29.05.2026, Marina Minde - Gelting Mole
"Was geht?" Das ist heute die große Frage! Es ist Freitag und wir sitzen abfahrbereit in der Plicht unserer "Hanna" und wissen nicht, was wir machen sollen! Wir hätten normalerweise schon längst abgelegt, aber leider ist das Ergebnis unserer Wetterrecherche, dass heute Abend ein gewisses Gewitterrisiko besteht. Auf dem Wetterradar ist zu erkennen, dass eine massive Gewitterfront von Westen nach Osten zieht. Das spielt sich allerdings südlich von Flensburg ab.
Ich bin eigentlich immer derjenige, der behauptet, dass es nicht sein muss, vom Wetter überrascht zu werden. Es gibt ja schließlich genügend Quellen, um sich daraus einen Überblick über mögliche Risiken zu verschaffen. Ja, und trotzdem ist es so, dass wir gerade überlegen, abzulegen und zu glauben, dass wird schon passen - was wir, zumindest zeitweise, bereuen werden.
Es sind zur Zeit optimale Bedingungen: Westliche Winde der Stärke 5, locker bewölkt und angenehm warm. Freunde von uns liegen mit ihrem neuen Schiff in Gelting. Es ist einfach zu verlockend, mit Rauschefahrt die Förde hinaus zu segeln und heute Abend in bester Gesellschaft ein kühles Bier zu trinken! Gedacht getan! Im Nu ist das Stromkabel ausgesteckt und die Leinen losgeworfen. Kaum sind wir aus dem Hafen, stehen auch schon die Segel in voll Pracht und füllen sich mit mildem Westwind. Unsere "Hanna" beschleunigt auf über 6 Knoten und vor uns liegt, wenn auch noch in weiter Ferne, Kalkgrund. Die Gewitterfront südlich von Flensburg, ist Richtung Osten weitergezogen - wir wiegen uns in Sicherheit. Den Oberkörper ganz entspannt nach hinten gelehnt und auf Sitzkissen gebettet, den Arm locker auf der Pinne abgestützt, die Beine auf dem Reitbalken ruhend und die Sonnenbrille gegen gleißende Sonne auf der Nase - so sieht Zufriedenheit, mit einem kleinen Quantum Hochmut aus!
Wir sind knapp eine Seemeile hinter Langballig und es läuft echt gut! Hin und wieder gibt es einen achtlosen Kontrollblick nach hinten. Nichts Auffälliges, bis vielleicht auf die lächerliche, dunkle Tönung, die sich hinter uns, eben über der Halbinsel Holnis bildet. Aber, was soll da schon sein. Die Blicke nach hinten werden zugegebenermaßen etwas häufiger und prüfender, bis ein Erkenntnisgrad erreicht ist, der keinen weiteren Interpretationsspielraum mehr zulässt. Ein Griff zum Handy und der Blick auf das Wetterradar führen abrupt zur aufrechten Sitzhaltung und die Gedanken verschärfen sich hinsichtlich einer Abschätzung, ob uns die Gewitterzelle erwischen wird oder wir vorher in Gelting einlaufen können oder ob sich eine Wende, zurück Richtung Langballig lohnt. Auch südlich von unserer Position war zwischenzeitlich eine weitere Gewitterfront aufgezogen, die aber für uns keine Gefahr darstellt.
Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die Gewitterzelle von achtern aufzieht! Ich muss dazu sagen: Ich mag Gewitter, aber nicht wenn ich mit einem Segelboot auf dem Wasser bin und realisiere, dass um uns herum, keine anderen Segler mehr auszumachen sind! Ich kann es nicht fassen, dass wir das jetzt hier durchmachen müssen! Nicole reicht mir das Regenzeug sowie Schwimmweste. Außerdem bereiten wir den Pinnenpiloten vor. Zwischenzeitlich hat das Gewitter südlich von uns an Intensität zugelegt. Es kommen Donnerschläge, die wirklich angsteinflößend sind. Wir haben keine Chance, wir behalten den Kurs Richtung Gelting bei. Nun ist es ein Wettlauf mit der Zeit, oder, wie sich herausstellt ein Frage des Kurses, relativ zur Zugbahn der Gewitterzelle. Wir haben Glück: Die Zelle kommt zwar schnell auf, zieht aber eben nördlich von uns, ca. auf Höhe von Sonderburg, hinter uns vorbei. Das war wirklich knapp, zumal einige Donnerschläge gefühlt direkt über uns entstanden. Leider haben wir vor lauter "Aufregung" vergessen, Bilder von der Zelle zu machen.
Als wir schließlich Richtung Süden in die Geltinger Bucht abbiegen, bildete sich bereits eine neue Zelle über der Außenförde, es ist wirklich kaum zu glauben. Auch Südlich von Gelting können wir dunkle Wolkenformationen sehen. Aber, wir haben Glück im Unglück und kommen wohlbehalten in Gelting Mole an. Unserer Freunde haben uns netterweise einen Platz reserviert. Nach dem Anbinden auf Platz 309 und Ausschalten des Motors geht es auch direkt auf die OE 32 und ein bis zwei Anlegebiere werden geleert. Später finden wir dann noch einen herrlichen Platz im Außenbereich des "Fähr-Cafés Bonsberg". Ein wundervoller Abend und wir sind froh, dass wir heute losgefahren sind.
30.05.2026, Gelting Mole - Ankern vor Høruphav Havn
Der heutige Morgen ist leider erneut von großer Unsicherheit geprägt. Wir gehen erstmal zum Hafenmeisterbüro und entrichten unser Liegegeld, da gestern Abend das Büro bereits geschlossen war. Anschließend schauen wir uns etwas um, auch auf dem Wohnmobilstellplatz, auf dem wir auch schon mit unserem T3 gestanden haben. Erstaunlicherweise sind hier noch Plätze frei. Als wir zurück zum Schiff gehen, sind wir bezüglich unserer heutigen Törn-Planung immer noch nicht weiter. Es kommen bereits die ersten Böen mit 6 Bft aus Nordwest, worauf ich heute irgendwie gar keine Lust habe. Aber schließlich raffen wir uns doch auf, denn hier in Gelting zu bleiben, ist auch nicht so unser Ding. Wir entschließen uns, Høruphav anzulaufen und dort vor Anker zu gehen. Unsere Freunde wollen auch dorthin, was für sie zugleich eine Jungfernfahrt bedeutet.
Die Überfahrt läuft dann erstaunlich gut, der Wind nimmt tatsächlich etwas ab und ich muss mich sogar beschweren, dass der Wind zu schwach ist, um richtig Spaß zu haben. Einzelne Böen bringen uns dann aber immerhin auf 7,2 Knoten, aber eben nur in den Böen. Nach gut 1,5 Stunden sind wir auf Höhe von Høruphav Havn, wo wir uns vor Anker legen. Das Ankermanöver ist hier immer eine Herausforderung, da viel Seegras und starkes Gefälle von 0,7 Meter auf 10 Meter. Nach drei gescheiterten Versuchen, den Anker zum Halten zu bringen, klappt es endlich. Es ist ansonsten eine sehr schöne Stelle zum Ankern, da es viel zu sehen gibt. Wir können eine Regatta und die ein- und auslaufenden Schiffe beobachten. Neben all der Ruhe und der Entspannung ruft die Pflicht, ich muss nochmal eine Runde Joggen gehen. Die Runde entlang der drei Kiefern und dann zurück durch den Wald ist eine wirklich schöne Strecke.
Zum späten Nachmittag kommen dann nochmal Böen mit 7 Bft. Wir liegen zwar recht geschützt, aber die eine oder andere Böe schafft es dann doch, unsere "Hanna" in Bewegung zu setzen. Ein weiterer Segler ist ein Stück neben uns ebenfalls vor Anker gegangen.
Zum Abend hin setzen wir dann mit dem Schlauchboot zum Hafen über und grillen zusammen mit unseren Freunden, die im Høruphav Havn festgemacht haben.
31.05.2026, Ankern vor Høruphav Havn - Marina Minde
Kurz vor halb neun holen wir den Anker hoch und segeln bei westlichen Winden aus dem Haff. Wir schaffen es bis kurz hinter die Ecke von Kragesand, dann hat der Wind soweit nachgelassen, dass wir den Motor starten.
Gegen Mittag machen wir dann in Marina Minde fest. Gegen 14:30 treten wir die Heimfahrt an, machen aber noch einen kleinen Abstecher nach Gelting Mole, wo wir unsere Freunde hinbringen. Zum krönenden Abschluss kehren wir kurzentschlossen im "Fähr-Café Bonsberg" ein und Trinken Kaffee, dazu ein absolut leckeres Stück Torte! Das können wir sehr empfehlen!

















































































lassen dann das Thema "militärische Sperrgebiete" im wahrsten Worte hinter uns. Sejrø ist mittlerweile an unserer Steuerbordseite. An Bord findet schon seit Stunden, auf Grund der irrwitzigen Schaukelei, nichts statt. Unsere "Kinder", Isabel ist ja schon 23 Jahre alt, sind absolut tapfer, kein Klagen, kein Murren! Ich bin nach meiner Erinnerung der Einzige an Bord, der seinem Unmut mit Hilfe verbaler Entgleisungen Platz macht. Schließlich liegt Ballen gute 6 Meilen vor uns, die Abendsonne ist herausgekommen, der Wind hat deutlich abgenommen. Wir stoppen auf, machen den Motor aus und nehmen ein kleines Bad mit 24 Metern unter dem Kiel. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, macht Nicole noch schnell leckere Pasta mit Gemüse und Hähnchen, total lecker. Wir laufen dann gegen 20 Uhr gut gesättigt in den Hafen von Ballen auf Samsø ein. Natürlich ist der Hafen voll, außerdem sind einige Stege mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet, soll heißen "reserviert". Wir finden dann im nördlichen Teil des Hafens, hinter 4 Pfählen einen Platz. Dort schieben und ziehen wir uns hinein, unter Beobachtung zahlreicher Hafenkino-Liebhaber. Immerhin, gab es nach dem Manöver positive Reaktionen, sowohl von deutschen als auch dänischen Seeleuten. 






Wir erleben eine wirklich unfassbar schöne Zeit in Kopenhagen. Unsere älteste Tochter kommt dann sogar noch extra aus Hamburg mit einem Netflixbus angereist, um uns ein paar Tage an Bord zu begleiten. Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt, mit Kanälen, moderner Architektur und bemerkenswerter Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger. In der Innenstadt dominiert eindeutig der Fahrradverkehr.










Relingsdrähten, auf dem Großbaum, Bug- und Heckkorb, unfassbar! Entsprechende Hinterlassenschaften inklusive! Die Beseitigung dieser ist dann einer unserer ersten Aufgaben für den heutigen Tag!































