29.03.2026, Marina Toft
Ein langer und kalter Winter liegt hinter uns. Wir hatten "in weiser Voraussicht" bereits einen großen Teil der notwendigen Arbeiten im Herbsturlaub erledigt. Die letzte Lackschicht hat Nicole im Februar aufgetragen sowie das Überwasserschiff poliert. Das Ergebnis ist ein nunmehr 55 Jahres altes Schiff, dass mit glänzendem Holz und Schiffsrumpf in der Halle auf dem Bock steht und wartet ins Wasser zu kommen. Es passierte häufiger, dass ich bei meinen Arbeiten in der Halle auf das äußere
Erscheinungsbild unserer alten Lady angesprochen werde. Da bleibt mir dann nichts weniger, als das Lob an Nicole weiterzugeben. Es gibt auch immer wieder Freizeitkapitäne, die mir auf meine aufklärenden Wort mit "Hast Du das gut!" entgegnen, oder mit: "Kannst Du gerne mal bei mir vorbeischicken!"
Im Oktober hatte ich das Unterwasserschiff geschliffen und stellen dieses Jahr um von Hartantifouling auf selbstpolierendes Antifouling. Wir sind sehr gespannt, wie sich das bei uns bewährt. Die Opferanoden am Ruderblatt hatte ich abmontiert und aufgearbeitet, die Opferanode an der Welle ist neu.
Unser Krantermin am 30. März um 09:30 Uhr steht nun seit Ende Januar fest. Seit einigen Tagen blicken wir allerdings etwas sorgenvoll auf das Wetter: Für unseren Krantermin ist Starkwind mit bis 10 Bft vorhergesagt, dazu Regen und Tageshöchsttemperaturen von 9 °C.
Am Freitagnachmittag, den 27. März fahren wir nach Gråsten und schauen uns auf dem Gelände der Marina Toft um. Unser Mast liegt bereits auf Lagerböcken, draußen am Mastenkran. Heute werden wir hier nicht mehr aktiv, sondern werden den morgigen Samstag sowie Sonntag für restlichen Arbeiten am Schiff erledigen. Außerdem werde ich den Mast vorbereiten. Statt der ursprünglich angesagten 10 Bft sind jetzt nur noch 6 Bft vorhergesagt, ein Glück! In der Nacht zu Montag soll es allerdings nochmal starke Schauer geben. Auch wenn ich mir viel Mühe mit Maßnahmen gegen eindringendes Wasser in Stecker und Lampenfassungen gebe (z.B. Umwickeln der Steckerverbindungen am Mast mit selbstverschweißendem Dichtband), habe ich ein ungutes Gefühl, wenn der Mast waagerecht aufgebockt im Regen liegt. Aber was hilft es, ist jetzt halt so!
Am Montag sind wir gegen 9 Uhr vor Ort. Unsere "Hanna" hängt bereits in den riesigen Gurten am Mastenkran. Mit einem Rest unseres Antifoulings (Seajet 033, Self Polishing, Black) werden die Flächen, die im Winterlager durch die Pratzen verdeckt waren, angestrichen. Dann geht es auch schon Richtung Wasser und verholen unser Schiff mit der Vor-und Achterleine zum Mastenkran und 20 Minuten später kann ich schon die Rollfockanlage
am Bug anschlagen, wenig später sind alle Wanten und Stage fest. An dieser Stelle muss ich abermals eine Lanze für die dänische Arbeitsmentalität brechen: Claus und sein Team erledigen ihre Arbeiten ebenso umsichtig, wie gelassen, gepaart mit einem gehörigen Maß an Humor - einfach beeindruckend! So ein Arbeitsklima täte uns Deutschen auch wirklich gut! Statt Verbissenheit, Gelassenheit, statt Griesgrämigkeit, Humor. Leider beweise ich unausweichlich, dass ich ein Deutscher bin! Als ich mich vorhin an unserem Mast zu schaffen machte und letzte Handgriffe, wie das Entfernen der Plastiktüten erledige, fängt es sofort an zu regnen, was dazu führte, dass ich sehr unangenehme Schimpfwörter mit gedrückter Stimme herauspresste, ohne zu merken, dass hinter mir ein Kollege von Claus zugegen war. An seinem verstörten Blick konnte ich sehen, dass er offenbar Deutsch versteht! Auch mein egalisierendes Achselzucken konnte mit der peinlichen Situation nicht vollständig aufräumen.
Um 09:51 starte ich das erste Mal in diesem Jahr den Motor. Wir haben vom Kranführer erfahren, dass entgegen der Planung, die Egernsund Brücke schon heute wieder frei ist. Sie war wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten eine Woche für den Schiffsverkehr gesperrt. Während Nicole mit dem Auto nach Marina Minde fährt, halte ich mich im Wartebereich der Brücke mit gehisster Signalflagge "N" (blau-weiß kariert) auf, um die Öffnung um 10:15 zu nehmen. Pünktlich ist das Läuten von der Brücke zu hören. Als Wiedergutmachung für den Schauer von vorhin, kommt nun für das Passieren der geöffneten Brücke die Sonne heraus. Mit schlagenden Fallen und hin- und her schwenkendem Großbaum fahre ich bei 4-5 Bft aus westlicher Richtung auf die Förde. Als ich aus dem engen Fahrwasser herauskomme, schalte ich in Leerlauf, um Abhilfe zu schaffen. Klappernde Falle kann
ich einfach nicht ertragen! Außerdem schlage ich noch die Großschot an und tüddel die Fender an die Reling und bereite die Vor- und Achterleinen vor.
Es ist ein großartiges Gefühl mit unserer "Hanna" in Marine Minde einzulaufen, mit dem Wissen, dass die Segelsaison beginnen kann. Der Hafen ist nachvollziehbarerweise noch recht leer. Nicole steht bereits am Steg und kann die Vorleinen entgegennehmen.
Um 10:41 mache ich den Motor aus - es ist geschafft, jetzt müssen wir eigentlich nur noch unsere Wasseranlage in Betrieb nehmen, die Segel anschlagen und das Rigg einstellen, dann sind wir startklar. Die Saison 2026 kann beginnen!


































lassen dann das Thema "militärische Sperrgebiete" im wahrsten Worte hinter uns. Sejrø ist mittlerweile an unserer Steuerbordseite. An Bord findet schon seit Stunden, auf Grund der irrwitzigen Schaukelei, nichts statt. Unsere "Kinder", Isabel ist ja schon 23 Jahre alt, sind absolut tapfer, kein Klagen, kein Murren! Ich bin nach meiner Erinnerung der Einzige an Bord, der seinem Unmut mit Hilfe verbaler Entgleisungen Platz macht. Schließlich liegt Ballen gute 6 Meilen vor uns, die Abendsonne ist herausgekommen, der Wind hat deutlich abgenommen. Wir stoppen auf, machen den Motor aus und nehmen ein kleines Bad mit 24 Metern unter dem Kiel. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, macht Nicole noch schnell leckere Pasta mit Gemüse und Hähnchen, total lecker. Wir laufen dann gegen 20 Uhr gut gesättigt in den Hafen von Ballen auf Samsø ein. Natürlich ist der Hafen voll, außerdem sind einige Stege mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet, soll heißen "reserviert". Wir finden dann im nördlichen Teil des Hafens, hinter 4 Pfählen einen Platz. Dort schieben und ziehen wir uns hinein, unter Beobachtung zahlreicher Hafenkino-Liebhaber. Immerhin, gab es nach dem Manöver positive Reaktionen, sowohl von deutschen als auch dänischen Seeleuten. 






Wir erleben eine wirklich unfassbar schöne Zeit in Kopenhagen. Unsere älteste Tochter kommt dann sogar noch extra aus Hamburg mit einem Netflixbus angereist, um uns ein paar Tage an Bord zu begleiten. Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt, mit Kanälen, moderner Architektur und bemerkenswerter Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger. In der Innenstadt dominiert eindeutig der Fahrradverkehr.










Relingsdrähten, auf dem Großbaum, Bug- und Heckkorb, unfassbar! Entsprechende Hinterlassenschaften inklusive! Die Beseitigung dieser ist dann einer unserer ersten Aufgaben für den heutigen Tag!







































Wir wollten immer schon mal zum FYC, dem „Flensborg Yacht Club“, wo Kay mit seiner Frau beheimatet ist. Kay ist der Vater der „Bianca 27-Liebhaber“, der mich in Bezug auf unsere Delphin-66-Fangemeinde in vielen Dingen inspiriert hat.
Kontrast zum dunkelblauen Wasser.
Ein wunderschöner Morgen, spiegelglattes Wasser, mit leichtem Dunst und strahlender Sonne. Wir trinken unseren Kaffee in der Plicht. Es ist vollkommende Ruhe. Auf einmal tauch direkt neben uns ein Schweinwal auf. Er dreht in dem 2,1 m tiefen und klaren Wasser seine Runden an unserer Hanna entlang – eine tolle Erfahrung!










Heute geht es zurück nach Marina Minde. Bevor wir ablegen, gehen wir noch zum Bäcker. Außerdem kommt der Hafenmeister und wir bezahlen 170 DKK. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns ein wenig von der Insel. Er macht uns auch darauf aufmerksam, dass die Fähre „Ellen“, die gerade einläuft, noch bis vor Kurzem die größte elektrobetriebene Fähre der Welt war! Sehr erstaunlich und ich muss mir erst einmal die vollautomatische Ladestation (siehe Bild) anschauen.