07.04.2026, Marina Minde - Ankern in der Skelde Vig
Nach zwei Tagen mit stürmischen Winden ( max. 53 Knoten gemessen), soll es heute und morgen wenig Wind geben. Bevor wir in See stechen können, müssen wir allerdings noch einiges erledigen. Dazu gehört das Anschlagen der Segel und das Befüllen des Frischwassertanks. Kurz vor Mittag haben wir das Notwenigste abgearbeitet und legen dann in Marina Minde ab. Direkt hinter der Hafenausfahrt machen wir den Motor gleich wieder aus und hissen die Segel. Leider nimmt der Wind weiter ab und wir machen später weniger als 1 Knoten Fahrt. Daher starten wir noch einmal den Motor und nehmen Kurs auf Skelde Vig, wo wir uns ganz im Osten der kleinen Bucht vor Anker legen. Auf der Fahrt haben wir unzählige Schweinswale gesichtet, was möglicherweise mit Heringsschwärmen, die zu dieser Jahreszeit zum Laichen in die Förde ziehen, zusammenhängen könnte.
Der Anker hält sofort in dem sandigen Untergrund. Die Luft ist ziemlich kalt, aber in der Sonne und im Windschatten der Sprayhood kann man es sehr gut aushalten. Wir heute bleiben einfach an Bord und genießen die Ruhe und zum Abend einen herrlichen
Sonnenuntergang. Es wird nochmal richtig kalt und wir sind froh, dass unsere Gasheizung wieder funktioniert. Als "Backup" hätten wir dann noch unsere neue Dieselheizung, die ich im Mai letzten Jahres eingebaut habe.
08.04.2026, Ankern in der Skelde Vig - Lanballigau - Marina Minde
Da wir während der Nacht aus Sicherheitsgründen immer die Heizung ausmachen, egal ob Heizlüfter, Gas- oder Dieselheizung, ist es am Morgen wirklich kalt unter Deck. Gegen 6 Uhr arbeite ich mich aus meiner Koje und verbinde den Gang zur Örtlichkeit mit dem Einschalter der Gasheizung. Wir haben um die 5 Grad Celsius unter Deck. Als wir kurz nach 7 Uhr aufstehen, haben wir immerhin schon wohlige 17 Grad. Draußen an Deck hat sich während der Nacht Raureif gebildet, es war definitiv unter 0 Grad.
Den Vormittag verbringen wir mit kleinen Reparaturarbeiten,
wie das Abdichten des Wasserhahns am Spülbecken sowie mit einem kleinen Landausflug. Dieser Ankerplatz bietet in Bezug auf Ausflüge nicht sehr viele Möglichkeiten. Wir spazieren die westlich der Bucht gelegene kleine Straße "Skrækkehøj" hoch bis zu einem landwirtschaftlichen Betrieb,
drehen dann aber nach einer Linkskurve wieder um. Der einzig mögliche Rundweg wäre für heute zu lang. Auf dem Rückweg haben wir einen schönen Blick auf die "Skelde Vig" und unser Schiff.
Um 14 lichten wir dann den Anker und nehmen Kurs auf Langballigau. Wir haben aus Bequemlichkeit nur die Fock ausgerollt. Der Wind mit um die 2 Beaufort aus Ost beschleunigt unsere Hanna auf gerade einmal 2,5 Knoten. Gegen 16:30 fahren wir in den noch fast leeren Hafen von
Langballigau. Unter Beobachtung zahlreicher Touristen, legen wir gleich vorne links von der Hafeneinfahrt an. Nach einem kleinen frisch aufgebrühten Kaffee, schauen wir uns ein wenig um in Langballigau. Es gibt ein neues Restaurant mit dem Namen "Green Gold Café", das in dem Gebäude des ehemaligen Kioskes direkt am Hafen, 2024 geöffnet hat. Die Bewertungen sind sehr gut, wir werden es sicher einmal ausprobieren. Heute aber haben wir uns entschieden, noch nach Marina Minde zurückzufahren, da morgen wieder viel Wind vorhergesagt ist. Außerdem ist es noch ganz schön kalt, insbesondere durch den seit heute Morgen vorherrschenden Ostwind.
Gegen 16:30 legen wir dann wieder ab und segeln mit Vollzeug Richtung Marina Minde.
Bei guten 3 Beaufort laufen wir maximal 5,9 Knoten. Wir haben den Eindruck, dass wir ziemlich schnell unterwegs sind. Liegt es am neuen Weichantifouling? Warum nicht, einfach mal daran glauben!
Gegen 17:45 sind wir dann in unserer Box in Marina Minde fest. In Marina Minde sind im Vergleich zu Langballigau deutlich mehr Schiff aus dem Winterlager zurück an ihren Liegeplätzen. Der Hafen wirkt hier schon deutlich belebter.
Nun hoffen wir in den kommenden Wochen auf etwas steigende Temperaturen. Für eine Nacht war es ok bei Minusgraden, aber für eine entspannte Zeit an Bord erhoffen wir uns demnächst zweistellige Temperaturen.