1. Mai – Sonne satt!

30.04.2026, Marina Minde

Leider kommen wir heute erst sehr spät von zu Hause los, so dass wir nach der Ankunft in Marina Minde auch nicht mehr Ablegen.

Wir verbringen einen sehr kurzweiligen Abend an Bord der „Mari Sol“, die schräg gegenüber von uns ihren Liegeplatz hat.

01.05.2026, Marina Minde - Ankerplatz gegenüber von Høruphav Havn

Gegen 8 Uhr legen wir in Marina Minde ab. Die Sonne scheint, alleine der Wind ist heute Mangelware. Wir motoren die gesamte Strecke bis zu unserem Ankerplatz im Hørup Hav. Gegenüber vom Hafen legen wir uns an der Ostseite der Halbinsel Kegnæs vor Anker.

Es ist ein wirklich schöner Tag, mit angenehmen Temperaturen und wolkenlosem Himmel. Blaues Waser, umsäumt von frühlingshaftem Grün und dazu die weißen Segel - mehr geht nicht! Von unserem Ankerplatz aus können wir die zahlreichen Segelboote mit Kurs auf den Hafen und das Haff beobachten – es ist Saisonstart, kein Zweifel! Üblicherweise haben wir bei östlichen Winden deutlich mehr Ankernachbarn, heute sind es nur zwei. Die meisten Segler fahren weiter in das Haff hinein, und legen sich, wohlwissend, dass der Wind morgen früh auf Südwest dreht, vor der nördlichen Seite der Halbinsel Kegnæs vor Anker. Wir aber wollen die Nähe zum Hafen nutzen, da wir heute noch mit Schlauchboot dorthin übersetzen wollen.

Der Tag vergeht ohne große Mühen und unser Jüngster ist entweder mit unserem Schlauchboot oder SUP unterwegs. Es gibt viel zu sehen, so fliegt ein Hubschrauber zum Greifen nahe über uns hinweg. Am Nachmittag unternehmen wir dann von unserem Ankerplatz aus einen Spaziergang. Wir gehen Richtung Norden zu der sandigen Landzunge von Kegnæs, von dort Richtung Osten und dann auf einem kleinen Pfad zur Straße „Kegnæs Færge“, die zurück zu unserem Ankerplatz führt. Eine wirklich schöne Runde mit toller Aussicht auf das Haff.

Nach dem Abendessen fahren Nicole und ich mit unserem Schlauchboot zum gegenüberliegenden Hafen. Das Haff hat an dieser Stelle eine Breite von ca. 0,5 SM. Das Wasser hat nur 8°C und ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass ein Ausfall des Außenborders oder ein Leck in einem der Luftkammern unseres kleinen Dingis keine gute Sache wäre – ich merke, ich werde älter, solche Gedanken habe ich mir früher nicht gemacht!

Der Høruphav Havn ist gut belegt und die Grillplätze gut besucht. Abermals finden wir uns auf der „Mari Sol“ ein, die vorhin mit atemberaubender Geschwindigkeit an unserem Ankerplatz vorbeigesegelt ist. Unser Besuch ist kurz, denn die Dämmerung setzt bereits ein. Bei aufsteigendem Mond, der gerade in goldenem Rot über der Halbinsel Kegnæs steht, gehen wir bei unserer „Hanna“ längsseits und steigen an Bord. Der Abend klingt dann bei laufender Gasheizung und einem Gesellschaftsspiel mit unserem Jüngsten unter Deck aus.

02.05.2026, Ankerplatz gegenüber von Høruphav Havn – Sønderborg Lystbådehavn

Ein traumhafter Morgen, heute ist es noch einmal etwas wärmer als gestern. Der Wind dreht, wie angekündigt, auf Südwest, so dass wir parallel zum Ufer liegen. Erst gegen Mittag lichten wir den Anker und kreuzen aus dem Haff heraus. Ideale Bedingungen zum Segeln: Wolkenloser Himmel, 3-4 Windstärken und dazu 21°C Außentemperatur. Nicole steuert unsere „Hanna“ mit einem hochzufriedenen Gesichtsausdruck. Wenn meine Frau glücklich ist, bin ich es auch!

Gegen viertel vor vier machen wir am ganz östlichen Steg des Sportboothafens fest. Die restliche Zeit bis zum Abendessen vergeht wie im Fluge. Das Abendessen nehmen wir abermals in unserer Plicht ein, wir genießen die Abendsonne und das Hafenambiente. Es ist diese Art des Zeitvertreibes, die ohne große Mühen vonstatten geht, wenn da nicht dieser eine Eigner auf der anderen Seite der Boxengasse wäre, der ganz offensichtlich mit seinen Winterarbeiten in Verzug geraten war. Er hat eine große Spraydose herausgeholt und beginnt, seine Sprayhood sowie Segelkleid damit zu imprägnieren. Leider weht der Wind, von uns aus gesehen, direkt aus dieser Richtung, so dass wir uns einem Sprühnebel ausgesetzt sehen, der zu einem bitteren Geschmack auf der Zunge führt. Ich bleibe zunächst ruhig und suche unsere Örtlichkeit unter Deck auf, nach dem Motto, der ist bestimmt gleich fertig. Aber als ich unter Deck ebenfalls diesen penetranten Geruch wahrnehme, steigt es in mir hoch und ich poltere wutentbrannt den Niedergang hoch, stelle mich hinten an den Heckkorb unsere Schiffes und fordere den Zeitgenossen, in zugegebenermaßen etwas unfreundlichen Ton auf, seine Arbeiten umgehend einzustellen. Zu meiner Überraschung zeigte er sich sofort einsichtig und reumütig, was im Nu jegliche Grundlage für meinen Wutausbruch entbert! Gleichzeit werde ich aufmerksam auf die ansehnliche Zahl an Zuschauern auf den Nachbarbooten. Tja, es gibt Tage, da habe ich besser dagestanden!

03.05.2026, Sønderborg Lystbådehavn - Marina Minde

Der heutige Morgen präsentiert sich in einem einheitlichen Grau, teilweise mit kräftigen Schauern. Gegen viertel vor zehn legen wir ab und motoren nach Marina Minde. Wir sind nicht die Einzigen, die den Kurs in die Förde nehmen. Das erste schöne und verlängerte Wochenende geht zu Ende.

Unser Fazit: Abermals kommen wir zu der Erkenntnis, dass sich die Arbeiten im kalten und zeitweise feuchten Winterlager lohnen und, dass wir gut beraten sind, so weiter zu machen!

 



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