Sommerurlaub 2025 – Teil eines militärischen Manövers?

 14.08.2025, Ankern vor Rørvig - Kerteminde

Eigentlich war geplant, dass wir unsere Älteste in Rørvig zum Bus bringen, doch sie bleibt gerne noch länger an Bord, so dass wir sie mit "rüber" (über den Samsø Bælt) nehmen nach Ballen und dann weiter nach Kerteminde, wo sie dann von Bord gehen wird. Da in nächster Zeit starker Westwind vorhergesagt ist, sehen wir uns gezwungen, heute einen großen Schlag von Rørvig nach Ballen zu machen. Das sind knapp 50 Seemeilen, die Windrichtung ist mit Südost dafür recht günstig. Allergings gibt es bei dieser Route etwas Wichtiges zu berücksichtigen! Hier kommt das Paar, dass in Gilleleje noch abends bei uns längsseits gegangen ist, ins Spiel (siehe Beitrag "Sommerurlaub 2025 – Kopenhagen!")! Sie gaben uns im Zuge unserer Unterhaltung den wichtigen Hinweis, dass wir auf unserer Route zurück Richtung Westen militärische Sperrgebiete zu berücksichtigen haben. Diese werden ab heute für alle Freizeitskipper eine Rolle spielen, da in Dänemark die Ferien zu Ende gegangen sind. Wir bekommen von den Beiden auch noch einen Tipp zur Verwendung der App "SejlSikkert", in der die Schießgebiete einschließlich Gültigkeitszeitraum angezeigt werden. Wir müssen heute lediglich das Schießgebiet um die Nordspitze von "Sjællands Odde" berücksichtigen, was einen Umweg von ca. 6 SM bedeutet. Wir sind sehr dankbar für diese Information! Wir ahnen zu dem jetzigen Zeitpunkt noch nicht, was uns dort wirklich erwartet!

Für unsere Verhältnisse brechen wir recht spät auf, erst gegen halb elf, und navigieren aus dem Isefjord. Wir überfahren die Flachs Richtung Nordwesten und laufen den nördlichsten Punkt des Schießgebietes um "Sjællands Odde" an. Nach ca. 2 Stunden kommt es dann zu einer äußerst skurrilen Begegnung: Wir sind mittlerweile nördlich von "Sjællands Odde", 5 SM vom Land weg. Steuerbord voraus sichten wir ein Militärschiff (siehe Bild). Es ist die "Hdms Iver Huitfeld“, eine Fregatte der Dänischen Marine zur Flugabwehr mit 6.645 Tonnen Verdrängung. Das Schiff ist geschätzt 1 SM von uns entfernt und befindet sich wenig später, gemäß AIS Signal, das wir auf unserem Plotter empfangen können, mit 9 Knoten im spitzen Winkel auf Kollisionskurs. Wir checken noch einmal unsere Position und vergewissern uns, dass wir AUSSERHALB des derzeit aktiven Schießgebietes sind! Wir setzen unseren Kurs, in Ermangelung sachdienlicher Hinweise, dass wir etwas falsch machen, fort. Wir sind heil froh, dass wir unsere Älteste Tochter dabei haben, da sie uns mit ihren Dänisch Kenntnissen eine große Hilfe ist. Wir beobachten das Militärschiff weiterhin auf dem Plotter, aber auch auf der App "Marinetraffic" und stellen fest, dass die "Hdms Iver Huitfeld“ den Kurs etwas südlich (also mehr auf uns zu) korrigiert und auf über 20 Knoten beschleunigt! Wir halten unseren Kurs, die Nervosität an Bord steigt. Es dauert nur wenige Minuten und das Militärschiff fährt in nicht geringem Abstand vor unserem Bug vorbei. Wir sind sehr erstaunt über dieses Manöver, wiegen uns nun aber in trügerischer Sicherheit. Aber weit gefehlt: Keine 300 Meter neben uns fährt dieses Ungetüm eine Wende mit über 7 Knoten und und steuert abermals auf uns zu, um mit über 10 Knoten unweit hinter unserem Heck vorbeizufahren. Am Heck der "Hdms Iver Huitfeld“ entsteht eine Welle, die uns gehörig Angst einjagt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir das Gefühl haben, etwas falsch zu machen! Unsere Älteste greift zu ihrem Handy und wählt die in der App "SejlSikkert" angegebene Telefonnummer. Leider ohne Erfolg. Immer wieder versuchen wir anhand der App oder auch durch Recherche im Internet herauszufinden, ob es weitere Informationen zu den militärischen Sperrgebieten gibt. Wir halten derweil an unserem Kurs fest. Die "Hdms Iver Huitfeld“ befindet sich achteraus an Steuerbord und führt plötzlich erneut eine Wende aus. Sie hat so viel Fahrt, dass sie sich um geschätzte 10 Grad nach außen neigt - mittlerweile richtig beängstigend! Jetzt spüre ich langsam in mir Wut aufkommen, was in dieser Situation wenig hilfreich ist. Aber die Verantwortlichen an Bord der "Hdms Iver Huitfeld“ müssen doch genau sehen können, dass wir vier Leute an Bord sind, einschließlich einem Kind. Denn der Stein des Anstoßes bei dieser Begegnung ist schließlich genau die schon fast als unverantwortlich zu bezeichnende Nähe beider Schiffe zueinander, insbesondere, wenn solche dynamischen Manöver durchgeführt werden. Wir fragen uns allen Ernstes, ob es sich hier um Schikane, einen schlechten Scherz oder um militärische Manöver handelt!

Abermals wendet die "Hdms Iver Huitfeld“ und zieht dieses Mal an Steuerbord an uns vorbei, um dann nach einer Wende Richtung Osten weiterzufahren. Wiederholt richten sich unsere Blicke nach achtern, in der Erwartung, dass das riesige Schiff erneut Kurs auf uns nimmt. Aber dieses Mal setzt die "Hdms Iver Huitfeld“ ihren Kurs, von uns aus gesehen achteraus, fort. Wir können kaum glaube, was gerade passiert ist. Ich speichere einen Screenshot der AIS-Aufzeichnungen der "Hdms Iver Huitfeld“. Merkwürdigerweise, ist das AIS-Signal direkt nach unserer Begegnung abgeschaltet (siehe Bild). Ich denke ernsthaft darüber nach, diesem Ereignis im Nachgang auf den Grund zu gehen. Haben wir etwas falsch gemacht, oder hat man sich einen Spaß erlaubt? Ich belasse es aber natürlich, wie es immer so ist, alleine bei dem Gedanken.

Als wir uns dann dem nördlichsten Punkt des Sperrgebietes nähern, ändern wir unseren Kurs Richtung Südost. Wieder wird es spannend, denn nun hören wir laute Schussgeräusche aus Richtung "Sjællands Odde", außerdem zwei Hubschrauber, die über den Wasserflächen des Sperrgebietes kreisen. Und, wir sehen zwei Segelboote, die offensichtlich KEINE Kenntnis über die militärischen Sperrgebiete haben, sie befinden sich mittendrin. Dann sehen wir ein größeres Schlauchboot aus dem Nichts von Westen auf eines der Segelboote zusteuern und dort längsseits gehen. Wenig später steuert das Schlauchboot das andere Segelboot an. Beide Segelboote ändern daraufhin ihren Kurs, um auf kürzestem Wege das Sperrgebiet zu verlassen.

Nebenbei sei noch angemerkt, dass wir die ganz Zeit mit zunehmender Welle zu tun haben. Der Wind hatte deutlich aufgefrischt und damit einhergehend auch die Welle. Wir lassen dann das Thema "militärische Sperrgebiete" im wahrsten Worte hinter uns. Sejrø ist mittlerweile an unserer Steuerbordseite. An Bord findet schon seit Stunden, auf Grund der irrwitzigen Schaukelei, nichts statt. Unsere "Kinder", Isabel ist ja schon 23 Jahre alt, sind absolut tapfer, kein Klagen, kein Murren! Ich bin nach meiner Erinnerung der Einzige an Bord, der seinem Unmut mit Hilfe verbaler Entgleisungen Platz macht. Schließlich liegt Ballen gute 6 Meilen vor uns, die Abendsonne ist herausgekommen, der Wind hat deutlich abgenommen. Wir stoppen auf, machen den Motor aus und nehmen ein kleines Bad mit 24 Metern unter dem Kiel. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, macht Nicole noch schnell leckere Pasta mit Gemüse und Hähnchen, total lecker. Wir laufen dann gegen 20 Uhr gut gesättigt in den Hafen von Ballen auf Samsø ein. Natürlich ist der Hafen voll, außerdem sind einige Stege mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet, soll heißen "reserviert". Wir finden dann im nördlichen Teil des Hafens, hinter 4 Pfählen einen Platz. Dort schieben und ziehen wir uns hinein, unter Beobachtung zahlreicher Hafenkino-Liebhaber. Immerhin, gab es nach dem Manöver positive Reaktionen, sowohl von deutschen als auch dänischen Seeleuten.

Was für ein langer und ereignisreicher Tag mit fast 10 Stunden auf dem Wasser! Ein großes Lob an unsere beiden jungen Seeleute, die ein bemerkenswertes Durchhaltevermögen an den Tag legten. Und ein großes Dankeschön an unsere älteste Tochter Isabel, die uns als halbe Dänin mit Rat und Tat und ihrem positiven Denken in der zuvor geschilderten, prekären Situation zur Seite stand! Wir sind stolz auf Euch!

Eure Nicole und Pabu!

Sommerurlaub 2025 – Kopenhagen!

09.08.2025, Dragør - København

Die vergangenen Tage waren ereignisreich und ich habe mich schwer getan, einen neuen Blog-Beitrag abzuschließen. Aber heute (zur Zeit in Sønderborg, 22.08.2025, zum Abwettern) finde ich die Zeit.

Nun sind wir, mehr unverhofft als geplant, unserem Ziel "København" sehr nahe gekommen, uns fehlen lediglich 25 Seemeilen!

Um 8 Uhr legen wir in Dragør ab und fahren noch schnell in den nördlich gelegenen Teil des Hafens (alter Hafen), um Diesel zu tanken. Dann geht es auch schon weiter Richtung Norden.

Die Ansteuerung des Stadthafens von Kopenhagen hat sich im Vergleich zu unserem letzten Besuch wesentlich geändert: Das "Trekroner Fort" lässt man heute auf der Backbordseite liegen. Vor das "Trekroner Fort" wurde ein Steinwall geschüttet. Somit liegt die Hafeneinfahrt ca. 1,2 SM nördlicher als zuvor. Als wir diesen Steinwall querab haben, können wir sehen, dass die Arbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind. Immer noch werden Steine mit Baggern auf dem mittlerweile sichtbaren Wall aufgeschüttet.

Wenn man dann von Süden kommend in den Hafen Richtung Norden einschwenkt, liegen zur rechten Seite riesige Kreuzfahrtschiffe an der Pier. Im weiteren Verlauf kommen wir auch an der "Danebrog" vorbei, die gegenüber der "Kongelige Pavilioner" festgemacht hat. Gegenüber des "Kongelige Teater" biegen wir links dann ab und machen im Wartebereich für die Klappbrücke zum "Christianshavn" längsseits fest. Gegen viertel nach 11 Uhr fahren wir schließlich durch die geöffnete Brücke in den  "Chrisitanshavn". Die Brücke ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die extrem frequentiert wird. In den wenigen Minuten, in denen die Brücke geöffnet wird, sammeln sich Massen an Menschen und potentiellen Zuschauern. Vor großem Publikum laufen wir in den Kanal. Zu beiden Seiten sind, dicht an dicht, Wohnschiffe aber auch Freizeitboote festgemacht. Zum Teil sind die Wohnschiffe sehr schön her- und eingerichtet. Wir machen dann in einer der ganz wenigen freien Boxen fest. Sie ist, so, wie alle anderen offensichtlich auch, auf rot gestellt. Somit war es vorhersehbar, dass wir hier nicht liegen bleiben können. Es kommen dann auch gleich zwei junge deutschsprachige Segler zügig auf uns zu, um uns mitzuteilen, dass sie gerade im Begriff wären, ihr Schiff auf eben diesen Platz zu verholen. Ich bitte die Beiden um ein wenig Geduld und frage nach dem Hafenmeister, den die Beiden als Mittdreißiger mit blonden, gelockten Haaren beschreiben. Nach meiner ergebnislosen Suche findet Nicole ihn schließlich gut versteckt, vor dem von der Promenade zurückliegenden Hafenmeisterbüro, hinter einer Hecke, auf einer Bank. Dort ist er sehr beschäftigt (mit seinem Smartphone). Wir gehen zusammen in sein Büro, um nach einem freien Platz zu suchen. Nach einem intensiven Blick auf seine große Tafel mit zahlreichen Post-its wird schnell klar, dass es heute keinen Platz für uns gibt, erst ab morgen. Diesen reservieren (Platz Nr. 64) wir ab morgen bis Dienstag.

Somit binden wir unser Schiff wieder los und machen den Platz frei für die anderen beiden Segler. Wir werden indes auf der gegenüberliegenden Seite fündig, wo wir uns längsseits an die Kaimauer legen. Der Platz ist aber nur bis morgen 17 Uhr frei. Später, als der Hafenmeister kommt, bietet er uns an, dass wir auch bis Dienstag bleiben können. Das machen wir und bezahlen kontaktlos 1.000 EUR statt 1.050. Vielleicht ein Bonus, weil ich auf Dänisch verhandelt habe. Wir informieren auch den Hafenmeister von gegenüber, dass wir den Platz nicht mehr brauchen, aber gerne wieder kommen.

Wenn wir nun schon in Kopenhagen sind, müssen wir auch die Zeit nutzen. Daher  leihen wir uns E-Bikes über den Anbieter "Lime" und fahren ins 6 Kilometer entfernt gelegene Einkaufszentrum "Fields". Es liegt in einer Planstadt namens "Ørestad", dass sich seit den 90er Jahren in der Planung bzw. im Bau befindet.

Abends besucht uns unsere mittlere Tochter, die hier am Christianshavn in einer Studenteneinrichtung wohnt und in Kopenhagen studiert. Wir freuen uns riesig, sie zu sehen. Von ihr bekommen wir dann auch einen wertvollen Tipp: Genau gegenüber von uns, ist an einem großen Motorboot eine Legofigur in Form eines Piraten aufgestellt, die mit einer Wasserspritzeinrichtung, in Form einer Pistole, ausgestattet ist. Wie wir von Sophia erfahren, ist diese über eine Web-Anwendung auslösbar. Dafür muss man einfach nur den QR-Code, der über der Figur aufgehängt ist, scannen. Der QR-Code ist natürlich auch aus Lego. Das Scannen geht sogar von unserer Plicht aus. Und tatsächlich, es funktioniert! Was für ein Riesenspaß! Denn durch den Kanal fahren täglich "zig" Ausflugsschiffe und Leihboote, mit unzähligen Touristen. Unsere Trefferquote steigt von Mal zu Mal!

Abends essen wir dann zusammen Döner, auf Empfehlung unserer Tochter, bei einem ihrer Lieblingslokale direkt, um die Ecke ihrer Studentenbude. Im Anschluss schauen wir uns die kleine Studentenbude von Sophia und ihrem Freund an, die nur wenige Gehminuten von unserem Liegeplatz im "Christianshavn" gelegen ist. Danach gehen wir alle runter in den Aktivitätsraum der Einrichtung und spielen Billard.

10. bis 11.08.2025, København (Hafentage)

Wir erleben eine wirklich unfassbar schöne Zeit in Kopenhagen. Unsere älteste Tochter kommt dann sogar noch extra aus Hamburg mit einem Netflixbus angereist, um uns ein paar Tage an Bord zu begleiten. Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt, mit Kanälen, moderner Architektur und bemerkenswerter Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger. In der Innenstadt dominiert eindeutig der Fahrradverkehr.

Am Montag, später Nachmittag, gehen Piet und ich zusammen mit dem Freund von unserer Mittleren ins Gym des Studentenwohnheims, und absolvieren dort ein anständiges Workout; ein riesigerer Spaß! Zum Abend hin gehen wir alle zusammen zum "Food Marked"  ("Broens Street Food") mit toller Lage an der "Butterfly 3-Way Bridge".

Heute müssen wir uns dann von unserer Mittleren verabschieden. Wir müssen morgen weiter und unsere Mittlere fliegt mit ihrem Freund am Donnerstag nach Florida.

12.08.2025, København - Gilleleje

Heute heißt es früh aufstehen. Unsere Älteste und unser Jüngster, Piet, dürfen weiterschlafen. Möglichst leise legen wir um viertel nach sieben ab und verholen uns vor die Brücke, die um 07:25 (!) für 5 Minuten öffnet. Mit uns warten noch zwei weitere Segler. Mit etwas Wehmut verlassen wir diesen schönen Ort und motoren aus dem Hafen, vorbei an der Meerjungfrau und der "Danebrog". Weiter geht es Richtung Norden. Wir lassen schließlich das "Kronborg Slot" in Helsingør an unserer Backbordseite liegen. Bei wirklich guten Bedingungen erreichen wir nach ca. 6 Stunden Gilleleje, wo wir im östlichen Hafen längsseits fest machen. Gilleleje ist auch wirklich schön. Der Hafen hat schöne Gastronomie und einen "Rema". Abends grillen wir zusammen an einem der Sitzgarnituren, direkt an unserem Liegeplatz. Zu dieser Zeit kommt noch ein Paar aus Bremerhaven, die bei uns längsseits gehen. Dieses Detail ist nicht unwichtig, wie sich später zeigt.

13.08.2025, Gilleleje - Ankern vor Rørvig

Gegen halb 9 legen wir dann ab und nehmen Kurs auf Rørvig, wo wir uns vor Anker legen wollen. Unsere Liegeplatznachbarn machen uns beiläufig darauf aufmerksam, dass es bei der Weiterfahrt Richtung Westen, was für uns für übermorgen vorgesehen ist, militärische Sperrgebiete zu beachten gibt. Das wussten wir tatsächlich nicht! Sie empfehlen uns außerdem die App "SejlSikkert", wo diese Sperrgebiete dargestellt sind und auch Informationen zur Verfügung gestellt werden, wann diese Sperrgebiete aktiv sind. Wir sind sehr dankbar für diese Information. Erst später, wenn wir unsere große Tour von Rørvig nach Ballen auf Samsø machen, werden wir dankbar für diese Information sein. Ich werde beim nächsten Beitrag davon berichten!

Nach 23 SM erreichen wir schließlich die kleine Ankerbucht bei Rørvig. Heute ist Badetag, den ganzen Tag Sonne und angenehme Temperaturen, wirklich traumhafte Bedingungen. Abends setzen wir dann zu dritt im Schlauchboot zum knapp 1 SM entfernt gelegenen Hafen über. Unser Jüngster mit dem SUP, da unser Schlauchboot zu klein für vier Personen ist. Hier setzen wir uns in den Außenbereich des "Lodsoldermandsgården" und bestellen Pizza., sehr lecker! Im Anschluss gibt es natürlich noch ein Eis im "Vaffel Huset" gegenüber. Dort stellen wir uns sogar eine halbe Stunde lang an, so gut soll das Eis sein! Ob sich der Einsatz lohnt, ist Ansichtssache!

Dann geht es zurück zum Schiff. In der Dämmerung kommen wir u.a. auch an der großen Luxusyacht mit dem Namen "Familybilt" unter englischer Flagge vorbei. Da wir recht nahe am Heck des beeindruckend großen Schiffes vorbei fahren, kommen zwei Crew-Mitglieder auf die Heckplattform, und schauen etwas grimmig zu uns rüber. Wir grüßen freundlich, was von den Beiden verhalten erwidert wird.

 



12.08.2025, København - Gilleleje: Zugehöriger Track leider fehlerhaft und somit nur als Bild verfügbar

 

 

 

 

 

 

 

13.08.2025, Gilleleje - Ankern vor Rørvig: Zugehöriger Track leider fehlerhaft und somit nur als Bild verfügbar

Sommerurlaub 2025 – Unerwartete Wendung!

05.08.2025, Lundeborg Hafentag

Ein Hafentag ist ja im Grunde nicht das Schlechteste. Man kommt zur Ruhe oder es bietet die Gelegenheit, etwas zu reparieren. Wir verlegen uns heute eher auf "zur Ruhe kommen".

Vormittags dreht der Wind wieder auf die, mittlerweile gewohnten, 7 Bft. auf, alles ablandig, also alles gut.  Bis auf ein kleines Workout mit einem 20 Kilo Stein, den ich an einem abgelegenen Teil des Ufers finde (ein richtig guter Tipp von unserem Jüngsten), finden heute keine großartigen Aktivitäten statt. Abends gehen wir zu "Jensen's Fisk" und bestellen leckeres "Fiskefilet" und "Stejerneskude" mit Remoulade sowie frisch gezapftes Grimmberger Bier und Rosé. Nach dem Essen treffen wir auf dem Rückweg zu unserem Schiff einen Vater, der mit seinem Sohn mit einem Folkeboot hier gestern eingelaufen ist. Im Schlepp ein Optimist! Die Beiden waren mir gestern schon aufgefallen. Sie haben gegenüber von uns festgemacht und ich hatte mir fest vorgenommen, die beiden mal anzusprechen. Denn wir haben letztes Jahr auch nochmal einen gebrauchten Optimisten gekauft und auch für eine kurze Strecke zum Ankerplatz hinterhergezogen. Er lief voll Wasser und schlingerte hin und her. Ich spreche die Beiden also an und in dem darauf folgenden Gespräch wird sofort klar, dass das Handling für den Vater recht unkompliziert zu sein scheint. Tipps wie Blindschwert, richtige Beladung und das Anbringen eines Verdecks sind mir schon einmal zu Ohren gekommen. Ich möchte das Thema unbedingt nochmal weiter verfolgen.

In Vorbereitung für morgen früh, bauen wir noch am späten Abend die Kuchenbude ab und machen an Deck alles seefest. Morgen soll es früh weitergehen in Richtung Smålandsfarvandet. Wir haben abermals die Wettersituation analysiert und uns entschlossen, es doch noch Richtung Kopenhagen zu versuchen - Nicole war hierbei die treibende Kraft. Die Wetterbedingungen sind nicht die schlechtesten! Ich bin ehrlich, Kopenhagen hatte ich bereits komplett abgeschrieben!

06.08.2025, Lundeborg  - Agersø

Für heute sind ab 11 Uhr abermals 7 Bft. aus Südwest angesagt. Wir wollen bis dahin möglichst hinter Omø vor Anker liegen. Leider wussten wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht, wir widerspenstig der Store Belt sein kann! Wir legen um viertel vor 7 Uhr in Lundeborg ab. Mit moderatem Wind aus Südwest, mit Fock und Großsegel, laufen wir gute 6 Knoten. Wir umrunden Langeland nördlich und nehmen Kurs auf die Südspitze von Omø. Je weiter wir aus der Abdeckung von Langeland kommen, desto höher werden die Wellen  - das war uns klar. Auch der Wind nimmt deutlich zu, das war ebenfalls zu erwarten. Als wir uns der Südspitze von Omø bis auf gute 2 SM nähern, haben wir mit nicht weniger als 2 Meter Welle zu kämpfen. Unser SUP, was wir an unserer steuerbordseitigen Reling festgebunden haben, wird durch die Wellen mit großer Wucht nach oben katapultiert.

Wie kommt es zu einer so hohen Welle? Eine mögliche Antwort erhalten wir wenig später! Wir entschließen uns, nicht die Ostseite der Insel Omø anzulaufen, da wir dafür das südliche Flach hätten umfahren müssen. Es wäre keines Falls eine gute Idee, das Flach zu überfahren, da dafür die Welle einfach zu hoch war und mit Grundseeen zu rechnen ist. Wir glauben, dass es nunmehr eine gute Idee ist, die Insel nördlich zu umfahren. Dafür wiederum war eine Wende notwendig, eine Halse war bei der Welle und dem Wind kein sinnvolles Manöver. Der Versuch, eine Wende zu fahren schlägt zunächst fehl, da wir das Schwert komplett eingefahren hatten. Wir starten daher den Motor und manövrieren den Bug durch den Wind. Mit raumen Wind nehmen wir dann Kurs auf die Nordspitze Omøs. Leider erhalten wir einen weiteren mentalen Dämpfer: Laut GPS-Daten fahren wir nur noch zum Teil knappe 4 Knoten über Grund. Wir haben also Strömung gegen an, bestimmt 1,5 bis 2 Knoten. Das ist sicher auch der Grund für die Welle, die sich durch Wind gegen Strömung verstärkt.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich in das Fahrwasser zwischen den Inseln Omø und Agersø Richtung Osten einbiegen können. Den Hafen von Omø wollten wir bei dieser krassen Welle auch nicht anlaufen, da wir auch dort mit Grundseeen rechnen mußten.

Wir entschließen uns daher, den Hafen von Agersø anzulaufen. Den kennen wir noch nicht, was für uns einen Anreiz darstellt. Wir überfahren das südlich gelegene Flach der Insel (aufgrund der deutlich geringeren Welle möglich) und machen am mittleren Steg des kleinen Hafens fest. Den Platz weist uns ein netter Holländer zu, der auf der anderen Seite des Steges mit seinem 38-Fuß Schiff liegt. Wie sich herausstellt, kennt Nicole diesen sehr sympathischen Zeitgenossen, der mit seiner Familie in Dänemark wohnt. Er ist der Inhaber der Firma "Renskib" und Nicole hatte mit ihm auf der letzten Hanseboot im Jahr 2019 länger gesprochen. Was für ein Zufall! Er  will morgen mit seiner Familie Richtung Schweden aufbrechen. Er erzählt irgend etwas von "...36 bis Utklippan". Den Ort kannte ich noch nicht und war zunächst von 36 Seemeilen ausgegangen. Er aber meinte 36 Stunden!

Wir hatten am späten Nachmittag die Kuchenbude aufgebaut und starten den Abend mit einer kleinen Vorspeise und einem Getränk. Die Aussicht ist wirklich wunderschön (auf dem Bild leider nicht zu erkennen).

Zum Sonnenuntergang gehen Nicole und ich nochmal komplett um den Hafen und die Außenmole hinaus. Wir schauen auf die Weite des Smålandsfarvandes und freuen uns auf morgen, denn dort geht es in aller Frühe hinaus, weiter Richtung Norden!

07.08.2025, Agersø - Ankern im Bøgestrøm

Um 6:45 binden wir die Leinen los. Wir segeln mit Fock und Groß über das Smålandsfarvandet in den Storstrøm, legen uns bei Tærø vor Anker und machen erstmal eine Pause. Dann geht es noch ein Stück weiter bis in den Bøgestrøm, wo wir uns eben nördlich des kleinen Hafens Sandvig Fiskerihavn vor Anker legen. Wir waren (mit Pause) heute 10 Stunden unterwegs.

 

07.08.2025, Ankern im Bøgestrøm - Dragør

Als Nicole morgens aus dem Luk schaut, traut sie ihren Augen nicht: Auf unserem Schiff ist alles voll mit Schwalben! Sie sitzen dicht an dicht überall auf den Relingsdrähten, auf dem Großbaum, Bug- und Heckkorb, unfassbar! Entsprechende Hinterlassenschaften  inklusive! Die Beseitigung dieser ist dann einer unserer ersten Aufgaben für den heutigen Tag!

Kurz vor Acht heißt es dann "Anker auf". Auf dem Weg nach Dragør machen wir dann zwei Badestopps. Wir kommen ganz nahe an der imposanten Steilküste "Stevns Klint", östlich von Rødvig vorbei. Das ist nicht zu verwechseln mit den Kreidefelsen von "Møns Klint". Nach gut 4 Stunden kommt dann die Øresundbrücke in Sicht.

In Dragør laufen wir in den südlichen Teil des Hafens und machen dort am nördlichen Steg fest. Zu erwähnen ist hier, dass die Sanitäranlagen neu, modern und wirklich sehr sauber sind!

Heute ist Stadtfest in Dragør. Am alten Hafen ist eine Bühne aufgebaut und eine Live-Band gibt ihr Können zum Besten. Abends gehen wir in die Altstadt und schauen uns das Spektakel aus der Nähe an. Hier und im angrenzenden Bereich der Altstadt gibt es unzählige Cafés und Restaurants. Hier tobt das Leben, wir sind beeindruckt! Offensichtlich ist die Veranstaltung auch bei schwedischen Sportbootfahrern beliebt. In dem proppevollen Hafen wehen viele schwedische Flaggen.

Wir freuen uns schon auf morgen, denn dann geht es endlich mit unserer Hanna nach København, direkt ins Zentrum, in den Christianshavn!

 



Sommerurlaub 2025 – Start ins Ungewisse

01.08.2025, Marina Minde - Schleimünde vor Anker

Auch dieses Jahr haben wir Kopenhagen als Wunschziel gesetzt. Jedoch wird heute schon klar, dass aufgrund des dynamischen Wettergeschehens eine Umsetzung schwierig wird! Dennoch wollen wir heute, Freitag Nachmittag, noch bis Schleimünde kommen, um von hier den Absprung Richtung Osten zu schaffen. Wir haben wirklich großes Glück mit dem Wetter: Rechts und links von uns ziehen Regenschauer, teilweise mit heftigen Gewittern, an uns vorbei. Das ist auch auf dem Regenradar zu erkennen. Alleine über der Flensburger Förde ist es nur locker bewölkt und die Sonne zeigt sich häufig. Um 20 Uhr haben wir den Anker im Olpenitzer Noor eingefahren.

 

02.08.2025, Schleimünde vor Anker - Marstal

Am heutigen Morgen stehen wir früh auf, um 06:23 Uhr ist der Anker oben. Wir steuern Spodsbjerg, auf der Ostseite von Langeland an. Von hier wollen wir tags darauf weiter Richtung Osten ins Smålandsvarvandet. Jedoch werfen wir später erneut einen Blick auf die Wetter-App und die Windvorhersage lautet für die nächsten drei Tage bis 8 Bft. Ca 10 SM hinter Schleimünde ändern wir daher unseren Kurs Richtung Norden und unser neues Ziel heißt Marstal Havn. Gegen 11 Uhr laufen wir in den schönen Hafen und legen uns am ganz südlich gelegenen Steg neben eine HR 35, unter dänischer Flagge. Mit dem älteren Paar aus Middelfart komme ich später ins Gespräch. Meine Dänischkenntnisse reichen für Smalltalk, manchmal, wenn ich gut drauf bin, auch für mehr. Und ich mag die Sprache einfach sehr! Wie ich erfahre, ist er Bootsbauer, mittlerweile in Rente. Nach einer Weile sagt er auf Deutsch: "Ich spreche nicht so gut Deutsch, wie Du dänisch!" Was für ein Lob! Natürlich gebe ich das Lob zurück. Mein Tag war gerettet!

Wieder haben wir heute verdammtes Glück: Hier in Marstal scheint den ganzen Tag die Sonne, mit nur wenigen Wolken. Den Tag über ziehen fantastische Wolkenformationen an uns vorbei. Unsere backbordseitigen Nachbarn kommen aus Lübeck. Wie wir in einem Gespräch erfahren, ist am Freitag, als wir zum Start in unseren Urlaub die Flensburger Förde hinausgefahren sind, eine Gewitterzelle über die Insel Skarø gezogen. Zu diesem Zeitpunkt fand das Skarøfestival statt. Es lagen viele Boote vor Anker und leider oft mit viel zu wenig Abstand zu einander. In dem Gewitter steckte viel Wind mit zum teil stürmischen Böen, so dass Boote aneinander gestoßen sind und großer Schaden entstanden ist.

Der Hafen von Marstal ist erstaunlicherweise alles andere als voll. Woran das liegt, können wir nicht einschätzen. Wir kennen Marstal zu dieser Jahreszeit nur voll! Dementsprechend haben wir heute für unser Grillen viel Platz vor den Grillhütten.

Leider hat Nicole sich, passend zum Urlaubsbeginn, ein Erkältung eingefangen. Ehrlich gesagt, ziemlich heftig, so dass sie sich mehrmals am Tag in die Koje legt. Sie ist absolut tapfer. Ich hätte an ihrer Stelle den ganzen Tag gejammert und gestöhnt. Selbstverständlich habe ich große Angst, mich anzustecken. Ich entschließe mich, joggen zu gehen, um meine Abwehrkräfte zu stärken (solange man dran glaubt, mag es ganz evtl. auch helfen!). Mit unserem Jüngsten unternehme ich am Nachmittag einen Ausflug mit SUP und Schlauchboot zu dem kleinen Strand, wo die bunten Badehäuser stehen. Ich versuche unserem Jüngsten zu vermitteln, dass man bei starkem Wind gut beraten ist, den Ausflug so zu planen, dass man erst gegen den Wind fährt und auf dem Rückweg mit dem Wind. Tatsächlich arbeiten wir uns dann gegen 6-7 Bft bis in die südliche Ecke des Hafens vor. Auf der anderen Seite ist richtig Brandung. Piet und ich gehen dann doch lieber auf der Hafenseite baden. Auf dem Rückwege können wir uns dann einfach mit dem Wind treiben lassen. Später gehen wir mit Nicole zum Super Brugsen. Abends grillen wir zusammen, der Aufbau des Skotti-Grills läuft uns heute richtig gut von der Hand.

Die Nacht wird leider etwas unruhig, da er etwas südlich dreht, und sich im Hafen eine nervige Welle aufbaut. Ich hatte zwar wohlweißlich Ruckdämpferleinen vorne angebracht, aber trotzdem vollführt unser Schiff kleine, ruckartige Bewegungen, die mich als schlechter Schläfer von einer erholsamen Nacht abhalten.

03.08.2025, Marstal - Hafentag

Heute regnet es fast den ganzen Tag, daher bleiben wir heute hier in Marstal - unser erster Hafentag. Ganz nach dem Motto "irgendwas ist immer!" gibt es wieder ein kleines Projekt zu bewältigen: Nicole bemerkt, dass die Digitalanzeige unseres USB-Ladegerätes nur 11,8 V anzeigt. Das ist kurz vor tiefentladen! Ich habe das Ladegerät im Verdacht. Ich schließe notdürftig unser baugleiches Ersatzgerät an. Und tatsächlich, der Fehler ist gefunden! Ich mache mich sogleich, noch vor dem Frühstück an die Arbeit. Dafür muss ich Piets Koje leerräumen und sämtliche Bodenbretter ausbauen. Innerhalb von Sekunden herrscht totales Chaos unter Deck. Die Leitungen des Ladegerätes habe ich komplett mit Kabelkanälen und Kabelbindern im Motorraum bis unter die Hundekoje verlegt. Ich muss auch die Batterie ausbauen, um an die Verteilung an den +/-Schienen zu kommen. Das Ganze dauert dann gute 1,5 Stunden.

Auch heute nutze ich eine Regenpause, um joggen zu gehen. Ein richtig schöne Runde bis zum Rand der kleinen Stadt, vorbei an der "Marstal Navigationsskole", und dann Richtung Norden. Zurück geht's dann auf der "Havnegaden".

Morgen wollen wir zeitig los. Wir wollen weiter Richtung Norden.

04.08.2025, Marstal - Lundeborg

Um halb acht binden wir unsere Hanna los und ziehen uns aus der Box. Ich drücke den Bug Richtung Boxengassenausfahrt und wir rollen das Vorsegel aus. Langsam und geradezu entspannt segeln wir aus dem Hafen - Die Morgensonne zeigt sich und es entsteht eine traumhafte Stimmung. Wir müssen ein bisschen mit der Höhe kämpfen, daher setzen wir, kurz bevor wir den Hafen verlassen, das Großsegel. So haben wir genug Fahrt und können mit hartem Amwindkurs bis zur nördlichen Untiefetonne der Fahrrinne segeln, dann fallen wir ab und segeln mit über 7 Knoten bei Raumwindkurs Richtung Norden. Das ist richtig schönes Segeln, mehr geht nicht! Bei der Autobrücke bei Rudkøbing wird es nochmal etwas spannend: Viel Verkehr, schmales Fahrwasser und ein Amwindkurs mit wenig Raum. Schließlich kommen wir mit voller Konzentration gut hindurch. Nicole stellt sich der Herausforderung und macht Frühstück. Bei der Schräglage und dem Geschaukel ein schwieriges Unterfangen.

Gegen viertel vor zwölf erreichen wir die Hafeneinfahrt von Lundeborg. Piet hat die letzten zwei Seemeilen unserer Hanna mit sicherer Hand geführt. Vor der Hafeneinfahrt macht er einen Aufschießer und berge die Segel. Wir machen in dem Teil des Hafens mit dem Rondell fest. Wir mögen Lundeborg sehr!

Zum Abend hin, wollten wir eigentlich noch ein Eis essen gehen, doch leider müssen wir von diesem Plan abkehren, da es gegen 19 Uhr anfängt zu regnen. Wir bauen die Kuchenbude auf und es wird gemütlich an Bord.

 



Eine Nacht vor Holnis

26.07.2025, Marina Minde - Ankern vor Holnis

Heute, am Samstag, legen wir erst um 15 Uhr in Marina Minde ab. Für eine Nacht und westliche Winde ist Ankern vor Holnis eine gute Wahl. Eben Südlich des Dammes am nördlichen Ende der Halbinsel Holnis geht der Anker über Bord. Der Damm bildet die südliche Abgrenzung des Naturschutzgebietes rund um die Nordspitze von Holnis.

Vor der Strandbude des DLRG ist ordentlich was los: Live-Musik, Strandkino mit einem riesigen digitalem Bildschirm, Verkaufsstände mit regionalen Spezialtäten - "Strandfest Holnis 2025"

Zum Abendessen wollen wir am Strand grillen. Dort wo wir Ankern, sind kaum Menschen am Strand, so dass wir in Ruhe unseren "Skotti-Grill" aufbauen können. Das nämlich, braucht richtig viel Zeit, jedenfalls bei mir! Der "Skotti-Grill" und ich sind leider keine Freunde. Das Zusammenstecken der einzelnen Blechteile, was in einer ganz bestimmten Reihenfolge und mit viel Geschick erfolgen muss, macht mich aggressiv!  Denn ich kann mir die Reihenfolge einfach nicht merken, so dass ich jedes Mal ein YouTube-Video zu Rate ziehen muss. Das Schlimmste ist nachher das Anzünden: Ich drehe den Gashahn der Kartusche auf und man hört das ausströmende Gas. Gleichzeitig hält man ein Sturmfeuerzeug an das andere Ende das Gasrohres und hofft, dass sich das Gas entzündet. Oft genug passiert genau das nicht und ich muss den Zündvorgang abbrechen, weil ich Sorge habe, mit der ganzen verdammten Blechkiste in die Luft zu fliegen! Leider ist der Grill sehr anfällig für leichte Winde, so dass sich das Gas zu schnell verflüchtigt. Es ist halt einfach nicht mein Ding!

Nach einigen Versuchen ging der Grill dann endlich an. Nach dem Essen gehen Nicole und ich nach vorne zum Stadtfest, während unser Jüngster mit unserem Dinghy zurück zum Boot fährt. Vorne an der "Strandbude" gönnen wir uns einen Rosé und genießen den weiten Blick über die Außenförde. Im Anschluss holen wir uns noch gegenüber beim Strandcafé ein Eis. Schließlich spazieren wir zurück und rufen dann unseren Jüngsten an, damit er uns mit dem Schlauchboot am Strand abholt. Toll, wenn Kinder groß werden!

27.07.2025, Ankern vor Holnis - Marina Minde

Wir bleiben heute noch einige Zeit hier vor Anker, wir Baden und Lesen und ich gehe Joggen. Außerdem gehe ich mit unserem Sohn auf Erkundungstour entlang des Ufers Richtung Holnis Spitz. Hier liegen zum Teil wirklich große Bäume quer über den schmalen Strand. Einige sind bei der Sturmflut im Herbst 2023 unterspült worden und von der Steilküste heruntergefallen sind. Andere Bäume liegen schon länger hier und erscheinen wie Kunstwerke.

Erst gegen viertel vor vier holen wir den Anker hoch und legen unter Segeln ab.

Nächste Wochenende ist der Start in unser Urlaub geplant. Wir hoffen auf einigermaßen gute Bedingungen, um losfahren zu können.

 


Endlich mal wieder entspanntes Ankern!

18.07.2025, Marina Minde - Ankern vor Arnkil (Als Sund)

Unser Wirkungskreis in den letzten Wochen war aufgrund des Wetters und anderer ungünstiger Umstände ziemlich klein. Weiter als Sønderborg sind wir nicht gekommen, oft sind wir sogar in Marina Minde geblieben.

Für dieses Wochenende haben wir uns vorgenommen, mal wieder in den Als Sund zu fahren. Am heutigen Freitag legen wir dann bei traumhaften Bedingungen ab, es ist warm und die Sonne scheint. Der Wind reicht zwar nicht aus, so dass wir die Förde hinaus motoren. Wir wollen heute mindestens bis zum Stadthafen von Sønderborg (der Teil nördlich der Brücke) kommen und wenn es das Wetter zulässt, noch ein Stück weiter bis Arnkil, wo wir vor Anker gehen würden.

Als wir dann die Sønderborg Bugt erreichen und Kurs auf die Klappbrücke nehmen, zieht von Nord eine kleine Gewitterzelle auf uns zu. Wir sind froh, dass außer sintflutartigen Regenergüssen kein Starkwind da drin steck. Ein Blick auf die Wetter-App lässt uns hoffen, dass es hiernach trocken bleibt.

Nach einer kurzen Wartezeit vor der Klappbrücke beim Stadthafen nehmen wir dann Kurs Richtung Norden und gehen vor Arnkil, kurz vor dem Übergang zum Als Fjord, vor Anker. Der schwache Wind kommt zur Zeit noch aus westlichen Richtungen, so dass wir das Eisen Richtung Land einfahren - eine ziemlich ungewohnte Aktion.  Mittlerweile hat es auch aufgehört zu regnen und auch im Verlaufe des Abends bleibt es tatsächlich trocken. Das Wasser lädt mit 20,4°C zum Baden ein. Wir bauen unseren Tisch für die Plicht auf und decken den Tisch für ein gepflegtes Abendessen.

An der ein Stück neben uns ausgelegten Mooringboje liegt ein Segelboot unter deutscher Flagge. Im Verlaufe des Abends nähert sich ein Segelboot unter dänischer Flagge und stoppt neben dem deutschen Segler auf. Wir hören energisches Rufen, aber auf dem deutschen Boot rührt sich niemand. Es ist offensichtlich, dass der Däne den deutschen Segler auffordern möchte, die Mooringtonne freizumachen. Nach einer Weile setzt der Däne dann seine Fahrt unverrichteter Dinge fort.

19.07.205, Ankern vor Arnkil - Ankern in der Sand Vig

Nach einer sehr ruhigen Nacht trinken wir zeitig unseren Kaffee und holen gegen halb neun den Anker hoch. Der Wind ist kaum wahrnehmbar, aber wir wollen trotzdem versuchen, ohne Motor aus der kleinen Bucht zu kommen, ohne auf den Segler an der Mooringtonne und einen weiteren Ankerlieger zu treiben. Den Motor haben wir natürlich bei dieser Aktion startbereit. Mit etwas Geduld und Flexibiltät bei der Segelstellung, bewegen wir uns langsam Richtung Als Fjord, wo sich später sogar ein angenehmer thermischer Wind mit bis zu 3 Beauford einstellt. Wir laufen in die Bucht "Sandvig", an dessen südlichem Ufer bereits einige Boot vor Anker liegen. Wir laufen unter Vollzeug mit fast 6 Knoten bis in die östliche Spitze der Bucht und machen knapp 300 Fuß (knapp 100 Meter) vor dem Strand einen Aufschießer Richtung Süden. Ich rolle die Fock ein und hole schnelle das Groß runter, während Nicole den Anker bei 1,1m unter dem Kiel auf den sandigen Grund herunterlässt. Wir fahren den Anker sodann mit backgehaltener Fock ein, er sitzt sofort.

Wir verbringen nun bei wirklich traumhaften Bedingungen einen wunderschönen Tag hier vor Anker: Baden, Entspannen, Lesen, Joggen, Kaffee trinken usw. - besser geht es nicht, zumal das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt.

Zum Abend hin montiere ich den vollgetankten Außenborder am Schlauchboot und Nicole und ich machen eine "Ausfahrt", bei der wir die Bucht in Richtung Süd umfahren. Mit langsamer Fahrt steuern wir nahe am Ufer mit sehr abwechslungsreicher Vegetation, zum Teil mit kleinem Steilufer, teils mit steinigen und seichten Abschnitten entlang. Später queren wir die Bucht komplett und steuern den kleinen Hafen "Brandsbøl Bådelaug" im Norden der Bucht an. Dies ist ein traumhaft gelegener kleiner Fischereihafen, den wir letzte Saison auch schon einmal mit dem Schlauchboot besucht hatten. Hier sitzen ein paar Mitglieder des Vereins zusammen und grillen. Wir begrüßen sie mit "God dag" und man antwortet uns mit "I lige måde" ("gleichfalls").

Die Abendsonne legt sich über die Bucht und taucht die leicht hügelige Landschaft in ein rötliches Licht - wirklich traumhaft! Erst gegen halb neun abends sind wir zurück an Bord und wir essen zu Abend. Ein wundschöner und entspannter Tag neigt sich dem Ende.

20.07.2025, Ankern in der Sandvig - Iller Strand - Marina Minde

Ein wunderschöner Morgen, angenehm war, schöner Segelwind. Gegen acht Uhr holen wir den Anker hoch und segeln nur mit ausgerollter Fock aus der Bucht. Wir frühstücken dabei. Als wir in den Als Sund einbiegen, setzen wir auch das Groß. Wir haben in Böen 4-5 Beaufort. Bei Wind aus südlicher Richtung müssen wir ordentlich Höhe laufen und auch den einen oder anderen Holeschlag machen. In regelmäßigen Abständen, im Rhythmus der Brückenöffnungen im Stadthafen Sønderborg, kommen uns Flottillen von Sportbooten entgegen. Es ist Urlaubszeit und viele Starten in ihre Reise in Richtung Norden. Wir nehmen die Brückenöffnung um 10:45 Uhr. Wir haben schon lange nicht mehr so viele Boote vor dem Brücke gesehen.

Mittlerweile hat der Wind auf die vorhergesagten 6 Windstärken aufgedreht, so dass wir im Schutze des Sportboothafens das Groß mit erstem Reff setzen. Mit oft über 7 Knoten und ordentlich Welle aus Osten queren wir die Sønderborg Bugt und fahren dann später mit achterlichem Wind im Schmetterlingskurs in die Förde.

Vor Iller Strand machen wir einen Aufschießer und gehen für einen kurzen Badestopp vor Anker, bevor wir dann zurück nach Marina Minde segeln. Westlich der "Schwiegermutter", die wir auf unserer Backbordseite liegen lassen, hat sich eine große Charteryacht (Bavaria C45) auf dem Flach festgefahren - unter Vollzeug! Hier handelt es sich ganz offensichtlich um einen Navigationsfehler.

Das Wochenende ist schnell vorbeigegangen und Nicole und ich müssen uns zeitig auf den Weg nach Hause machen. Unsere Vorfreude auf unseren Sommerurlaub, in zwei, Wochen ist groß!

 




Schaukelige Angelegenheit!

11.07.2025, Marina Minde - Ankern bei Skelde Vig

Nach einer stressfreien Anfahrt mit dem Auto nach Marina Minde, bringen wir unseren Proviant für das Wochenende an Bord und legen zügig ab. Wir laufen unter Motor Skelde Vig an, wo wir uns ungefähr in der Mitte der Bucht vor Anker legen. Im Laufe des Abends legen sich weitere Boot hier vor Anker. Wir nehmen später eine gepflegte Vorspeise ein und genießen die abendliche Ruhe und schöne Sicht auf die Förde. Als die Dämmerung einsetzt, erleben wir ein phantastisches Schauspiel: Im Osten zieht eine Regenfront von Nord nach Süd, von Westen kommt die untergehende Sonne durch die Wolken, und es entsteht ein riesiger Regenbogen,  der sich wie eine Brück über die gesamt Breite der Flensburger Förde legt. Leider lassen sich die Farben nicht mit der Handykamera einfangen.

12.07.2025, Ankern bei Skelde Vig - Ankern neben dem Sønderborg Lystbådehavn

Nach einer ruhigen Nacht lichten wir früh am Morgen den Anker und nehmen Kurs auf Sønderborg. Die vorhergesagten 6 Beaufort aus Nord kommen dann auch, als wir die Sønderborg Bugt erreichen. Der böige Wind schiebt uns bei einem Am Wind Kurs gut voran. Unser Plan ist es, östlich des Sønderborg Lystbådehavns vor Anker zu gehen. Nur mit einem kleinen Dreieck der Rollfock versuchen wir, die letzten Meter genug Höhe zu laufen, um dann den Anker in dem Bereich mit sandigem Untergrund zu Wasser zu lassen. Leider hatte ich unseren Jüngsten zu früh gebeten, das Schwert hochzukurbeln, so dass wir stark an Manövrierfähigkeit eingebüßt haben. Zudem steht Nicole schone vorne seit "geraumer Zeit" bereit, den Anker loszumachen. Mittlerweile bekomme ich auch schon genervte Blicke zugeworfen, da ich mal wieder dabei war, meinen Spieltrieb auszuleben. Es hilft nichts, ich starte den Motor, was auch für das Einfahren des Ankers, angesichts der Windvorhersage, sehr von Vorteil ist.

Wenig später bekommen wir Besuch von Freunden, die mit dem Auto angereist sind. Wir wollen gemeinsam in die Stadt spazieren. Heute ist in Sønderborg Ringreiterfest, ein großes Event mit 500 Pferden und Reitern, dazu Live-Musik und viele weitere Attraktionen. Gleich vorne vor dem Hafenmeisterbüro vom Lystbådehavn ist bereits Musikzug aufmarschiert, der dem Publikum mit rhythmischen Klängen und tänzerischen Einlagen ordentlich einheizt. Wir spazieren zum Stadthafen, wo ebenfalls ordentlich was los ist. Zum Abend hin grillen wir zusammen und genießen die sagenhafte Aussicht auf die Sønderborg Bugt mit Kalkgrund und der Geltinger Birk am Horizont. Wir haben Glück mit dem Wetter, die Sonne ist herausgekommen und die Temperaturen sind sehr angenehm. Als wir gerade unsere Sachen zusammenpacken, schaut Nicole sicherheitshalber auf ihre Wetter-App: Ein Regenschauer ist im Anmarsch, und das in wenigen Minuten. Das war für uns so nicht vorhersehbar, da die Front aus Richtung Norden heranzieht und die Sicht dorthin durch Bäume verdeckt war. Wir schaffen es gerade noch, alles in unsere Taschen zu verstauen, als es auch schon von ober herabprasselt. Zum Schiff schaffen wir es leider nicht mehr, so dass wir Schutz unter den Bäumen beim Spielplatz suchen. Später setzen wir uns vor dem Hafenmeisterbüro auf dort aufgestellt Bänke und lassen den Abend ausklingen.

Nachdem unsere Freunde abgereist sind, geht es für uns zurück zum Schiff. Bevor wir in die Koje gehen, setzen Nicole und ich noch einmal an Land über, um Stege zu laufen.

12.07.2025, Ankern beim Sønderborg Lystbådehavn - Ankern bei Skelde Vig - Marina Minde

Die Nachtruhe gestaltete sich anfangs, wie erwartet ruhig und entspannt. Gegen 2 Uhr allerdings, fängt unser Schiff an, sich zu bewegen. Was zunächst mit einem sanften Rollen (Bewegung um die Längsachse des Schiffes) beginnt, endet mit einem unerträglichen Geschaukel, bei dem man sich unter Deck schon festhalten muss und lose Sachen durch die Gegend fliegen! Wie ist das möglich? Wo kommt diese krasse Welle plötzlich her? Wir hatten schließlich nördliche Wind, die Welle kommt jedoch aus Osten!

Es hilft Alles nichts, so können wir hier nicht schlafen und wir entschließen uns, den Anker zu lichten und Kurs in Richtung Skelde Vig zu nehmen. Wir vertäuen SUP und Schlauchboot an Deck, montieren die Positionslaterne und starten um 02:52 Uhr den Motor. Ein Stück hinter uns hatte sich noch ein Segelboot vor Anker gelegt, auch dessen rollende Bewegungen sind beachtlich!

Es ist tatsächlich unsere erste Nachtfahrt und wir müssen erst einmal unsere Instrumente und Navigeräte so einstellen, dass sie nicht blenden. Unser Kurs während der ersten Seemeilen ist genau rechtwinklig zur von Ost nach West laufenden Welle, die sich geschätzt bis 80 oder 90 cm auftürmt. Es sind Bedingungen, wo keinesfalls Jemand über Bord gehen sollte. Sønderborg ist noch eine ganze Weile achteraus zu sehen. Von dort zieht auch die erste Dämmerung herauf.

Gegen kurz nach 4 Uhr laufen wir in die Ankerbucht Skelde Vig ein und suchen uns in dem Ankerfeld einen passenden Platz. Wieder einmal können wir den Vorteil des geringen Tiefgangs voll ausspielen. Gegen halb 5 legen wir uns dann wieder in unsere Kojen und versuchen einzuschlafen.

Erst gegen 9 Uhr stehen wir auf und trinken unseren obligatorischen Morgenkaffee. Leider regnet es, so dass wir ersten kurz nach halb 12 Uhr den Anker lichten. Mit in Böen bis 6 Beaufort segeln wir aus der Bucht und nähern uns mit teilweise über 7 Knoten Marina Minde.

Wir tanken dann noch Wasser, damit wir das nicht nächstes Wochenende machen müssen. Eines ist klar, wenn nicht mehr als 6 Windstärken kommen, fahren wir nächstes Wochenende wieder los!

 




Ankerwochenende: Holnis und Hørup Hav

20.06.2025, Marina Minde – Ankern vor Holnis

Bevor wir heute in Marina Minde ablegen, krieche ich noch schnell in unser hintere Backkiste, um eine Stutzenschutzplatte an unseren neuen Dieselheizung (http://www.delphin-66.de/wordpress/schrauben-statt-schippern/) anzubringen. Um die Stutzen an der Standheizung vor Beschädigungen, z.B. durch Verrutschen von Teilen in der Backskiste bei Schräglage) zu schützen, habe ich eine abgewinkelte Platte konstruiert, die an die vorhandenen Bohrungen in der Halterung der Dieselheizung angeschraubt werden kann. Die Zeichnung habe ich rechts beigefügt.

Es weht ein leichter Wind aus West und wir wollen am heutigen Freitag nicht mehr weit fahren. Wir legen uns wieder vor die Halbinsel Holnis, dieses Mal allerdings nicht vor den Italiener, sondern weiter nördlich, nahe an der Abgrenzung zum Naturschutzgebiet.

Nach dem Abendessen setzen Nicole und ich an Land über und spazieren Richtung Norden. Wir halten an einem Gedenkstein an, an dem wir schön öfter vorbeigelaufen sind. Dieses Mal schauen wir ihn uns etwas genauer an: An dieser Stelle ist Quartiermeister Niels T. Børgensen begraben worden, der in einer See-Landschlacht im April 1848 (Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848-1851) tödlich getroffen wurde. Heute, 177 Jahre später stehen wir hier vor der Gedenkstätte, bei frühlinghafter Luft, ein Hauch von Wind und wunderschönem Blick auf die Förde. Es mutet absolut skurril an, sich jetzt und in diesem Moment vorzustellen, dass hier einmal Kanonenkugeln durch die Luft flogen!

Als wir von unserem Spaziergang zurückkehren, haben sich mittlerweile ein paar Ankerlieger dazugesellt.

21.06.2025, Ankern vor Holnis – Ankern vor Kegnæs

Vormittag setzen Nicole und ich abermals an Land über und laufen dieses Mal Richtung Süden und gönnen uns im „Strandcafé“ beim Campingplatz „Ostseecamp Glücksburg-Holnis“ einen Kaffee. Anschließend gehen wir über den Campingplatz. Er ist gut gebucht, wenige freie Plätze.

Gegen Mittag holen wir den Anker hoch und nehmen unter Segeln Kurs auf Hørup Hav. Gegen 15 Uhr haben wir den Anker vor der nordwestlichen Seite der Halbinsel Kegnæs eingefahren. Es ist schön warm und das Wasser hat knapp 18 Grad. Das reicht zum Baden.

Während Nicole ein leckeres Abendessen vorbereitet, hole ich gegen 19 Uhr den Anker hoch und rolle die Fock aus, um den Bug durch Backhalten in die richtige Richtung zu bewegen. Dann setze ich noch schnell das Großsegel und wir segeln mit Raumschotkurs mit über vier Knoten rüber nach Hørup Hav Havn. Dort mache ich vor der Badestelle einen Aufschiesser, rolle bei geringer Restfahrt das Vorsegel ein und hole das Groß runter. Dann lasse ich den Anker zu Wasser und fahre mit einem kleinen Dreieck des Vorsegeln den Anker etwas ein. Perfektes Timing: Nicole hat gerade das Essen fertig.

Im Anschluss wollen wir uns etwas im Hafen umschauen. Wir setzen mit dem Schlauch zur Kajakanlegestelle über und holen uns erstmal beim Hafenkiosk ein Eis. Als wir im Anschluss über die Stege laufen, wundern wir uns über die vielen freien Plätze, und das, bei so traumhaften Wetterbedingungen! Liegt das an den deutlich nach oben angepassten Liegegeldern? Jedenfalls ist hier vom Hafen das Ankerfeld auf der Nordostseite der Halbinsel Kegnæs einzusehen. Dort liegen um 30 Boote vor Anker. Das haben wir so auch noch nicht gesehen!

Schließlich paddeln wir mit unserem Schlauch Boot zum Schiff zurück, holen den Anker hoch und motoren zu der Ankerstelle von vorhin zurück. Über Nacht soll der Wind von Südwest über Nord auf Südost drehen, so dass wir zeitweise auflandig liegen werden.

22.06.2025, Ankern vor Holnis – Ankern vor Kegnæs

Nach einer ruhigen Nacht genießen wir den Vormittag an Bord. Leider müssen wir heute wegen einer Einladung rechtzeitig zurück sein. Gegen Mittag holen wir den Anker hoch und nehmen unter Vollzeug Kurs auf Marina Minde. Anfänglich sind wir mit 6,5 Knoten unterwegs, später nimmt der Wind stark ab und wir starten den Motor. Gegen halb drei fahren wir nach Hause.






Bei Starkwind vor Anker

13.06.2025, Marina Minde – Ankern vor Iller Strand

Nach einer ganz passablen Autofahrt über die A7 legen wir am späten Nachmittag in Marina Minde ab. Bei starkem östlichen Wind mit Böen bis 7 Beaufort klappt unser Ablegemanöver erstaunlich gut. Als wir hinter der Hafenausfahrt Richtung Osten abbiegen, stampfen wir mit nicht viel mehr als 5,4 Knoten gegen Wind und Welle an. Unser Ziel für heute ist wieder einmal Iller Strand, denn der Wind bleibt, auch über Nacht. Wir legen uns so nahe ans schützende Ufer, wie es geht. Bei 0,9 m unter dem Kiel geht der Anker über Bord. Wir fahren das Eisen mit 2.300 Umdrehungen ein. Die Böen sind zum Teil sehr stark und ich installiere vorne an der Kette noch eine Ruckdämpferleine.

Es ist schön, wenn die eigenen Kinder größer und selbständiger werden. Wir haben wieder „unseren“ Pflegehund Sissie dabei und unser Jüngster setzt mit Ihr mit dem Schlauchboot für eine Gassierunde an Land über. Indes gönnen Nicole und ich uns ein kleines Getränk.

14.06.2025, Ankern vor Iller Strand – Marina Minde

Trotz der wirklich heftigen Böen in der Nacht, haben wir keine Sorgen gehabt, dass der Anker nicht halten würde. Insofern hatten wir zwar eine „bewegte“ aber trotzdem erholsame Nacht.

Am Morgen wird dann nicht weit von unserm Ankerplatz in Richtung Westen eine große Wendemarke ausgebracht. Unser Windanzeiger zeigt zum Teil 15 m/s (7 Beaufort) an. Später können wir dann eine Regatta verfolgen, bei der es im Bereich der Wendemarke zu krassen und nicht ganz ungefährlichen Manövern kommt.

Wir setzen an Land über und machen einen ausgedehnten Spaziergang. Wir sind schon oft hier gewesen und wir sind immer wieder angetan, von der traumhaften Umgebung. Wir laufen eine Anhöhe hinauf und dann Richtung Brunsnæs, wir genießen die wunderschöne Aussicht auf die Flensburger Förde. Beim Selbstbedienungskiosk bekommt unser Jüngster ein Eis.

Später raffe ich mich auf und setze erneut an Land über und gehe joggen – nützt ja nix! Anschließend brechen wir auf und fahren zurück nach Marina Minde, denn für morgen früh sind Gewitter angesagt, die dann aber tatsächlich nicht kommen.

In Marina Minde machen wir erst einmal draußen am äußersten Steg längsseits fest und genießen den wunderschönem Blick auf die Flensburger Förde fest. Erst am Abend verholen wir uns auf unseren Platz und bauen noch die Kuchenbude auf. Wir lassen den Abend mit Freunden bei uns an Bord ausklingen.

15.06.2025, Marina Minde

Am späteren Vormittag fängt es ordentlich an zu Regnen. Ich nutze die Zeit und mache daran, Aufmaß unser steuerbordseitigen Backskiste zu nehmen. Hier möchte ich ein Schott einbauen, was zum Schutz des Abluft-/ bzw. Warmluftschlauches unserer neuen Dieselheizung dienen soll. Ich muss versuchen, die Kontur des Risses in Querrichtung aufzunehmen und das, mit Mitteln, die an Bord zur Verfügung stehen. Hier geht es zum dem eigens dafür erstellten Beitrag: http://www.delphin-66.de/wordpress/aufriss-fuer-ein-schott/

Wir nutzen am Nachmittag eine kurze Regenpause und packen unsere „7 Sachen“ und fahren nach Hause.


Schrauben statt Schippern

31.05.2025, Marina Minde – Ankern vor Iller Strand

Die Posse mit unserer Gasheizung hatte vergangenes Wochenende einen Höhepunkt: Es ist bereits das dritte gebrauchte Gerät, was ich eingebaut hatte und wegen mangelnder Funktionstüchtigkeit wieder ausbauen musste. Nun hatte ich endgültig die Schnauze voll und habe eine günstige Diesel-Standheizung bestellt und diese „mal eben“

eingebaut. Es war ein Mammut-Projekt, das ich besser im Winterlager angegangen wäre. Aber ich wollte unbedingt eine funktionierende Heizung an Bord haben! Eine der Herausforderungen, neben dem unvermeidbaren Chaos an Bord, bestand darin, Platz für die Warmluftschläuche zu finden. Der einzige Verlegeweg war auf der Steuerbordseite, unter der Gaskiste und Hundkoje hindurch, dort mit einem T-Stück einen Abzweig zum Motorraum, von wo ich zum Ausströmer im Niedergang gehen musste. Der andere Zweig führt nach vorne zum Bad. Hierfür musste ich 6 Löcher mit einem Durchmesser

von 90 mm in die vorhandenen Schotts bohren. Bei diesem Durchmesser und einer Dicke der Schotts von ungefähr 30 mm, ist bereits ein nennenswertes Drehmoment erforderlich, dass ich an meiner Bohrmaschine einstellen muss. Je tiefer man beim Bohren kommt, desto öfter kommt es zu einem plötzlichen Verkanten, was zu einem enormen Rückschlag in die Bohrmaschine und Handgelenke führt. Dazu kommt noch die zum Teil sehr anstrengende Position beim Bohren, die ich in der Backskiste oder unter der Hundekoje einnehmen musste.

Ein weiteres Problem Bestand in dem Erfordernis, den mitgelieferten Kabelbaum verlängern zu müssen. Das mitgelieferte Zubehör (Kabelbaum, Abgasrohr, Ab- und Zuluftschläuche usw.) ist eher für den Kfz-Bereich ausgelegt, wo die Abstände deutlich kürzer sind. Es ist schon eine blödes Gefühl, so einen vorkonfektionierten Kabelbaum aufzuschneiden, ist aber halt notwendig.

Nach einem sehr arbeitsreichen Wochenende ist auch noch ein Teil des langen Himmelfahrtswochenendes bei der Aktion drauf gegangen. Immerhin, die Heizung ist nun eingebaut und funktioniert! Nach getaner Arbeit gibt es ein Feierabendbier!

Am heutigen Samstag legen wir gegen halb elf ab und legen uns bei Iller Strand vor Anker.

31.05.2025, Ankern vor Iller Strand – Ankern vor Holnis – Ankern vor Iller Strand

Am späten Nachmittag verholen wir uns dann kurzentschlossen an die Ostseite der Halbinsel Holnis, wo wir uns beim Italiener vor Anker legen – wohlwissend, dass der Wind nachher noch auf Ost (also in Bezug auf Holnis auflandig) drehen soll. Beim Queren des Fahrwasser begegnen wir dabei treffender Weise der „Holnis“ von Doris und Kay. Wir fahren aufeinander zu, um uns kurz auszutauschen. Die beiden kommen von Hørup Hav Havn, wo gestern das Bianca 27-Treffen stattfand. Wir wollten eigentlich ursprünglich auch dabei sein, haben es aber dann wegen des Einbaus der Heizung sein lassen.

Nachdem der Anker sitzt, setzen wir zum Strand über und bummeln entlang der Promenade Richtung Norden. Wir sind immer wieder angetan von diesem wunderschönen Fleckchen Erde, der auch zu dieser Jahreszeit, glücklicherweise nicht überlaufen ist.

Schließlich gönnen wir uns eine Pizza beim Italiener. Als wir auf unser Essen warten, dreht der westliche Wind schlagartig auf Ost. Das ist ein Schauspiel, mit dem wir gerechnet hatten, die Vorhersage lautete genau so! Daher hatten wir den Anker auch gründlich (mit über 2.000 U/min) eingefahren. Nun lagen wir schlagartig auflandig und die Welle baute sich im Zuge des zunehmenden Windes stetig auf. Nach dem Essen arbeiten wir uns dann mit unserem Schlauchboot gegen Wind und Wellen zu unserem Schiff. Es ist ein sehr ungewohnt, von Land aus gegen den Wind zum Ankerplatz zu paddeln!

Schließlich starten wir den Motor, holen den Anker hoch und fahren zurück zum Iller Strand, wo wir die Nacht über bleiben.

01.06.2025, Ankern vor Iller Strand – Marina Minde

Nach einer ruhigen Nacht ziehen am frühen Morgen kurze Gewitter auf, es bleibt aber bei kleineren Böen. Als es aufklart, holen wir den Anker hoch und segeln nur mit Fock nach Marina Minde.

Marina Minde ist seit Donnerstag Austragungsort für Regatten der Dänischen Segelsportliga (Dansk Sejlsportsligaen) mit 8 J-70 Booten. Im und um den Hafen ist ordentlich was los. wir können von unserem Liegeplatz aus das Treiben beobachten und sogar die Regatta mit verfolgen.

Wir hoffen nun sehr, dass wir nächstes Wochenende zu Pfingsten zu einem etwas größeren Törn aufbrechen können.




Eine Nacht vor Anker in der Skelde Vig

17.05.2025, Marina Minde – Ankern in der Skelde Vig

Gegen viertel nach eins nach Mittag des heutigen Samstages legen wir in Marina Minde ab. Mit unseren Stegnachbarn waren wir uns zuvor einig geworden: Dieses Jahr werden wir mit schönem Wetter verwöhnt. Ich werfe dann noch ein, dass ich nicht hoffe, dass wir das gute Wetter für dieses Jahr bereits abgearbeitet haben und der Sommer ins Wasser fällt! Ob ich mich damit beliebt gemacht hatte, bezweifle ich im Nachgang.

Nur mit ausgerollter Fock nehmen wir zunächst Kurs auf die Ostseite der Halbinsel Holnis, doch leider kommt der nördliche Wind hier zu auflandig. Wir drehen ab und laufen die Skelde Vig an. Dort ist bereits eine stattliches Ankerfeld entstanden. Wir legen uns ein wenig abseits der anderen Ankerlieger, im westlichen Teil der Bucht, vor Anker.

Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, um mich um unsere Temperaturanzeige unseres Raymarine ST60 zu kümmern.  Bereits in der letzten Saison stieg die angezeigte Temperatur auf unrealistische Werte von über 30°C. Das nervte schon wieder gehörig, so dass wir schon über einen Ersatzgeber nachgedacht haben. Der kostet aber mal eben über 200 €. Glücklicherweise gibt es aber eine Möglichkeit, den Temperatursensor mit einem 10 kOhm Widerstand zu versehen, was dann zur Behebung des Fehlers führen soll. Dass will ich nicht unversucht lassen und mache mich sogleich an die Arbeit. Dazu habe ich einen eigenen Beitrag in der Rubrik „Know How“ verfasst. Das Phänomen schient bei diesem Gerät häufiger aufzutreten, daher hab ich eine kurze Anleitung geschrieben. Hier der Link dazu: Link. Die teilweise fummelige Arbeit hat sich aber schließlich gelohnt und die Temperaturanzeige gibt schließlich wieder realistische Werte aus.

Zum Abend hin setzen wir dann mit dem Schlauchboot zu dem kleinen Strand über, um einen kleinen „Sundowner“ einzunehmen. Ein weiteres Pärchen hatte die gleiche Idee. Wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass sie auch einen GFK-Klassiker haben. Somit gibt es natürlich genügend Gesprächsstoff.

18.05.2025, Ankern in der Skelde Vig – Marina Minde

Nach dem Erfolg gestern mit der Temperaturanzeige folgt heute Morgen gleich wieder ein Rückschlag: Unsere Gasheizung will nicht anspringen! Darüber ärgere ich mich ziemlich, da ich viel Arbeit in die neue/gebrauchte Heizung letztes Jahr gesteckt hatte. Es nützt nichts, ich werde sie ausbauen und die andere Heizung, die ich letztes Jahr noch auf dem Gebrauchtmarkt beschafft hatte, nächstes Mal wenn wir zum Schiff fahren, einbauen. Außerdem werde ich mich nochmal mit dem Thema „Dieselheizung“ beschäftigen.

Wir holen den Anker um viertel nach 9 Uhr hoch und motoren nach Marina Minde. Ich hatte schonmal bessere Laune! Dennoch war es ein wunderschöner kurzer Törn in trauter Zweisamkeit!

 


Besuch beim „Flensborg Yacht Club“ (FYC)

10.05.2025, Marina Minde – Flensborg Yacht Club (FYC)

Da wir an diesem Wochenende erst heute, Samstag loskommen, entschließen wir uns, in die Förde hineinzufahren – keine großen Strecken, einfach in einen Hafen und „Chillen“ (vor 20 Jahren hätte ich hier wahrscheinlich „Abhängen“ geschrieben). Wir legen gegen halb elf Uhr ab und laufen zunächst den Hafen von Glücksburg an. Dort wollten wir uns eigentlich am ganz äußeren Steg längsseits legen. Dort ist aber leider kein Platz mehr, da er mit einem Arbeitsboot und Schwimmstegen belegt ist. Wir „ziehen also Leine“ und entschließen uns noch weiter in die Förde hinein zu motoren. Wir wollten immer schon mal zum FYC, dem „Flensborg Yacht Club“, wo Kay mit seiner Frau beheimatet ist. Kay ist der Vater der „Bianca 27-Liebhaber“, der mich in Bezug auf unsere Delphin-66-Fangemeinde in vielen Dingen inspiriert hat.

In dem Hafen von Fahrensodde ist, neben dem FYC, auch die SVF, die „Seglervereinigung Flensburg“, beheimatet. Hier finden wir zunächst einen freien Platz, bis wir uns später zum FYC neben Kay (der auch der „Formand“/ 1. Vorsitzender des FYC ist) und Doris legen, die heute ihren Mast ihrer neuen „Holnis“ setzen. Wir gönne uns indes einen Cafe und sogar auch ein Stück Kuchen auf der Terrasse des „Restaurant Fördeblick“ der Seglervereinigung Flensburg – schöner Blick auf die Flensburger Förde.

Zum Abend hin verholen wir uns dann neben die „Holnis“, eine LM 28 – ein dänischer Klassiker den der Konstrukteur Palle Mortensen, neben vielen anderen Größen, wie LM 23, LM 24, LM 27, LM 30 LM 32, entwarf. Wir bekommen eine Room Tour und Nicole und ich sind beeindruckt, was die beiden in den letzten Monaten aus dem Schiff gemacht haben! Es ist die Liebe zum Detail und das „…wenn schon, dann richtig“, was die Arbeit von Kay und Doris ausmacht. Hier zeigt sich abermals, was alles Möglich ist, wenn Frau und Mann ein gemeinsames Ziel verfolgen! Danke an Doris und Kay, es war schön bei Euch im FYC!

11.05.2025, Flensborg Yacht Club (FYC)- Marina Minde

Heute geht es dann zeitig wieder zurück nach Marina Minde. Gegen 10 Uhr legen wir ab und motoren gegen den Nordostwind Richtung Norden. Auf der Förde sind schon erstaunlich viele Segelboot unterwegs. In der Ferne können wir ein Motorboot beobachten, dass mit schneller Fahrt zu einem Ankerlieger vor Meierwiek unterwegs ist. Nach einem prüfenden Blick durch das Fernglas bestätigt sich unsere Vermutung, dass es die Wasserschutzpolizei sein müsste. Ich sag noch zu Nicole: „.. man sind die schon fleißig am frühen Sonntag Morgen!“. Damit verschwinde ich unter Deck, um was zu erledigen. Plötzlich reduziert Nicole die Motordrehzahl auf Standgas und einen Moment später ruft mich Nicole. Solch eine Situation hatten wir schonmal und das heißt nichts Gutes! Als ich die Tür von der Vorpieck zum Salon öffne, sehe ich fünf Polizeibeamten in die Augen. Sie standen aufgereiht auf ihrem Polizeiboot, das einer der Beamten an unserem Heckkorb festhielt, und schauten zu mir nach unten. Es gab keinen Grund, aber ich fühlte mich irgendwie ertappt. Doch dann witterte ich sofort die Chance, endlich mal all unsere mühsam erarbeiteten Scheine, die wir immer griffbereit im Schapp aufbewahren, zeigen zu können. Doch die Ernüchterung erfolgte umgehend: Man wollte lediglich unsere Personalien überprüfen, sprich wir sollten unsere Persos rüberreichen – „Was für eine langweiliger Sch…!“ dachte ich. Schließlich wurden wir aufgeklärt, dass die Polizei in Sachen „Menschenschmuggel“ unterwegs ist und wir nicht Beamten der Wasserschutzpolizei, sondern der Bundespolizei mit der Restfahrt unseres Schiffes hinter uns herzogen. Leider sind wir nicht in der Lage den Personalausweis von Piet zu übergeben, da wir bislang noch keinen für ihn beantragt haben. Die Beamten drücken ein Auge zu!

Nach einem kleinen Smalltalk über mögliche Berufschancen unsere Jüngsten bei der Polizei und einer unmissverständlichen Empfehlung, „bei dem Laden“ nicht anzufangen, verabschieden sich die netten Beamten.

Gegen halb zwölf sind wir auch schon in unserer Box in Marina Minde. Schade, das war wirklich ein kurzer Ausflug. Aber nächstes Wochenende werden wir bestimmt wieder los fahren.

 



1. Mai und kulinarische Herausforderungen

30.04.2025, Marina Minde – Ankern vor Holnis

Wind aus West – das ist das, was wir brauchen, um vor der schönen Halbinsel Holnis zu ankern. Der Ankerplatz besticht durch seine Nähe zu dem Italiener „Ristorante San Remo“. Außerdem gibt es hier einen sehr schönen Strand und man kann von hier zu Fuß die Halbinsel Holnis erkunden.

Nach einer ganz passablen Autofahrt nach Marina Minde, hieven wir unsere Taschen  sowie Proviant  in großer Eile auf eine Hafenkarre. Alles was da nicht rauf passt, hänge ich mir um die Schultern – zweimal laufen kostet zu viel Zeit!  An unserem Steg C liegen mittlerweile deutlich mehr Schiffe, die es aus dem Winterlager geschafft haben. Wir freuen uns alte Bekannte wiederzusehen. Leider haben wir nicht viel Zeit zum Reden, denn die Zeit ist ja knapp! Das wird uns nicht krumm genommen, man kennt uns und unsere fluchtartigen Ablegemanöver. Die Abendsonne hat sich bereits über die Förde gelegt und das frühlingshafte Grün der Flora am Ufer bildet einen wunderschönen Kontrast zum dunkelblauen Wasser.

Für die drei Seemeilen zum Ostufer der Halbinsel Holnis, lassen wir bei ausgerollter Fock den Motor mitlaufen. Genau vor dem Italiener lassen wir den Anker fallen, der Motor geht aus und wir kommen zur Ruhe. Unser Pflegehund „Sissie“ ist dieses Mal auch wieder  dabei. Sie ist wirklich pflegeleicht und macht Alles anstandslos mit. Später setzen wir über und gönnen uns ein Essen beim „Ristorante San Remo“. Die Preise wurden teilweise nach oben angepasst. So kostet eine Tiramisu mittlerweile 11,90 EUR! Das ist aus unserer Sicht übers Ziel hinaus geschossen.

01.05.2025, Ankern vor Holnis – Sønderborg

Ein wunderschöner Morgen, spiegelglattes Wasser, mit leichtem Dunst und strahlender Sonne. Wir trinken unseren Kaffee in der Plicht. Es ist vollkommende Ruhe. Auf einmal tauch direkt neben uns ein Schweinwal auf. Er dreht in dem 2,1 m tiefen und klaren Wasser seine Runden an unserer Hanna entlang – eine tolle Erfahrung!

Bevor wir gegen Mittag Richtung Sønderborg aufbrechen, machen wir noch einen kleinen Ausflug an Land, ich arbeite meine Joggingrunde ab. Der Wind hat mittlerweile auf Ost gedreht, so war es auch vorhergesagt. Wir holen den Anker hoch und nehmen Kurs auf Sønderborg Lystbådehavn. Dort sind wir mit unseren Freunden aus Fahrdorf verabredet. Nicole steuert unsere Hanna mit sicherer Hand im Zickzackkurs die Förde hinaus. Ich frage mich immer wieder: Wo hat sie das gelernt? Sie hat einfach das Gespür für den richtigen Kurs und die Segelstellung.

Fast zeitgleich laufen wir mit unseren Freunden in Sønderborg ein. Bevor wir gemeinschaftlich grillen, habe ich noch eine Überraschung für Nicole und vor Allem für Piet parat. Diese „Überraschung“ steht im Zusammenhang mit einer Diskussion über eine schwedische Delikatesse, die nur von absoluten Experten als lecker empfunden wird und verspeist werden kann. All diejenigen, die das nicht sind, tun sich üblicherweise mit dem Verzehr dieser besonderen Speise schwer. Für diese Fraktion gilt es dann, den unweigerlich einsetzenden Würgereiz zu überwinden. Ansonsten findet die Delikatesse nicht den Weg in den Magen sondern wird reflexartig aus dem Mund katapultiert. Diese schwedische Köstlichkeit ist unter dem Namen „Surströmming“ bekannt. Dabei handelt es sich um fermentierten Fisch, der beim Gärungsprozess übelriechende Gase bildet. Darüber hatten wir unlängst bei unserem Treffen am letzten Wochenende gesprochen und zu Anschauungszwecken YouTube-Videos angesehen.  Unser Jüngster, bekannt als ebenso erfahrener wie unerschrockener Gourmet, zeigte sich unbeeindruckt von den eindrücklichen Videoaufnahmen, die die teilweise kläglichen Versuche gestandener Männer, Surströmming zu verzehren, dokumentierten. Denn die Herausforderung beginnt schon beim Öffnen der durch die Gärungsgase unter Druck stehenden Dose und des damit einhergehenden entsetzlichen Gestanks. Dem zu widerstehen ist nur etwas für Hartgesottene! in diesem Moment reifte bei mir der Gedanke, Surströmming als geeignetes, pädagogisches Hilfsmittel einzusetzen. So kam es, dass ich eine Dose bei mir, gut eingepackt, in meiner Laptoptasche mitführte und als „Überraschung“ für unseren Jüngsten und Nicole heute Abend auf einer der neuen Sitzplätze an der Boxengasse servieren konnte. Als ich die Dose Surstömming nun den beiden auf den Tisch lege, weicht die große Vorfreude auf die angekündigte Überraschung dem blanken Entsetzen. Während die Beiden noch in der Schockstarre verharren, mache ich mich derweil an das Öffnen der durch die Gärungsgase aufgeblähte Dose. Es kommt, wie es kommen muss: Natürlich spritzt mir die bestialisch riechende Flüssigkeit ins Gesicht. Wie ich von unseren Freunden, die ich im Vorwege eingeweiht hatte und in sicherem Abstand Zeugen dieser kulinarischen Bewährungsprobe werden, im NACHGANG erfuhr, öffnet man diese Dosen üblicherweise unter Wasser – nun weiß ich, warum!

Der Geruch, der dieser geöffneten Dose entweicht, ist wirklich unerträglich! Unser Jüngster ist wirklich tapfer, und versucht eine Stück zu probieren. Das ist die Steilvorlage für Nicole, die völlig unerschrocken ein Stück von dem übel riechenden Fisch abbeißt! Dass war natürlich reine Berechnung, denn sie weiß, dass ich nicht als Memme dastehen möchte, und auch abbeißen müsste. So war es dann auch, allerdings sind wir uns alle einig: Der Geschmack ist noch viel schlimmer, als der Geruch. Wir schaffen es nicht, den Bissen runterzuschlucken.

Ich stelle resümierend fest, wir, und insbesondere auch unser Jüngster, haben die Bewährungsprobe bestanden!

Nach dieser herausfordernden Vorspeise begeben wir uns zu den Grillplätzen, wo wir einen sehr schönen Abend mit unseren Freunden aus Fahrdorf und weiteren, uns bekannten Seglern aus dem FSV, verbringen.

02.05.2025, Sønderborg – Marina Minde

Wir müssen heute leider schon zurück und legen gegen Mittag in Sønderborg ab. Auch heute müssen wir gegenan kreuzen, denn der Wind hat inzwischen wieder auf West gedreht.

 



Erster Törn in der Saison 2025 – Dänische Südsee

12.04.2025, Marina Minde – Sønderborg

Heute gegen Mittag bringen wir Proviant und Bettzeug an Bord. Vor uns liegen 4 bis 5 Tage freie Zeit, die Wetteraussichten sind passabel. Für heute sind um die 1 Beaufort vorhergesagt, wir werden motoren. Das ist auch gut so, denn ich habe noch nicht das Rigg eingestellt. Die Flensburger Förde ist spiegelglatt und die Sonne scheint, traumhaft!

Im Sportboothafen in Sonderburg gibt es noch viele freie Plätze. Wir legen uns am östlichsten Steg mit dem Bug gen Osten in eine Box. Uns fallen sofort die neuen Grillplätze an den Boxengassen auf – schön gemacht!  Auf meiner Joggingrunde entlang der Küste Richtung Osten springt mir außerdem die neue  Uferbefestigung ins Auge. Hierfür wurden sämtliche Bäume und Sträucher entfernt, das finde ich etwas schade.

Den Abend über sitzen wir bei untergehender Sonne in der Plicht – das erste Mal dieses Jahr!

13.04.2025, Sønderborg – ankern in der Dyvig Bugt

Den heutigen Vormittag verbringe ich mit Arbeiten an der Elektrik. Das Dampferlicht war lange Zeit außer Funktion – darüber hatte ich schon mehrfach berichtet. Resümierend kann ich nun gleich mehrere Ursachen auflisten: So lag unter anderem ein Kabelbruch oben am Mast an der Zuleitung zum Gehäuse des Dampferlichts vor. Das hatte ich im Winterlager bereits repariert. Außerdem war das Kabel, wie ich heute heraus gefunden habe, oben in der Decke, ein Stück hinter der Durchführung, beschädigt und auch korrodiert. Hier hat einer der Voreigner aus Versehen ins Kabel gebohrt. Die Ummantelung des Kabel für die Decksbeleuchtung war ebenfalls beschädigt. Ich konnte beide Fehler mithilfe von Durchgangsmessungen orten. Zusätzlich fand ich dann noch heraus, dass der Schalter der Decksbeleuchtung einen zu hohen Widerstand hatte. Es ist ein Schalter alter Bauart, den ich aufschrauben und reparieren konnte. Am Ende dieses Vormittages kann ich dann feststellen, dass alles funktioniert!

Bevor wir gegen 14:30 ablegen, stelle ich noch das Rigg ein und sichere die Wantenspanner mit Splinten gegen verdrehen. Dann legen wir ab und direkt hinter der Hafeneinfahrt machen wir den Motor aus und segeln nur mit Fock in den Stadthafen von Sonderburg. Die Anzeige für die Brückenöffnung ist nicht in Betrieb. Wir lassen uns mehr oder weniger Richtung Brücke treiben, durch Wind und Strömung. Eine Wende unweit der Brücke führt erwartungsgemäß in Ermangelung ausreichender Fahrt, nicht zum Erfolg – was aus unserer Sicht keine Problem darstellte, da wir dann eine Halse ausführten. Für Außenstehende jedoch mag es einen anderen Eindruck machen, da es den Anschein erwecken könnte, dass nicht genug Abstand zwischen unserer Hanna und der Brücke war. Ob den Brückenwärter seine nachvollziehbaren Zweifel hinsichtlich einer drohenden Kollision unseres Mastes mit dem Brückenbauwerk dazu bewogen, unverrichteter Dinge den Brückenöffnungsvorgang in Gang zu setzen, wissen wir nicht mit Sicherheit, wohl aber, dass die Brückenöffnung zu einer ungewöhnlichen Zeit erfolgte. Wie dem auch sei, wir freuen uns über die minimale Wartezeit und ich winke dem Brückenwärter nach der Passage als Dankeschön zu. Es ist der Zeitpunkt, wo als nächstes das Großsegel gehisst wird. Der Wind soll bald deutlich auf bis zu 6 Beaufort zulegen. Am Ende des Als Sunds dreht der Wind dann auch auf und wir beschleunigen auf über 7 Knoten – das macht richtig Spaß. Teilweise ist auch mal eine 7er Bö dabei und wir müssen deutlich fieren. Aber, es ist tolles Segeln und wir erleben eine Rauschefahrt mit Glücksgefühlen! Vor der Enge zur Dyvig Bugt, holen wir das Groß runter und rollen auch die Fock ein. Blöderweise rauscht die Vorschot aus der Rolle, da dort ein Achterknoten fehlte. Das führte zu eine kurzzeitigen unübersichtlichen Situation, da sich die steuerbordseitige Vorschot vollständig mit der backbordseitigen verhedderte – ist halt Anfang der Saison! Sicher, wir sind in einer Legerwall-Situation, aber das ist noch keine Grund, den Motor anzuschieben. Es ist lediglich etwas Eile geboten, die Vorschot wieder klar zu bekommen. Ich hantiere auf dem Vorschiff herum, immer eine Auge auf unsere Position im Vergleich zum Ufer. Zugegeben: Es hätt nicht viel länger dauern dürfen und wir hätten unseren Diesel anschmeißen müssen. Schließlich nimmt unsere Hanna aber wieder Fahrt auf und erlangt ihre Manövrierfähigkeit zurück, so dass wir bei Westwind vor Top und Takel die Enge mit 2 bis 3 Knoten passieren. Für das Ankermanöver rollen wir die Fock noch etwas aus. Gegen 17:30 ist das Eisen schließlich eingefahren. Wir erleben einen wunderschönen und ruhigen Abend hier vor Anker.

14.04.2025, Ankern in der Dyvig Bugt – Lyø

Heute Morgen holen wir dann um 09:30 den Anker hoch und segeln  mit Vollzeug Richtung Enge. Leider müssen wir den Motor für diese Passage kurz anmachen, wir schaffen die Höhe einfach nicht.

Es sind wieder 6 Beaufort angesagt, so dass ich die Reffleinen einziehe – das hatten wir bisher noch nicht erledigt. Leider bleibt die Vorhersage eine Wunschtraum und der Wind nimmt von 3 bis 4 Beaufort stetig ab. Wir halten aber tapfer ohne Motor bis Lyø durch. Hier im Hafen liegen nicht mehr als vier Schiffe (keine Festlieger) im Hafen. Der Wind schläft vollständig ein und es wird „Kurze-Hose-Wetter“. Noch meiner Joggingrunde (entlang des Ufers Richtung Osten und Querung der Halbinsel und zurück – Nicole sagt mir im Nachgang, dass das Areal von März bis Oktober Naturschutzgebiet ist) gehen wir in den Ort und erkunden die Gegend. Wir laufen auch einige Nebenstraßen ab und stellen fest, dass einige Anwesende zunehmend den Eindruck fehlender Zuwendung machen. Die liegt sicher an der Überalterung der Einwohner. Trotzdem ist es sehr schön hier und der Frühling liegt überall in der Luft. Wir kaufen zwei Tuborg Classic und setzen uns mitten im Ort auf eine Bank. Wir genießen die Ruhe und die milden, frühlingshaften Temperaturen. Zum Abend hin erleben wir einen traumhaften Sonnenuntergang.

 

15.04.2025, Lyø – Søby

Wir stehen früh auf und legen zeitig ab. Heute sollen 7 Beaufort kommen. Wir laufen unter Vollzeug Richtung Süden und schaffen gerade eben die Höhe. Der Hafen von Søby ist ebenfalls sehr leer. Später macht hinter uns die „Pippilotta“ aus Kappeln fest. Diese Tatsache wird unseren Abend noch bereichern! An Bord sind viele junge Menschen sowie Besatzung.

Trotz des starken Windes ist es noch recht mild und im Windschatten sogar warm. Am Nachmittag spazieren wir auf die andere Seite der Insel bis zum Campingplatz „Søby Strand Camping Ærø“, der noch nicht geöffnet hat, und zurück nach Søby. Im Brugsen am Hafen kaufen wir ein. Beim Abendessen erzählt Nicole von ihrer Abschlussfahrt ihrer 10. Klasse mit der „Petrine“. Ich rege an, den Eigner/Kapitän zu kontaktieren, um zu erfragen, ob wir ggf. Einblick in das Logbuch mit dem betreffenden Eintrag bekommen können. Wie sich bei der anschließenden Internetrecherche herausstellt, hat der damalige Eigener namens Hartwig, die „Petrine“ verkauft und die „Pippilotta“, die 10 Meter hinter uns fest gemacht hat, übernommen. Was für ein Zufall, oder nicht? Wie auch immer, jedenfalls gehen wir im Verlaufe des Abends rüber zur „Pippilotta“ und treffen eine nette Dame mit Hund vor dem Schiff an, die gerade im Begriff ist, mit ihrem Hund an Bord zu gehen. Es ist, wie sich später herausstellt, die Frau von Hartwig. Nicole spricht sie an und unterbreitet ihr ihr Anliegen. Wir dürfen an Bord kommen und Hartwig, der mit der Crew unter Deck zu Abend ist, nimmt sich spontan Zeit für uns. Wir nehmen im Schutze des Deckshauses Platz und sind fasziniert von Hartwig Schröder, Kapitän und Eigner der „Pippilotta“, ein Dreimast-Gaffelschoner. Hartwig war früher einmal Buchhändler und er erzählt viel aus seinem bewegten Leben. In Bezug auf das Logbuch der „Petrine“ erzählt er uns, dass er alle zu Hause aufgereiht stehen hat. Wir sollen ihn per E-Mail kontaktieren.

Erfüllt von diesem inspirierenden Gespräch verlassen wir am späteren Abend die „Pippilotta“. Wir werden dieses Schiff, dem wir in den letzten Jahren häufig begegnet sind, mit ganz anderen Augen sehen.

16.04.2025, Søby – Marina Minde

Heute geht es zurück nach Marina Minde. Bevor wir ablegen, gehen wir noch zum Bäcker. Außerdem kommt der Hafenmeister und wir bezahlen 170 DKK. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns ein wenig von der Insel. Er macht uns auch darauf aufmerksam, dass die Fähre „Ellen“, die gerade einläuft, noch bis vor Kurzem die größte elektrobetriebene Fähre der Welt war! Sehr erstaunlich und ich muss mir erst einmal die vollautomatische Ladestation (siehe Bild) anschauen.

Es ist absolut kein Wind und wir motoren die gesamt Strecke. Wir kommen an dem Leuchtturm „Kegnæs Fyr“ vorbei, das malerisch von der leicht vernebelten Sonne angeschienen wird.

Gegen 14:45 Uhr machen wir in Marina Minde fest.

Wir sind dankbar für diese unfassbar schönen Tage und das sensationell schöne Wetter! Ein wunderschöner Start in die Saison! Die restlichen Tage haben wir noch einiges zu tun, da wir uns in den Wintermonaten quasi ein zweites Standbein in Dänemark, unweit von Marina Minde, geschaffen haben.

 





Kranen in Marina Toft – Einwassern 2025

28.03.2025, Marina Toft – Einwassern 2025 – Marina Minde 

Nun ist es also soweit, die lange Wintersaison ist vorbei und viele Stunden Schleifen und Lackieren liegen hinter uns. Insbesondere Nicole wurde in letzter Zeit hin und wieder auf ihre Lackarbeiten angesprochen.

Für den heutigen Tag haben wir Urlaub genommen, um 12:30 ist unser offizieller Krantermin. Wir haben extremes Glück mit dem Wetter: Strahlend blauer Himmel und die Temperaturen steigen auf ein Maß an, so dass ich zur Saisoneröffnung kurz Hosen trage.

Unser Mast liegt dann rechtzeitig am heuten Freitagmorgen neben dem Mastenkran. Direkt neben uns arbeitet bereits ein Segelpaar an ihrem Mast. Die Atmosphäre ist sehr entspannt und wir können alles in Ruhe vorbereiten.

Rechtzeitig vor dem Kranen wird unser Schiff mit dem Sublift direkt neben den Kran gefahren und angeschlagen. Es ist der Zeitpunkt, wo ich an den Auflagestellen am Rumpf sowie am Kiel Antifouling auftrage, dann geht’s auch schon ins Wasser. Wir haben jetzt noch schnell die Gelegenheit unsere Matratzen an Bord zu bringen, bevor wir unser Schiff vor den Mastenkran verholen.

Es ist immer wieder eine Freude, mit Claus Boisen zusammen zu arbeiten. Claus war bis 2023 Geschäftsführer von Marina Minde. Seit X-Yachts Marina Minde übernommen haben, ist er in Marina Minde und Marina Toft als Hafenmeister tätig. Er ist IMMER ruhig und gelassen und hat ein paar lustige Worte parat – absolut faszinierend! In Dänemark geht sowieso alles ruhiger vonstatten. Ich unterstelle einfach mal, dass die Dänen am Ende des Tages genauso viel geschafft haben, wie wir Deutschen!

Als nun der Zeitpunkt gekommen ist, dass die Mitarbeiter von Toft zum Stellen das Mastes an Bord der „Hanna“ kommen und auf die frisch gemalten Trittflächen treten müssen, ist einen kurzen Moment eine gewisse Ratlosigkeit an den Gesichtern abzulesen. Im Bereich, wo man an Bord steigt, hat Nicole Tücher ausgelegt. Claus steht nun da, mit dem Achterstag in der Hand und den Blick Richtung Heck: „Wie soll ich denn da jetzt hinkommen?“ Nicole antwortet „Schweben, Claus!“.

Die Wantenspanner hatten wir als vorbereitende Maßnahme fürs Mastsetzen auseinandergeschraubt und gefettet. Ein Mitarbeiter sagt, „So macht das Spaß, Ihr dürft gerne wiederkommen“!

Nachdem wir dann auch noch den Baum angeschlagen haben, legen wir auch schon ab und fahren um 14:15 durch die geöffnete Brücke und nehmen Kurs auf Marine Minde. Das Wetter ist einfach perfekt, wir haben wirklich Glück!

In Marina Minde schlagen wir dann noch das Großsegel an, die Fock hatte ich unterwegs schon montiert.

Alles in Allem hat das Einwassern wunderbar geklappt. Wir freuen uns wahnsinnig auf die ersten Seemeilen!

Wir wünschen Allen eine phantastische Segelsaison 2025!

Nicole und Axel – „Hanna“

Das war unser Delphintreffen (Winter 2025)

01.02.2025, SVE – Seglerverein Elmshorn

Nicole und ich müssen wirklich sagen: Auf die Delphin-Liebhaber ist Verlass! Pünktlich um 15 Uhr waren alle da, egal ob die Anreise aus Nordrhein-Westfalen oder aus dem hohen Norden erfolgte. Das Kuchenbuffet fiel ebenfalls wieder sehr opulent und lecker aus!

Gegen viertel nach 15 Uhr versuchte ich mir dann, den sehr anregenden Unterhaltungen zum Trotze, Verhör zu verschaffen. Nach unserer Begrüßung der 26 Teilnehmer gab ich zunächst einen kurzen Überblick über Verkäufe von Delphinen und deren neuen Eigener und machte deutlich, dass künftig die Herausforderung darin bestünde, den Kontakt zu den neuen Eignern herzustellen bzw. zu halten.

Im Anschluss daran hielt Peter Horn, einer der drei Ur-Väter des Delphin, einen Vortrag über die Konstruktion und Handhabung des Schwertes. Ein sehr spannendes Thema, was sich nicht zuletzt in den zahlreichen Fragen und Anmerkungen des Publikums äußerte.

Nach einer angemessenen Kaffee- und Kuchenpause wurde es nochmal spannend! Der Referent des nun folgenden Vortrages war nicht bei uns im Raum anwesend, sondern war aus Lippstadt über Teams zugeschaltet. Wir hatten die technischen Voraussetzungen dafür im Vorwege geschaffen und auch geprobt. Die Präsentation verlief absolut reibungslos und es fühlte sich an, als stünde der Referent leibhaftig vorne. Dank des „Konferenzlausprechers“, den Nicole aus ihrer Firma mitgebracht hatte, war eine super Kommunikation zwischen Publikum und Referent möglich – wirklich genial, was Technik heute alles möglich macht! Der Vortrag von Markus hatte die Optimierung und Überwachung der Stromversorgung einer Segelyacht zum Gegenstand. Ein Thema, dass auf großes Interesse bei uns allen stieß!

Schließlich berichtete Anselm über seine Segelreise in die Schären bis Oslo. Anselm hat in seinen Vortrag viele wichtigen Informationen und Besonderheiten zu dem teils herausfordernden Revier vermittelt. Außerdem hatte er tolle Aufnahmen mitgebracht, die uns einen realistischen Eindruck von der wunderschönen Gegend mit idyllischen Ankerbuchten vermittelten.

In dem daran anschließenden allgemeinen Austausch fanden viele wirklich interessante und inspirierenden Gespräche statt – Nicole und ich sagen herzlichen Dank für all das!

Bleibt Alle gesund! Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen,

Nicole und Axel


Hier könnt Ihr Euch noch einmal die Beiträger von Peter Horn und Markus Schmidt anschauen:

->   Das Schwert des Delphin 66

->  Optimierung und Überwachung der Stromversorgung einer Segelyacht 32

 


Wintertreffen der Delphin-Liebhaber 2025

Wir treffen uns wieder in den Räumen des Seglervereins Elmshorn (SVE)! Hier die Daten:

Datum:                 Samstag, den 01. Februar 2025
Beginn ist :            15 Uhr
Veranstaltungsort:    Vereinshaus des SVE
Adresse:              Wisch 20, 25336 Elmshorn
„Notfallnummer“:     0176 – 325 38 98 7
E-Mail:                axelbreuer@gmx.de

Wir haben für unser Treffen folgende Programmpunkte vorgesehen:

  1. Begrüßung durch Nicole und Axel Breuer
  2. Aktuelles („neu dabei“, Verkäufe, etc.)
  3. Fachvortrag: „Das Schwert des Delphin 66“ – Peter Horn
  4. Kaffeepause mit Kuchenbuffet
  5. Fachvortrag: „Optimierung und Überwachung der Stromversorgung einer Segelyacht 32“  – von Markus Schmidt (Online-Präsentation)
  6. Reisebericht: „Segeln in den Schären bis Oslo“ – Anselm Werthschulte
  7. Offener Erfahrungsaustausch – geselliges Zusammensein

Auch „Kurzentschlossenen“ sind herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir möglichst um Anmeldung.

Hier der Link: Anmeldung

Wir freuen uns auf Euch,

bis dahin,

Nicole und Axel („Hanna“ – Baunummer 9)

Erste Winterarbeiten (Marina Toft)

Sonntag, 20. bis 24 Oktober 2024 - Marina Toft in Gråsten (Gravenstein)

Dieses Jahr ist alles anders! Nicht nur, dass unsere Hanna in einer "fremden" Halle steht, sondern es ist auch die Tatsache, dass wir vier Tage nach dem Auswassern bereits mit den Arbeiten beginnen. Dafür haben wir uns für fünf Tage eine kleine Ferienwohnung in Gråsten (Gravenstein), unweit der Marina Toft, gemietet. Unser Jüngster darf einen Freund mitnehmen, denn wir dachten, zu zweit langweilt es sich besser, als alleine. Geplant ist, dass Nicole und ich vormittags am Schiff arbeiten und nachmittags mit den Kindern etwas unternehmen. Gestern sind wir dann am späten Nachmittag in unserer Unterkunft angekommen und haben auf Grund der fortgeschrittenen Zeit, außer einem gemeinsamen Abendessen, nichts weiter unternommen.

Am heutigen Sonntag Morgen stehen wir dann bereits kurz nach 8 Uhr vor dem großen Tor zum Gelände mit den Hallen der Marina Toft. Leider ist es noch verschlossen und  uns wurde noch kein Schlüssel ausgehändigt, da in den nächsten Tagen ein neues Schließsystem mit Chipkarte verbaut wird. Hm, das fängt ja gut an! Wir fahren mit dem Auto um das Gelände herum, in der Hoffnung Jemanden auf dem Gelände zu sichten. Und tatsächlich können wir weit hinten einen Schiffseigner ausfindig machen, der gerade Sachen aus seinem Auto lädt. Ich rufe erst auf dänisch und dann auf deutsch zu ihm rüber. Wie sich herausstellt, ist er Niederländer und ich versuche es auf englisch. Netterweise kommt er dann zu uns und schließt uns auf - Glück gehabt! Mit etwas Verspätung machen wir uns sogleich an die Arbeit. Das Schleifen des Unterwasserschiffs gehört, offen gesagt, nicht zu meinen Lieblingsaufgaben! Dieses Mal wird es besonders herausfordernd, da ich ordentlich was runterholen muss, denn die festsitzenden Pockenreste müssen vollständig entfernt werden. Im Grunde muss ich fast bis auf die nächste (hellere) Schicht des Antifoulinganstrichs runterschleifen.

Auch, wenn wir selbstverständlich mit Absaugung arbeiten, wirbelt immer noch viel Schleifstaub durch die Luft. Das Tragen einer  Atemschutzmaske ist obligatorisch. Außerdem ziehe ich einen Einweg-Schutzanzug über und trage Gehörschutz. Für das Schleifen bekomme ich Nicoles (!) Schleifmaschine von Festool, bestückt mit "Abranet" P80, ø125. Daran angeschlossen wird eine entsprechende Absaugung, auch von Festool - für die Profis nur das Beste!

Bevor ich mit dem Schleifen beginnen kann, müssen wir das Unterwasserschiff mit  Folien abhängen; das ist so in der Hallenordnung, aus nachvollziehbaren Gründen, festgelegt. Denn der Schleifstaub, der nicht von der Absaugung erfasst wird, soll sich nicht in der Halle verteilen. Schließlich baue ich noch eine Arbeitsleuchte auf und "schon" kann ich loslegen. Ich bin ehrlich: Es kostet mich Überwindung, die recht schwere Schleifmaschine für die ersten Millimeter anzusetzen, denn eines ist klar, dass wird Knochenarbeit, über viele Stunden!

Nicole hat sich diesen Winter auch so einiges vorgenommen, dazu gehört das Anschleifen der Laufflächen sowie der Holzteile, wie Schanzkleid, Handläufe, Vorluk, Garage des Schiebluks, Backskistendeckel, Mastfuß und viel andere Holzteile. Wir haben zwar ein Schiff aus GFK, aber dennoch wurde sehr viel Holz verbaut; ist zwar hübsch, aber auch nur, wenn der Lack intakt ist.

Meine Schleifarbeiten gestalten sich indes schwieriger als erhofft. Die harten Reste der Seepocken sind nur mit gewissem Druck und mit leicht angekanteter Schleifmaschine (also nicht flächig) zu entfernen. Nach gut drei Stunden bin ich gezwungen, die Maschine zur Seite zu legen. Das war es für heute, keine Kraft mehr! Immerhin, die Steuerbordseite ist fertig. Nicole hat oben an Deck die Laufflächen geschliffen und ist auch richtig weit gekommen, morgen werden wir weitermachen.

Am nächsten Tag können wir schon kurz nach acht Uhr in die Halle. Wir arbeiten wieder bis mittags und ich bin enorm erleichtert, dass ich die Backbordseite heute fertig bekommen habe. Außerdem habe ich dieses Mal die Unterseite des Kiels, bis auf die Auflagepunkte der Pallhölzer, geschliffen. Dass ist deshalb möglich, weil unser Schiff aufgrund seines geringen Tiefgangs, mit Pallhölzern auf den standardisierten Lagerbock gesetzt wurde. Dadurch habe ich genügend Arbeitsraum zwischen Kiel und Hallenboden.

Nach fünf Tagen, davon vier "Arbeitstage", blicken wir auf eine ereignisreiche Zeit zurück, in der wir alle Arbeiten geschafft haben, die wir uns vorgenommen hatten. Wir müssen jetzt noch die Badeleiter zu Ende schleifen und das Ausbessern/Spachteln/Schleifen der Laufflächen abschließen und dann könnten wir auch schon mit dem Lackieren beginnen. Das Streichen des Antifoulings machen wir erst kurz vor der Einwasserung im Frühjahr. Ein weitere Baustelle hat sich leider noch am Mast aufgetan. Es scheint ein Kabelbruch am Kabelende, das vom Mast zum Dampferlicht führt, vorzuliegen. Ich werde das Kabel an dieser Stelle abschneiden und ein Stück Kabel anlöten.

Wir werden die nächste Gelegenheit nutzen, und hier weitermachen!

Winterlager 2024/2025 in der Marina Toft

16.10.2024, Marina Toft

Diesen Winter lassen wir unsere Hanna das erste Mal in der Marina Toft in Gråsten. Es ist ein Experiment, kann man sagen, denn ob es die richtige Entscheidung war, wissen wir erst nach der Einwasserung im Frühjahr 2025. Diesen Schritt haben wir allerdings sorgfältig abgewogen und die "Pros and Contras" gewichtet gegenüber gestellt. Was uns als negativer Aspekt besonders schwer fallen wird, ist die Tatsache, dass wir nicht alles selbst in der Hand haben. Das geht schon beim Mastlegen los und hört beim Verholen auf den Platz in der Halle auf. Uns ist klar, dass so ein Betreib nun einmal auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet sein muss und Abläufe sorgfältig, aber eben auch effizient vonstatten gehen müssen. Anders, als bei uns in unserem Heimathafen im SVE, wo wir mit äußerster Vorsicht und Liebe zum Detail arbeiten.

Marina Toft wurde am 01. Juli 2018 von Marina Minde übernommen und liegt ganz in der Nähe von Marina Minde. Der Ablauf für das Auswassern ist straff durchorganisiert und beginnt mit der Terminvergabe über ein Online-Portal. Am heutigen Mittwoch, den 16.10.2024, um 14 Uhr sind wir dran. Da wir erst sehr spät zu diesem Entschluss kamen, war die Auswahl an Kranterminen bereits sehr begrenzt. Somit war es erforderlich, dass wir heute einen Tag Urlaub nehmen. Im Zuge der Anmeldung bekommen wir u.a. auch eine Checkliste, die einen reibungslosen Ablauf des Kranens gewährleisten soll - eine sehr sinnvolle Maßnahmen, finden wir. Auf dieser Liste stehen für uns so selbstverständliche Dinge, wie das Abschlagen der Segel oder Abklemmen der Kabel zum Mast. Natürlich haben wir auch eine eigene Checklisten erstellt, denn mal eben nach Hause fahren und noch etwas holen, ist nicht!

Was wir heute nicht beeinflussen können, ist das Wetter, das mit herausfordernden 8 Beaufort aus Südost angesagt ist. In unserem Verein in Elmshorn ist man diesbezüglich nicht ganz so abhängig, bis auf die auflaufende Tide, die bei östlichen Winden schonmal zu niedrig ausfallen kann. Gegen 10 Uhr sind wir in Marina Toft angekommen und checken erst einmal die Lage: Noch geht es mit dem Wind, so dass wir uns entschließen, unser Schiff schnell noch zu einem geschützteren Platz zu verholen.

Dadurch, dass wir am vergangenen Wochenende bereits die Segel abgeschlagen und  einige Sachen von Bord genommen haben, sind heute nur ein paar Restarbeiten erforderlich. Wir holen noch die Matratzen und den Großbaum von Bord und auch Gefahrstoffe, wie Gasflaschen und Benzinkanister dürfen hier natürlich nicht an Bord bleiben.

Pünktlich, wie in der Erinnerungsmail von gestern geschrieben, liegen wir eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Krantermin, um 14 Uhr, mit unserer Hanna an der Kaimauer vor dem Mastenkran. Alle Wantenspanner sind handfest angezogen und können per Hand gelöst werden. Claus, der ebenso sympathische wie erfahrene Hafenmeister und zugleich einer der Geschäftsführer von Marina Minde, kommt pünktlich zu uns und steigt dann in eine Teleskop-Arbeitsbühne, um sich unser Masttop anzuschauen. Grund hierfür ist, dass sich der Umlenkpunkt des Kranseils bei "kleineren" Schiffen weit über der Mastspitze befindet, was dazu führt, dass das Kranseil schlimmstenfalls gegen die Anbauten am Masttop, wie Verklicker und Windgeber kommt. Wie wir bereits beobachten konnten, wurde bei anderen Schiffen in diesem Zuge der Windex und/oder Verklicker vor dem Anschlagen abmontiert. Das ist bei uns leider nicht so einfach möglich, da ich die Stecker vom Windgeber und vom Antennenkabel mit selbstverschweißendem Klebeband als Schutz gegen Feuchtigkeit umwickle. Durch den starken Wind kommt auch eine spürbare Welle in den Hafen, was dazu führt, dass sich die Mastspitze ziemlich stark hin und her bewegt.

Schließlich schlägt Claus den Mast am Mastenkran an und betätigt per Funkfernbedienung die Seilwinde - unser Mast ist gesichert und ein Mitarbeiter kommt an Bord und und löst die Wantenpanner. Ich kann Nicoles sorgenvollen Blick sehen, denn die gelösten Wanten und Wantenspanner dürfen nicht einfach an Deck schlagen. Der erste Wantenspanner landet leider doch etwas unsanft auf dem Deck, aber ein kritischer Blick von Nicole reicht, so dass die anderen Spanner sanft umgelegt werden. Ruckzuck sind alle Stage und Wanten abmontiert und der Mast schwebt über dem Schiff. Es ist wohl auch ein bisschen Glück, dass der Mast sich sofort soweit nach vorne neigt, dass genügend Abstand  von der Mastspitze zum Seil entsteht.

Nachdem unser Mast auf Böcken abgelegt ist, geht es auch sofort weiter mit dem Auswassern. Unser Schiff wird an der Vor- und Achterleine vor den Kran verholt und die riesigen Gurte unter unserem Schiff positioniert. Es dauert nicht länger als 10 Minuten und unsere Hanna schwebt über dem Wasser.

Es war ja nicht anders zu erwarten und es bestätigt sich, dass unser Unterwasserschiff in Ermanglung einer intakten bioziden Schicht, erneut stark bewachsen ist. Wir erfahren von den Mitarbeiten, dass wir dieses Jahr Platz eins bezüglich des Bewuchses einnehmen - peinlich! Am liebsten würden wir uns schnell selber an das Abkratzen der Pocken und Muscheln machen, aber dieser Service ist nun einmal inbegriffen. Derweil machen wir uns schonmal an die Vorbereitung unseres Mastes zum Einlagern ins Mastenlager. Schließlich wird unsere Hanna auf einen bereitgestellten Lagerbock gesetzt und wenig später mit einem Sublift in Halle 4 transportiert. Der Platz in der Halle gefällt uns ausgesprochen gut. Die Halle ist hoch und hell, und auch der Boden ist sauber und sehr eben. An Steuerbord haben wir genügend Platz für unsere Arbeiten. Wie es später an der Backbordseite sein wird, werden wir bald zu wissen bekommen.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die gesamte Auswasserung reibungslos ablief und für uns mit deutlich weniger Arbeit verbunden ist, als wir es gewohnt sind. Das Problem mit dem Mastenkran allerdings, bleibt. Eine Lösung haben wir noch nicht parat. Wir sind natürlich schon sehr auf das Einwassern in 2025 gespannt.

Am kommenden Wochenende kommen wir wieder und machen ein paar Tage Ferien. Wir wollen dann morgen 2 bis 3 Stunden am Schiff arbeiten. Meine erste und wichtigste Aufgabe wird das Schleifen des Unterwasserschiffs sein!