Zu Kaufen: “Hol Di Ran” – Baunummer 12

Aus gesundheitlichen Gründen muss sich Peter Hellwig von seinem "Schatz" trennen. Wir haben ihn letztes Wochenende auf dem maritimen Flohmarkt "Takel und Tüdel" in Kiel getroffen. Es war ihm anzusehen, wie schwer ihm dieser Schritt fällt. Das Schiff befindet sich seit 20 Jahren in seinem Besitz.

Der Preis VHB 18.000, inklusive Weber-Trailer.

Es gibt zur Zeit nur zwei Bilder von der "Hol Di Ran". Das Schiff wurde einmal von der YACHT professionell fotografiert. Peter ist in der Klärung, ob er die Bilder zwecks Verkauf verwenden darf.

Alle weiteren Details erfahrt Ihr von Peter persönlich am Telefon unter 04641 - 988 064 (Peter Hellwig). Bei Interesse, am besten das Schiff anschauen.

Hier geht es zum Steckbrief der "Hol Di Ran", jedoch mit noch wenigen Infos:  -> Baunummer 12 – Hol Di Ran.

 

Schiff in der Halle – Die Winterarbeiten können beginnen!

03.10.2019, SVE

Gemäß Hallenplan, sind wir bald an der Reihe, unser Schiff aufzuslippen und unser Schiff in der Halle 1 auf den von unserer Hallenkommission festgelegten Platz zu verholen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Mast gelegt ist. Heute ist ein guter Tag dafür, denn wir müssen nicht arbeiten, es ist genug Wasser im Hafen und es regnet nicht. So verholen wir unser Schiff aus dem Hafenbecken 2 zum Mastenkran im Hafenbecken 1. Mit etwas Wehmut betrachten wir für Sekunden das schöne Bild, dass sich uns auf der Krückau durch die untergehende Sonne hinter uns zeigt.

Wir hatten zum Bergen des Mastes bereits alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Dazu gehört u. a. das Lösen der Wantenspanner, das Trennen der elektrischen Steckerverbindungen. Die Segel hatten wir schon im Vorwege abgeschlagen, sowie den Baum ins Mastenlager gebracht. So war das Mastlegen schnell erledigt. Im Anschluß konnten wir dann noch den Mast einwintern. Dafür werden VHF-Antenne, Windex und Windgeber demontiert und die Wanten sowie das Achterstag abgeschlagen. Die am Mast verbleibenden Fallen sowie die Rollfockanlage werden mit Leinen am Mast verzurrt. Dann verholen wir den Mast ins Mastenlager.

Wann genau unser Slipptermin ist, hängt unter anderem von der Tide in den nächsten Tagen ab. Es ist schon absehbar, dass aufgrund des vorhergesagten Ostwindes, möglicherweise einige Tage kein Slippbetrieb stattfinden kann – wir werden sehen.

12.10.2019, SVE

Wir haben Westwind und Springtide! Das bedeutet genug Wasser im Hafen. Heute gehen drei Schiffe des Typs Delphin 66 aus dem Wasser: Drommel (Baunummer 7), Damian (Baunummer 5) und unsere Hanna (Baunummer 9). Das Ganze geht wirklich schnell und reibungslos von statten. Wir sind sehr gespannt, wie unser Unterwasserschiff aussieht. Das Ergebnis ist im Bild zu sehen. Im oberen Bereich des Unterwasserschiffes sind nur ganz wenig Pocken. Dafür ist unten am Kiel umso mehr davon zu finden. Ich kann mich mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser Bewuchs dafür verantwortlich ist, dass wir bei der „Grüner Mann Regatta“ spürbar langsamer unterwegs waren, als das Schwesterschiff mit der Baunummer 7.

Wir haben im Verein einen sehr leistungsfähigen Hochdruckreiniger. Trotzdem lassen sich die widerspenstigen Pocken nur schwer damit entfernen. Aber wir geben nicht auf und machen so lange weiter, bis das Zeug unten am Boden liegt.

Schließlich schieben wir unsere Hanna mit einigen Vereinskameraden hoch in die Halle und versetzen es mit den Querrädern zur rechten Seite von den Schienen. Alles läuft leicht von der Hand, bis auf die Lagerbolzen der Räder unseres Slippwagens. Die Bolzen lassen sich nur schwer herausziehen. Logischerweise muss ich mir entsprechende und sehr nachvollziehbare Kommentare von unseren Vereinskameraden anhören – hier muss ich ran. Ich werde sie im Winterlager entfetten und dann mit neuem Fett versehen.

Unser Schiff steht nun in der Halle und die Wintersaison kann kommen. Nicole nimmt schon die ersten Holzteile mit nach Hause, um sie dort anzuschleifen und überzulackieren – Die Zeit bis zum Frühjahr ist schließlich kurz und die To Do-Liste lang.

“Grüner Mann Regatta”

20.09.2019, SVE - W.Y.K.

20.09.2019, SVE – W.Y.K.

Das bevorstehende Wochenende steht ganz im Zeichen der "Grüner Mann Regatta". Beim „Grünen Mann“ handelt es sich um ein dreibeiniges Seezeichen, dass das Ende einer Buhne markiert. Diese hat man tunlichst an Steuerbord zu lassen. Andernfalls fährt man auf den teilweise überfluteten Steinwall auf. Die „Grüner Mann Regatta“ ist eine Vereinsregatta, die jedes Jahr im September, an einem Samstag vom WSV, Kollmar, W.Y.K. und unserem Verein, dem SVE ausgetragen wird. Bei der Terminplanung sind die sich natürlicherweise ändernden Gezeiten zu berücksichtigen. Die Steuermannbesprechung findet immer am Abend vorher statt.

Heute ist recht spät Hochwasser, genauer gesagt um 20:20 Uhr. Üblicherweise kommen wir bei normal auflaufendem Hochwasser ca. 2 Stunden vorher los. Heute schaffen wir es leider erst gegen 19:30 vom Platz. Da wir den Sommer über in unserem Verein mit Abwesenheit geglänzt haben, sammelt sich durch das tägliche Absinken von Sedimenten bei Hochwasser (also keine Fließgeschwindigkeit mehr) Schlick auf unserem Liegeplatz. Als unsere Hanna dann aber endlich etwas aufschwimmt, starten wir den Motor und spülen unseren Platz mit laufender Schiffsschraube. Das bringt ordentlich was, wie wir am Sonntag bei Ebbe feststellen werden.

Als wir schließlich auf der Krückau sind, wird es dann auch schon recht schnell dunkel – ich montiere unsere Positionslaterne. Diese bewährt sich dann auch wenige Augenblicke später: Bei Spieckerhörn legt gerade ein Motorboot ab und wendet ca. 50 Meter vor uns, um dann Richtung Krückaumündung zu fahren. Hätten wir nicht erwartet, um diese Uhrzeit und bei der Dunkelheit. Gegen 20:30 sind wir dann im Hafen der W.Y.K. fest. Zur Steuermannbesprechung kommen wir zwar zu spät, ist aber egal, schließlich bekommen wir das Wichtigste von unseren Vereinskameraden mitgeteilt. Die Steuermannbesprechung ist immer schon eine sehr gesellige Veranstaltung. Man freut sich gemeinsam auf den morgigen Tag, zumal schönes Wetter vorhergesagt ist. Einziger Wermutstropfen: Morgen ist Flaute!

Um ehrlich zu sein – ich hatte mit dem Gedanken gespielt, unsere Hanna vorher noch einmal kurz aus dem Wasser zu holen, um sie von Bewuchs zu befreien. Aber angesichts der bescheidenen Windvorhersage, habe ich es schließlich sein lassen. Vielleicht treiben wir sogar mit dem erhöhten Widerstand noch etwas schneller mit der auflaufenden bzw. ablaufenden Tide.

21.09.2019, Regattatag – Hafen der W.Y.K.

Gegen 8:30 herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Die Tore des Hafens sind für die Durchfahrt in die Krückau geöffnet. Es ist ein wunderschöner Morgen bei wolkenlosem Himmel. Da die Regatta erst um 13:30 startet, legen sich die Regattateilnehmer bei der Insel Pagensand vor Anker. Man hat genug Zeit, um zu frühstücken und Vorbereitungen für die Regatta zu treffen.

Der Start ist dann recht unspektakulär. Es ist wirklich mehr ein Treiben als Segeln und wir fragen uns, wie wir zur Tonne vor der Rhinplatte (Wendetonne), geschweige denn, das Ganze wieder zurück schaffen sollen. Die Fahrt durchs Wasser ist zeitweise gleich Null. Allerdings erreichen wir durch das ablaufende Wasser teilweise 3 Knoten über Grund. Dennoch schaffen wir die Wendetonne nicht - wir sind glücklicherweise nicht die Einzigen. Die Regattaleitung entscheidet sich dann, ein Motorboot als treibende Tonne einzusetzen. So werden Alle diejenigen Regattateilnehmer belohnt, die durchgehalten haben. Zwischenzeitlich ist ein Hauch von Wind aufgekommen und wir können sogar ein wenig Fahrt durchs Wasser verbuchen. Leider werden wir dann von einem unserer Schwesterschiffe - man kann schon fast sagen - „stehen gelassen“. Die „Drommel“, Baunummer 7, zieht so an uns vorbei. Da hilft auch kein Ziehen oder Zerren an irgendwelchen Schoten. Wie geht das, fragen wir uns! Ich bin mir sicher, dass es nicht nur an dem Schlauchboot liegt, dass wir vorne auf dem Vorschiff fahren. Es wird auch nicht nur an unserem deutlich kleineren und für Schwerwetter ausgelegten Vorsegel liegen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Bewuchs unseres Unterwasserschiffes einen Anteil an der Misere hat. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, was uns erwartet, wenn wir das Schiff, zum Verholen ins Winterlager, aus dem Wasser slippen – wir werden berichten.

Das mit dem Schlauchboot ist auch so eine Sache. Der Sinn, das sperrige Teil auf dem Vorschiff mitzufahren, hat sich so manchem Kontrahenten nicht auf Anhieb erschlossen – kann es auch nicht. Ich musste im Vorwege ohnehin ganz kleine Brötchen backen, um es überhaupt mitnehmen zu dürfen (verständlicherweise!) – sprich, die Skipperin war ganz und gar nicht von dieser Idee begeistert. Es war halt nur so, dass ich mit dem Gedanken gespielt hatte, während der Regatta vorübergehend von Bord zu gehen, um einer wichtigen Veranstaltung von unseren mittleren Tochter beiwohnen zu können. Aber es war zeitlich alles zu knapp, so dass ich schließlich an Bord geblieben bin – war wohl auch besser so!

Gegen halb sechs lassen wir die Ziellinie hinter uns und legen uns wieder vor der Insel Pagensand vor Anker. Genau der richtige Zeitpunkt, um bei Sonnenschein und außergewöhnlich warmen Temperaturen, auf unserem Vorschiff mit toller Sicht auf die Elbe und das große Ankerfeld, auf eine erfolgreiche Teilnahme an der „Grüner Mann Regatta“ anzustoßen. „Erfolgreich“ heißt in diesem Fall, dass wir überhaupt durchgehalten haben, auch wenn wir uns hin und wieder eher als Treibgut gefühlt haben.

Bei zunehmender Tide können wir schließlich in die Krückau hineinfahren. Durch die tiefstehende Abendsonne entstehen wunderschöne Fotomotive. Trotz stauartigen Zuständen auf der Krückau, vor den Hafentoren der W.Y.K., bleiben Alle gelassen und das zeitgleiche Anlegen ist gekennzeichnet von gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft beim Anlegen. Zur anschließenden Siegerehrung wird traditionell gegrillt. Das Ganze ist schon fast professionell durchorganisiert – das macht Spaß. So wird es ein sehr geselliger Abend. Unser Sohn zeigt sich mit einem gleichaltrigen Vereinskameraden äußerst hilfsbereit. Die beiden kümmern sich später um die leergetrunkenen Gläser, die sie einsammeln und abwaschen. Die Beiden arbeiten zügig und konzentriert – kein einziges Glas geht zu Bruch!

Leider müssen wir morgen früh aufstehen, da das Morgenhochwasser in Elmshorn gegen 9 Uhr, und auch unter Normal aufläuft.

22.09.2019, Hafen der W.Y.K. – SVE

Gegen 7:30 stehen wir dann auf und gießen uns erst einmal einen Kaffee auf. Dann sehen wir zu, dass wir, sowie die Tore zur Krückau aufgehen, loskommen. In unserem Hafen bleiben wir dann vor unserem Liegeplatz stecken, so dass wir im Prinzip die Einfahrt für unsere nachkommenden Vereinskameraden versperren. Wie wir bei uns im Verein sagen „Alles eine Frage der Maschinenkraft“, geben wir einige Male vor und zurück. Schließlich fahren wir mit Anlauf und fast 3.000 U/min in die Box. Zwei Vereinskameraden unterstützen uns netterweise mit einer ausgebrachten Vorleine und ziehen uns in unsere Box. Bei Niedrigwasser können wir das Ergebnis unserer Spülaktion von Freitag bzw. heute erkennen.

Zum krönenden Abschluss dieses schönen Regatta-Wochenendes frühstücken wir gemeinsam im Vereinsraum.




Rückführung 2019 – Teil 1

06.09.2019, Fahrdorf - Ankerbucht Buke-Noor (Schlei)

Die Wettervorhersage für dieses Wochenende ist miserabel: Fast nur Regen und Kälte. Dennoch machen wir uns heute auf den Weg zur "Hanna", denn wir wollen unser Schiff zurück in unseren Heimathafen SVE überführen – wir haben ja eine Heizung, kann also auch ganz gemütlich werden.

In Fahrdorf angekommen, beeilen wir uns, loszukommen. Wir motoren bei ausgerollter Fock gute sechs Knoten. Dafür, dass wir Böen bis 7 Beaufort mit unserem Vorsegel einfangen und unsere Maschine ca. 2.300 U/min dreht, sind wir eigentlich zu langsam – Bewuchs?

Es ist kaum was los auf der Schlei. Auf der Großen Breite kommt uns dann ein Katamaran mit schneller Fahrt entgegen. Es ist viel Wind. Ein kleines Stück neben uns erwischt es den Kat und kentert. Wir behalten den Havaristen im Auge. Es dauert ziemlich lange, bis die beiden Segler den Kat wieder aufgerichtet haben, just in dem Moment, als wir uns entschließen, umzudrehen.

Wir wollen heute mindestens noch die Lindaunis-Brücke passieren, damit wir morgen nur noch die Klappbrücke in Kappeln zu nehmen haben. Erst als wir schließlich im Buke-Noor am Haken liegen, fängt es leicht an zu regnen – wir hatten wieder einmal Glück gehabt, bzw. unser eiliges Ablegen hat sich ausgezahlt. Nicole hat sogar noch geschafft, das Sonnensegel (hier: gegen Regen) über den Baum zu spannen, so dass wir schön gemütlich unter der Sprayhood sitzen können – genial, insbesondere diese wunderbare Ruhe!

07.09.2019, Ankerbucht Buke-Noor – Kiel Holtenau

Wir stehen um sechs Uhr auf – und das, an einem Wochenende - muss man mögen und als Nichtsegler würde man sicher niemals freiwillig um diese Uhrzeit sein Bett verlassen. Wir trinken noch schnell einen frisch aufgebrühten Kaffe (ein Hochgenuss am frühen Morgen) und holen eine halbe Stunde später den Anker hoch. Wir wollen die Brückenöffnung um 7:45 Uhr in Kapplen bekommen, denn für nachmittags ist Gewitter vorhergesagt – das wollen wir möglichst umschiffen. Heute Morgen scheint sogar noch die Sonne – wunderschöne Morgenstimmung!

Gegen Mittag erreichen wir Kiel Holtenau. Wir legen uns gleich ganz vorne, an den inneren Steg. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Förde und vorteilhafterweise auch auf die Signalmasten für das Einlaufen in die Schleuse. Der äußere Steg wird derzeit rückgebaut. Wie wir vom Hafenmeister am nächsten Morgen um kurz nach 7 Uhr erfahren, gab es einen Hochwasserschaden und die Bezuschussung vom Land SH wurde eingestellt; der Status „Schutzhafen“ aberkannt. Das finden wir sehr schade.

Am Abend kommen Freunde von uns und legen sich mit ihrer Bianca 27 vor uns, längsseits an den baufälligen Rest des noch nicht rückgebauten Teils der Steganlage.

08.09.2019, Kiel Holtenau – Rendsburg Stadthafen

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Der erste Blick, nachdem man am frühen Morgen aus der Koje gekrabbelt ist, richtet sich automatisch auf die Signalmasten. Üblicherweise kreisen selbst in den frühen Morgenstunden schon Sportboote im Wartebereich umher, in der Erwartung, jeden Moment das Signal „unterbrochen weiß“ zum Einlaufen in die Schleuse zu erhalten. Das führt dann immer dazu, dass ich hektisch in meine Klamotten steige, den Motor starte, schnell die Leinen lostütel, um dann Hals über Kopf abzulegen. So auch heute. Auch unsere Freunde stehen schon so früh in den Startlöchern, so dass wir zwanzig nach 7 Uhr ebenfalls im Wartebereich hin- und herkreuzen. Hätten wir gewußt, dass wir erst gegen Mittag (gut 5 Stunden Wartezeit!) in die große Schleuse einlaufen können, wären wir noch in den Kojen geblieben!

Als die erste Stunde verstrichen ist, kommt eines unserer Schwesterschiffe, die „Damian“ (Vereinsschiff vom SVE) auf uns zu. Ein guter Freund von uns ist an der Pinne. Wirklich großer Zufall, denn die Crew ist aus Travemünde gestartet und überführt ebenfalls an diesem Wochenende zu unserem gemeinsamen Heimathafen SVE. Wir hatten mit der Bianca 27 bereits ein „treibendes Zweierpäckchen“ gebildet – nun wird es ein Dreierpäckchen. So wird aus der Not die Tugend. Wir trinken gemeinsam Kaffee und kommen ins Quatschen – wir haben eine tolle Zeit!

Auf Kanal 12 verfolgen wir den Schleusenfunk und bekommen erst nach ca. zwei
Stunden den entscheidenden Funkspruch von der Schleusenwarte zu hören: Nebel auf dem NOK, das Befahren des NOK derzeit nicht zulässig - dass kann noch dauern! Wir lösen unser Dreiepäckchen auf, und machen
am Tiessenkai fest. Da die „Damian“ Motorprobleme hat, nehmen wir sie in Schlepp. Gegen Mittag dann kommt über Kanal 12 der entscheidende Hinweis für die Sportboote zum baldigen Einlaufen in die Schleusenkammer. Es ist klar, dass es enorm voll wird. Es sind nämlich schon drei große Feeder bzw. Frachter in die Schleuse gefahren. Außerdem ein Schlepper und ein großer Traditionssegler. Dazu sind bestimmt 30 Sportboote, auch darunter größere Schiffe mit über 60 Fuß sowie Katamarane und Trimarane - das gibt ein Hauen und Stechen! Bereits im Vorwege wurde über Funk Unmut über die langen Wartezeit geäußert. Wir entschließen uns, als Letzte in die Kammer zu fahren – das war definitiv die richtige Entscheidung!

Nach dem Auslaufen aus der Schleuse trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Hier kommt endlich mal der Vorzug unseres Delphins zum tragen: Wir laufen trotz Bewuchses am Unterwasserschiff um die 6,2 Knoten. Wir lassen viele Schiffe, auch größere, hinter uns.

Beim Einbiegen in die Obereider sehen wir eine imposante Motoryacht am Anleger der Nobiskrug-Werft.

In Rendsburg sind wir kaum fest, da kommt schon unser lieber Freund aus Fahrdorf und bringt uns nach zu unserem Auto. Wir bekommen sogar noch etwas Leckeres zu Essen (danke Anja!), dann brechen wir auf nach Elmshorn. Nächstes Wochenende soll es dann, wenn nichts dazwischen kommt, weitergehen.





Auf der Schlei: Chillen und Relaxen

02.08.2019, Fahrdorf - Missunder Noor

Von Fahrdorf aus brechen wir am frühen Abend gemeinsam mit unseren Segelfreunden auf. Da es schon spät ist, laufen wir das Missunder Noor an - ca. eine Stunde Fahrt unter Motor; es ist gar kein Wind. Das Missunder Noor ist ein wunderschöner Platz zum Ankern. Die Schlei hat heute knapp 23 °C, so dass wir erst einmal ein Bad nehmen - traumhaft. Im Anschluss gibt es bei warmer Sommerluft und wunderschönem Blick auf das Missunder Noor Sushi und dazu ein kühles Bier -  Es braucht nicht viel!

Noch vor Sonnenuntergang fahren wir dem Schlauchboot an Land und besteigen eine kleine Anhöhe. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf das Missunder Noor.


 

 

 

 

 

03.08.2019, Missunder Noor ("Ankertag")

Von unserem ursprünglichen, gemeinsamen Plan, heute nach Arnis zu fahren, kehren wir ab. Wir bleiben einfach hier vor Anker -  eine für uns ungewöhnliche aber goldrichtige Entscheidung. Oft überwiegen bei uns Tatendrang und Aufbruchstimmung. Aber wir bereuen es keinen Moment, den Anker im Grund der Schlei gelassen zu haben. Wir verbringen den Tag mit Baden, Lesen, Chillen - komisches Gefühl, aber geht auch!

04.08.2019, Missunder Noor - Fahrdorf

Gegen Mittag muss ich heute mit Piet am Bahnhof in Schleswig sein, um dort unsere beiden Töchter abzuholen, denn ich hatte versprochen, mit den Kindern zum Campen nach Rømø zu fahren. Dafür habe Montag und Dienstag Urlaub genommen.

Am frühen Morgen ist das Noor noch in dichten Nebel getaucht  (etwa erste Anzeichen für den Herbst??), der sich dann jedoch zügig auflöst. Zum morgentlichen Kaffee setzt sich dann bereits die Sonne durch. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Klönschnack mit unseren Ankernachbarn von Plicht zu Plicht, lichten wir den Anker und motoren zurück nach Fahrdorf.


Sommerurlaub 2019 – Bringen wir`s zu Ende

23.07.2019, Lundeborg - Ankerbucht bei Ærøskøbing

Am heutigen Morgen hilft uns die Sonne, um aus den Kojen zu kommen. Im Hafen von Lundeborg verholen wir uns kurz an die Tankstelle zum Auffüllen unseres Dieseltanks und nehmen dann Kurs auf die Ankerbucht bei Ærøskøbing. Dabei durchfahren wir den wunderschönen Svendborgsund, der von wunderschöner Natur und prachtvollen Anwesen gesäumt wird und durch die tiefstehende Morgensonne ein beeindruckendes Farbenspiel ergibt. Die vielen weißen Segel auf dem Sund tun ihr Übriges dazu.

Gegen Mittag erreichen wir dann die idyllische Bucht bei Ærøskøbing. Hier liegen bestimmt 20 Segel- sowie einige Motorboote vor Anker. Kein Wunder, denn die Sonne scheint, es ist warm, das Wasser ist glasklar und wir können beim Ankern wieder einmal jedes Sandkorn auf dem Ankergrund erkennen –traumhaft! Da ist es egal, dass der Wind (2-3 Beaufort) aus West, also auflandig weht. Wir fahren den Anker gründlich ein und geben ausreichend Ankerkette. Die Sache hat leider einen anderen Haken: Das Wasser ist voller Feuerquallen, die zum Teil unberechenbar lange Tentakeln haben. Das ist auch der Grund, warum Niemand vom Schiff aus ins Wasser geht, schade! Wir müssen mit dem Schlauchboot an Land fahren und im seichten Wasser baden. Unsere Kinder sind mittlerweile soweit, dass sie alleine mit dem Schlauchboot und Außenborder unterwegs sein können. Das ist die Gelegenheit, mich um unsere defekte, backbordseitige Winsch zu kümmern. Diese war bereits kurz nach dem Start unseres Urlaubes kaputtgegangen (siehe Beitrag: Sommerurlaub 2019 – Reparatur unserer Winsch an Backbord).

Am frühen Abend fahren wir Alle mit dem Schlauchboot - mangels Platz, in zwei Etappen – erneut an den Strand um beim Netto in Ærøskøbing einzukaufen. Auch das inzwischen angesammelte, dänische Leergut nehmen wir mit. Der Hafen ist voll bis zum Anschlag. Hier regt sich auch kein Lüftchen mehr, es ist sehr warm, fast stickig. Wir sind froh vor Anker zu liegen, da hat man in der Regel bei geöffneter Luke im Vorschiff wenigstens einen kleinen Windzug.

Auch der Netto ist logischerweise gut besucht. Wir versuchen möglichst schnell, wenigstens das Notwendigste mitzunehmen, denn auch unser Nachwuchs, vor Allem der Jüngste, wird langsam ungehalten – man hat Hunger, Durst und ist müde (Top-Bedingungen für einen entspannten Einkauf bei Hitze und überfülltem Einkaufsmarkt). Der Weg zurück zum Schiff wird dann zur nächsten Herausforderung, denn wir haben für fünf Personen eingekauft, einschließlich mehrerer 2L-Flaschen, die nicht nur schwer, sondern auch unhandlich sind. Letztendlich landet Alles heil an Bord und wir können zu Abend essen. Unsere mittlerweile obligatorisch gewordene Vorspeise, bestehend aus sauren Gurken, Oliven, Schwarzbrot-Ships usw. servieren wir auf einem kleinen Tablett auf unserem Vorschiff, auf dem wir mit fünf Personen gerade so hinpassen. Wir haben dabei einen wunderbaren Blick auf die tiefstehende Abendsonne, die sich langsam dem Horizont nähert. Von hier können wir dann einen traumhaften Sonnenuntergang erleben, da die Bucht nach Nord-Westen hin geöffnet ist – wirklich sehr schön!

24.07.2019, Ankerbucht bei Ærøskøbing – Marstal

Die Nacht war sehr ruhig und der Wind hat auf Ost gedreht. Marstal ist für uns, so wie schon häufiger, der Absprunghafen, hinüber nach Deutschland in die Schlei. Der Hafen ist natürlich auch gut gefüllt. Dass wir hier noch einen schönen Liegeplatz bekommen, ist der Tatsache geschuldet, dass wir bereits gegen Mittag eintreffen. Es ist der Zeitpunkt, wo viele Segler ablegen oder gerade abgelegt haben. Der Tag vergeht mit Baden und „Chillen“. Abends grillen wir. Nicole und ich bekommen dann später eine kleine Auszeit. Die beiden Großen kümmern sich um den Kleinsten und wir besuchen unsere Vereinskameraden Ebbe und Manfred. Wir freuen uns sehr, die Beiden zu sehen und verbringen einen gemütlichen Abend mit den erfahrenen Seglern.

25.07.2019, Marstal – Schleimünde – Ankerplatz gegenüber Maasholm – Ankerbucht „Wormshöfter Noor“

Wir legen gegen 8 Uhr ab. Der Rest der Crew liegt noch in den Kojen. Der Wind weht günstig aus Süd-Ost, so dass wir bis Schleimünde segeln können. Wir machen an dem innersten Steg, längsseits fest. Wir wollen heute Abend, zur Feier des Tages, in die „Giftbude“ einkehren. Durch die vielen Ankernächte, gibt unser Urlaubsbudget solch einen Luxus her. Doch leider können bzw. wollen wir dann nicht bleiben, denn dieser Liegeplatz ist nicht frei und die andern Liegeplätze sagen uns gar nicht zu, da bei dem derzeitigen Süd-Ost-Wind ein beachtlicher Schwell in den Hafen läuft. Wir legen wieder ab und legen uns, gegenüber von Maasholm vor Anker, um dort zu Baden. Das Badevergnügen ist allerdings eingeschränkt, da auch hier Feuerquallen zu sichten sind. Nur unter Aufsicht steigen
unsere Kinder in das sedimenthaltige Wasser. Zum Abend hin verholen wir uns in das gegenüberliegende „Wormshöfter Noor“. Hier ist bereits ein beachtliches Ankerfeld entstanden. Wie es so unsere Art ist, legen wir uns ganz vorne, sehr nahe zum Ufer, vor Anker. Gerade als wir das Eisen eingefahren haben und uns für den Landgang rüsten wollen, winkt uns Bernd von Land aus zu – was für ein Zufall! Wir besuchen ihn und seine Frau nach dem Abendessen auf ihrem Schiff im Hafen von Maasholm. Es wird sehr lustig an Bord; im Grunde werden wir richtig albern - so denken jedenfalls unsere Kinder, aber ich habe beobachtet, dass sie manchmal mitgelacht haben!

Das Abendessen ist wirklich ein „Highlight“, daher gehe noch einmal kurz darauf ein: Wir kehren in das direkt am Ufer zum „Wormshöfter Noor“ gelegene Restaurant und Hotel „Am Schleieck“ ein. Wir bekommen einen Platz auf der Terrasse und haben eine traumhafte Sicht auf das Noor sowie auf unsere „Hanna“. Der Wind hat inzwischen ordentlich zugenommen. Trotzdem brauchen wir Schatten, denn die Sonne brennt uns auf die Köpfe. Wir klappen den am Tisch stehenden Sonnenschirm entgegen aller Vernunft auf. Natürlich droht der Schirm schon nach kurzer Zeit umzukippen. Nicole hält den Schirm eine Weile mit der Hand fest. Dann haben wir die Schnauze voll und binden mit einer eigens dafür, von unserer mittleren Tochter von Bord geholten Leine, an unseren Stühlen fest. Wir ernten fragende Blicke von anderen Besuchern. Das Essen schmeckt uns Allen ausgezeichnet und auch die Preise finden wir in Ordnung – das machen wir bestimmt wieder!

26.07.2019, Ankerbucht „Wormshöfter Noor“ – Kappeln – Ankerplatz „Buke-Noor“

Am frühen Vormittag lichten wir den Anker und segeln nur mit ausgerollter Fock nach Kappeln, wo wir uns in eine freie Box legen. Unsere Segelfreunde kommen später nach. Wir versorgen uns mit Lebensmitteln, um für die letzte Ankernacht in unserem Urlaub gewappnet zu sein. Ich komme mit unserem Liegeplatznachbarn an Steuerbord ins Gespräch. Er ist ein dänischer Kaufmann und sucht ein Zertifizierungsunternehmen für ein von ihm entwickeltes Produkt für den Bereich Haustechnik – sehr interessant. Ich versichere ihm, dass ich mich diesbezüglich mit meinem Arbeitgeber in Verbindung setze.

Wir wollen dann um 14:45 die Klappbrücke bei Kappeln nehmen. Wir sind spät dran und legen Hals über Kopf um 14:40 ab. Auf beiden Seiten der Klappbrücke kreuzen viele Segler und auch Motorboote in Erwartung der Brückenöffnung auf und ab. Es ist kaum Platz, um aus der Box zu kommen. Als wir uns gerade in die Warteschlange eingereiht haben, fällt mir ein, dass ich dem Dänen meine Visitenkarte zukommen lassen wollte, nachdem er mir seine gegeben hatte. Ich bitte Nicole, noch einmal umzukehren, damit ich die Karte noch irgendwie im Vorbeifahren übergeben kann. Während sich die Brücke bereits öffnet, steuert Nicole unser Schiff in die entgegengesetzte Richtung, um sich ganz am Ende der sich auf die geöffnete Klappbrücke zufahrenden Boote einzureihen. Ich haste unter Deck, um eine Visitenkarte aus meinem Portemonnaie zu holen. Diese lege ich in einen Müllbeutel, den ich aufpuste und oben zubinde und oben an Deck, an unserem Bootshaken befestige. Als wir uns dem Dänen auf seinem Segelboot nähern, versuche ich bei kleiner Fahrt, den Beutel zu übergeben. Leider sind sowohl meine Arme als auch der Bootshaken in Summe zu kurz. Geistesgegenwärtig kommt mir eine nette Dame auf einem stattlichen Motorboot, das zwei Plätze weiter, an unserer Backbordseite gelegen hatte, zur Hilfe. Sie stellt sich auf die hydraulisch betätigte Badeplattform ihrer Luxusjacht und schafft es tatsächlich, den Beutel mit der Visitenkarte vom Haken zu nehmen – wirklich toller Einsatz! Selbstverständlich boten wir mit dieser Aktion allerfeinstes Hafenkino, nicht nur für die vielen Freizeitskipper auf ihren Schiffen, sondern auch für die Menschenmassen an Land, die in Kappeln auf Uferpromenade entlangflanierten.

Hinter der Klappbrücke rollen wir dann die Fock aus und segeln ohne Maschine - anfangs hoch am Wind, später mit achterlichem Wind - die Schlei hinauf und unseren Bekannten hinterher. Im „Buke Noor“, mit Sicht auf die Lindaunisbrücke, legen wir uns mit unseren Segelfreunden im Päckchen vor Anker. Die Schlei hat hier 24 °C und wir springen erst einmal Alle ins Wasser – herrlich, wir haben richtig Spaß, die Kinder freuen sich riesig und das Alles ohne Feuerquallen!

Als wir abends an Bord zusammen grillen, werden wir auf einen unfassbaren und merkwürdig klingenden Lärm aufmerksam. Dieser kommt von einem der angrenzenden Felder. Wir vermuten zunächst einen Mähdrescher, der sich, noch nicht sichtbar, hinter dem Hügel, dem Ufer und uns nähert. Aber ehrlich gesagt, das Geräusch war einfach zu brachial für einen einfachen Mähdrescher! Als der Lärm immer lauter wird, tritt ein außergewöhnliches Gerät am oberen Punkt des Hügels in Erscheinung: Es handelt sich um einen Trecker, der irgendwie seitlich, ein furchteinflößendes Häckselwerk mit einem Durchmesser von bestimmt 4 Metern montiert hat und damit an dem das Feld säumenden Knick entlangfährt. Auf dem Führerhaus ist eine große, mit Überstand versehene Metallplatte montiert. Dieses furchterregende Häckselwerk besteht aus irgendwelchen überdimensionalen Klingen oder Ketten, die bei dieser beeindruckenden Rotationsgeschwindigkeit ohne Weiteres in der Lage sind, armdicke Äste zu durchschlagen. Diese werden dann `zig Meter in die Luft geschleudert. Auf diese Weise wird der mit vielen und hohen Bäumen bewachsene Knick, der eine Länge von einigen hundert Metern aufweist, innerhalb weniger Minuten zurechtgestutzt. Staunend und ungläubig beobachten wir das Geschehen. Wir denken an Tiere oder auch Menschen, die in der Nähe dieses mörderischen Gerätes geraten. Kann so eine Vorrichtung mit frei rotierenden Klingen oder Ketten in diesen Dimensionen und ohne jegliche Schutzeinrichtungen zulässig sein? Ich bin mir sicher, dass das Teil nicht gerade im Baumarkt zu bekommen ist, sondern ein Eigenbau sein muss – unfassbar!

27.07.2019, Ankerplatz „Buke-Noor“ – Fahrdorf

Heute ist der schlimmste Tag des Urlaubs: Es ist der Letzte! Bringen wir es zu Ende!

Gegen halb neun lichten wir den Anker und segeln nur mit ausgerollter Fock bei mit Böen 7 Beaufort nach Fahrdorf.

Ein unglaublich schöner und ereignisreicher Urlaub geht zu Ende. Dieses Jahr haben wir sehr viel schöne Ankernächte verbracht und auch das erste Mal drei Nächte mit allen unseren Kindern. Dass das, auf so engem Raum so harmonisch funktioniert, ist nicht selbstverständlich – wir wissen es zu schätzen, unsere Kinder können echte Goldschätze sein!