Die „Grüner Mann Regatta“

24.09.2021, SVE - Ankern vor Pagensand

Morgen findet unsere jährliche Vereinsregatta statt. Das Hochwasser in Elmshorn läuft um 19 Uhr auf, so dass wir gegen 17:15 im SVE ablegen. Wir sind offensichtlich die Einzigen aus unserem Verein, die heute schon losfahren. Es ist bedeckt, aber noch recht mild. Nach einer Stunde auf der Krückau erreichen wir das Krückausperrwerk. Hinter dem "Grünen Mann" biegen wir nach links ab und steuern einen Ankerlatz auf der östlichen Seiten von Pagensand, eben südlich des mittlerweile nicht mehr von Freizeitskippern nutzbaren Anlegers an.

25.09.2021, Ankern vor Pagensand- SVE

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker, können wir am frühen Morgen bei diesigem Wetter die ersten Regattateilnehmer aus der Krückaumündung kommen sehen. Da der Start der Regatta erst ab 11 Uhr vorgesehen ist, legen sich Alle Teilnehmer unweit von uns ebenfalls vor Anker. Nach dem Frühstück treffen wir erste Vorbereitungen. Der Aufwand dafür hält sich bei unserem Schiff jedoch stark in Grenzen, denn viel haben wir nicht, was der Vorbereitung bedürfte. So haben wir zum Beispiel nur ein Vorsegel, das wir sowohl bei leichtem als auch bei stärkerem Wind in Ermangelung einer Alternative fahren.

Zu Begin der Regatta ist noch ausreichend Wind, so dass wir mit unserer Segelfläche noch ganz gut mithalten können. Hin und wieder wird es zwischen den Booten ziemlich eng. Im späteren Verlauf der Regatta nimmt der Wind  deutlich  ab und gerade bei Kursen mit achterlichem Wind sind baugleiche Schiffe schneller doch etwas schneller als wir. Wir denken nun ernsthaft darüber nach, die "Allwetterfock" in geraumer Zukunft gegen eine Arbeitsfock und eine große Genau zu tauschen. Vielleicht kommt sogar eine Selbstwendefock mit einer Selbstwendeschiene in Betracht, mal sehen ...

Gegen Ende der Regatta wird es dann noch einmal brenzlig für uns. Wir versuchen bei auflaufendem Wasser und westlichem Wind elbabwärtssegelnd ordentlich Höhe zu knüppeln. Wir haben die rote Tonne PN4 kurz vor uns auf der Luvseite - in diesem Fall unsere Backborseite. Wir sind uns unschlüssig, ob wir vorher noch wenden sollten, denn dahinter kann es eng werden und bei dem derzeitigen niedrigen Wasserstand haben wir nicht viel Platz zum Ufer, zumal hier auch noch Bunen (Steinwall) in die Elbe hineinragen. Uns reitet der Teufel und wir entschließen uns, den Schlag auf Steuerbordbug bis zum Ende auszureizen. Das war jedoch leider die falsche Entscheidung, denn der Tiefenmesser zählt in Windeseile von ca. 3 Meter Wassertiefe auf unter 1,5 Meter hinunter. Sollte unser Kiel den Grund berühren, würden wir die zum Durchführen einer Wende erforderliche Geschwindigkeit verlieren und den Bug nicht durch den Wind bekommen. Wir leiten kurz hinter der roten Tonne PN4 schließlich die Wende ein. Erwartungsgemäß vertreiben wir dabei stark mit dem ablaufenden Wasser und kommen der roten Tonne GN4 gefährlich nahe. Ich starte unvermittelt den Motor, um die Wende zu beschleunigen. Zu allem Überfluss hatte sich kurz vorher noch eine Jolle an der Tonne festgemacht. Der junge Segler wird der sich anbahnenden Kollision bewusst und zieht sich schnell an der Vorleine dichter an die Tonne. Noch bevor ich den Gang einlegen kann, schafft Nicole es gerade noch, den Bug herum zu bekommen. Das war schon ziemlich eng!

Da wir den Motor gestartet haben, sind wir von der Regatta disqualifiziert. Die Regattaleitung lässt uns aber weiterfahren - das finden wir sehr nett (wir hatten den Motor nur im Leerlauf)!

Mit dem auflaufenden Abendhochwasser geht es dann gemeinsam zurück zum SVE. Unser Festausschuss hat hier eine unserer Hallen festlich geschmücktt. Nicole bereitet noch während der Fahrt auf der Krückau einen Pasta-Salat für das Büffet vor. Es wird ein geselliger Abend mit unseren Vereinskameraden.

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Einmal nach Stade

18.09.2021, SVE - Stade

Es ist schon länger her, dass wir in Stade waren. Die Tide läuft recht günstig: Gegen 15 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn und wir könnten ungefähr eine Stunde vorher, also gegen 14 Uhr, vom Platz kommen. Am späten Vormittag regnet es jedoch zunächst, so dass wir in Ermangelung an Motivation noch lange zögern, bis wir von zu Hause aufbrechen. Bei Regen haben wir heute einfach keine Lust, Stunden an der Pinne zu stehen, denn die gesamt Strecke müssen wir motoren! Erst gegen 13:15 hört es dann auf zu regnen und wir entschließen uns, noch loszufahren. Kurz nach 13:30 sind wir am Hafen. Wir bergen zunächst das Schlauchboot und das SUP von Bord und lassen bei beiden die Luft raus. Wir haben nicht die Erwartung, dass wir die beiden Spaßgeräte dieses Jahr noch zum Einsatz bringen.

Um kurz vor 14 Uhr legen wir dann ab. Die Fahrt durch die Krückau, über die Elbe und in die Schwinge verläuft äußerst unspektakulär. Das Wetter lässt sich am Besten mit dem Begriff "Einheitsgrau" beschreiben. Aber es ist nicht sonderlich kalt. Entgegen unserer Erwartung, ist der Hafen in Stade ziemlich voll. Das liegt wohl daran, dass zur Zeit das "Stader Craft Beer & Gourmet-Festival" statt findet. Wir legen uns ins Päckchen und genießen die Atmosphäre im Hafen. Auf dem Museumsschiff "Greundiek" findet zudem eine Hochzeit statt.

Abends gehen wir in die Altstadt und setzen uns zum Essen in den Außenbereich des LiLA’S Bistro - Restaurant". Wir haben einen tollen Blick auf die historische Altstadt sowie den alten Hansehafen von Stade. Allerdings wird es recht bald kühl, so dass wir uns mit Wolldecken einhüllen.

19.09.2021, Stade - SVE

Heute Morgen ist es ziemlich frisch unter Deck, so dass wir unsere Gasheizung anschmeißen. Heute werden wir erst gegen Mittag auslaufen können. Niedrigwasser in Stade ist gegen 10:30, wir lassen es ruhig angehen. Nach dem Frühstück gehe ich mit Nicole einmal um den Hafen bis zum nördlichen Ufer. Dort wo früher ein Bäcker war, ist jetzt ein Cafe mit dem Namen "Velero". Dort gibt es einen schönen Außenbereich mit schönem Blick auf den Hafen (siehe Foto). Einige Gäste genehmigen sich ein Frühstück - kann man machen!

Als wir zurück an Bord sind und gerade eine angeregte Unterhaltung mit unserem Liegeplatznachbarn führen, hören wir von der anderen Seite des Hafens, (genau von dort, wo ich gerade mit Nicole war und wir den Blick auf den Hafen genossen hatten) ein lautes Knallen, Knirschen und Knacken - und zwar genau in dieser Reihenfolge! Direkt beim besagten Cafe "Velero" führt ein Zebrastreifen über die "Hansestraße". Wir sehen dort ein Auto auf dem Zebrastreifen stehen und Passanten, die hektisch dort hin laufen. Was für eine Tragöde: Es wurde offensichtlich ein Fahrradfahrer von einem Auto erfasst - anscheinend wohl fast ungebremst - schrecklich! Es dauert nur wenige Minuten, bis der erste Rettungswagen eintrifft. Dieses Ereignis drückt nachvollziehbarerweise auf unsere Stimmung. Uns beschleicht ein mulmiges Gefühl, da wir uns gerade zuvor dort aufgehalten hatten.

Um viertel nach 12 Uhr ist das Wasser dann soweit aufgelaufen, dass können wir in Stade ablegen können. Gegen 15 Uhr sind wir dann in unserem Heimathafen. Hier werden bereits die ersten Schiffe hochgeslipt - ein sicheres Zeichen, dass sich die Saison dem Ende entgegen neigt.

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Rückführung 2021 – Teil 2

10.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg)

Segensreicherweise sind die Streiks der GDL derzeit ausgesetzt, so dass wir mit vertretbarem Aufwand und wenigen Minuten Verspätung mit der Bahn nach Rendsburg kommen. Den Tag über hat es ordentlich geregnet, als wir jedoch an Bord unserer Hanna steigen, scheint die Sonne, wunderschön!

Wir haben uns angesichts der fortgeschrittenen Zeit dazu entschlossen, heute nicht mehr abzulegen, sondern uns einen Burger und ein schönes kühles Getränk im "Riverside" zu gönnen. Das Restaurant mit schönem Außenbereich befindet sich direkt am Hafen des Regatta-Vereins Rendsburg. Wir bekommen sogar noch einen Tisch auf dem Schwimmponton, mit Blick auf den Hafen und auf unser Schiff, angeleuchtet von der Abendsonne - traumhaft!

11.09.2021, Stadthafen Rendsburg (Regatta-Verein Rendsburg) - Motor- u. Yachtclub Stade

Heute heißt es früh aufstehen, denn wir wollen heute noch bis in die Schwinge zum Motor- und Yachtclub Stade, wo heute das "Absegeln" unseres Vereines stattfindet. Beim Verlassen des Hafens sehen wir die neue Schwebefähre für die Kanalquerung an der Eisenbahnhochbrücke, die vor wenigen Tagen hier angekommen war. Die alte Schwebefähre war 2016 bei einer Kollision mit einem vorbeifahrenden Seeschiff zu Schaden gekommen und war nicht mehr, aus wirtschaftlicher Sicht, zu reparieren.  Am frühen Nachmittag erreichen wir die Schleuse in Brunsbüttel, wo wir nach kurzer Wartezeit in die Schleuse hineinfahren können. In dieser bleiben wir beim Schleusen alleine. In der großen Kammer verliert sich unser Schiff optisch.

Auf der Elbe prasseln dann heftige Schauer auf uns nieder. Die Offshore-Kleidung hält dieser Beaufschlagung auf Dauer nicht Stand. Aber ein Regenschirm verhindert ein völliges Durchnässen. Glücklicherweise können wir dann ohne Regen im MYC Stade festmachen.

Zu der Veranstaltung des SVE haben sich tatsächlich viele Mitglieder mit ihren Booten eingefunden. Die mit Lichterketten geschmückten Schiffe erzeugen eine festliche Atmosphäre im Hafen. Nach einem feucht-fröhlichen Abend kommen wir erst weit nach Mitternacht in die Koje.

12.09.2021, Motor- u. Yachtclub Stade - SVE

Die Nacht war der blanke Horror, da sich bei mir wieder einmal unerträgliche Zahnschmerzen einstellten - anscheinend habe ich hier gerade einen Lauf. Leider halfen auch keine Schmerzmittel. Nicole findet einen zahnärztlichen Notdienst in Stade, den ich, anstatt an dem gemeinsamen Frühstück teilzunehmen, in Anspruch nehme. Ich bekomme beim MYC ein Fahrrad geliehen, mit dem ich mich am Vormittag auf den Weg zur Zahnarztpraxis in der Altstadt von Stade auf den Weg mache. An dieser Stelle nochmal meinen herzlichen Dank an den MYC für diesen tollen Service (das Fahrrad war in einem Topzustand).

Mit dem Abendhochwasser erreichen wir dann unseren Heimathafen in Elmshorn. Ein gutes Gefühl, unser Schiff wieder im Heimathafen zu haben.