Neuer Ankerplatz!

23.06.2023, Marina Minde - Ankern vor Holnis

Wie die letzten Wochen auch, ist heute wieder tolles Wetter, Westwind, ideal um vor der Halbinsel Holnis vor Anker zu gehen. Leider brauchen wir heute vier Anläufe, um den Anker unter Fock in den größtenteils bewachsenen Untergrund einzufahren.

Wir setzen dann später mit dem Schlauchboot zum Strand über und gehen zu dem nahegelegenen Italiener. Es ist proppevoll hier, so dass wir ca. 20 Minuten auf einen freien Tisch auf der Terrasse warten müssen, aber es lohnt sich. Zum Nachtisch bekommen unser Jüngster und ich Tiramisu. Die Portionen sind heute deutlich größer, was mich wirklich entzückt! Allerdings wird dann auch erwartet, dass man derjenigen, die lieber auf Nachtisch verzichtet hat, was von seiner Portion abgibt. Es gibt aber nuneinmal Dinge, die teilet man nicht gerne und dazu gehört bei mir Tiramisu!

24.06.2023, Ankern vor Holnis - Ankern vor dem "Kobbel Skov"

Im Verlaufe des Vormittags lichten wir den Anker und segeln mit achterlichem Wind die Förde hinaus. Unterwegs flaut der Wind vollständig ab und wir lassen uns treiben, um zu baden. Piet und ich untersuchen mit unseren Taucherbrillen das Unterwasserschiff: KEINE Pocken, das ist genial!

Wir hatten ursprünglich die Absicht, den Sportboothafen Sønderborg anzulaufen. Als wir jedoch die Landspitze Kragesand hinter uns lassen und unseren Kurs Richtung Norden anpassen, können wir einige Boote vor dem Ostufer von Skelde ausmachen. Das Ganze sieht so einladend aus, dass wir näher am Ufer entlangsegeln. Wir entschließen uns, ebenfalls hier vor Anker zu gehen und nicht Sønderburg anzulaufen.

Beim Fahren des Ankermanövers vor dem kleinen Waldstück mit dem Namen "Kobbel Skov" sind wir erstaunt, wie weit wir mit 1,40 m unter dem Kiel ans Ufer fahren können. Wir halten allerdings gebührenden Abstand, was sich dann auch als absolut notwendig herausstellt. Denn mit der Steilküste und dem Wald bildet sich eine rechte hohe "Wand", hinter der es bei ablandigem Wind Turbolenzen kommt, so dass dadurch auch auflandige Böen entstehen. Ansonsten ist das bei westlichen Winden ein sehr schöner und für uns neuer Ankerplatz. Man hat Sicht Richtung Norden nach Sønderborg und kann sogar mit dem Fernglas bis zur Klappbrücke schauen und wir können sogar Leuchtsignale (rot/grün) der Brücke erkennen. Richtung Süden liegt dann gut erkennbar der Sportboothafen Gelting bzw. Wackerballig, Richtung Osten der Leuchtturm von Kalkgrund. Direkt vor uns wird das teils sandige, teils steinige Ufer von der Steilküste mit Wald gesäumt. Das gelblich leuchtende Lehm-Sandgemisch des Steilufers hebt sich kontrastreich von dem dunklen Grün des Waldes darüber ab (siehe Titelbild) - davor das bläulich klare Wasser der Flensburger Förde - schon schön!

Die Naturgewalten durch Wind und stürmische See nagen stetig an dem Steilufer und bringen im Laufe der Zeit zahlreiche Bäume teils stattlicher Größe zu Fall. Das Ganze vermitteln den Eindruck unberührter Natur, so dass dieser Ort auch gerne von Naturliebhabern aufgesucht wird, die sowohl oben auf dem bewaldeten Steilufer als auch untern am Strand ihre Zelte aufschlagen.

Am Abend packen wir unseren Skotti-Grill aus und Nicole verwöhnt uns mit saftigen Steaks. Im Anschluss spielen wir Monopoly. Hin und wieder gesellen sich weitere Ankerlieger dazu.

Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass Boote mit mehr Tiefgang als wir (1,10 m), größeren Abstand zum Ufer halten sollten, da hier zum Teil große Felsen bzw. Steine auf dem Grund liegen. Unser Jüngster hatte heute Nachmittag, dank des klaren und ruhigen Wassers, mit dem Schlauchboot einige derartige Exemplare innerhalb unseres Schwojkreises ausfindig gemacht. Bevor wir dann heute Abend in die Kojen gehen, hat sich unser Schiff so ausgerichtet, dass genau hinter dem Heck unserer Hanna einer dieser riesigen Felsen erkennbar wird. Ich lasse die Badeleiter herunter und teste, ob ich darauf stehen kann. Ich schaffe es gerade mit meinen Fußspitzen, die sich durch Bewuchs flauschig anfühlende Oberfläche des Felsens zu ertasten. Für uns ist das ausreichend tief, wir können beruhigt schlafen gehen.

24.06.2023, Ankern vor "Kobbel Skov" - Marina Minde

Als wir am frühen Sonntag Morgen aufwachen, müssen wir uns erst einmal orientieren: Der Wind hat heute Nacht offensichtlich um 180° auf Ost gedreht, so dass wir jetzt auflandig liegen (Heck zeigt zum Land). Gut, dass wir gestern beim Ankern Abstand zum flachen Ufer gehalten haben.

Nach dem Frühstück setzen wir mit dem Schlauchboot an Land über (ich wähle den Weg durchs Wasser) und wir machen einen Spaziergang entlang des wunderschönen Steilufers, das Teil des sog. "Gendarmenstien" ist. Man hat einen traumhaftem Blick auf die Sønderborg Bugt und das weitläufige Ende der Flensburger Förde bis hin zur Ostsee. Der Wald bietet Schatten und angenehme Temperaturen. Wir kommen an idyllisch gelegenen, reetgedeckten Häusern vorbei. Einige Häuser liegen auch direkt am Ufer mit "unverbaubarem Blick".

Die auflandige Welle nimmt derweil etwas zu und wir entschließen uns, zügig aufzubrechen. Geschuldet der Legerwallsituation, legen wir dieses Mal nicht unter Segeln ab, sondern starten den Motor, bevor wir das Eisen hochholen.

Wieder geht ein (viel zu kurzes) Wochenende zu Ende - und wir freuen uns, dass  wir wieder einmal einen neuen Ankerplatz ausprobiert haben.

 





Stelldichein der 12er!

10.06.2023, Marina Minde - Glücksburg

Seit gestern Nachmittag haben wir nun unseren Leichtmatrosen von der Klassenfahrt wieder. Eine Nacht im eigenen Bett sie ihm gegönnt, daher fahren wir erst heute zum Schiff. Gegen Mittag legen wir in Marina Minde ab und nehmen Kurs Richtung Glücksburg. Wir rollen die Fock aus und segeln mit halbem Wind um die 5,5 Knoten. Schon von Weitem können wir ungewöhnlich große Segel von Booten, die offensichtlich an einer Regatta teilnehmen, erkennen. Schnell wird klar, dass es sich dabei um sogenannte 12er handelt, die durch ihre riesige Segelfläche sofort ins Auge fallen. Sie nehmen an dem "Robbe & Berking Sterling Cup 2023" teil. Unser Kurs führt uns in einigem Abstand an einer der Regattatonnen vorbei. Leider sind wir vom Geschehen zu weit entfernt, als dass wir vernünftige Bilder mit der Handykamera  machen könnten. Es herrschen nahezu perfekte Bedingungen für die betagten Damen: Sonnenschein und frischer Wind der Stärke 6! Amwindkurse führen zu starker Krängung und die gesamte Mannschaft, außer dem Steuermann, sitzen auf der lufseitigen Bordkante als Gegengewicht.

Da für heute und morgen Ostwind vorhergesagt ist, hatten wir eigentlich den Plan, vor der Schwennaumüdung vor Anker zu gehen. Das stellt sich jedoch bei diesen Windverhältnissen als ungeeignet heraus. Auf der Förde, auch im eigentlich ablandigen Bereich des Westufers der Halbinsel Holnis, steht eine beachtliche Welle. Wir entschließen uns daher, in den Hafen von Glücksburg zu fahren. Wie das eben immer so ist, endet genau jetzt die  Regatta und der erste 12er wird in den Hafen geschleppt. Wir folgen diesem und suchen uns zügig einen Liegeplatz. Wir finden noch am ganz äußeren Steg einen schönen Liegeplatz, von wo wir einen beeindruckenden Ausblick auf die Förde haben - ideal auch, um von hier das Regattageschehen zu verfolgen. Vielleicht bietet sich morgen noch einmal die Gelegenheit dazu.

Nachdem wir unser Schiff festgebunden haben, können wir die großartige Einlaufparade der neun eleganten Boots-Klassiker hautnah vom gegenüberliegenden Steg miterleben. Einige der Boote haben keinen Motor und werden mit Hilfe von Begleitbooten in ihre Boxen verbracht - ein sagenhaftes Spektakel mit internationalem Flair. Es sind Nationen aus Schweden, England und sogar Amerika vertreten. Die Manöver gehen ruhig und überlegt und dennoch zügig vonstatten, wirklich beeindruckend!

Am Abend gehen Nicole und ich beim Intermar draußen auf der Terrasse Essen - sehr zu empfehlen, sehr leckeres Essen! Zurück an Bord, gibt es noch einmal einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.

11.06.2023, Glücksburg - Marina Minde

Am frühen Vormittag machen sich die 12er wieder auf den Wege auf die Förde. Wieder super Bedingungen, Sonne, Wind und es ist warm. Leider können wir den Regattastart nicht mit verfolgen, da wir vorzeitig ablegen müssen, um früh nach Hause zu fahren.

Wir werden dann auch erst frühestens übernächstes Wochenende wieder zum Schiff kommen.

 


Urlaub in der Woche – lange her!

2023.06.05, Marina Minde - Ankern vor Holnis

Uns wird eine sehr seltene Gelegenheit zuteil: Wir haben diese Woche keinerlei Verpflichtungen in Bezug auf unsere Kinder. Unser Jüngster geht heute auf Klassenfahrt, so dass wir die Gelegenheit nutzen und morgen sowie übermorgen Urlaub nehmen.

Heute Abend legen wir uns von Marina Minde aus vor der schönen Halbinsel Holnis vor Anker. Wir müssen den Anker aber zunächst auflandig einfahren, da der Wind noch aus Osten  weht. Erst später soll er dann auf West drehen. Es ist definitiv ein komisches Gefühl, beim Zurücksetzen mit dem Heck Richtung Land zu fahren. Aber dafür werden wir mit der Abendsonne, die uns direkt ins Cockpit scheint, belohnt. Wir nehmen ein Getränk und lassen Ruhe einkehren - wir genießen die traute Zweisamkeit.

Schließlich setzen wir mit dem Schlauchboot an Land über und gehen zu dem nahegelegenen Italiener, wo wir draußen auf der Terrasse einen Platz bekommen. Wir haben einen wunderbaren Blick auf die Flensburger Förde sowie auf unser Schiff, dass einige hundert Meter weiter nördlich vor Anker liegt - auflandig, mit dem Heck zum Land gerichtet!

Der Ostwind hat mittlerweile deutlich abgenommen und die Wasseroberfläche hat sich beruhigt. Ein erstes Anzeichen dass sich die Windrichtung gemäß Vorhersage ändert.  Wie auf Knopfdruck entwickeln sich gegen 20 Uhr im Uferbereich kleine Böen aus Richtung West aus, die sich nach und nach auf die gesamt Bucht vor Holnis und schließlich auf der gesamten Förde Richtung Osten ausbreiten. Ein phantastisches Schauspiel! Auch unsere Hanna dreht sich innerhalb weniger Minuten um 180°.

Nicole hatte zwischenzeitlich einen Modellbootfahrer beobachtet, den wir dann nach dem Essen auf dem Weg zurück zum Schlauchboot ansprechen. Sein Modell ist ein Nachbau seines eigenen Segelbootes, dass er vor vielen Jahren verkaufen musste. Es handelte sich dabei um ein umgebautes Fischboot in Klinkerbauweise, dass von der Schlei stammt. Wirklich ein hübsches Schiff - leider habe ich kein Foto gemacht. Mit Kennerblick errät Nicole schließlich den Beruf des netten Herren: Auf dem Gurt seiner Fernbedienung steht „Camlog“, was ein eindeutiger Hinweis auf die Dentalbrache ist. Und tatsächlich, er ist Zahnarzt, der seine Praxis gerade erst verkauft hat. Er würde sich gerne wieder ein Boot anschaffen, aber leider ist seine Frau nicht „seetauglich“. Wir können ihm die Wehmut anmerken, die auch damit zu tun hat, dass es offensichtlich unmöglich zu sein scheint, sein altes Fischerboot wieder aufzuspüren. Er hat hier ein Ferienhaus, vielleicht treffen wir den sympathischen Menschen einmal wieder.

2023.06.05, Ankern vor Holnis – Ankern im Hørup Hav

Kurz vor 9 Uhr lichten wir den Anker und nehmen Kurs auf das Hørup Hav. Zunächst können wir segeln und genießen dabei die schöne Morgenstimmung. Es ist so gut wie Nichts los auf der Flensburger Förde - könnte daran liegen, dass heute Werktag ist.

Östlich von Høruphav Havn ist eine kleine Landzunge, hinter der wir gerne vor Anker gehen würden. Wir unternehmen bestimmt 7 Versuche, den Anker einzufahren, es gelingt uns aber partout nicht und lassen es dann schließlich bleiben. Bei Seegras schafft es unser CQR-Anker einfach nicht, sich einzugraben. Wir fahren dann ein Stück weiter Richtung Osten, wo der Anker auf Anhieb hält. Am Nachmittag setzen wir mit unserem Schlauchboot und installiertem Außenborder an Land über, müssen aber feststellen, dass die Möglichkeiten hier sehr begrenzt sind. Es gibt ein Stück weiter eine kleine Steganlage, die aber sehr verfallen ist, aber offensichtlich noch von Fischern mit kleinen Booten genutzt wird. Wir gehen hier an Land, sind uns aber zunächst unsicher, ob das Privatgelände ist. Wir laufen die angrenzende Straße bis zur Hauptstraße hoch, können aber diesbezüglich keine Beschilderung ausmachen. Wir gehen ein Stück weiter und können das nördliche Ufer der Halbinsel Kegnæs erkennen. Wir kehren von unserer ursprünglichen Absicht, die Insel zu queren, ab und gehen zurück zum Schlauchboot.

Die Strecke mit dem Schlauchboot von hier bis zu unserem Schiff ist ein kleine Herausforderung, denn der Wind kommt genau von vorne und es sind bestimmt 0,7 sm. Der zunehmende Wind hatte mittlerweile kleine Wellen aufgebaut, so das die Mini-Gischt in unser kleines Schlauchboot spritzt.

Etwas durchgefroren steigen wir an Bord und bauen unseren Grill auf. Nicole bereitet saftige Steaks zu, dazu ein kaltes Getränk, wunderbare Natur um uns herum und traumhafte Aussicht auf das Haff, wirklich ein wunderschöner Abend!

2023.06.05, Ankern im Hørup Hav - Ankern vor Holnis – Marina Minde

Bevor wir Kurs zurück Richtung Marina Minde nehmen, queren wir das Haff und segeln nur mit Fock zu einer kleinen Fischhütte, die direkt am Wasser liegt. Sie wurde einst von dem bekannten deutschen Schriftsteller Siegfried Lenz genutzt, der weiter oben (Lebøl Løkke) auch eine kleine Bleibe hatte. Der Hamburger war oft hier oben und an diesem Ort ist u.a. auch die „Deutschstunde“ entstanden. Ich finde diese Vorstellung faszinierend.

Wir machen uns dann auf den Rückweg und müssen mangels Wind den Motor starten. Wir klappern dabei die Uferlinie nördlich von Bockholmwik ab und stellen fest, dass man sich hier bei passendem Wind auch einmal vor Anker legen könnte. Dabei muss man allerdings genau auf die Seekarte schauen, um nicht genau in einem der Naturschutzgebiete zu landen. Wir finden dann eine ganz tolle Ankerstelle, sehr nahe am Strand, neben einem kleinen, idyllisch gelegenen Ferienhaus. Allerdings passt die Windrichtung dafür nicht so richtig. Wir haben ja alles mit GPS mitgeloggt, und können die Stelle später wiederfinden. Sodann legen wir uns  1 sm weiter nördlich vor Anker. Bei meiner obligatorischen Joggingrunde, die mich am Ostufer entlang Richtung Norden führt, treffe ich Heike Götz mit ihrem Kamerateam vom NDR. Sie bereiten gerade eine Szene direkt am Strand vor. Im Hintergrund paddelt ein SUP-Fahrer mit der Besonderheit, dass er sich sämtlicher Kleidung entledigt hatte. Man wartet, bis der junge Mann aus der Szene gepaddelt ist – sehr lustig!

Am frühen Abend brechen wir schließlich auf und machen uns auf den Weg nach Hause.

 





WE auf der Flensburger Förde

02.06.2023, Marina Minde - Glücksburg

In der Nacht von Freitag auf Samstag soll der Wind von Nordost auf Südwest drehen, das ist zum Ankern einfach nicht ideal, daher steuern wir heute Glücksburg an. Der Hafen gefällt uns wirklich gut! Heute ist Freitag, wir gönnen uns eine "Flute" und einen Aperol Spritz im "Restaurant im FSC". Wir bekommen draußen auf der Terrasse einen Platz und genießen die Abendstimmung, die sich langsam über der Förde ausbreitet. Anschließend spazieren wir über die "Brücke zum Förde-Boulevard" und am "Restaurant Quellental" vorbei, dass im Prinzip schon seit 1908 existiert, aber leider wegen Personalmangel derzeit geschlossen ist. Weiter vorne gehen wir an den kleinen Strand. Von hier hat man einen wundschönen Blick auf die Förde und den Hafen von Glücksburg.

 

 

 

 

 

 

 

03.06.2023, Glücksburg - Ankern vor Holnis

Ein wunderschöner Morgen, die Sonne scheint und der Hafen ist total ruhig. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang an der Förde entlang, Richtung Norden. Wir kommen zur Mündung der Schwennau. Ein idyllischer Ort mit einer neuen Gastronomie namens "Glückselig". Von hier hat mein einen wunderbaren Ausblick auf die Förde. Außerdem wurde ein kleiner Imbiss errichtet, der auch zu dem Restaurant gehört.

Wir kommen zufällig ins Gespräch mit einem Paar, die gerade ihre SUPs von ihrem T4 laden und präparieren. Wir sind uns sofort über Vieles einig, insbesondere auch darüber, wie wunderschön die Flensburger Förde ist.

Noch ein Stück weiter Richtung Norden, kommen wir zu einem abgezäunten Areal mit kleinen, sogenannten "Lodges" ("Glück in Sicht Ostseelodges"). Es sind im eleganten Stil errichtete Apartments, die man mieten kann - leider ziemlich teuer.

Als wir zurück zu unserem Schiff kommen, bekommen wir Besuch von den beiden SUP-Fahrenden.

Später dann brechen wir auf, allerdings nicht wie gewohnt, sondern Nicole fährt mit Piet auf der Hanna und ich fordere mich mit der knapp 7 km langen Jogging-Strecke zum Ankerplatz auf der Ostseite der Halbinsel Holnis heraus. Entgegen meinen Erwartungen, halte ich sogar durch. Nur wenig später, als ich den Ost-Strand erreiche, kann ich unsere Hanna aus Norden auf mich zufahren sehen. Nicole lässt schließlich zusammen mit Piet das Schlauchboot zu Wasser und während Nicole das Ankermanöver alleine fährt, werde ich von unserem Jüngsten mit dem Schlauchboot abgeholt.

Als ich gerade den Ankerball setze, nähert sich aus Richtung Norden die Wasserschutzpolizei mit einem Schlauchboot. Sie klappern die Ankerlieger ab und gehen aber nur dort längsseits, wo ein offensichtlicher Verstoß gegen die SeeSchStrO vorliegt. So z.B. einer unserer Nachbarlieger, der auch aus Marina Minde kommt; er hat leider keinen Ankerball gesetzt. Die Beamten sind bestimmt 25 Minuten dort längsseits; wir sind uns sicher, dass ein Bußgeld gemäß BVKatBin-See fällig wird.

Abends, nach dem Abendessen, setzten wir zum Strand über und gehen zum "Strandpavillon" bei der DLRG. Hier ist Life Musik zu hören und durch die hochgelegene Terrasse hat wir einen sensationellen Blick auf die Förde. Unsere Ankerplatznachbarn sind mit ihren beiden Söhnen auch hier.

Die Band besteht aus der Sängerin, die auch Gitarre spielt und einem weiteren Gitarristen. Die Sängerin ist gleichzeitig die Betreiberin des "Strandpavilions". Sie hat ein unglaublich tolle Stimme. Wir können uns dieser besonderen und romantischen Stimmung mit groovigen Sounds schlicht und ergreifend nicht erwehren.

04.06.2023, Ankern vor Holnis - Marina Minde

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker, brechen wir dann auch zeitig auf, da unser Jüngster morgen auf Klassenfahrt geht - er ist schon voller Vorfreude. Als wir gerade den Anker lichten, kommt erneut die Wasserschutzpolizei und kontrolliert das Ankerfeld. Eine Varianta mit zwei jungen Seeleuten an Bord hat Pech, denn sie haben keinen Ankerball gesetzt und haben in der Badezone die Nacht verbracht. Sie werden von den Beamten geweckt - wir leiden mit den jungen Leuten mit!

Wir segeln bis zur "Schwiegermutter" und starten dann den Motor. Auf einmal kommt die WaSchuPo wieder von hinten auf und nähert sich uns zügig. Nicole kramt schonmal die Papiere hervor. Doch die Beamten fahren an uns vorbei und nehmen hinter der "Schwiegermutter" südlichen Kurs, während wir Marina Minde ansteuern.

So wie es jetzt aussieht, werden wir morgen Abend schon wieder hier sein, da wir für Dienstag und Mittwoch Urlaub eingereicht haben. Eine Chance, einmal in trauter Zweisamkeit bei voraussichtlich tollem Wetter unterwegs zu sein - muss auch mal sein!

 



Pfingsten

26.05.2023, Marina Minde - Ankern vor Holnis

Bei westlichen Winden ist die östliche Seite der Halbinsel Holnis ein idealer Ankerplatz. Es dauert gerade einmal eine halbe Stunde vom Ablegen in Marina Minde bis wir vor dem schönen Strand von Holnis den Anker eingefahren haben.

Nach dem Abendessen setzen wir an Land über und spazieren Richtung Süden, bis zur "Strandterrasse Holnis", wo es für unseren Jüngster ein Eis und für Nicole und mich einen Aperol Spritz gibt - wir haben dabei einen traumhaften Blick auf die Flensburger Förde und genießen die Abendstimmung - sehr zu empfehlen!

Im Anschluss gehen wir über den Campingplatz "Ostseecamp Glücksburg - Holnis". Zwar hat man vom Platz aus keinen Blick auf die Förde, aber trotzdem finden wir ihn ganz schön. Es sind auch einige kleinere Vans und Bullis vor Ort. Es gibt auch Camper unseren Alters und darüber hinaus, die nur mit Zelt angerückt sind - das finde ich toll und denke an mein altes Zelt aus meiner Jugend, dass auch unsere Töchter öfter genutzt haben. Schade, leider musste das Zelt bei der letzten Campingtour "aufgegeben" werden - warum auch immer, das werde ich wohl nie mehr erfahren.

27.05.2023, Ankern vor Holnis - Høruphav Haven

Die Nacht war sehr ruhig. Bevor wir nach Høruphav Havn fahren, um uns dort mit Freunden und deren Eltern zu treffen, machen wir noch einen Landausflug. Wir machen einen Spaziergang von knapp 5 km Länge. Dabei queren wir die Halbinsel Holnis und gehen am westlichen Ufer entlang Richtung Norden. Wir kommen an dem kleinen Noor mit der Noorbrücke vorbei. Dann geht es einen steilen Hang hinauf. Oben angekommen, hat man einen phantastischen Blick über die Flensburger Förde - wirklich atemberaubend. Zurück geht es an der Ziegeleivilla vorbei, westlich um das kleine Noor herum und zurück zum Schlauchboot.

Wir brechen sodann auf und nehmen Kurs auf Høruphav Havn. Der Haven ist sehr belebt. unsere Freunde haben neben sich einen Platz für uns frei gehalten. Leider ist er deutlich zu schmal, so dass wir uns ans Stegende legen. Als wir unser Schiff fest vertäut haben, wird meine Absichtserklärung, nun erste einmal joggen gehen zu wollen, mit fragenden Blicken oder eher gesagt, mit mildem Lächeln quittiert. Als sich dann herausstellt, dass ich es ernst meine, lässt sich es mein Kumpel nicht nehmen, mir Gesellschaft zu leisten - sehr stark! Er geht deutlich weniger Joggen als ich und läuft dennoch schneller und weiter als ich - ich kenne das schon - ist eben so!

Abends ergattern wir noch eine freie Sitzgarnitur. Es wird ein sehr vergnüglicher Abend zusammen mit unseren Freunden und deren Eltern.

28.05.2023, Høruphav Haven - Ankern vor Holnis

Viele Meilen sind dieses Wochenende einfach nicht zu machen. Es ist durchweg zu wenig Wind und wir haben keine Lust auf Motoren. Daher fahren wir heute wieder zurück zur Halbinsel Holnis und legen uns dort vor Anker. Am Nachmittag legen sich unsere Freunde bei uns in Päckchen. Wir später gemeinsam an Bord. Nach Sonnenuntergang gehen wir unter Deck - es ist einfach zu kalt. Außerdem hat der Wind deutlich aufgefrischt. Heute Nacht sollen Böen bis 5 oder auch 6 Beaufort kommen. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass unser Anker so ein "Päckchen" halten kann, auch bei stärkerem Wind.

29.05.2023, Ankern vor Holnis - Marina Minde

Trotz starker Böen hatten wir eine angenehme Nacht. Unsere Erfahrung nach ist es beim "Päckchen-Binden" wichtig, sowohl eine Vor- als auch eine Achterspring auszubringen, gerade bei stärkerem Wind. Dadurch bilden beide Schiffe eine Einheit, ohne sich all zu sehr gegeneinander zu bewegen.

Die Zeit rennt und ehe man sich versieht, ist es auch schon fast halb elf. Nun wird es aber Zeit für Aktivitäten und ich mache mich für einen ausgedehnten Spaziergang stark. Nervig, wie ich sein kann, setze ich mich durch und Piet bringt einen nach dem anderen mit dem Schlauchboot an Land. Die Route habe ich grob im Vorwege vermittelt, mit einer kleinen optionalen Ausbaustufe, die als Zwischenziel den Hafen von "Schausende" beinhaltet. Im Prinzip ist es der gleiche Weg, den ich am Samstag mit Nicole gelaufen bin, nur anders herum. Als wir dann zu der Abzweigung mit der Option "Schausende" kommen, gibt Nicole vorauslaufend, unmissverständlich den Weg vor: Es wird die 2 Kilometer längere Option.

Der kleine Hafen Schausende hat eine Gastronomie, wo wir hofften ein Eis zu bekommen. Das war das Lockmittel für den Jüngsten Mitläufer. Wie uns der Betreiber dann aber leider mitteilt, hat er noch nicht geöffnet - wird leider nichts mit dem Eis. Wir spazieren zurück zum östlichen Ufer der Halbinsel Holnis und gönnen uns bei der "Strandterrasse Holnis" einen kleinen Snack. Piet bekommt natürlich endlich sein Eis. Immerhin sind wir über 7 Kilometer gelaufen.

Es hilf alles Nichts, heute ist der letzte Tag und wir müssen abreisen. Das Wetter und die Aussicht ist wunderschön, so dass uns allen der Abschied schwer fällt.

Zusammen treten wir gegen halb sechs abends gemeinsam die Heimreise an. Wir nehmen unsere Freunde mit nach Elmshorn, denn sie hatten ihr Schiff hier nach Marina Minde überführt.

 




Himmelfahrt

17.05.2023, Marina Minde - Høruphav

Leider war ja unsere Flagge samt Flaggenstock abhandengekommen, so dass wir eine Neubeschaffung als unausweichlich angesehen haben. Als wir in Marina Minde unser Schiff für das Wochenende einschließlich des neuen und noch verpackten Flaggenstocks beladen, kommt eine aufmerksame Seglern auf Nicole zu und fragt, ober wir möglicherweise unsere Flagge vermissen würden - das ist der Fall! Sie wurde tatsachlich am gegenüberliegen Steg angespült. Wir werden sie in die Waschmaschine stecken und als Ersatz wieder mit an Bord nehmen.

Die Sonne scheint, es bläst mit 6 Beaufort aus Nordwest und es ist verdammt kalt! Wir nutzen den Wind, um heute noch nach Høruphav zu kommen, denn morgen haben wir Søby als Ziel angepeilt. Wir binden ein Reff ins Großsegel und fahren bei ziemlich achterlichem Kurs teilweise mehr als 7 Knoten. Es sind auch mal 8,3 Knoten dabei, dann aber im Zusammenspiel mit den mitlaufenden Wellen.

Wir legen uns direkt südöstlich des Hafens vor Anker. Der Anker hält erst beim 2. Versuch - das kenne wir hier schon, Seegras ist Schuld.

18.05.2023, Høruphav - Søby

Die Nacht war wieder erstaunlich kalt. Im Süden Schleswig-Holsteins musste laut Wetterbericht sogar mit Bodenfrost gerechnet werden.

Gegen halb acht holen wir den Anker hoch und segeln auf die Förde hinaus. Der Wind ist leider zu schwach und wir starten schweren Herzens den Motor. Gegen Mittag fahren wir in den fast leeren Hafen von Søby - freie Platzwahl. Im Laufe des Tages wird der Hafen dann aber noch ziemlich voll.

Das Areal hinter dem Hafen, wo früher ein Art Baumarkt war, wurde komplett umgestaltet. Es wurde ein neuer Super Brugsen gebaut - wirklich sehr schön! - und die Straße neu geteert. Das gefällt uns ausgesprochen gut, da Søby nun tolle Versorgungsmöglichkeiten bietet, auch durch die kleine Tankstelle neben den Grillplätzen.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum Jørbæk Strand, am westlichen Ufer der Insel Ærø. Dort weisen Schilder auf ein Badeverbot hin, da hier ein altes Wrack liegen soll. Und tatsächlich, sowohl am Strand als auch seichten Bereich des Wassers sind verrostete Metallplatten und andere kaum zu identifizierende Rest eines Wracks zu erkennen.

Wir gehen weiter Richtung Süden, beim "Søby Camping Ærø" wieder Richtung Norden und zurück zum Hafen. Abends arbeite ich unseren Grill aus der Backskiste und wir grillen an einem der wenigen freien Grillplätze leckere Steaks, die wir vorhin beim neuen Super Brugsen eingekauft haben. Wir kommen mit unseren Grillnachbarn ins Gespräch. Es sind Deutsche, die im Februar diesen Jahres nach Broager ausgewandert sind. Es ist sehr interessant, Einzelheiten über die Weggründe und erste Erfahrungen in ihrem neuen Eigenheim in Broager/Dänemark zu erfahren. Da sie auch in Marina Minde liegen und zudem einen Golden Retriever haben, verabreden wir uns dort, zur großen Freude unseres Jüngsten, zum Grillen.

Auch im Hafen kann man schöne Sonnenuntergänge erleben!

 

19.05.2023, Søby - Ankern neben Gelting Mole

Kurz vor halb acht starten wir den Motor und nehmen Kurs auf die Flensburger Förde. Freunde von uns kommen mit ihrem Wohnmobil zum dem kleinen Stellplatz, östlich des Hafens von Gelting Mole. Der Bereich zwischen den Häfen Gelting Mole und Wackerballig ist sehr flach. Da wir in der Nähe des Wohnmobilstellplatzes ankern wollen, loten wir den Bereich aus, um eine geeignete Stelle zu finden. Schließlich finden wir eine Stelle mit 0,3 m Wasser unter dem Kiel - das muss reichen.

Bei einem gemeinsamen Spaziergang findet Nicole ein Handy am Wegesrand. Wir entschließen uns, es erst einmal mitzunehmen und auf einen Anruf zu warten. Es kommt wir erwartet: Beim abendlichen gemeinsamen Grillen kommt ein Anruf und Nicole wird von der Anruferin mit "Puschelchen" angeredet. Nicole unterbricht und erklärt die Situation. Die Dame am Telefon ist laut eigener Auskunft die Schwester von Besitzerin des gefundenen Handys. Sie ist sichtlich erleichtert und dankbar und holt das Handy später bei uns ab. Als Dankeschön bekommen wir am nächsten Morgen Brötchen und Muffins geliefert - sehr nett!

Und hier links im Bild noch einmal einen Sonnenuntergang vor Anker.

20.05.2023, Ankern neben Gelting Mole - Illerstrand

Die Nacht war ziemlich unruhig, da der Wind weitaus nördlicher als angesagt wehte.  Bei den fast nördlichen Winden der Stärk drei bis vier, baut sich hier schon eine nervige Welle auf. Ich bekomme kaum ein Auge zu.

Vormittags setzen wir nochmal mit unserem Schlauchboot an Land über. Wir unternehmen mit unseren Freunden einen gemeinsam Spaziergang durch die Geltinger Birk - wirklich traumhaft. Wir beschließen, hier einmal einen ausgedehnteren Spaziergang mit festem Schuhwerk und Verpflegung zu machen.

Gegen Mittag holen wir den Anker hoch und segeln nach Langballigau. Falls es dort zu voll ist, wollen wir gleich nach Illerstrand weiter Segeln. So kommt es dann auch: Wir brauchen gar nicht in den Hafen fahren, sondern Nicole kann auf Höhe der Einfahrt mit dem Fernglas einen Blick in den Hafen werfen - wir drehen ab und nehmen Kurs auf Iller Strand. Unterwegs kommt die "Holnis" (Bianca 27) auf Sichtweite und wir fahren nebeneinander her. Hierbei entstehen sehr schon Fotos von unserer "Hanna" - danke Kay!

Kay von Eitzen, war mit seiner Frau bei seinem von Ihm organisierten Bianca-Treffen in Sønderborg bzw. Høruphav Havn. Der Wind hat inzwischen auf 5 bis 6 Beaufort aufgedreht und die "Holnis" unter Segeln ist eine echte Augenweide. Die beiden fahren direkt in ihren Heimathafen Fahrensodde, während wir uns vor Illerstrand vor Anker legen. Es ist immer noch ziemlich kalt, aber in der wärmenden Sonne kann man es ganz gut aushalten.

21.05.2023, Illerstrand - Marina Minde

Trotz der wirklich starken Böen, auch zum Teil nachts, haben wir sehr ruhig vor Anker gelegen - herrlich! Direkt nach dem Frühstück holen wir den Anker hoch und segeln nur unter Fock nach Marina Minde.

Es war wirklich ein sehr schönes verlängertes Wochenende über Himmelfahrt. Wir freuen uns schon auf Pfingsten!