02.08.2026, Svendborg Lystbådehavn - Ærøskøbing
Nun beginnt auch schon die letzte Etappe unseres Sommerurlaubes 2026. Zu allem Überfluss ist leider erneut viel Wind zum Ende unseres Urlaubes vorhergesagt, so dass wir zum kommenden Wochenende hin auf ein Zeitfenster mit annehmbaren Windverhältnissen hoffen, um über den "großen Teich" in die Flensburger Förde zu kommen.
Allerdings wollen wir vorher unbedingt noch nach Ærøskøbing auf der Insel Ærø, das gehört einfach dazu. Außerdem kommen wir von dort aus, bei den vorhergesagten südlichen Winden, gut weiter Richtung Westen.
Bevor wir nun heute Morgen den schönen Lystbådehavn von Svendborg verlassen, machen wir noch kurz bei der Tankstelle, die genau hinter uns liegt, fest. Wir nehmen bummelig 20 Liter Diesel über und haben dann rund 64 Liter im Tank, was bis zum Urlaubsende reichen sollte.
Die Überfahrt nach Ærø geschieht abermals unter Zuhilfenahme unseres Yanmar 3GM, wie soll es auch anders sein. Wir legen uns dann eine gute halbe Meile südlich vom Industriehafen von Ærøskøbing vor Anker. Weiter nördlich, wo wir sonst auch gerne ankern, ist es bereits zu voll. Einziger Knackpunkt bei unserem Ankerplatz ist der auf Nordost drehende Wind morgen früh - das bedeutet auflandiger Wind. Daher fahren wir den Anker mit 2.100 U/min ein - das sollte halten!
Wir setzen dann nach unserem Ankermanöver zügig mit dem Schlauchboot an Land über, schließlich sind die Tage an Bord immer kurz und werden zum Ende des Urlaubs immer kürzer. Wie es der Zufall will, läuft gerade die "Danica Hav" in den Industriehafen von Ærøskøbing ein. Wir hatten den 1984 bei der Peterswerft in Wevelsfleth gebauten Stückgutfrachter schon von unserem Ankerplatz aus westlich von Dejrø ausmachen können. Der Frachter passt mit seinen 11 Metern Breite gerade so durch die Hafeneinfahrt. Das Einlaufmanöver ist sehenswert und kann hautnah an der Hafeneinfahrt miterlebt werden.
Ærøskøbing ist einfach immer wieder schön, obgleich uns dieses Mal auffällt, dass die Innenstadt nicht ganz so belebt scheint, wie sonst. Schon am frühen Abend haben die meisten Lokale in der Altstadt zu und die Straßen von Ærøskøbing sind richtig leer.
Nach einem rustikalen Abendbrot mit Dänischen Spezialitäten wie "Karrysild" und geräuchertem Käse vom Netto am Hafen, dass wir auf einer Sitzgarnitur im Lystbådehavn zu uns nehmen, geht es zurück an Bord. Das Wasser ist spiegelglatt und die Abendsonne lässt die malerische Landschaft in rötlichen Farben erscheinen - wirklich traumhaft.
03.08.2026, Ærøskøbing - Ankerbucht westlich von Ærøskøbing
Wie angekündigt, drehte der Wind heute am frühen Morgen auf nordwestliche Richtungen, was für uns eine Legerwallsituation bei 4 Bft zur Folge hat - das kennen wir ja bereits. Wie es zu erwarten war, baute sich damit auch eine entsprechende Welle auf, die uns ab den frühen Morgenstunden an einem ruhigen Schlaf hinderte. Daher brechen wir in aller Frühe auf und verholen uns in die schöne Ankerbucht, westlich von Ærøskøbing. Auch hier liegen bereits viele vor Anker, wir finden dann aber noch einen ganz guten Platz im nördlichen Teil der Bucht.

Abhilfe: Das Schlauchboot nervt beim Ein- und Aussteigen von der Badeleiter am Heck - so nicht mehr.
Es ist Badewetter und es fühlt sich wirklich nach Urlaub an. Ich habe mir die Mühe gemacht, das Schlauchboot weg vom Heck, seitlich an unseren Baum zu hängen. Das erleichtert den Ein- und Ausstieg von der Badeleiter an unserem Heck. Am frühen Abend setze ich dann mit Nicole und gepacktem Faltrad im Schlauchboot an Land über. Auch wenn es schon nach 18 Uhr ist, wollen wir noch versuchen, mit dem Fahrrad nach Marstal zu kommen. Ich hatte gestern bei unseren Landausflug gesehen, dass es am Lystbådehavn Fahrräder zu leihen gibt. Das Gute daran ist, dass das einfach über eine App möglich ist, mit der das im Voraus über die App bezahlte E-Bike freigegeben wird - das finde ich absolut genial! Der Anbieter heißt "Ø-Hjul" und man zahlt für drei Stunden Mindestleihdauer 200 DKK.
Nach 10 Minuten Rumtippen auf meinem Smartphone geht es dann auch schon los. Die gut 11 Kilometer bis Marstal sind mit E-Unterstützung gut zu machen. Leider ist mein Akku nicht ganz vollgeladen, so dass ich den größten Teil der Strecke nach Marstal ohne E-Unterstützung fahre, um ggf. auf der Rücktour noch genügend Akkukapazität zu haben. Der Weg nach Marstal ist wirklich wunderschön, es gibt einige Schotterwege, die für das 16"-Faltrad von Nicole nicht ganz optimal sind, aber es geht. In Marstal angekommen, essen wir erstmal zu Abend beim "BALLAST ÆRØ". Wir sitzen draußen und genießen bei einem alkoholhaltigen Kaltgetränk und einem leckeren Salat die schöne Atmosphäre. Schließlich fahren wir zum südlichen Hafen, der ziemlich voll zu sein scheint. Es sind auffallend viele und große Motorboote am ganz südlichen Steg festgemacht.
Nach einem Hot Dog beim "Sønderrendens Perle" (der Salat war nicht besonders reichhaltig, aber lecker!), geht es mit dem Fahrrad zurück nach Ærøskøbing. Dieses Mal mit E-Unterstützung. Die Aktion war wirklich großartig und hatte auch eine sportliche Komponente!
04. - 07.08.2026, Ankerbucht westlich von Ærøskøbing - Faaborg
Am heutigen Morgen habe ich etwas "psychische Bauchschmerzen", was darin begründet ist, dass die Wettervorhersage wieder einmal ein unklares Bild abgibt. Die unterschiedlichen Wettermodelle sind sich uneinig. Mir reicht es schon, wenn einer von ihnen starke bis stürmische Böen vorhersagt! Nach einigem hin und her entschließen wir uns dann doch, aufzubrechen. Unser Ziel soll Korshavn auf Avernakø oder Faaborg sein. Wir müssen damit rechnen, dort ein paar Tage zu bleiben, da sehr viel Starkwind und Gewitter vorhergesagt ist. Wir holen den Anker gegen viertel vor zehn Uhr hoch und rollen zunächst nur die Fock aus, später kommt das Groß dazu. Es sollen bereits Böen mit 6 Bft dabei sein, ich tippe eher auf 5 Bft. Aber ich gebe zu, es kommt nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte. Es sind später sicherlich Böen von 6 Bft dabei, aber das macht bei Raumkurs, bis auf die nervige Welle, richtig Spaß! Wir fahren oft über 7 Knoten, was für unseren vollgepackten Urlaubsdampfer ganz schön viel ist.
Als wir Korshavn auf Sichtweite haben, versuchen wir die Lage mit dem Fernglas einzuschätzen. Der recht kleine Hafen ist offensichtlich gut besucht und es ist fraglich, ob wir dort noch einen Liegeplatz bekommen, der sich auch zum mehrere Tage Einwehen eignet. Hinzu kommt, dass er bei leicht nördlichen Winden nicht so gut gelegen und mit Schwell zu rechnen ist. Daher segeln wir weiter nach Faaborg.
In Faaborg legen wir uns dann im Lystbådehavn an einem Kopfsteg längsseits. Hier bleiben wir nun bis Freitag, den 07. August. Wir verbringen die Zeit mit Ausflügen in die Stadt oder zum alten Hafen. Dort sind Imbissbuden aufgestellt, es gibt leckeres Bier, Pizza, Burger usw. wirklich super. Der Hafen ist belebt und am ersten Abend haben wir auch Glück mit dem Wetter. Ansonsten habe wir mit sehr viel Wind, teilweise mit 8 Bft zu tun, was auch der Grund ist dafür ist, dass wir nun länger hier in Faaborg bleiben.
Ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes in Faaborg ist dann abermals ein Besuch in einem Fitnessstudio zusammen mit unserm Jüngsten. Das "Dansk Fitness Faaborg" ist eine kleine und fast schon gemütliche Einrichtung. Die ältere Dame am Tresen ist geradezu entzückend. Sie spricht kein deutsch und ich gebe mir alle Mühe, gutes Dänisch zu sprechen. Das Studio gefällt uns so gut, dass wir am nächsten Tag erneut dort aufschlagen. Wir zahlen pro Training und Person 100 DKK.
Noch eine erwähnenswerte aber leider nervige Angelegenheit ist der Versuch, ein Leih-Fahrrad zu beschaffen. Unsere intensive Online-Recherche ergibt, dass es in Faaborg KEINEN Fahrradverleih gibt!! Wir können es einfach nicht glauben und fragen sogar in der Touristeninformation nach. Die bestätigen den Mangel allerdings nur. Es gibt zwar einen Fahrrad-Verleih außerhalb von Faaborg, der aber mit 5,2 Km für uns zu weit weg ist. Schließlich finde ich auf der Plattform "dba.dk" (ähnlich wie "Kleinanzeigen") ein gebrauchtes Herrenfahrrad der Marke X-Zite. Die Adresse ist gute 3 km südöstlich von Faaborg. Ich nehme Kontakt zum Verkäufer auf, der sich umgehend zurückmeldet. Wir (Nicole mit dem Fahrrad, ich zu Fuß) nehmen den Weg in Kauf und holen das Fahrrad für 300 DKK dort ab. Ein sehr netter Verkäufer, mit dem wir auch unsere Dänischkenntnisse auf die Probe stellen können. Unser Jüngster und ich nutzen es dann später, um, auf nicht ganz legale Weise, zusammen zum Training zu kommen. Wie in alten Zeiten, der eine tritt (ich) und der andere steht auf dem Gepäckträger.
07.08.2026, Faaborg - Ankern bei Dyreborg
Mittlerweile stellt sich bei uns ein kaum erträglicher Hafenkoller ein, denn heute ist bereits der vierte Tag! Am frühen Morgen bläst der Wind "nur" mit 4-5 Bft und wir wagen den Absprung in Richtung Westen. Als wir jedoch Dyreborg querab auf unserer Steuerbordseite haben, kehren wir schnell von unserem Vorhaben ab. Wir werden mittlerweile mit Böen bis 7 Bft geplagt und mit dem Fernglas machen wir "riesige" Wellenberge am Horizont aus! Nööö, ohne mich! Ich kann meine verwegene Crew schließlich überzeugen, hier, östlich von Dyreborg, bis morgen vor Anker zu gehen. Der Ankerplatz bei den beiden Ankerbojen vom DS ist uns bekannt und wir finden ihn wunderschön. Von Land aus gibt es einen kleinen Fußweg direkt am Wasser entlang zu dem malischen Örtchen Dyreborg, mit einem entzückenden kleinen Hafen. Wenn man den Dyreborgvej weiter hoch geht, kommt auf der rechten Seite ein sehr netter, kleiner Laden mit dem Namen "Provianten". Der Laden hat jeden Tag von 7:30-10:00 und von 16:30-19:00 geöffnet. Nicole kauft dort ein paar Kleinigkeiten, alleine schon weil der Laden und die ältere Dame am Tresen einfach entzückend sind und wir gerne so etwas unterstützen.
08.08.2026, Ankern bei Dyreborg - Sønderborg Lystbådehavn
Heute steht also nun die große Überfahrt bevor! Wir stehen echt früh auf und legen, ohne einen Kaffee zu trinken, erstmal ab. Den Kaffee gibt es dann unterwegs. Leider hat der Wind wieder einmal auf südliche Richtungen gedreht, so dass wir motoren müssen. Es ist nicht viel Wind, aber es steht noch eine spürbare Welle, wohl noch von gestern. Dennoch ist die Überfahrt mehr als ok und wir machen gegen Mittag im Sønderborg Lystbådehavn fest. Bekannte sind vor Ort und helfen uns beim Anlegen. Abends sind wir bei ihnen an Bord. Angelika und Heiko: Ganz herzlichen Dank für einen sehr kurzweiligen Abend bei Euch an Bord!
09.08.2026, Sønderborg Lystbådehavn - Marina Minde
Und Schwupp, ist der Urlaub auch schon vorbei. Die Überfahrt von Sønderborg nach Marina Minde ist Routine und wir sind auch schon gegen Mittag in unserer Box. Unseren Jüngsten zieht es nachvollziehbarerweise nach Hause zu seinen Freunden. Wir zögern die Abfahrt daher auch nicht lange heraus.






























































































































































lassen dann das Thema "militärische Sperrgebiete" im wahrsten Worte hinter uns. Sejrø ist mittlerweile an unserer Steuerbordseite. An Bord findet schon seit Stunden, auf Grund der irrwitzigen Schaukelei, nichts statt. Unsere "Kinder", Isabel ist ja schon 23 Jahre alt, sind absolut tapfer, kein Klagen, kein Murren! Ich bin nach meiner Erinnerung der Einzige an Bord, der seinem Unmut mit Hilfe verbaler Entgleisungen Platz macht. Schließlich liegt Ballen gute 6 Meilen vor uns, die Abendsonne ist herausgekommen, der Wind hat deutlich abgenommen. Wir stoppen auf, machen den Motor aus und nehmen ein kleines Bad mit 24 Metern unter dem Kiel. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, macht Nicole noch schnell leckere Pasta mit Gemüse und Hähnchen, total lecker. Wir laufen dann gegen 20 Uhr gut gesättigt in den Hafen von Ballen auf Samsø ein. Natürlich ist der Hafen voll, außerdem sind einige Stege mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet, soll heißen "reserviert". Wir finden dann im nördlichen Teil des Hafens, hinter 4 Pfählen einen Platz. Dort schieben und ziehen wir uns hinein, unter Beobachtung zahlreicher Hafenkino-Liebhaber. Immerhin, gab es nach dem Manöver positive Reaktionen, sowohl von deutschen als auch dänischen Seeleuten. 
