wasser Richtung Hamburg. Um viertel nach 11 Uhr legen wir ab und steuern die südliche Spitze der Rhinplate an. Um 11:25 ist Niedrigwasser in Glückstadt. Also passieren wir die flache Stelle bei „Rhinplate Süd“ fast genau zu Niedrigwasser. Mit langsamer Fahrt nähern wir uns dem Flach. Wir haben teilweise nur 0,6 Meter unter dem Kiel, aber es passt!

Unter Motor geht es dann weiter auf die Elbe mit dem Ziel Grünendeich. Wir freuen uns, mal wieder einen für uns neuen Hafen anzulaufen. Das auflaufende Wasser beschert uns über 8 Knoten Fahrt über Grund. Gegen 13 Uhr erreichen wir die nord-westliche Spitze der Insel Lühesand. Das Anlegemanöver an dem 550 Meter langen Steg der „Marina Grünendeich“ gestaltet sich schwieriger als gedacht. Erst beim dritten Anlauf schaffe ich es, unsere Hanna neben dem Steg und einigermaßen parallel dazu, zum Stehen zu bekommen. Es herrscht starke Strömung, teilweise bis 4 Knoten, wie ein ortskundiger Segler meinte. Gegen das auflaufende Wasser anzulegen, war aufgrund des Ostwindes keine Option, da wir diesen dann auf das Cockpit stehen gehabt hätten. Zwei junge Segler steigen von ihrer X-482, um uns beim Anlegen zur Hand zu gehen. Auf meine Nachfrage hin erfahre ich, dass sie hier rückwärts gegen das auflaufende Wasser anlegen. Das ist mit unserem Schiff schwierig, da der Bug gerne unvorhergesehen ausbricht.

Am Nachmittag erkunden wir das Gelände. Da wir fast ganz am Ende des Steges festgemacht haben, haben wir ein Stück zu laufen. Noch ist hier viel Platz, die meisten Schiff stehen wohl noch an Land.

Ganz im Westen des Geländes finden wir ein kleines Fachwerkhaus, dass auf kleinen, gemauerten Fundamenten steht. Es ist sehr gediegen eingerichtet und erinnert an eine Art „Herrenzimmer“. Wir können vor Ort leider keine näheren Information über das niedliche Häuschen mit wunderbarem Blick auf die Elbe bekommen.

Mit dem Wetter haben wir wirklich Glück, auch wenn man sich vor dem kalten Ostwind Schutz suchen muss. Am frühen Abend können wir erstmals draußen in der Plicht sitzen und zu Abend essen – wunderbar!

Wir erleben sogar noch einen schönen Sonnenuntergang.

 

17.04.2022, Marina Grünendeich – SVE

Wir fahren heute schon wieder zum SVE, da wir mit der Familie Ostern feiern wollen. Um 7:45 starten wir den Motor und legen ab. Das Wasser läuft bereits seit fast drei Stunden ab. Wir umrunden die Insel Lühesand auf der Ostseite, da wir hier nicht Gefahr laufen, bei ablaufendem Wasser festzukommen. Die Elbe ist ruhig und absolut leer, wir scheinen zur Zeit die einzigen Seefahrer zu sein. Südlich Pagensand biegen wir in die Pagensander Nebenelbe ab. Hier wird es nochmal richtig flach, so dass wir uns langsam vortasten. Östlich von Pagensand wird es wieder etwas tiefer. Wir legen uns schließlich gegenüber vom „Grünen Mann“, östlich von Pagensand vor Anker. Um 14:11 starten wir schließlich den Motor und holen den Anker hoch. Erst um 17:37 ist Hochwasser in Elmshorn, wir sind sehr früh dran. Jedoch wollen wir mal sehen, wie weit wir kommen. Zu unserem Erstaunen schaffen wir es bis in den Hafen des SVE, wo wir um 14:32 eintreffen – also ca. 2 Stunden vor Hochwasser, dass gemäß BSH normal auflaufen soll. Wir machen den Motor erst einmal aus, da wir noch lange nicht auf unseren Platz fahren können. Um 16:33 schaffen wir es dann schließlich in unsere Box.

Das war ein schöner, wenn auch kurze Start in die Saison!

 

 

 

 

 

 




Arbeiten mit engem Zeitfenster

26.03.2022, SVE Elmshorn

Gegen 09:20 ist Hochwasser in Elmshorn. "Hochwasser" ist ein dehnbarer Begriff und heißt in diesem Fall, dass der max. Pegel ca.25 cm unterhalb des mittleren Hochwasser liegen wird. Das wird schon eng für uns zum Sippen. Außerdem wollen wir, wenn möglich, auch gleich den Mast stellen, da morgen noch weniger Wasser kommen soll, als heute. Während der Woche werden wir es nicht schaffen, den Mast zu stellen. Also versuchen wir es eben heute noch.

Im Schneckentempo geht es dann per Seilwinde abwärts und unsere bangen Blicke sind auf die Spundwand gerichtet, an der wir uns eine Marke gemerkt haben, ab der unsere Hanna vom Bootswagen aufschwimmt. Noch liegt der Pegel darunter! Der Slippwagen bewegt sich langsam aber sicher immer weiter runter und zu unserer Freude, fängt das Heck an aufzuschwimmen! Damit nicht genug, kurze Zeit später, schwimmt unser Schiff vollends! Große Freude! Jetzt müssen wir nur noch das Unmögliche möglich machen, und den Mast in Rekordzeit stellen. Wir arbeiten gegen die Zeit, denn das Hochwasser ist erreicht und das ablaufende Wasser setzt alsbald ein. Wir haben leider oft böse Überraschungen beim Mastsetzen erlebt, insbesondere dann, wenn man sich ganz sicher gewesen ist, dass alles perfekt vorbereitet ist! Heute kommen zwei Unsicherheitsfaktoren dazu: Neue Wantenspanner und neue Rollreffanlage - das kann eigentlich nur schiefgehen! Das scheint sich auch zunächst zu bestätigen, denn als der Mast am Kran über der Hanna schwebt, hat sich eine Leine derart mit der Rollreffanlage verheddert, dass ich mich frage wie sowas überhaupt geht! Außerdem ist eine Flaggenleine falsch von der Saling nach unten geführt. Ich bin die Ruhe selbst, mit anderen Worten: Ich drehe gleich durch!

Mit kontrollierter Hektik gelingt es mir dann, mit einer Hand den Mast haltend, die Leinen mit der anderen Hand klar zu bekommen. Wir können nun den Mast in den Mastfuß stellen und ich schlage die Rollreffanlage vorne am Bugbeschlag an. Dann kommen die Oberwanten dran und zu meiner großen Freude passt alles! Jetzt nur noch das Achterstag festmachen und wir können auf unseren Platz fahren. Wir schaffen es dann gerade noch mit ablaufendem Wasser, dort hin zu kommen - traumhaft!

Als ich dann später die Kabel am Mastfuß in die Stecke schraube, fällt mir auf, dass aus den Seildurchführungen des Mastes, Blätter und zerkleinerte Nussschalen rieseln. Ich kann es nicht fassen, dort haben sich offensichtlich Mäuse ein heimeliges Nest zum Zwecke der Überwinterung gebaut. Ich demontiere die steuerbordseitigen Rollen. Und, tatsächlich, der Mastfuß ist bestimmt 10 cm gefüllt. Dort ein Nest einzurichten ist die eine Sache. Aber was ist mit den im Mast verlaufenden Kabeln: Stellen diese ein Objekt der Begierde für die Mäuse dar? Der Mast liegt ja horizontal im Mastenlager, so dass sich die Nager von der Mastspitze bis zum Mastfuß austoben können. Wir können leider an dieser Stelle Nichts weiter tun als zu versuchen, das Nest durch die kleinen Öffnungen der Seildurchführungen herauszuholen und zu hoffen, dass die Kabel nicht angefressen sind. Ein glücklicher Umstand kommt allergings noch dazu: Der Mast lag im Mastenlager auf seiner Backbordseite, während die Kabel auf der Steuerbordseite verlegt sind und damit im Mastenlager oben lagen. Vielleicht hat uns das gerettet, wir werden es sehen.

Jetzt sind wir erst einmal froh, dass wir es überhaupt geschafft haben, noch den Mast zu stellen. Ein erster Technik-Check verläuft, bis auf das Dampferlicht, positiv. Das Problem hatten wir in den vorherigen Saisons auch schon. Irgendwo ist möglicherweis ein zu hoher Widerstand, der evtl. im Bereich des Mastes (innen) liegt. Die Stecker hatte ich früher schon kontrolliert. Im Laufe der Saison haben es die Elektronen dann irgendwann geschafft, den Widerstand zu überwinden und das Dampferlicht zum Leuchten zu bringen. Wir hoffen, dass es dieses Jahr auch so kommt!

Noch sind wir die Einzigen im Hafen mit gestelltem Mast (Suchbild). Aber der Slippbetrieb wird weiter gehen, und der Hafen füllt sich wieder - ein schöne Vorstellung!

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Wir sind am drannsten!

24.03.2022, Bootshalle im SVE

Diesen Winter haben wir etwas größere Projekte in Angriff genommen: Das aufwendigste davon war sicher unser Unterwasserschiff! Mehrere Lagen Antifouling und sämtliche Lagen mit Primer wurden abgezogen. Die anschließende Begutachtung des Unterwasserschiffes auf Feuchtigkeit und Osmose ergab keine nennenswerten Auffälligkeiten. Etwas höhere Feuchtigkeits-Werte wurden am unteren Balken, auf dem das Ruder gelagert ist, festgestellt. Das ist aber laut unserem Schiffbauer des Vertrauens "altersgerecht". In einem Telefonat mit Peter Horn (Baunummer 2 - "Thekla") erfuhr ich außerdem, dass diese Balken damals aus GFK gefertigt wurden. Die Form dafür wurde zusammen mit der Form des Rumpfes mitgegeben. Also ist es wahrscheinlich, dass unser Balken auch aus diesem Material ist.

Ein weiteres Projekt waren neue Wantenspanner. Ja, das kann man tatsächlich als "Projekt" bezeichnen, denn es gibt sehr unterschiedliche Ausführungen und Hersteller mit diversen, von einander abweichenden Maßen - z. B. bezüglich der Bolzendurchmesser oder der Weite der Gabel. Die Weite der Gabel hat nennswerten Einfluss auf das im Bolzen entstehende Biegemoment. Man kann sich den unteren Bolzen als Biegeblaken vorstellen, der an den Flanken der Gabel des Wantenspanners gelagert ist. In der Mitte der Gabel wird durch die Büttinge eine Zugkraft als Reaktionskraft (aktio gleich reaktio) eingeleitet.  Je weiter die Gabel ist, also je mehr Spiel jeweils zwischen den Flanken der Wantenspanner und des Püttings entsteht (bei unseren neuen Spannern ist das 3 mm), desto viel mehr größer wird das Biegemoment im Bolzen. Ich habe versucht das Ganze rechnerisch anzunähern und ein geometrisches Modell eines krängenden Schiffes erstellt. Die Betrachtungen sind natürlich rein statisch. Was an dynamischen Lasten noch dazukommt, kann ich nicht abschätzen, aber sie können sehr hoch sein. Ich will mich nicht in weiteren Details verlieren - Mein Fazit lautet: Die rein statischen Kräfte, die durch das aufrichtende Moment, durch das Gewicht des Mastes und durch die Vorspannung des Riggs entstehen, sind wirklich groß. Wichtig sind mir nicht die Absolutwerte der Berechnung, sondern der Vergleich der Beanspruchung des Bolzen der alten Wantenspanner zu den neuen. Dieser Vergleich ergab, dass die neuen Wantenspanner geringfügig weniger ausgelastet sind, als die alten Wantenspanner - das reicht mir!

In Anbetracht der hohen Lasten lohnt sich jedenfalls, bei der Auswahl der Wantenspanner ein besonderes Augenmerk auf die Maße der Gabel und den Durchmesser des Bolzen zu richten.

Ein weiters Projekt war die Anschaffung einer neuen Rollreffanlage, da unsere alte in die Jahre gekommen war und unser Vertrauen in den Rod im Bereich des oberen Anschlagpunktes der Rolreffanlage geschwunden war. Dort hatte sich mehrmals das Fockfall, das bei unserer Hanna ein Stahlseil ist, herumgewickelt, da uns der Umlenkblock am Mast, der für den notwendigen Winkel zwischen Vorstag und Fockfalls sorgt, abhanden gekommen war. Die Dringlichkeit für die Anschaffung ist mir komischerweise erst Anfang diesen Jahres so richtig klar geworden. So kam es erst sehr spät zur Bestellung der Rollreffanlage. Aber, Fa. Bohn Segel macht das Unmögliche möglich: Pünktlich zum Slippen wurde unsere Rollreffanlage angeliefert - ein Traum!

Nicole war in diesem Winter auch wieder unglaublich fleißig. Das Ergebnis der Schleif-, Lackier- und Polierarbeiten lässt unsere alte Dame in einem wunderschönen Glanz erstrahlen - wirklich unglaublich schön!

Nun steht, außer vielleicht zu wenig Wasser in der Krückau, einem Abslippen unseres Schiffes Nichts mehr im Wege. Am 26.03.2022 unternehmen wir den ersten Versuch!

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Auf ins Winterlager 2021

16.10.2021, SVE

Es hilft nichts, die Saison ist zu Ende! Tage zuvor hatten wir bereits die Segel abgeschlagen. Dabei hatten wir das "Glück", einen kräftigen Regenschauer abzubekommen, so dass wir unser Großsegel nass zusammenpacken mussten. Das Handling zu Hause ist mit so einem großen Tuch sehr umständlich. Wir hatten es zum Trocknen auf dem Dachboden aufgehängt - Arbeit, auf die man gerne verzichten könnte!

Wir sind rechtzeitig am Vormittag beim Schiff und wir bereiten alles fürs Mastlegen vor. Schließlich steht der Mast mit gelockerten Wanten uns Stagen, Alles Andere ist abmontiert.

Bevor wir zum Mastenkran fahren, sind wir tatkräftig und helfen beim laufenden Slipbetrieb. Alles läuft Hand in Hand und die Arbeit macht richtig Spaß. Auch als wir dran sind, werden wir mit keinerlei unvorhersehbaren Vorkommnissen konfrontiert. Wir nutzen wieder auf dem Weg zum Kran die Gelegenheit, auf der Krückau das Schwert hoch und runter zu fahren, um den Schlick aus dem Schwertkasten zu bekommen - wir haben dazugelernt!

Es ist aber jedes Jahr wieder spannend, wie das Unterwasserschiff nach der Saison aussieht. Wir hatten schon Alles: Von zahlreichen Pocken, bis hin zu unfassbarem Muschelbewuchs. Dieses Jahr präsentiert sich unser Unterwasserschiff allerdings ungewohnt sauber! Sollte die Kran-Aktion bei Marina Schrader im Juni (http://www.delphin-66.de/wordpress/krantermin-bei-der-schrader-marina/) etwas was gebracht haben?

Ein Segelkamerad meint sogar, dass wir im nächsten Jahr wieder genau so ins Wasser können. Da hätte ich ehrlich gesagt nichts gegen, aber ich befürchte, da macht Nicole nicht mit!

Dank der großen Hilfsbereitschaft im Verein ist unser Schiff dann schnell in den Zustand versetzt, dass wir es mit dem Trecker in die Halle schieben können.

Wir haben uns vorgenommen, bald mit den anstehenden Arbeiten zu beginnen. Hoffen wir, dass es eine kurze Wintersaison wird!

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Die „Grüner Mann Regatta“

24.09.2021, SVE - Ankern vor Pagensand

Morgen findet unsere jährliche Vereinsregatta statt. Das Hochwasser in Elmshorn läuft um 19 Uhr auf, so dass wir gegen 17:15 im SVE ablegen. Wir sind offensichtlich die Einzigen aus unserem Verein, die heute schon losfahren. Es ist bedeckt, aber noch recht mild. Nach einer Stunde auf der Krückau erreichen wir das Krückausperrwerk. Hinter dem "Grünen Mann" biegen wir nach links ab und steuern einen Ankerlatz auf der östlichen Seiten von Pagensand, eben südlich des mittlerweile nicht mehr von Freizeitskippern nutzbaren Anlegers an.

25.09.2021, Ankern vor Pagensand- SVE

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker, können wir am frühen Morgen bei diesigem Wetter die ersten Regattateilnehmer aus der Krückaumündung kommen sehen. Da der Start der Regatta erst ab 11 Uhr vorgesehen ist, legen sich Alle Teilnehmer unweit von uns ebenfalls vor Anker. Nach dem Frühstück treffen wir erste Vorbereitungen. Der Aufwand dafür hält sich bei unserem Schiff jedoch stark in Grenzen, denn viel haben wir nicht, was der Vorbereitung bedürfte. So haben wir zum Beispiel nur ein Vorsegel, das wir sowohl bei leichtem als auch bei stärkerem Wind in Ermangelung einer Alternative fahren.

Zu Begin der Regatta ist noch ausreichend Wind, so dass wir mit unserer Segelfläche noch ganz gut mithalten können. Hin und wieder wird es zwischen den Booten ziemlich eng. Im späteren Verlauf der Regatta nimmt der Wind  deutlich  ab und gerade bei Kursen mit achterlichem Wind sind baugleiche Schiffe schneller doch etwas schneller als wir. Wir denken nun ernsthaft darüber nach, die "Allwetterfock" in geraumer Zukunft gegen eine Arbeitsfock und eine große Genau zu tauschen. Vielleicht kommt sogar eine Selbstwendefock mit einer Selbstwendeschiene in Betracht, mal sehen ...

Gegen Ende der Regatta wird es dann noch einmal brenzlig für uns. Wir versuchen bei auflaufendem Wasser und westlichem Wind elbabwärtssegelnd ordentlich Höhe zu knüppeln. Wir haben die rote Tonne PN4 kurz vor uns auf der Luvseite - in diesem Fall unsere Backborseite. Wir sind uns unschlüssig, ob wir vorher noch wenden sollten, denn dahinter kann es eng werden und bei dem derzeitigen niedrigen Wasserstand haben wir nicht viel Platz zum Ufer, zumal hier auch noch Bunen (Steinwall) in die Elbe hineinragen. Uns reitet der Teufel und wir entschließen uns, den Schlag auf Steuerbordbug bis zum Ende auszureizen. Das war jedoch leider die falsche Entscheidung, denn der Tiefenmesser zählt in Windeseile von ca. 3 Meter Wassertiefe auf unter 1,5 Meter hinunter. Sollte unser Kiel den Grund berühren, würden wir die zum Durchführen einer Wende erforderliche Geschwindigkeit verlieren und den Bug nicht durch den Wind bekommen. Wir leiten kurz hinter der roten Tonne PN4 schließlich die Wende ein. Erwartungsgemäß vertreiben wir dabei stark mit dem ablaufenden Wasser und kommen der roten Tonne GN4 gefährlich nahe. Ich starte unvermittelt den Motor, um die Wende zu beschleunigen. Zu allem Überfluss hatte sich kurz vorher noch eine Jolle an der Tonne festgemacht. Der junge Segler wird der sich anbahnenden Kollision bewusst und zieht sich schnell an der Vorleine dichter an die Tonne. Noch bevor ich den Gang einlegen kann, schafft Nicole es gerade noch, den Bug herum zu bekommen. Das war schon ziemlich eng!

Da wir den Motor gestartet haben, sind wir von der Regatta disqualifiziert. Die Regattaleitung lässt uns aber weiterfahren - das finden wir sehr nett (wir hatten den Motor nur im Leerlauf)!

Mit dem auflaufenden Abendhochwasser geht es dann gemeinsam zurück zum SVE. Unser Festausschuss hat hier eine unserer Hallen festlich geschmücktt. Nicole bereitet noch während der Fahrt auf der Krückau einen Pasta-Salat für das Büffet vor. Es wird ein geselliger Abend mit unseren Vereinskameraden.

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Einmal nach Stade

18.09.2021, SVE - Stade

Es ist schon länger her, dass wir in Stade waren. Die Tide läuft recht günstig: Gegen 15 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn und wir könnten ungefähr eine Stunde vorher, also gegen 14 Uhr, vom Platz kommen. Am späten Vormittag regnet es jedoch zunächst, so dass wir in Ermangelung an Motivation noch lange zögern, bis wir von zu Hause aufbrechen. Bei Regen haben wir heute einfach keine Lust, Stunden an der Pinne zu stehen, denn die gesamt Strecke müssen wir motoren! Erst gegen 13:15 hört es dann auf zu regnen und wir entschließen uns, noch loszufahren. Kurz nach 13:30 sind wir am Hafen. Wir bergen zunächst das Schlauchboot und das SUP von Bord und lassen bei beiden die Luft raus. Wir haben nicht die Erwartung, dass wir die beiden Spaßgeräte dieses Jahr noch zum Einsatz bringen.

Um kurz vor 14 Uhr legen wir dann ab. Die Fahrt durch die Krückau, über die Elbe und in die Schwinge verläuft äußerst unspektakulär. Das Wetter lässt sich am Besten mit dem Begriff "Einheitsgrau" beschreiben. Aber es ist nicht sonderlich kalt. Entgegen unserer Erwartung, ist der Hafen in Stade ziemlich voll. Das liegt wohl daran, dass zur Zeit das "Stader Craft Beer & Gourmet-Festival" statt findet. Wir legen uns ins Päckchen und genießen die Atmosphäre im Hafen. Auf dem Museumsschiff "Greundiek" findet zudem eine Hochzeit statt.

Abends gehen wir in die Altstadt und setzen uns zum Essen in den Außenbereich des LiLA’S Bistro - Restaurant". Wir haben einen tollen Blick auf die historische Altstadt sowie den alten Hansehafen von Stade. Allerdings wird es recht bald kühl, so dass wir uns mit Wolldecken einhüllen.

19.09.2021, Stade - SVE

Heute Morgen ist es ziemlich frisch unter Deck, so dass wir unsere Gasheizung anschmeißen. Heute werden wir erst gegen Mittag auslaufen können. Niedrigwasser in Stade ist gegen 10:30, wir lassen es ruhig angehen. Nach dem Frühstück gehe ich mit Nicole einmal um den Hafen bis zum nördlichen Ufer. Dort wo früher ein Bäcker war, ist jetzt ein Cafe mit dem Namen "Velero". Dort gibt es einen schönen Außenbereich mit schönem Blick auf den Hafen (siehe Foto). Einige Gäste genehmigen sich ein Frühstück - kann man machen!

Als wir zurück an Bord sind und gerade eine angeregte Unterhaltung mit unserem Liegeplatznachbarn führen, hören wir von der anderen Seite des Hafens, (genau von dort, wo ich gerade mit Nicole war und wir den Blick auf den Hafen genossen hatten) ein lautes Knallen, Knirschen und Knacken - und zwar genau in dieser Reihenfolge! Direkt beim besagten Cafe "Velero" führt ein Zebrastreifen über die "Hansestraße". Wir sehen dort ein Auto auf dem Zebrastreifen stehen und Passanten, die hektisch dort hin laufen. Was für eine Tragöde: Es wurde offensichtlich ein Fahrradfahrer von einem Auto erfasst - anscheinend wohl fast ungebremst - schrecklich! Es dauert nur wenige Minuten, bis der erste Rettungswagen eintrifft. Dieses Ereignis drückt nachvollziehbarerweise auf unsere Stimmung. Uns beschleicht ein mulmiges Gefühl, da wir uns gerade zuvor dort aufgehalten hatten.

Um viertel nach 12 Uhr ist das Wasser dann soweit aufgelaufen, dass können wir in Stade ablegen können. Gegen 15 Uhr sind wir dann in unserem Heimathafen. Hier werden bereits die ersten Schiffe hochgeslipt - ein sicheres Zeichen, dass sich die Saison dem Ende entgegen neigt.

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Rückführung 2021 – Teil 2

10.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg)

Segensreicherweise sind die Streiks der GDL derzeit ausgesetzt, so dass wir mit vertretbarem Aufwand und wenigen Minuten Verspätung mit der Bahn nach Rendsburg kommen. Den Tag über hat es ordentlich geregnet, als wir jedoch an Bord unserer Hanna steigen, scheint die Sonne, wunderschön!

Wir haben uns angesichts der fortgeschrittenen Zeit dazu entschlossen, heute nicht mehr abzulegen, sondern uns einen Burger und ein schönes kühles Getränk im "Riverside" zu gönnen. Das Restaurant mit schönem Außenbereich befindet sich direkt am Hafen des Regatta-Vereins Rendsburg. Wir bekommen sogar noch einen Tisch auf dem Schwimmponton, mit Blick auf den Hafen und auf unser Schiff, angeleuchtet von der Abendsonne - traumhaft!

11.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg) - Motor- u. Yachtclub Stade

Heute heißt es früh aufstehen, denn wir wollen heute noch bis in die Schwinge zum Motor- und Yachtclub Stade, wo heute das "Absegeln" unseres Vereines stattfindet. Beim Verlassen des Hafens sehen wir die neue Schwebefähre für die Kanalquerung an der Eisenbahnhochbrücke, die vor wenigen Tagen hier angekommen war. Die alte Schwebefähre war 2016 bei einer Kollision mit einem vorbeifahrenden Seeschiff zu Schaden gekommen und war nicht mehr, aus wirtschaftlicher Sicht, zu reparieren.  Am frühen Nachmittag erreichen wir die Schleuse in Brunsbüttel, wo wir nach kurzer Wartezeit in die Schleuse hineinfahren können. In dieser bleiben wir beim Schleusen alleine. In der großen Kammer verliert sich unser Schiff optisch.

Auf der Elbe prasseln dann heftige Schauer auf uns nieder. Die Offshore-Kleidung hält dieser Beaufschlagung auf Dauer nicht Stand. Aber ein Regenschirm verhindert ein völliges Durchnässen. Glücklicherweise können wir dann ohne Regen im MYC Stade festmachen.

Zu der Veranstaltung des SVE haben sich tatsächlich viele Mitglieder mit ihren Booten eingefunden. Die mit Lichterketten geschmückten Schiffe erzeugen eine festliche Atmosphäre im Hafen. Nach einem feucht-fröhlichen Abend kommen wir erst weit nach Mitternacht in die Koje.

12.09.2021, Motor- u. Yachtclub Stade - SVE

Die Nacht war der blanke Horror, da sich bei mir wieder einmal unerträgliche Zahnschmerzen einstellten - anscheinend habe ich hier gerade einen Lauf. Leider halfen auch keine Schmerzmittel. Nicole findet einen zahnärztlichen Notdienst in Stade, den ich, anstatt an dem gemeinsamen Frühstück teilzunehmen, in Anspruch nehme. Ich bekomme beim MYC ein Fahrrad geliehen, mit dem ich mich am Vormittag auf den Weg zur Zahnarztpraxis in der Altstadt von Stade auf den Weg mache. An dieser Stelle nochmal meinen herzlichen Dank an den MYC für diesen tollen Service (das Fahrrad war in einem Topzustand).

Mit dem Abendhochwasser erreichen wir dann unseren Heimathafen in Elmshorn. Ein gutes Gefühl, unser Schiff wieder im Heimathafen zu haben.

Sommerurlaub 2021 – Die Vernunft siegt!

22.07.2021, Svendborg – Ankern vor Ærøskøbing

Nach einem tollen und schmerzfreien Abend, den wir gestern in Svendborg verbringen durften, wache ich heute ohne Zahnschmerzen auf, wunderbar! Gute Laune ist vorprogrammiert! Die brauche ich allerdings auch, denn wir werden die ursprünglich geplanten vier Wochen Urlaub auf drei verkürzen – ein Luxusproblem, das ist schon klar!

Bevor wir Svendborg verlassen, will ich mich meiner geliebten Ehefrau unbedingt noch erkenntlich zeigen. Sie muss viel mitmachen und oft genug auch mal für einen Scherz auf ihre Kosten herhalten. Ich versuche das Ablegen noch künstlich etwas heraus zu zögern, da die Blumengeschäfte, die ich "ergoogelt" hatte, erst um 9:30 Uhr aufmachen. Unter dem Vorwand Brötchen holen zu wollen, laufe ich durch die noch leeren Einkaufsstraßen zu dem am nächst gelegenen Blumengeschäft. Das hat dann aber leider ausgerechnet heute zu. Das stand aber anders im Internet! Das nächste öffnet erst um 10 Uhr. Ok, dann halt zu Kvickly, besser als keine Blumen! Dort bekomme ich sogar Rosen und kann auch gleich Brötchen mitbringen, top!

Wir wollen erst einmal ablegen und dann unterwegs frühstücken, das spart Zeit. Die Leinen zum Anbinden unseres Schiffes waren völlig überflüssig, denn unsere Hanna ist zwischen den Nachbarschiffen eingequetscht. Beim Ablegen müssen wir an beiden Seiten unser Schiff freidrücken. Der Hafen ist soll voll, dass wirklich die kleinste Lücke genutzt wird. Als wir den Hafen verlassen und rechts rum zur Brücke abbiegen, kommt uns tatsächlich „Delle“ noch einmal zum Abschied entgegen.

Vor Ærøskøbing kommen uns die „Liekedeeler“ (Baunummer 3) und die „Magellan“ (Stahldelphin) entgegen. Zwei wunderschöne Schiffe die für Liebhaber von Klassikern eine Augenweide darstellen. Leider verpassen wir uns um einen Tag. Wir gehen eben südlich von Ærøskøbing vor Anker. Dort hatten die beiden Delphine auch gelegen.

Wir genießen die Zeit in Ærøskøbing. Es gibt dort entzückende kleine Straßen mit niedlichen kleinen Geschäften, Cafes und Restaurants. Am Hafen liegt die „Havet“, ein Traditionssegler aus Assens. Dort nehmen wir einen kleinen Kaffee ein, herrlich.

 22.07.2021, Ankern vor Ærøskøbing – Ankern im Revkrog bei Ærøskøbing

Wir bleiben bis heute Abend hier vor Anker und erkunden Ærøskøbing. Wir waren schon häufiger hier und sind jedes Mal wieder entzückt von dieser kleinen dänischen Stadt. Der einzige Supermarkt am Hafen ist jedoch dem Ansturm der zahlreichen Freizeitskipper sowie der den Tagestouristen, die mit der Fähre anreisen nicht immer gewachsen ist.  Es lohnt sich, auch einmal die etwas abseits von den bekannten und viel frequentierten Straßen abzulaufen. Sehr beeindruckt bin ich von diesen Miniaturdampfern, die einen absolut funktionsfähigen Eindruck machen!

Da der Wind auf Ost drehen soll, verholen wir uns Abends in die Ankerbucht auf der anderen Seite der Landzunge, westlich von Ærøskøbing. Dort liegen bereits einige Schiffe vor Anker. Wir erleben einen sagenhaften Sonnenuntergang! Natürlich schwingt auch eine Partie Wehmut aufgrund des nahenden Ende unseres Urlaubs mit. In die dänische Südsee werden wir aller Voraussicht nach erst wieder im nächsten Jahr kommen.

23.07.2021, Ankern im Revkrog bei Ærøskøbing – Marina Minde

Heute ist es endgültig, die Vernunft siegt über die Sehnsucht nach Wasser, Wind, Strand und lauen Sommernächten vor Anker. Wir machen einen großen Schlag bis nach Marina Minde. Die größte Strecke davon segeln wir, was auf Grund des wenigen Windes zum Teil eine echte Geduldsprobe darstellt. Bevor wir weiter in die Flensburger Förde hinein segeln, legen wir uns für einen kurzen Badestopp vor der Südküste von Kegnaes vor Anker. Bei Ilerstrand (eben südöstlich von Marina Minde) gehen wir dann bei Freunden, die hier mit ihrer Bianca 27 vor Anker liegen, längsseits. Abends verholen wir uns dann aber noch gemeinsam nach Marina Minde. Unsere Freunde versüßen uns den letzten Abend unseres Urlaubs. Es wird eine heitere und feuchtfröhliche Nacht bei sehr angenehmen Temperaturen, auch noch um Mitternacht.

24.07.2021, Marina Minde

Wir haben uns entschlossen, unser Schiff den August über hier in Marina Minde zu lassen. Wir hoffen dabei auf ein paar schöne Wochenenden. Und tatsächlich sind wir dieses Jahr nicht die Einzigen aus unserm Verein, die ihr Schiff hier liegen haben.

Dennoch fällt uns der Abschied schwer, denn der Alltag wird uns schnell wieder haben.