17.07.2026, Marina Minde - Sønderborg Lystbådehavn
Nicole und ich hatten in der Woche vor unserem Urlaub noch so einige Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählte Wasserschippen im Souterrain, als Folge des Starkregens. Außerdem hatte unser Jüngster noch einen kleinen Fahrradunfall, dergestalt, dass er mit dem Fahrrad seines Freundes einen steilen Berg herabfuhr und keine Kenntnis davon hatte, dass beide Bremsen ohne Funktion waren. Außer einem dicken Knie, leichten Blessuren und einer leichten Gehirnerschütterung ist alles gut gegangen. Hinzu kommt, dass Nicole beruflich in den Niederlanden war, mit langen Tagen und wenigen kurzen Pausen.
Aber eine sehr positive Sache ist erwähnenswert: Die Verbraucherbatterie, die ich vergangenen Sonntag vor Anker in der Stranderøl Bugt bestellt hatte, ist tatsächlich schon am Mittwoch angekommen, so dass ich sie noch 24 Stunden an ein Ladegerät hängen konnte.
Am heutigen Freitag ist die Stimmung jedoch trotz bevorstehendem Urlaub, gelinde gesagt, ausbaufähig, denn die Wettervorhersage ist ziemlich niederschmetternd: Ab heute Nachmittag sollen an der Flensburger Förde Gewitter aufziehen, Samstag und Sonntag ist Starkwind vorhergesagt. Kommen wir heute Abend überhaupt los? Wir erwägen ernsthaft, erst Samstag nach Marina Minde zu fahren, oder erstmal ein paar Tage zu Campen. Dem entgegen steht letztendlich der sehnlichste Wunsch, mit unserer Hanna in See zu stechen. Schließlich versuchen wir es einfach und fahren nach Marina Minde. Fast die gesamte Autofahrt über scheint die Sonne. Als wir jedoch das Ortsschild "Gråsten" vor uns haben, fahren wir, wie durch einen Vorhang, in einen wolkenbruchartigen Regenschauer mit Gewitter. In Marina Minde angekommen, bleiben wir erstmal im Auto sitzen, bis der Schauer abgezogen ist. Obwohl es immer noch (gefühlt direkt über uns) donnert, holen wir eine Hafenkarre und laden dort erstmal die 32 kg schwere Verbraucherbatterie ein, die wir dann schnellen Schrittes zum Liegeplatz bringen. Ich wuchte die Batterie mit einem leichten Überschuss an Adrenalin an Bord, und schließlich unter Deck. Das Absenken der Batterie in den dafür vorgesehen Einbauort ist ein echter Kraftakt, da er schwer zugänglich ist. Während ich die Batterie festmontiere und elektrisch anschließe, beladen Nicole und unser Jüngster das Schiff. Als schließlich alles verstaut ist, sind wir eigentlich abfahrbereit, aber leider total unentschlossen. War es das mit dem Gewitter? Gemäß Wetterradar ja. Schließlich entscheiden wir uns, abzulegen. Wir fackeln nicht lange, starten den Motor und schmeißen die Leinen los. Wir wollen erstmal nach Sønderborg.
Die Fahrt dahin bleibt unspektakulär. Der Sønderborg Lystbådehavn ist proppevoll. Wir sind nicht die einzigen, die in die Boxengassen rein- und rausmanövrieren. Tatsächlich treffen wir dabei auch Bekannte aus Fahrdorf. Schließlich entdeckt Nicole einen genialen Liegeplatz, am Kopf eines Steges, auf der nördlichen Seite des Jollenhafens. Beim Festbinden müssen wir uns Mühe geben, da bis zu 8 Bft aus West angesagt sind. Das wäre dann genau auflandig von der Seite. Wir haben nur zwei Pfähle, die rechts und links des Steges angeordnet sind und unterschiedlichen Abstand zum Steg aufweisen. Wir geben uns Mühe, alle vorhandenen Freiheitsgrade dieser Liegeplatzes mit entsprechenden Leinenführungen abzudecken. Als später die ersten stärkeren Böen eintreffen, sind wir fast verwundert, wir ruhig wir hier liegen.
Kurz nachdem alles fest ist, bekommen wir Besuch von Bekannten. Wir haben uns länger nicht gesehen. Es hat uns sehr gefreut, dass wir uns mal wieder austauschen konnten!
18.07.2026, Sønderborg Lystbådehavn
Heute ist Hafentag, jedenfalls aus Sicht unserer Hanna. Gegen Mittag hole ich Nicoles neues Klapprad aus der Backskiste und fahre nach Marina Minde, steige dort in unser geparktes Auto und fahre zurück zum Sportboothafen, um Nicole und unseren Jüngsten einzusammeln. Gemeinsam fahren wir zurück nach Marina Minde bzw. Egernsund, um am Sommerhaus Gartenarbeiten zu erledigen. Gewiss, die Vorstellung von "Urlaub" sah bei uns anders aus, aber anstatt unproduktiv im Hafen zu sitzen, können wir ja auch mal ein Bisschen was wegschaffen.
Als wir nach getaner Arbeit zurück an Bord sind, ist es schon fast Abendessenszeit. Den Tag lassen wir dann ruhig an Bord ausklingen.
19.07.2026, Sønderborg Lystbådehavn - Ankerplatz in der Dyvig Bugt
Heute geht es nach Dyvig, wo Freunde von uns in der Dyvig Bådelaug festgemacht haben. Am späten Vormittag brechen wir auf und nehmen die Brückenöffnung um 10:45 Uhr. Die kurze Wartezeit vor der " Kong Christian den X's Bro" wird uns versüßt durch den wunderschönen Anblick der "Dannebrog" vor dem Sønderborg Slot. Ein gern genommenes Motiv und ein Zeichen dafür, dass sich die Königliche Familie im Gråsten Slot im Sommerurlaub aufhält.
In der Dyvig Bugt angekommen, fahren wir den Anker ein, er hält direkt beim ersten Versuch. Abends setzen wir dann mit dem Schlauchboot zum Dyvig Bådelaug über und gehen bei der "Holnis" an Bord. Doris und Kay: Danke für einen gemütlichen Abend bei Euch an Bord!
20.07.2026, Ankerplatz in der Dyvig Bugt - Kalvø Havn
Wir stehen früh auf. Unser heutiges Ziel ist Kalvø Havn in der Genner Bugt, wo wir mit Freunden verabredet sind.
Für heute sind 6 Bft aus nördlichen Richtungen angesagt, was einen Kurs direkt gegen Wind und Wellen bedeutet. Als wir dann die westliche Spitze der Insel Als umrundet haben, kommen uns Wellen entgegen, die für unseren vollbeladenen Urlaubsdampfer eine Herausforderung darstellt (rein gefühlsmäßig). Es kommen uns Böen von 14 m/s und eine Welle von deutlich über einem Meter entgegen. Der Bug unserer Hanna sinkt in die Wellentäler und schaufelt Wassermassen nach achtern. Ich bin ehrlich, das ist nicht mein Ding, oder anders ausgedrückt: Da habe ich sowas von keinen Bock drauf! Das ist kein Urlaub, dass ist schlimmer als Heckeschneiden, oder sowas! Aber es nützt nichts, umkehren ist auch keine Option. Es ist offensichtlich, dass Nicole die Situation gelassener nimmt, und auch Piet liegt unter Deck und schläft. Wir sind weit und breit die Einzigen, die genau diesen Kurs fahren. Nach gut zwei Stunden erreichen wir dann Kalvø Havn, wo wir am nördlichen Steg festmachen.
Kalvø Havn ist wirklich ein sehr schöner Hafen. Einst befand sich hier eine große Holzwerft mit Schmiede, Wohnhäusern und Anlegestelle, von der aus Dreimast-Segelschiffe in Richtung Osten segelten. Sie war der größte Arbeitsplatz der Region und zeitweise die größte Werft außerhalb Kopenhagens. Die Gebäude existieren noch heute und werden als Wohnhäuser genutzt. Im ganz östlich gelegenen Gebäude sind die Örtlichkeiten untergebracht. Nach hinten raus, gibt es eine kleine Küche mit Kühlschrank, Waschmaschinen usw. Davor ein kleiner Grillplatz mit Sitzgarnituren - wirklich wunderschön gemacht!
Gegen Mittag bekommen wir Besuch von unseren Freunden, die mit dem Auto aus Elmshorn angereist sind. Ein wunderschöner und geselliger Abend mit tollem Blick auf die Genner Bugt.
Morgen werden wir weiter Richtung Norden aufbrechen.
21. - 22.07.2026, Kalvø Havn - Bogense
Wir legen am frühen Morgen in Kalvø Havn ab. Dafür ziehen wir uns aus der Box, führen den Bug um unseren backbordseitigen Pfahl herum, so dass wir unsere Hanna daran Richtung Ausfahrt drücken können. Schließlich rollen wir die Fock aus und segeln aus der Bucht. Ziel für heute ist Middelfart. Als wir südlich von Årø sind, kommt uns ein Regattafeld mit über 40 hölzernen Traditionsseglern aus Richtung Norden entgegen - wunderschön anzusehen.
Das was am am Ende des heutigen Tages herauskommt, war so nicht geplant. Ursprünglich wollten wir ja Middelfart anlaufen, um dort eine bevorstehende Starkwindphase abzuwettern. Als wir dann aber südlich von Fænø rechts Richtung Middelfart Lystbådehavn hätten abbiegen müssen, fahren wir kurzentschlossen weiter Richtung Norden. "Zwei Doofe, ein Gedanke": Wir nutzen die nördliche Strömung und versuchen heute noch nach Bogense zu kommen. Gegen viertel vor sechs abends sind wir dann nach 9,5 Stunden und über 45 SM in Bogense. Ein schöner Hafen mit Shopping-Möglichkeiten! Wir legen uns ganz an den äußersten Steg im südwestlichen Teil des Hafens; tolle Sicht auf die Ostsee und wir können die Hafeneinfahrt einsehen.
Am darauffolgenden Tag legen wir einen "echten" Hafentag ein. Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht, aber wenn es das Wetter zulässt, soll es weiter Richtung Norden gehen.

Kalvø Badehotel Restaurant
















































































































lassen dann das Thema "militärische Sperrgebiete" im wahrsten Worte hinter uns. Sejrø ist mittlerweile an unserer Steuerbordseite. An Bord findet schon seit Stunden, auf Grund der irrwitzigen Schaukelei, nichts statt. Unsere "Kinder", Isabel ist ja schon 23 Jahre alt, sind absolut tapfer, kein Klagen, kein Murren! Ich bin nach meiner Erinnerung der Einzige an Bord, der seinem Unmut mit Hilfe verbaler Entgleisungen Platz macht. Schließlich liegt Ballen gute 6 Meilen vor uns, die Abendsonne ist herausgekommen, der Wind hat deutlich abgenommen. Wir stoppen auf, machen den Motor aus und nehmen ein kleines Bad mit 24 Metern unter dem Kiel. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, macht Nicole noch schnell leckere Pasta mit Gemüse und Hähnchen, total lecker. Wir laufen dann gegen 20 Uhr gut gesättigt in den Hafen von Ballen auf Samsø ein. Natürlich ist der Hafen voll, außerdem sind einige Stege mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet, soll heißen "reserviert". Wir finden dann im nördlichen Teil des Hafens, hinter 4 Pfählen einen Platz. Dort schieben und ziehen wir uns hinein, unter Beobachtung zahlreicher Hafenkino-Liebhaber. Immerhin, gab es nach dem Manöver positive Reaktionen, sowohl von deutschen als auch dänischen Seeleuten. 






Wir erleben eine wirklich unfassbar schöne Zeit in Kopenhagen. Unsere älteste Tochter kommt dann sogar noch extra aus Hamburg mit einem Netflixbus angereist, um uns ein paar Tage an Bord zu begleiten. Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt, mit Kanälen, moderner Architektur und bemerkenswerter Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger. In der Innenstadt dominiert eindeutig der Fahrradverkehr.










Relingsdrähten, auf dem Großbaum, Bug- und Heckkorb, unfassbar! Entsprechende Hinterlassenschaften inklusive! Die Beseitigung dieser ist dann einer unserer ersten Aufgaben für den heutigen Tag!

















