Letztes WE vor unserem Sommerurlaub

10.07.2026, Marina Minde - Ankerplatz vor Holnis

Genau heute in einer Woche haben wir geplant, unseren lang ersehnten Urlaub anzutreten. Wir sind eigentlich auch die einzigen aus unserem Freunds- und Bekanntenkreis, die noch ihrem gewohnten Alltag nachgehen. Nicht, dass wir neidisch wären, ... aber ... Ich lasse es einfach, wir fühlen uns alleine und zurückgelassen!

Am heutigen Freitag schleppen wir schon Proviant für den bevorstehenden Urlaub mit an Bord. Somit dauert es auch ein wenig länger, als sonst üblich, bis wir ablegen. Da schwacher bis gar kein Wind ist, verholen wir uns heute nur "um die Ecke" nach Holnis. Die warme Flensburger Förde lädt zum Baden ein.

Wir legen uns eben südlich des Steinwalls, der die südliche Grenze des Naturschutzgebietes um die Halbinsel Holnis markiert, vor Anker. Es dauert nicht lange und wir bekommen die ersten Ankernachbarn, später folgen weitere. Es ist ein schöner warmer Abend und wir bleiben einfach an Bord, ohne Landausflug.

11.07.2026, Ankerplatz vor Holnis - Marina Minde - Ankerplatz Stranderød

Nach einer ruhigen Nacht stehen wir früh auf und holen den Anker um 8 Uhr hoch. Wir haben uns entschlossen, heute nochmal etwas fleißig zu sein und an unserem Ferienhaus in Egernsund Gartenarbeiten zu verrichten.  Es ist ein günstiger Zeitpunkt, da heute Mieterwechsel ist und wir von 10 bis 16 Uhr Zugang haben. Wir müssen Rasenmähen, Heckeschneiden und Unkraut bekämpfen.

Als wir die körperlich herausfordernden Arbeiten bei sengender Hitze hinter uns gebracht haben, geht es sofort zurück an Bord und wir nehmen Kurs auf die kleine Bucht bei Stranderød. Auf dem kurzen Weg von ca. 2,5 SM holen wir erstmal unser Frühstück nach. Das wurde auch Zeit, denn es ist schon viertel nach eins mittags.

Wir stellen uns bei der Wahl des Ankerplatzes auf nordwestliche Winde ein. Außerdem haben wir die Schwojkreise der zahlreichen anderen Ankerlieger in der Bucht zu berücksichtigen. Ein weiterer limitierender Faktor ist die Tatsache, dass ich nicht mehr die Muße habe, 'zig Meter Ankerkette auszubringen und schlimmstenfalls, sollte der Anker beim Einfahren losgeht, alles wieder reinzuholen (wir haben eine handbetriebene Ankerwinde). Daher dürfen wir nicht mehr als 2 Meter unter dem Kiel haben, und, ganz wichtig, es darf kein Seegras zu sehen sein, denn dort bekommen wir das Eisen nur schwer eingefahren.

Das, was dann dabei rausgekommen ist, darf man eigentlich keinem erzählen! Wir liegen nur wenige Meter vom Ufer und einem kurzen Steinwall entfernt. Den Anker haben wir schließlich nach drei Versuchen zum Halten bekommen und mit 2.000 U/min eingefahren. Wir haben natürlich auch die Wetter-Apps gecheckt - kein Grund zur Besorgnis. Allerdings pendelt sich der Wind, entgegen der Vorhersage, langfristig auf westliche Richtungen ein und liegen damit die meiste Zeit schräg auflandig. Als I-Tüpfelchen legt dann später unser Ankernachbar, auf dessen Privatsphäre wir Rücksicht genommen hatten, ab. Was übrig bleibt ist ein Bild, wo man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie man so ankern kann! Allerdings haben wir vollstes Vertrauen in unser Anker-Set-Up, und sehen davon ab, den Ankerplatz zu wechseln.

Am Nachmittag schwimmen wir vom Boot aus, mit unseren Sachen in einem wasserdichten Seesack gepackt, an Land und erkunden die Gegend. Und, wir sind total begeistert! Direkt am Ufer verläuft der Gendarmstien, dem wir Richtung Osten und dann Richtung Nordosten folgen. Der sandige Weg geht bergauf und bergab und man hat immer wieder eine tolle Aussicht auf die Flensburger Förde - wirklich traumhaft. Da ich keine Schuhe mitgenommen habe, schaffe ich es wegen des streckenweise mit Schotter befestigten Gendarmstien,  nur bis zu der Brücke, die über den Zulauf zu einem kleinen Nor führt. Nächstes Mal rüsten wir uns für einen längeren Spaziergang, das ist sicher. Wir sind erstaunt, dass wir nach so vielen Jahren, in denen wir in diesem Revier unterwegs sind, immer noch neue Orte und Perspektiven auf die Flensburger Förde finden.

Als wir zurück an Bord sind, macht Nicole uns erstmal einen kühlen Gin Tonic. Wir sitzen in der Plicht und genießen die Aussicht auf die Förde - ein weiterer Vorteil dieses Ankerplatzes, da wir direkt vorne am Anfang der Bucht geankert haben. Schließlich serviert Nicole uns eine kleine Vorspeise in Form Avocado-Hälften, mit gefüllt mit Krabben.

12.07.2026, Ankerplatz Stranderød - Marina Minde

Die Nacht war recht ruhig. Nicole fällt auf, dass die rote Diode des Reglers unseres Kühlschranks leuchtet. Ein Zeichen dafür, dass die Spannung der Verbraucherbatterie zu gering ist; und das trotz Solarpanel, dass ich gestern tagsüber Richtung Sonne ausgerichtet hatte. Die AGM-Batterie ist jetzt 8 Jahre alt und hat schon einiges hinter sich (Thema "Tiefentladen"). Uns wird klar, dass wir bis nächsten Freitag eine neue Batterie brauchen. Ich bestelle umgehend eine SB12-100 online bei "Akkurat GSV". Sie soll innerhalb von 3 Werktagen lieferbar sein. Ich bin gespannt!

Gegen Mittag holen wir den Anker hoch und motoren Richtung Maria Minde. Unterwegs halten wir ca. auf Höhe der Untiefetonne an und steigen bei laufender Maschine kurz in die Förde.

In Marina Minde treffen wir dann noch Vorbereitungen für den Urlaub, wie Wasser tanken, Füllstand des Dieseltanks messen usw.. Außerdem räumen wir unsere Hundekoje leer, damit ich die 32 kg schwere Verbraucherbatterie ausbauen kann. Die nehmen wir dann mit nach Hause.

Es ist klar, wir freuen uns natürlich sehr auf unseren Urlaub! Wir haben noch kein festes Ziel, aber die grobe Richtung ist Norden - wir werden berichten.

 




Ankern direkt am "Gendarmstien"

Sonnenuntergang in der Bucht von Stranderød

"Huckepack"

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