Virales Abslippen!

Samstag, 17.04.2021, SVE

Nach langen Wochen/Monaten des Wartens kommt nun heute unverhofft Bewegung in die Bootshalle. Als wir am frühen Abend auf das Vereinsgelände fahren, sind unsere Nachbarschiffe auf ihren Slipwagen schon vor dem Hallentor und bereit zum Abslippen - ein großartiger Anblick! Nicole und ich machen uns sofort an die Arbeit: Wir gehen in der Bootshalle zu unserem Schiff und machen uns daran, dieses auf unserem Slipwagen stehend quer in Richtung der Schienen zu schieben. Das ist zu Zweit zwar nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, aber ich will unbedingt wissen, ob es notfalls auch alleine geht. Unser Slipwagen ist recht leichtgängig und wir können diesen mitsamt unserem Schiff, das gut sechs Tonnen wiegt, per Hand verschieben. Als wir allerdings die Schienen erreichen, wird es schwierig: Wir haben zum Schutz der Schienen, Bleche auf dieselben gelegt. Es ist unmöglich die schwere Last des Slipwagens mitsamt dem Schiff auf die mehrere Millimeter starken Bleche hoch zu schieben. Ohne Hilfsmittel haben wir keine Chance! Unter Zuhilfenahme eines Wuchtbaumes, sowie einer Kurbelwinde, die wir schräg an den Slipwagen ansetzen, schaffen wir es schließlich, den Slipwagen über den Schienen zu positionieren. Mithilfe zweier Kurbelwinden, die wir erst vorne un dann hinten am Slipwagen ansetzen, bauen wir die Querräder aus und setzen den Slipwagen auf die Schienen. Insgesamt dauert das ganze nicht viel länger als 45 Minuten und wir haben unser Schiff in der Halle vor das geschlossene Tor geschoben - genial!

Dann geht eigentlich Alles ganz schnell. Das erste Schiff gleitet bei auflaufender Tide ins Wasser, danach folgt wenig später das nächste. Wir arbeiten Alle Hand in Hand - das macht richtig Spaß! Der Virus (Segelvirus!) hat uns vollends gepackt. Als der Rumpf unseres Schiffes das Wasser berührt, steigt der Adrenalinpegel! Sowie unsere Hanna schwimmt, startet Nicole den Motor. Wir verholen uns zu unserem Liegeplatz. Wir können unser Glück kaum fassen! Der Hafen des SVE ist wirklich sehr schön - eigentlich könnte man hier auch Urlaub machen!

Montag, 18.04.2021, SVE

Gegen 21 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn. Wir kommen aber schon ca. 1,5 Stunden vorher von unserem Platz und können unser Schiff zum Mastenkran verholen. Um das Zeitfenster, dass wir bei Hochwasser für das Setzten des Mastes zur Verfügung haben, nicht all zu sehr über zu strapazieren, haben wir vorher den Mastenkran vorbereitet. Dazu gehört dieses Mal auch das Hochkurbeln des Auslegers, der für den Winter vollständig herunter gelassen wurde Wir müssen bestimmt 20 Minuten kurbeln, um den Ausleger auf die richtige Höhe zu bekommen.

Wir hatten den Mast schon am Wochenende akribisch vorbereitet. Wir wollen dieses Jahr auf gar keinen Fall irgendeinen Fehler machen. Letztes Jahr, so habe ich es nach dem Legen des Masten im vergangen Herbst herausgefunden, hatte sich die Steckerverbindung für den Windmesser im Masttop teilweise gelöst bzw. gelockert, so dass kein Signal mehr an die Anzeige an Deck gesendet werden konnte. Durch Alterung des Materials sitzt die Steckerverbindung einfach nicht mehr stramm genug. Ich achte also peinlichst darauf, dass die Stecker vollkommen zusammengedrückt sind und umwickle das Ganze, so wie jedes Jahr, mit selbst verschweißendes Isolierband gegen eindringende Feuchtigkeit.

Der Mast ist dann, dank der Hilfe unserer ältesten Tochter und ihrem Freund, schnell gesetzt.

Dieses Jahr ist irgendwie Alles anders: Wir sind die Ersten im Hafen mit gestellten Mast (Bild: Kleine Suchaufgabe). Wir sind wirklich gespannt, wie diese Saison verläuft!

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