Erweiterung des Wirkungskreises vom Ankerplatz aus

14.08.2026, Marina Minde - Ankerplatz Iller Strand - Ankerplatz vor Holnis

Leckere Vorspeise, vor Anker bei Iller Strand

Abenddämmerung vor Iller Strand

Wir kommen heute erst recht spät in Marina Minde an. Wir legen zügig ab und gehen bei Iller Strand vor Anker. Der zunächst aus Ost wehende Wind soll abends auf West drehen. Zu Abendessen bereitet Nicole eine vorzügliche Vorspeise zu. Kurz nach Sonnenuntergang verholen wir uns dann aber für die Nacht noch nach Holins. Nur ein weiterer Ankerlieger, von insgesamt 5, fährt auch nach Holnis rüber. Warum man hier freiwillig liegenbleibt, erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick. Denn bei den vorhergesagten 6 Bft aus West, liegt es sich hier nicht gerade angenehm.

Bei unserem Ankermanöver vor Holnis ist Nicole heute vorn auf dem Vorschiff, um den Anker ins Wasser zu lassen. Nachdem ich ihn mit dem Rückwärtsgang eingefahren habe und Nicole nach hinten kommt, wirft sie beiläufig einen Blick auf unser Echolot: 0,1 m (-> heißt: noch 10 cm unter dem Kiel). Auf die Frage, ob das mein Ernst sei, gebe ich mich überrascht und meinte, dass ich das gar nicht gesehen hätte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt so eine Art LMAA-Einstellung und war froh, dass ich endlich ein kaltes Bier trinken kann. Daraus wird dann aber erstmal nichts, da Nicole, vollkommen zu Recht, ein neues Ankermanöver mit mindestens 0,6 m unter dem Kiel fordert. Damit erklärt sich dann auch das das dritte Logfile (siehe rechts von diesem Beitrag) an diesem Abend.

15.08.2026, Ankerplatz vor Holnis - Marina Minde

Das Schlauchboot ist gepackt für die Überfahrt an Land.

Eine ruhige Nacht liegt hinter uns, trotz zunehmendem Wind mit Böen bis 6 Bft. Am frühen Nachmittag packen wir dann unsere Fahrräder ins Schlauchboot und setzen an Land über.

Kurze Hintergrundinfo: Nicole hatte sich ja inzwischen ein Faltrad zugelegt, was auch in unserem Urlaub häufig zum Einsatz kam. Ich hatte auch schon seit Langem ein ganz bestimmtes Faltrad im Blick, welches aber auf dem Deutschen Markt noch nicht zur Verfügung stand. Besonderes Augenmerk hatte ich bei der Recherche auf das Gewicht und ein möglichst kleines Packmaß im gefalteten Zustand gelegt - und, um ehrlich zu sein, sollte das Design auch noch einigermaßen ansprechend sein. Außerdem sollte es deutlich günstiger als ein "Brompton" sein! Diese Merkmale sah ich nur in dem Faltrad der Marke "Lemmo", mit der Typenbezeichnung "Zero" vereint. "Lemmo" ist ein Start-Up-Unternehmen mit Sitz in Berlin. Die Fertigung läuft derzeit im asiatischen Raum, allerdings gibt es Bestrebungen, diese nach Europa zu verlegen. Das Rad hat, 16"-Räder, einen Kohlefaserrahmen, wiegt 11 kg und hat ein Faltmaß von 590/515/250 mm. Mit dem sog. "Smartpac Air" erhält es dann auch noch eine E-Unterstützung.

In der vergangenen Woche hatte ich dann riesiges Glück und konnte, völlig unerwartet,  unweit von meinem Arbeitsplatz in Hamburg ein "Lemmo Zero" in einer Hinterhofwerkstatt ergattern. Nach einer kleinen Probefahrt habe ich dann sofort zugeschlagen. So kommt es also, dass wir mittlerweile zwei Falträder an Bord haben, ein "Brompton C-Line" und ein "Lemmo Zero", beide mit E-Unterstützung. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich zwischen Nicole und mir, seit das Thema "Faltrad an Bord" bei uns ansteht, ein nicht zu leugnender Machtkampf um das bessere Bike etablierte, da wir von Anfang an, auf unterschiedliche Hersteller gesetzt hatten. Jedes Rad hat seine Vorzüge und Schwächen, das ist selbstredend - aber auf die Frage, welches der beiden Falträder das Richtige für den (sehr speziellen) vorgesehenen Zweck (nämlich das Mitführen an Bord, um dann bei Ankerplätzen oder auch von Häfen aus einen größeren Wirkungskreis zu haben) werden wir erst später eine Antwort bekommen. Wir sind jedenfalls um einen zeitigen und validen Praxistest bemüht.

Gerade genug Platz in unserem Schlauchboot.

So kommt es also, dass wir heute zum ersten Mal mit zwei Falträdern in unserem Minischlauchboot an Land übersetzen. Zugegeben, viel mehr passt dann auch nicht in unser kleines Schlauchboot von 2,30 Meter Länge! Dank der Tragetaschen, in denen wie unsere Räder mitführen, ist das Handling insgesamt recht einfach. Nachdem wir mit dem Schlauchboot am Strand von Holnis anlanden, können wir die Taschen mit den Rädern über die Schulter hängen und nach oben zum gepflasterten Weg bringen. Das Auspacken und Ausklappen geht dann recht schnell und wir können, nachdem wir die Tragetaschen noch zum Schlauchboot gebracht haben, aufbrechen. Wir fahren dann nach Glücksburg in das "Café am Schloss", wo wir schon häufiger waren. Die Strecke misst ca. 6 km und ist wirklich schön, und hügelig, anfangs für 1 km auch noch mit Schotterweg. Eine echte erste Bewährungsprobe, auch für die E-Unterstützung.

Leckerer Birnenstreuselkuchen im "Café am Schloss" .

Im "Café am Schloss" gibt es dann Kaffee und ein leckeres Stück Streuselkuchen mit Birne - ja, und ich meine EINS! Vernünftig, wie wir sind, teilen wir uns ein Stück, auch wenn es schwer fällt!

Für die Rücktour nehmen wir einen kleinen Umweg in Kauf und fahren nördlich des Schloßteiches durch den Wald, über eine kleine Holzbrücke, die über die Schwennau führt, zum Strandhotel an der Förde, an der wir dann Richtung Norden entlang fahren - eine wunderschöne Strecke, bei zu beachten ist, dass Fahrradfahrer nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren sollen.

Am frühen Abend legen wir dann ab, da wir mit Freunden zum Grillen verabredet sind. Ein abwechslungsreicher Abend, bei dem auch mal ernstere Themen zur Sprache kommen, so wie es mit guten Freunden sein sollte. Um so leckerer war dann auch der sinnentschärfende Absacker an Bord der "Ydun" zu später Stunde.

Am nächsten Tag, Sonntag, den 16.08.2026, passiert nicht mehr viel, außer der zeitigen Abreise nach Hause.

 




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