20.08.2022, Marina Minde - Stranderøl Bugt - Ochseninseln - Nybøl Nor
Auf der Fahrt mit dem Auto von Elmshorn nach Marina Minde stehen wir heute ungefähr 20 Minuten vor der Dänischen Grenze. Wie wir letztens im Gespräch mit Hans Lindum Møller, Inhaber von Marina Minde, erfuhren, gibt es Bestrebungen an den Grenzkontrollen etwas zu ändern. Auch der neue Schleswig-Holsteinische Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen, gebürtiger Däne, setzt sich für eine Neuregelung der Grenzkontrollen ein - wir sind gespannt, ob sich für nächstes Jahr tatsächlich etwas ändert.
Gegen Mittag kommen wir also in Marina Minde an. Bevor wir ablegen, frühstücken wir noch schnell. Dann heißt es aber auch schon "Leinen los". Wir motoren zunächst in die Stranderøl Bugt, wo wir für ein kurzes Badevergnügen vor Anker gehen wollen. Hier treffen wir, wie soll es anders sein, auch die "Sinfonie Sylt" wieder. Leider bekommen wir das Grundeisen nach einigen Versuchen nicht zum Halten. Außerdem steht hier der Wind zu sehr in die Bucht. Wir fahren ein Stück weiter zu den Ochseninseln. Auch hier liegen schon einige Freizeitboote vor Anker.
Da wir heute mit Freunden zusammen im Nybøl Nor ankern wollen, holen wir kurz vor halb vier den Anker hoch und motoren zur Klappbrücke bei Egernsund. Es ist unglaublicherweise das erste Mal, dass wir diese mit dem Schiff passieren. Die Brücke öffnet stündlich, jeweils um viertel nach. Hinter der Brücke liegt auf der linken Seite die Marina Toft, die seit Juli 2018 zur Marina Minde gehört. Unsere Freunde haben mittlerweile an der Ankerboje am westlichen Ufer des Nybøl Nors festgemacht. Um dorthin zu kommen, müssen wir uns genau an das betonnte Fahrwasser halten.
Die in vielen dänischen Buchten vorzufindenden Ankerbojen werden auf Initiative der Dänischen Seglervereinigung (Dansk Sejlunion - "DS") ausgebracht. Wir haben schon ein paar Mal an solch einer festgemacht, immer mit einem schlechten Gewissen, denn die Ankerbojen sind nur Mitgliedern des "DS" vorbehalten. Heute aber dürfen wir mit ruhigem Gewissen an der "Holnis" längsseits gehen, denn Kay hat dänische Wurzlen und ist Vorsitzender der "Dänsichen Jugendverbände Südschleswigs" und 1. Vorsitzender des "Flensborg Yacht Club". Also, ganz entspanntes Festmachen an einer "DS-Ankerboje"!
Jedes Mal, bevor wir an der wunderschönen "Holnis" von Kay und seiner Frau festmachen, ist es unvermeidlich, dass Nicole noch schnell mit einem feuchten Lappen über das Deck unserer Hanna huscht und die eine oder andere Leine zurecht zupft.
Kay und ich stehen auf dem Bug unserer Hanna und ergötzen uns am Anblick der beiden würdevollen Damen. Gemeint sind nicht nur unsere hinreißenden Ehe-Frauen, die im Cockpit sitzen, sondern auch die beiden "H-Liner" "Holnis" und "Hanna". Wir sind einfach Liebhaber von Klassikern, ob Holz, Stahl oder GFK, ob Motor- oder Segelboot.
Es wird ein wunderschöner und
geselliger Abend an der Ankerboje des "DS" im Nybøl Nor. Ein Ort, den wir in kürzester Zeit schätzen und lieben gelernt haben. Auch Schweinswale finden den Weg in das Nor.
21.08.2022, Nybøl Nor - Marina Minde
Ein wirklich malerischer Morgen versüßt uns den Start in den heutigen Tag, an dem wir wieder nach Hause fahren müssen. Bei aufgehender Sonne
und einem frisch aufgebrühten Kaffee genießen wir die erholsame Ruhe und den Blick auf das durch die aufgehende Sonne beleuchtete Nybøl Nor. Vor dem Frühstück gehen wir erste einmal baden. Es ist genau das, was den Reiz ausmacht, vor Anker bzw. an einer Ankerboje zu liegen. Diese Freiheit kann (fast) kein Hafen bieten. Erst gegen halb drei nachmittags legen wir von der "Holnis" ab und machen uns auf den Weg nach Marina Minde. Unser Plan, direkt nach dem Festmachen und Klarieren des Schiffes nach Hause zu fahren, können wir vergessen. Wir treffen Freund und Bekannte an unserem Steg "C", wovon einige zufälligerweise aus dem Raum Elmshorn kommen. Wir sind immer froh, Menschen, die wir nach der Corona-Krise länger nicht gesehen haben, wohlbehalten anzutreffen. Denn leider sind einige (das ist nicht untertrieben!) in dieser Zeit verstorben und nicht nur aufgrund des Corona-Virus.





Sportboothafen von Sønderborg. Wir leihen uns nachmittags Fahrräder und machen eine wirklich schöne Fahrradtour nach und durch Sønderborg. Das ist eine absolut empfehlenswerte Aktion! Im Anschluss gönnen wir uns, quasi zum Abschluss des Urlaubes, eine Pizza, unten beim Stadthafen. Wir sitzen wunderbar draußen an den gedeckten Tischen im Außenbereich, nahe der Kaimauer und genießen den Anblick der zahlreichen Segelboote, die an der Pier festgemacht haben. Direkt neben uns liegt auch die "Simfonie Sylt". Das Schiff ist wirklich riesig! Wir können miterleben, wie der
heute 76-jähre Eigner Reinhold Riel, die zuvor aufgetragene Politur auf dem Schiffsrumpf mit einem Lappen wegpoliert. Dazu hatte er zuvor mit seinem Querstrahlruder einen Abstand zwischen der Pier und seinem Schiff mitsamt den im Päckchen liegenden Booten zustande gebracht, um dort sein Schlauchboot zu Wasser zu lassen. Nach erfolgter Arbeit wurde das Schlauchboot dann wieder aufs Vorschiff geladen. Sodann wurden wir Zeugen, wie auch das Schlauchboot seine außerordentlich gründliche Zuwendung in Form eines Lappens und einer Reinigungs-/Pflegeflüssigkeit bekam. Uns hat es irgendwie beeindruckt, dass der Senior soviel Herzblut in die Pflege seiner "Objekte" investiert - sicherlich stünden ihm die erforderlichen Mittel zur Verfügung, um das durch Personal erledigen zu lassen.





Bogense präsentiert sich deutlich belebter, als wir es in Erinnerung hatten. Wir fahren zunächst in den alten Hafen und schauen, ob wir dort längsseits festmachen können. Auffallend viele große Motoryachten liegen hier. Schließlich finden wir zwei freie Plätze am ersten Steg, im südwestlichen Teil des Hafens. Hier hat man den großen Vorteil, direkten Zugang zum Strand zu haben.



