Saisonstart 2017

Samstag, 08.04.2017

Es ist kaum zu glauben: Es ist Samstag, das Wetter und auch die Tide passen und wir haben keine Termine - das Schiff ist weitestgehend vorbereitet! Alleine das Bettzeug und Proviant müssen noch an Bord geschafft werden. Wir haben am Vormittag genügend Zeit dafür, da das Hochwasser im SVE um 15:21 Uhr eintritt. Gute 1,5 Stunden vorher können wir bereits ablegen. Wir erleben echte Glücksmomente, als wir die Krückau bis zur Elbe fahren. Ein toller Start in die Saison!

Auf der Elbe erwarten uns sehr moderate Bedingungen: 3 Beaufort aus westlichen Richtungen. Wir können Segel setzen und bis nach Glückstadt kreuzen. Das zweite Vorstag haben wir in der Wintersaison auf ein Einziges umgebaut. Wir haben deutlich mehr Spannung auf der Rollfockanlage und laufen (wir hoffen, dass es nicht nur Einbildung ist!) deutlich mehr Höhe.

Bei Böen um 4 Beaufort laufen wir gute 6 Knoten durchs Wasser und hoch am Wind. Dazu scheint teilweise die Sonne. Was braucht man mehr??

Wir segeln bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Glückstadt. Die Steganlagen samt Strom

und Wasser sind längst ausgebracht. Der Hafen ist schon mit einigen Booten gefüllt. Es ist aber noch reichlich Platz, so dass wir längsseits fest machen können.

Freunde laden uns überrraschender Weise auf ihr Schiff, dass im Binnenhafen liegt, ein und bereiten ein exzellentes Essen zu. Wir freuen uns riesig! Viel zu schnell verfliegt die Zeit. Piet ist müde und muss ins Bett.

 

Sonntag, 09.04.2017

Der heutige Morgen beginnt nebelig. Erst am späteren Vormittag schafft es die Sonne, den Nebel zu verdrängen.

Ostern steht vor der Tür, so dass sich unser Sohn unter Deck an das Bemalen von Eiern macht. Was für ein Spaß, er ist emsig dabei.

Gegen Mittag legen wir dann ab und steuern die Nord-West-Spitze von Schwarztonnensand an, wo wir uns vor Anker legen. Herrliche Ruhe und traumhafte Natur. Wir können einen Seehund und grosse Vogelschwärme beobachten. Wie unglaublich schön die Elbe ist!

Gegen 15 Uhr treten wir dann den Rückweg Richtung Krückaumündung an. Wir passieren Kollmar ganz nahe. Es ist proppevoll! Wir sind froh, auf dem Wasser zu sein!

Als wir auf der Krückau motoren, machen wir eine unschöne Entdeckung: Wasser in der Bilge. Was ist das? Wir finden schließlich die Ursache an der Fußpumpe - offensichtlich ein Leck. Gleich als wir im SVE fest sind, demontieren wir sie und stellen fest, dass eine der beiden Membrane einen Riss aufweist. Das Material ist sichtlich porös.

Da der Motor noch warm ist, machen wir auch gleich noch einen Ölwechsel.

Ein traumhaftes Wochenende geht zu Ende! Wir freuen uns auf die bevorstehende Saison!

 

 

 

Hanna auf dem Weg in ihr Element

Gestern war es nun endlich so weit: Die ewig erscheinende Winterzeit liegt (fast) hinter uns und unsere Hanna ist bereit, zu Wasser zu gehen:

Es ist der 25. März 2017, 10 Uhr - das Wetter stimmt, Sonne satt und angenehme Temperaturen; einziger Wermutstropfen: Kommt genügend Wasser in den Hafen des SVE? Bei der eigentlich vorherrschenden Ostwindlage soll der Wind heute kurzzeitg auf Nord-West drehen. Ostwind heißt für den Hafen des SVE weniger Wasser. Die Wasserstandsvorhersage des BSH lautet 325 cm über Seekartennull - das könnte gerade reichen.

Drei Stunden vor Hochwasser (ca. 14 Uhr im SVE) ziehen wir die Hanna aus der Halle. Der Mast liegt bereits fertig präpariert am Mastenkran. Vielleicht besteht die Möglichkeit, alles in einem Abwasch zu  machen - das wäre traumhaft!

Das Wasser fließt schleppend die Krückau hinauf. Der Pegel an der Meßlatte im Hafen arbeitet sich furchterregend langsam an die Mindestmarke zum Slippen für die Hanna heran. Während ich mittlerweile damit rechne, heute nicht slippen zu können, bekomme ich von einem erfahrenen Vereinskamerad zu wissen: "Da kommt genügend Wasser!". Er sollte Recht behalten. Eine gute Halbe Stunde vor Hochwasser lassen wir die Hanna ins Wasser gleiten. Der Motor springt sofort an und es ist noch ausreichend Zeit, um  den Mast zu stellen. Trotz akribischer Vorbereitung, gibt es ein Problem mit den Wanten. Um es kurz zu machen: Am Ende steht der Mast; jedoch wie es zu den nicht mehr passenden Wanten kam, ist bis heute ungklärt. Aber wir werden weiter nach der Ursache forschen.

Nun liegt unsere Hanna wieder an ihrem Platz, ein sehr schönes Gefühl! Wir freuen uns sehr auf den ersten Törn!

 

Eingeweht … oder wie man das sonst so nennt

Seit über 15 Jahren kennen wir ein Berliner Ehepaar (Petra und Peter SY " PEPE"), die vor 12 Jahren auf Weltumseglung gestartet sind, und sich zur Zeit auf dem Rückweg in der inneren Biskaya aufhalten. Zum zweiten Mal haben sie mir ihr Auto gegeben, damit sie es bei der Ankunft im Hamburger Yachthafen gleich zur Verfügung haben. Aber jedes Jahr erfinden sie eine neue Ausrede, warum sie es wieder nicht nach Hause geschafft haben. Darum wollen wir ihnen entgegenfahren und dann in die Heimat begleiten. Dieses Jahr haben Dorle und ich ausreichend Zeit und können endlich mal richtig viel segeln, wenn das Wetter es mitmacht, ja wenn nur....

13.06. Von Otterndorf bis Bake Z können wir gut segeln, dann schläft der Wind ein. Motorfahrt bis Helgoland, wo heute die Nordsee-Woche-Regatta startet. Hat man die Ostmole von außen mit roten Dreiecken geschmückt? Wir bekommen einen Platz im Verein, jetzt wird erst die Regatta gestartet. Start-Bedingung ist: Try-Segel und Sturmfock zu zeigen... die hatten wir aus der Entfernung als Molenverzierung erkannt. Das Wetter hält uns eine ganze Woche fest...und immer nur West bis Südwestwind mit Gewitter und Böen bis zu 10 Bft!

20.06. Nach vollen 7 Tagen auf Helgoland und kurz vorm endgültigen Hafenkoller läßt endlich der Wind nach. Bei nur 4-5 Kn Wind von vorn, motoren wir im Regen nach Spiekeroog, endlich mal ein anderer Hafen.

21.06. Mit dem ersten Wasser unterm Kiel losgefahren. Unterwegs zieht es Schwarz auf, die Sicht wird schlecht und wir beschließen, Langeoog anzulaufen. Der starke Seitenwind erschwert das Anlegen.

Bis 24.06. Jeden Nachmittag Gewitter-Gefahr, darum schon wieder 3 Hafentage.

24.06. Endlich keine Warnung, also weiter. Viel zu früh, am ersten Wattenhoch müssen wir ca. 30 Min warten. Der Wind nimmt zu, natürlich von vorn und es schauert mit mieser Sicht. Bei 7 Bft. aus West exakt von vorn. In Norddeich bekommen wir einen guten Platz.

25.06. Hafentag, das Wetter soll wieder ruhiger werden.

26.06. Ruhige Motorfahrt nach Lauwersoog (NL), keine weiteren Vorkommnisse. Ein freundlicher, warmer und sonniger Tag, das hatten wir schon lange nicht mehr.

27.06. Endlich mal richtig schönes Segeln. Auf Vlieland vom Hafenmeister den allerletzten freien Platz zugewiesen bekommen, sonst hätten wir vor Anker gehen müssen. Es ist sonnig und richtig heiß!

28.06. Im Hafen Flaute, aber draußen sind bis zu 18 kn Wind von Land her ohne Welle zeitweise 7-8 kn Fahrt über Grund. Leider zieht der Himmel immer mehr zu - wir gehen in Den Helder rein. Der Wind dreht auf SW, dann im Hafen schwach auf Süd-Ost. Beim Anbinden leichter Landregen, der immer stärker wird, aber bald aufhört, jetzt ist es sonnig und sehr heiß, der Abend bringt uns kräftige Gewitter. Schön, im geschützten Hafen zu liegen.

29.06. Hafentag.

30.06. Schnelles Segeln mit halbem Wind. 2 Stunden vor Scheveningen setzt der Gegenstrom ein. Der Hafen ist sehr voll - an 3. Stelle im Päckchen angebunden, dann an einen Engländer verholt, den wir bereits in Den Helder gesehen hatten. Den Abend drüben im Cockpit verbracht. In der Nacht Gewitter, morgen um 06.00 Uhr wollen wir weiter. Kurz vorher wieder Gewitter mit dickem Hagel, im Cockpit liegt Eis. Wegen des morgendlichen Unwetters schon wieder ein Hafentag. Die Engländer zeigen Verständnis, aber sie wollen doch nach Hause und fahren los. Das Wetter bessert sich und wird freundlich.

02.07. Mit Groß und Motor ins tiefe Wasser, dann mit halbem Wind öfters über 9 Kn Fahrt über Grund. die letzten 9 Meilen schläft der Wind ein, mit Motor nach Oostende (Belgien). Der Außenhafen ist schon übervoll. Durch die Schleuse/Brücke in die Mercator-Marina.

03.07 Hafentag bei Sonnenschein.

04.07. Um 07:30 Uhr Anfrage Brücke/Schleuse um 08:00 Uhr ging dann alles reibungslos, aber 15 Min. im Hafenbecken auf grünes Licht gewartet. Mit viel zu wenig Wind von achtern Motorfahrt nach Dünkirchen (Frankreich). Das IPTS ( International Port Traffic Signal) zeigt 3 rote Lichter, wir müssen vor der Hafeneinfahrt warten, geht aber bald weiter.

05.07. Gewitter-Warnung, aber ganz ruhiges Wetter und kein Wind. Vor Calais übers Flach abgekürzt,dann 3 1/2 Std. vor der Durchfahrt in den Yachthafen an einer Mooring-Boje auf Öffnung gewartet. Das Wetter ist schwül-heiß. Auf dem deutschen Segelschiff "INVIRI" den Kocher repariert, wir dürfen seinen Laptop fürs Internet benutzen.

 

06.07. bis 09.07. Regen und Wind (Böen W 7-8Bft), es ist wieder kälter.

10.07. Endlich mal kein Starkwind, keine Schauerböen. Der Hafenmeister in Boulogne nimmt unsere Leinen an. Spaziergang durch die Stadt und zur Notre Dame.

11.07. Unter Groß und Motor nach Dieppe (bei Springtiede soll hier der Tiedenhub 9 Meter betragen). Der Hafenmeister wartet schon und lotst uns auf einen freien Platz, den wir aber gleich wieder verlassen müssen, er ist doch schon anderweitig verplant.

12.07. Wind N 7, darum Hafentag.

13.07 Der Schwell im Hafenbecken beträgt 60...80cm, aber der Wind soll nachlassen. 3 Std. zu spät aus dem Hafen, schnelles Segeln, der Wind läßt nicht nach. Bei Gegenstrom ztws. > 6Kn Fahrt durchs Wasser aber < 2Kn Fahrt über Grund. Um 2100 Uhr nimmt der Wind sogar noch zu und dreht von Nord auf Nord-West. Voraus im Dunkel am Horizont riesige rote und weiße Lichter, die dann wieder verlöschen...? Um 0110 Uhr in Le Havre fest. Es ist gespenstisch im Dunkel im fremden Hafen einzulaufen, wir haben aber einen passenden Platz gefunden.

14.07. Bastille (Nationalfeiertag) abends riesiges Feuerwerk direkt neben dem Hafen, da hatte gestern Abend wohl schon mal jemand das Feuerwerk angetestet und uns den Weg gezeigt, das waren also die roten und weißen Lichterscheinungen. Im Tourist-Büro dürfen wir das Internet benutzen um Kontakt mit den Weltumseglern zu bekommen, denen wir begegnen wollen. Die französische Schreibmaschinentastatur ist total anders als die deutsche, wir haben große Probleme beim Schreiben.

15.07. Flaute, dann 4 Tage Starkwind aus West bis Süd-West. Die Pepe´s sind von Brest (F) nach Torquay (GB) gesegelt, und jetzt wollen wir demnächst über den Kanal nach England.

19.07. Um 0500 Uhr aus dem Hafen, Dorle bittet über Funk auf grünes Licht, und das IPTS wird umgeschaltet. Zuerst gegen 2 Kn Wind aus West gegenanmotort, dann ein paar Stunden mit halbem Wind (14-20Kn) schön gesegelt. Viel Traffic im Verkehrstrennungsgsgebiet (Zufahrt/Ausfahrt). Ein sonniger Tag. Über England wird es jedoch grau, bleibt aber noch trocken. 1900 Uhr (MESZ) in Brighton (GB) fest.

20.08./21.08. viel Regen wenig Wind.

22.07. Um 0400 Uhr (MESZ) = 0200 UTC = 0300 Uhr Britische Sommerzeit beim Hafenmeister ausgecheckt und eine Stunde später im Dunkeln aus dem Hafen. Herrliches Segeln bis in den Solent, dann schläft der Wind so nach und nach ein und dann auch noch Gegenstrom. 1330 Uhr im River Medina an Cowes vorbei und bald an einer Mooring-Boje fest. Erst einmal ein wenig Schlaf nachholen.

23.07. Beim ersten Hell werden los. Leider ist es sehr diesig, aber wir wollen "Pepe" am Wochenende in Poole treffen, also nix wie hin. Eine ganze Stunde lang suchen wir Poole-Harbour ab, ob die Pepe´s irgendwo zu finden sind, dann legen wir uns in Einfahrt-Nähe bei der Untiefentonne "Aunt Betty" vor Anker. Hier im gesamten Hafengebiet gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten. Etwa 100 Motorboote fahren stündlich BB und SB an uns mit ca. 10 Knoten Fahrt vorbei, es ist sehr unruhig! Als irgendwann der Anker dem vielen Schwell nicht mehr standhält, hole ich das total verkrautete Eisen hoch und wir fahren mal eben zum Tanken. Dann zusätzlich mit Anker-Reitgewicht wieder auf die unruhige Reede. Nachmittags Jollen-Regatta, wir liegen mitten im Weg, aber sie weichen alle aus. Die Nacht wird dann aber sehr ruhig.

24.07. Gleich nach dem Frühstück verholen wir an den Poole-Town-Quay, während des Anker-Manövers werden wir gebeten, wegen einer Regatta den Platz zu verlassen, was wir bereits tun! Am Town Quay fragen wir nach Internet-Zugang, den sollen wir in der Bücherei heute am Sonntag bekommen. Eine gute halbe Stunde Sucherei, um die Bücherei im Einkaufs-Center zu finden, aber dann hatte sie doch geschlossen. Um 1700 verholen wir in den Parkstone Yachtclub. Hier dürfen wird das Internet beim Hafenmeister benutzen. Pepe ist in Weymouth. sie wollen nach Poole oder Lymington. Um 1800 wollen wir uns UKW Kanal 72 treffen. Pepe ist um 1800 nicht auf Kanal 72 zu hören.

25.07. Aussage vom Hafenmeister: Nach Lymington ist die UKW-Verbindung schlecht, da sind Hügel dazwischen. Somit checken wir aus und wollen in Richtung Lymington. Wir dürfen noch mal ins Internet und erfahren, daß die Pepe jetzt unterwegs nach Poole sind. Wir stornieren sofort das Auschecken. Um 1730 kommt "Pepe" an, wir haben schon einen Platz beim Hafenmeister für sie reserviert. Wir verbringen fast jeden Abend im Cockpit bei angenehmen Temperaturen. Welche Chemie benutzen die Franzosen/Engländer gegen die Mücken? Jedenfalls haben wir seit Wochen keine einzige Mücke gesehen!

30.07 Pepe´s Platz wird vom Eigner beansprucht, endlich geht es mal weiter, jetzt Richtung Heimat. Mal mit, mal ohne Motor segeln wir an den Needles vorbei bis Sparkes Yacht Harbour im Chichester Harbour, wo wir mit dem letzten Büchsenlicht anbinden. Der Hafenmeister hat schon Feierabend. Auf Pepe gibt es Probleme mit der Motor-Temperatur-Anzeige, Pepe ist in Cowes geblieben.

31.07. Mit dem allerersten Licht verlassen wir den Hafen. Leider sehr wenig Wind, am Nachmittag erreichen wir Brighton... altbekannter Hafen (waren vor 2 Wochen hier). Im Internet-Cafe E-Mail an Pepe.

03.08. Der Wind soll auf West 3 drehen und es soll Regenschauer geben. Es ist den ganzen Tag sonnig, fast totale Flaute und obendrein auch ziemlich diesig. Der Motor geht die ganze Fahrt nicht aus. Dover Port Control läßt uns gleich durchfahren und Harbour Control weist uns einen Platz im Granville Dock zu. Beim Hafenmeister steht ein öffentlicher PC mit Internet. Wir erfahren, daß die Pepe´s nach Gosport verholt haben, weil sie für die Reparatur Strom benötigen, den sie in Cowes nicht bekommen.

04.08. Immer stärker werdender Dauerregen, Hafentag. Der PC beim Hafenmeister ist defekt, Kein Internet.

05.08. Das Wetter hat sich deutlich verbessert, die Sonne Scheint zwischen den Wolken und der Wind kommt aus Westsüdwest. Kurz nach Öffnung (HW+/- 3 Std.) des Hafenbeckens setzt sich eine Kette von Sportbooten in Bewegung. Einer nach dem anderen meldet sich bei Dover Harbour Control und erhält Erlaubnis, durch die westliche Hafenausfahrt den Hafen zu verlassen. Schönes angenehmes Segeln, das Ziel heute heißt Dünkirchen. Die Ausweichmanöver im Verkehrstrennungsgebiet bringen uns schön nach Osten, das läßt sich gut ausnutzen. Sonst hätten wir das Fahrwasser rechtwinklig queren müssen, aber wir müssen ja ausweichen. Der Yachtclub Mer du Nord im Hafen Dünkirchen ist schon sehr voll, wir sollen außen im Päckchen anbinden was wir aber eigentlich nicht wollen. Darum versuchen wir es im Port du Grand Large. Ein weiter Weg in die Stadt, aber ein guter ruhiger Platz, wo wir die Nacht verbringen. Der Hafenmeister spricht gar kein deutsch und nur wenig englisch, ist aber sehr freundlich. Die Verständigung geht mit Händen und Füßen.

06.08. Wir wandern in die Stadt zum Tourist-Büro, wo wir gegen Vorlage des Personalausweises eine Viertelstunde lang ins Internet dürfen und auf französischer Tastatur eine E-Mail an Pepe schreiben. Am Nachmittag sehen wir vom Boot aus im Yachtclub Mer du Nord einen roten Mast mit roter Rollfock. Wir gehen an Land und dann am Ufer entlang und entdecken Pepe im anderen Hafen. Da wir für kommende Nacht noch nicht bezahlt haben, legen wir gleich ab und gehen bei Pepe längsseits. Der Hafenmeister weist uns beim Anmelden einen Einzelplatz zu.

10.08. Es sollen noch ein paar Fronten mit Südwestwind Stärke 6-7 durchziehen, bis jetzt war das Wetter aber immer freundlich und wir hätten schon mehrere Male segeln können und auf diesem Kurs wird es sicher nicht wehtun. Pepe bleibt noch in Dünkirchen. Zuerst Groß und Genua, die letzten Meilen mit exakt achterlichem Wind allein mit Genua nach Oostende, wieder in die Mercator-Marina auf unseren alten Platz von vor ein paar Wochen. Der Hafenmeister meint, daß unsere kleine Bootsgröße nicht mehr so oft vorkommt und dadurch dieser kleine Platz eben meist frei bliebe.

11.08. Morgens zum Einkaufen, dadurch etwas spät losgekommen. Der Wind soll von Südwest 6-7 auf West drehen und auf 5 Bft. abnehmen, tut er aber nicht. Zuerst nur mit Groß, dann mit einem Reff im Groß, dann nach Bruch der Großschot (der Takling war aufgegangen) erst einmal mit Motor gegen den Wind, das Großsegel eingepackt und jetzt mit halb ausgerollter Genua weiter. Viele Schauer und damit schlechte Sicht, der scheinbare Wind ist in den Böen bis 33 Kn., was 40Kn wahrer Wind bedeutet ( Ende 8 Bft.). Maas Control auf Funk gerufen und wir dürfen gleich weiter. Die letzten 2 Stunden setzt mal wieder Gegenstrom ein (die Strafe für den späten Start). Unterwegs die Großschot neu in die Blöcke eingezogen und am Ende mit Palstek befestigt. Somit ist ggfs. das Groß einsatzklar. Vorm Hafen wieder die Funke an: Scheveningen Port Control antwortet: "you may proceed". Im Dunkeln um 2220 fest. Morgen müssen wir uns erst mal erholen!

12.08. Zollkontrolle in Holland, der Beamte meint, der rote Diesel aus England ist kein Problem wenn er sich schon über 2 Wochen im Tank befindet.

13.08. Es feuchtelt immer stärker und die Segel nützen bald gar nichts mehr. Die Sicht ist unter 1.000 Meter. Das AIS-Programm zeigt die Entfernungen der anderen Fahrzeuge an und die sind nur noch eine halbe Meile im Grau zu erkennen. Im Regen in Ijmuiden festgemacht, "INVIRI" liegt schräg gegenüber, der Adenauer hängt draußen, aber niemand ist an Bord.

14.08. Richtiges Sonntagssegeln, der Autohelm steuert und wir sitzen in der Cockpit. Hinter uns fährt die Küstenwache. Bald kommt ein Schlauchboot zu uns heran, begrüßt uns höflich auf englisch und bittet, an Bord kommen zu dürfen. Schon sitzen 2 Beamte im Cockpit. Hierfür brauchen wir kein einziges Manöver zu fahren. Die Papiere werden verlangt es wird nach unserem Funkrufzeichen gefragt, was wie aus der Pistole geschossen beantwortet wird (das war der Eigentumsnachweis). Auf die Frage nach dem letzten Tanken wird der Beleg gefordert und geantwortet: "der Kraftstoff ist schon versteuert, obwohl er rot gefärbt ist, und wir haben damit nichts zu befürchten, auch nicht in Deutschland und die Aussage des Beamten in Scheveningen war nicht korrekt, es gibt keine 2 Wochen-Frist, aber Sportboote können in Großbritannien eben nur mit rotem Diesel betankt werden. Und ein voller Tank gehört zur Schiffssicherheit". Es gibt also doch noch nette Beamte! Das Schlauchboot kommt auf Zeichen wieder heran und die Zöllner verlassen uns. Wir beobachten noch, wie jetzt die nächsten Boote mit Kontrollen dran sind. Um 1710 Uhr in Den Helder fest.

15.08. Morgens um 0430 Uhr hören wir laute Stimmen auf dem Schlengel. Uniformierte mit Taschenlampen leuchten in die Boote. Als einer der Uniformträger unseren Ausleger betritt stehe ich sofort im Cockpit und er meint " We are looking for a person" und geht wieder. Um 0700 Uhr fährt ein großes Schlauchboot der KNRM (in Deutschland DGZRS) zwischen die Schlengel und gibt Vollgas, das Wasser wird fürchterlich aufgewühlt, durch die Lenzer spritzt es ein wenig auf den Cockpitboden. Dann kam endlich eine Aufklärung: gegenüber an unserem Schlengel liegt der deutsche Katamaran " DUO ". (Sie haben zu Hause alles aufgegeben und müssen von nun an nur noch auf dem Katamaran leben.) Und dessen Frau ist seit 0300 Uhr verschwunden, jetzt kam auch schon die nächste Meldung: Ein Segler hat sie im Watt stark unterkühlt aber lebend gefunden, die Frau ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Um 0930 Uhr gehen wir Einkaufen, in der Stadt hören wir Lautsprechermusik aber alles ist verwaist. Wir fragen einen Mann, der uns begegnet, ob heute Feiertag wäre? Der sagt "nein, heute ist Montag und da wird kaum vor 1100 Uhr gearbeitet, aber der Supermarkt um die Ecke hat schon geöffnet". Um 1100 Uhr legen wir ab, schönes Segeln mit Westwind (3-4). Es heißt: "Sommerwind schläft abends ein und kommt morgens aus gleicher Richtung mit gleicher Stärke wieder "Am Abend um 2000 Uhr schläft der Sommerwind denn wirklich ein, aber um 0400 Uhr kommt er jetzt aus Süden mit gleicher Stärke wieder und wir passieren die Ostfriesischen Inseln mit ablandigem Wind. Ab der Verkehrstrennungsgebiet-Tonne TG19 ist Nordkurs angesagt, platt vorm Laken mit Restdünung aus West, schreckliches Gegeige. 1410 Uhr im Helgoländer Vereinshafen fest.

20.08. Der Wind kommt aus Südwest mit Stärke 4-5. Bis Otterndorf können wir segeln, dann muß mal wieder der Motor ran. Um 2030 in Wedel angekommen.

Per E-Mail erfahren wir von Pepe:
1. Pepe ist in Holland in Den Helder. Wir fragen sie nach der Frau von "DUO", die Frau ist jetzt in
Deutschland und es geht ihr gut.
2. Wegen des Wetters ist Pepe auf die Kanäle ( Standing Mast-Route)...
3. Pepe ist in Zoutkamp, sie wollen dort entscheiden, ob sie weiter über die Kanäle zur Ems oder über die
Nordsee weiterfahren.
4. Pepe überwintert in Zoutkamp, sie haben schon alles klargemacht mit Lagerplatz usw.

ENDE des Törnberichts.

Abriggen und Aufslippen

19.10.2016

20161019_181331Einige Schiffe aus unserem Verein stehen schon seit geraumer Zeit hoch und trocken in der Halle. Das Wetter wird zunehmend herbstlich und die ersten Bäume entledigen sich ihrer Blätter. Leider auch bei uns auf die Hanna! Laub fegen an Deck ist da noch das geringere Übel. Leider hinterlassen die welken Blätter unschöne, rötliche Flecken. Es wird Zeit, dass unser Schiff in die Halle kommt! Wäre da nicht die seit Wochen andauernde Ostwindlage und der damit einhergehende Mangel an Wasser bei uns im Hafen.

Jetzt am vergangenem Wochenende war es endlich soweit: Genügend Wasser, das Mastlegen und das ggf. sofort daran anschließende Aufslippen kann weitergehen. Der von der Hallenkommission sauber ausgearbeitete Hallenplan erfordert logischerweise eine bestimmte Reihenfolge beim Aufslippen.

IMG_0778Am vergangenen Wochenende konnten wir schon einmal den Mast legen und einlagern Wir gehören mittlerweile zu denjenigen Eignern, die das gesamte, stehende Gut abschlagen und sauber aufgerollt gesondert lagern. Damit folgen wir Empfehlungen von langjährig erfahrenen Vereinsmitgliedern – ein großer Vorteil des Vereins! Auch die große Hilfsbereitschaft und das Zusammenarbeiten beim Mastlegen oder beim Aufslippen und anschließendem Verholen an den Liegeplatz in der Halle machen wirklich viel Spaß.

Heute nun, kommt unsere Hanna auf ihren Platz. Der vorbereitete Slipwagen wird dafür auf die Schienen gesetzt und am Seil der Winde hängend auf der Slipbahn ins Wasser gelassen. Alle losen Teile sollten vorher vom Wagen entfernt worden sein! Hat der Wagen seine Position im Wasser erreicht, sind nur noch die Rungen zu sehen. Als Rungen bezeichnet man am Slipwagen rechts und links befestigte vertikale Streben. Sie sollten so montiert sein, dass das Schiff an der breitesten Stelle dazwischen passt. Die Rungen haben einerseits die Funktion, das Schiff beim Aufslippen gegen Umkippen zu sichern, andererseits dienen sie als Referenz für das Ausrichten des Schiffes auf dem Slipwagen; denn dieser ist im Wasser nicht mehr zu sehen.

Sodann begeben wir uns an Bord und fahren unter Motor soweit über den Slipwagen, dass sich die Rungen an einer genau definierten Stelle im Bereich der Schiffsmitte befinden. Dann fixieren wir die Hanna mit vier Leinen: jeweils zwei vom Bug und Heck 20161019_181308kommend, zu den Rungen. Und schon geht es aufwärts. Hat man alles richtig gemacht, also z. B. Ausrichten des Schiffes, Dichtholen der Leinen zu den Rungen usw., ist dieser Vorgang wirklich einfach und unkompliziert und vor allem auch sicher.

Jedesmal wieder, ist es spannend: Wie sieht wohl das Unterwasserschiff aus? Ergeht es uns dieses Mal so, wie einem Vereinskollegen im letzten Jahr, der es einmal ausprobiert hat, kein Antifouling zu streichen und damit den Sommer über in der Ostsee zu segeln. Das Resultat war jedenfalls eine Art Muschelfarm am gesamten Unterwasserschiff.

Zu unserer Erleichterung sind dieses Jahr nicht einmal Pokken zu sehen. Als nächste Schritte folgen dann das Säubern des Unterwasserschiffes mit dem Hochdruckreiniger und das Auffüllen desIMG_0787 Seewasserkreislaufes des Motors mit Frostschutz (auch als Korrosionsschutz). Auch die Seetoilette füllen wir mit dem Frostschutzgemisch. Diese Arbeiten erfolgen logischerweise bevor das Schiff auf seinem Wagen in die Halle gefahren wird.

Mittlerweile ist es schon dunkel. Netterweise warten unsere Vereinskameraden bis wir fertig sind, so dass wir die Hanna noch in die Halle fahren können. Alle restlichen Arbeiten wie Aufbocken, Einlagern der Gasflaschen aus der Gasbox usw. folgen morgen.

 

IMG_0793Die ToDo-Liste für den Winter ist wieder einmal lang. Wir werden jedenfalls umgehend mit den Arbeiten anfangen.

Dies ist somit auch der letzte "Törnbericht" der Hanna für die Segelsaison 2016. Möglicherweise erscheint hier später noch etwas zu den laufenden Winterarbeiten - mal sehen.

Wir würden lügen, wenn wir behaupten, dem Begin der Saison 2017 ganz entspannt entgegenzusehen. Aber durch die lange Liste der zu erledigenden Arbeiten, wird der Winter hoffentlich gefühlt kürzer!

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Definitiv letztes Wochenende 2016! – COMPLETED!

01.10.2016

20161001_183541Dieses Wochenende wollen wir mit der Hanna Wedel  anlaufen. Wir nehmen Freunde mit und hoffen, dass sie Gefallen am Segeln finden - denn Segelnachwuchs ist rar. Sie bringen ihr Auto vorher nach Wedel und kommen dann mit dem Fahrrad zum SVE. Außerdem erwartet uns ein Delphin-Eigner in Wedel. Er ist ein ehemaliger Kollege von Axel und ist Festlieger im Hamburger Yachthafen. Wir können seiner Auskunft nach dirket neben ihm festmachen.
Um 17:11 ist Hochwasser in Elmshorn (Hochwasser Glückstadt 16:25 + 46 min = 17:11). Gegen 15 Uhr versuchen wir aus der Box zu kommen  - aber die Hanna steckt noch ganz schön fest. Es dauert fast noch eine halbe Stunde, bis wir mit Mühe freikommen, Um 16:30 passieren wir das Krückausperrwerk.
Als wir die Südspitze von Pagensand hinter uns haben, montiert Axel die Positionslaternen, denn wir sind später losgekommen als gedacht und außerdem wird es irgendwie schon dunkel. Die Lampen funktionieren leider nicht auf Anhieb. Wir mussen erst noch die teilweise korrodierten Kontakte leitfähig machen. Unser Bug war in dieser Saison oft unter Wasser, so dass die Stecker im Deck wahrscheinlich trotz Kappe Feuchtigkeit abbekommen haben. Wie auch immer, jedenfalls funktioniert schließlich sämtliche Beleuchtung an Deck (Positionsleuchten, Heck- und Dampferlicht).
Etwa auf Höhe der Hetlinger Schanze kippt die Tide und wir motoren gegenan. Segeln macht keinen Sinn, da der Wind genau von vorne kommt und kreuzen würde zu lange dauern. Bei immer weniger werdendem Tageslicht laufen wir in den Hamburger Yachthafen in Wedel ein und machen direkt neben dem Kollegen fest. Dieser wartet schon in der Plicht sitzend und hilft uns netterweise beim Anlegen. Wir verbringen noch einen kurzweiligen Abend und gehen schließlich früh zu Bett.

02.10.2016

20161002_114415 Heute soll es nach Stade gehen. Hochwasser ist dort um 17:40 (HW Glückstadt 17:03 + 37 min. = 17:40 HW in Stade). In Wedel ist um 12:48 Niedrigwasser (NW Wedel 13:23 - 35 min = 12:48 NW in Wedel). Wir frühstücken ersteinmal und laufen dann  Stege. Unser Sohn hat offensichtlich andere Vorstellungen, wie er seine Zeit verbringen möchte. Jedenfalls hatten wir ein laut quängelndes Kind zwischen uns. Als wir schließlich ablegen ist es sonnig und der Wind kommt südlich, so dass wir bei Kurs auf Stade den Wind von Backbord haben. Wir setzen sofort nach dem Verlassen der Hafeneinfahrt die Segel. Es ist ein Traum: Bei milden Temperaturen haben wir tollen Segelwind. Teilweise schon zu viel, so dass wir eigentlich Reffen müßten. Was für ein Ende der Segelsaison 2016!

Als wir ein ganzes Stück hinter der Schwinge sind, kehren wir um und steuern die Mündung in die Schwinge an. Dort laufen wir um 13:10 ein. Mittlerweile ist die Tide gekentert. Wir machen schließlich im SV Stade fest und genießen die Ruhe. Wobei, Ruhe ist relativ: Auf der Schwinge ist ein wahnsinniger Verkehr - in beide Richtungen. Es kommen auch größere Segelschiffe (Traditionsschiffe) vorbei. Später verholen wir uns noch ein Stück Richtung Stade. Dort bleiben wir die Nacht über. Morgen geht es nach Hause.

03.10.2016

DSC_0538Wir sind die Nacht über nicht komplett trocken gefallen, aber die Hanna steckte bei Niedrigwasser mit ihrem Kiel im Schlick. Es ziehen Nebelschwaden die Schwinge entlang. Nach dem Frühstück legen wir um 9:55 ab Richtung Pagensand Süd.

 

DSC_0535Auch auf der Elbe ist Nebel und große Schiffe sehen wie gespenstische Erscheinungen aus. Da die Sicht sehr eingeschränkt ist, kontrollieren wir per AIS, ob "die Luft rein" ist, dann queren wir das Fahrwasser nach Pagensand Südspitze. Dort gehen wir vor Anker und warten auf das Nachmittag-Hochwasser. Es gibt viel Natur zu DSC_0543beobachten. So sehen wir einen Seehund und ein Steinadler-Paar. Wirklich entzückend!

 

 

 

 

Später kommen Regenschauer. Sofort als der letzte Tropfen fällt, lichten wir den Anker und motoren zur Krückaumündung. Die Sonne kommt durch. DSC_0554Die Elbe ist spiegelglatt. Die Farben der Natur kommen voll zur Geltung - sehr, sehr hübsch!

Um 16:08 passieren wir das Sperrwerk und kurz nach 17 Uhr sind wir am Heimathafen SVE. Auch dieses Mal müssen wir uns in unseren Liegeplatz hindrücken und -ziehen. Im Hafen ist viel Betrieb, denn die Aufslipsaison hat begonnen.
Jedenfalls war dieser Törn auf der Elbe ein wirklich schöner Abschluss der Segelsaison 2016!

 

   

 

Letztes oder vorletztes Wochenende Segeln? – Vervollständigt!

25.09.2016

20160925_081513 Die Nacht war erstaunlich ruhig. Der Tidenwechsel war zwar mit Geräuschen am Anker verbunden, aber schon gestern machte der Anker den Eindruck, dass er gut im Grund hält. Es dauerte fast ein Stunde, bis sich die Hanna nach dem Kentern der Tide gedreht hat.
Wir stehen gegen 7 Uhr auf, frühstücken und legen dann 20160925_104619gegen 8 Uhr ab. Wir motoren, da der Wind genau von vorne kommt. Die Herausforderung heute: Sehr wenig Wasser. Schaffen wir es bei absoluter Nipptide und östlichen Winden bis in den SVE?
Wir erreichen um 9:01 das Sperrwerk. Wir motoren mit ca. 4,5 Knoten über Grund die Krückau hinauf. Kurz vor dem Ruderclub kommt dann die erste spannende Stelle mit wenig Wassertiefe. Wir haben teilweise nicht viel mehr - oder besser gesagt - kar kein Wasser unterm Kiel. Wir schaffen es aber tatsächlich bis in den Hafen des SVE. Leider kommen wir aber nicht auf unseren Platz. Die Fließgeschwindigkeit der Krückau ist mittlerweile unglaublich langsam - aber die Au fließt! Wir versuchen die Hanna in die Box zu drücken - aber vergebens. Wirten noch eine Weile bis wir den Eindruck haben, dass die Au zum Stillstand gekommen ist. Wir 20160925_114648legen den Rückwärtsgang ein, um dann mit ordentlich Schub in die Box zu kommen. Das klappt! Bei so wenig Wasser (s. Bild oben, aufgenommen dirket nachdem wir in die Box gekommen sind) sind wir bisher noch nicht die Krückau hochgefahren. Ein kurzes aber sehr, sehr schönes Segelwochenende geht zu Ende - war es das letzte Mal für diese Saison? Wir werden sehen. Ansonsten wird der nächste Beitrag das Hochslippen sein.

 

24.09.2016

20160924_094947 Es ist Samstag und die Wetteraussichten für das Wochenende sind sehr erbaulich. Wird es das letzte Wochende für diese Saison sein? Einziger Haken für heut und morgen: Es ist Nipptide (also wenig Wasser). Kommen wir aus dem Hafen?  Wir sind kurz nach 7 Uhr am Hafen des SVE. Nicole kauft noch Brötchen während Axel alles zum Ablegen vorbereitet. Das Wasser läuft sehr verhalten die Krückau hinauf und füllt entsprechend langsam den Hafen.  Wir frühstücken ersteinmal. Vierzig20160924_101518 Minuten vor Hochwasser in Elmshorn gelingt es uns schließlich die Hanna aus dem Schlick zu drücken. Kurz vorher legen unsere Liegeplatznachbarn ab. Mit wenig Wasser unterm Kiel motoren wir Richtung Krückausperrwerk. An der Krückaumündung verrichtet eine Art Saugbagger seine Arbeit und verengt gleichzeitig die Durchfahrt.  Gleich als wir auf die Elbe fahren, ziehen wir die Segel hoch. Unsere Segelplatznachbarn sind vor uns - nach einiger Zeit hinter uns. Wo wir hinfahren? Wissen wir noch nicht. 20160924_101930Erstmal die einfache Variante: Elbabwärts mit Wind und Wasser. Auf Höhe der Rhinplate drehen wir um und versuchen zunächst  gegen Wind und Wasser anzukreuzen, aber der Wind ist zu schwach, so dass wir 20160924_121803den Motor an, machen und zum Ankern auf die Ostseite der Rhinplate fahren. Unterwegs sehen wir Seehunde auf einer Sandbank liegen - echtes Nordseeflair. Hinter der Rhinplate liegen wir nicht alleine. Acht andere Segler liegen hier ebenfalls vor Anker. Es ist Ende September und die Sonne scheint, bei angenehmen 19 Grad können wir die Sonne an Deck genießen - unfassbar, ein Traum! Wir beabsichtigen hier bis morgen zu bleiben

 

 

„Grüner Mann“ Regatta

16.09.2016

20160916_161054Es ist Freitag. Unser Schiff liegt, nicht wie sonst weit weg an der Flensburger Förde, sondern direkt um die Ecke im schönen Hafen des SVE!  Wir sacken Piet ein und fahren zur Hanna. In nur 10 Minuten am Schiff - ein Traum!. Wir wollen nach Glückstadt, damit wir morgen schöne Bilder von der "Grüner Mann" Regatta Grüner Mannmachen können. Das ist eine Familienregatta, die durch die Vereine SVE, W.Y.K. und W.S.V.K ausgetragen werden. "Grüner Mann"?? Was ist das? Es ist ein Seezeichen in Form von drei grünen Beinen, und markiert die Einfahrt in die Krückau. Die Farbe grün bedeutet, dass das Seezeichen beim Einfahren in die Krückaumündung unbedingt auf Steuerbord liegen bleiben muß. Ganz im Gegensatz zur Markierung der Pinnau, die sozusagen einen "Roten Mann" hat. Dort wird das Seezeichen auf Backbord gelassen. Es ist ganz wichtig, sich daran zu halten, da sonst der Schiffsrumpf in Kontakt mit unheilbringen Steinen kommt!

Gerne würden wir bei der Regatta mitsegeln, aber wir bekommen es organisatorisch nicht wegen unserer anderen beiden Kinder hin. Gerade als wir bei laufender Maschine die Leinen losmachen, fängt es an zu donnern - das ist Nichts für Axel! Blitze sind aus seiner Sicht unberechenbar und können großen, materiellen aber auch personellen Schaden anrichten. Wir machen den Motor aus und die Hanna wieder fest. Einige Kameraden des SVE legen derweil ab. Als längere Zeit kein Donnern zu hören ist, wollen auch wir starten. Doch als wir den Schlüssel im Zündschloss drehen hört mann nur ein Klacken - das wars! So eine Sch...!! Axel bekommt Grummeln im Bauch! Wir probieren es mehrere Male, leider vergebens. Dann kommt ein Vereinskamerad, auch ein Delphin-Eigner, vorbei gelaufen und erwähnt das Wort "Dekompressionhebel". Bei uns fällt der Groschen: Vielleicht ist in den Zylindern noch ein Restdruck, so dass der Anlasser soviel Strom zieht, dass die sowieso schon betagten und möglicherweise etwas korrodierten Kontakte des Zündschlosses nicht genug Strom liefern. Wir betätigen alle drei Dekompressionshebel und: Tatsächlich, der Motor startet - Große Freude! Wir motoren schließlich hochmotiviert die Krückau runter und bis nach Glückstadt. Dort treffen wir Freunde, die mit ihrer Bianca 27 gerade im Binnenhafen liegen. Später gehen wir noch zum Lampionfest im Glückstäder Binnenhafen. Wirklich toll gemacht! Es lohnt sich auf jeden Fall, dort dabei zu sein! Wir verbringen einen sehr schönen und unterhalsamen Abend zusammen.

18.09.2016

DSC_0166Als wir aufstehen, regnet es - uncool! Doch als wir ablegen, hört es auf. Wir motoren die Elbe hinauf. Ungefähr vor Bielenberg treffen wir das erste Regattabegleitboot. Piet erkennt sofort Patric (sein künftiger Segellehrer!). Dann kommen auch schon die ersten Segelboote, genauer gesagt "Katamarane". Die nord-östlichen Winde bescheren ideale Segelbedingungen. Wir manövrieren die Hanna  so im Regattafeld , dass wir möglichst nahe an den Schiffen sind, ohne aber die Teilnehmer zu behindern. Es gelingen schöne Aufnahmen, die dann abends bei der Siegerehrung gezeigt werden. Das Wetter DSC_0424wird zunehmend und unverhofft besser. Später scheint sogar die Sonne, so dass wir uns im Anschluss an die Regatta vor dem "Grünen Mann" vor Anker legen. Nachmittags laufen wir dann in den schönen Hafen der W.Y.K. und genießen das schöne Wetter in geselliger Atmosphäre mit Seglern aus dem SVE und den anderen beteiligten Vereinen. Abends wird gegrillt. Es ist Alles wunderbar vorbereitet - wirklich ein tolles Engagement! Nach der Siegerehrung müssen wir nach Hause. Unser Segelmacher des Vertrauens nimmt uns netterweise mit! Was für ein schöner Tag!

Rückführung 2016 – Teil 2

09.09.2016

20160909_175728Am späten Nachmittag gehen wir Alle zusammen (drei Kinder, zwei Erwachsene) zum Elmshorner Bahnhof. Wir kommen, das ist ungewöhnlich, nur ein paar Minuten verspätet in Rendsburg an. Wir gehen zu Fuß zur Hanna. Das sind nicht viel mehr als 600 Meter. Die Sonne scheint in die Plicht und es ist schön, wieder an Bord zu sein. Nicole kocht leckere Spaghetti. Später bekommen wir noch Besuch und wir verbringen einen kurzweiligen Abend and Bord der Hanna.

10.09.2016

DSC_0022Wir stehen früh auf und legen zügig ab. Die Kinder schlafen noch. Es ist eine tolle Stimmung, als wir den Hafen von Rendsburg verlassen. Es ist schönes Wetter und warm. Wir motoren ca. 6,2 Knoten bei 2.300 U/min. Wir machen den Pinnenpiloten an und frühstücken während der Fahrt. Es vergehen entspannte Stunden, besonders, weil wir dann die Hängematte, die Axel zu Hause noch schnell eingesteckt hatte (Nicole: "Du denkst wohl auch nur an die wirklich wichtigen Sachen, oder?"), vorne auf dem Vorschiff aufhängen. Natürlich ist das dann der neue und absolute Lieblingsplatz der gesamten Crew. Es ist auch wirklich ein Traum: Bei warmen Temperaturen hört man fast nur das Plätschern der Hanna, deren Bug durch das Wasser pflügt und man genießt die Aussicht nach vorne und schaukelt dabei leicht hin und her. So geht 20160910_142152Entspannung! Um 13:45 fahren wir in die bereits geöffnete Schleuse. Es dauert ein wenig, dann kommen zwei große Segelschiffe in die Schleuse (evtl. werftneu) gefahren und erst dann schließt das Schleusentor. Um 14:20 verlassen wir die Schleuse und motoren die Elbe hinauf. Wir entschließen uns schließlich nach Stade zu fahren, dort findet heute Absegeln unseres Seglervereins SVE statt. Wir sind dann zwar über 10 Stunden an Bord, aber die Stimmung bei den Kindern ist noch gut. Wir laufen um 18:30  (Hochwasser Stader Sand 22: 14) im vorderen Teil des Hafens des MYC Stade ein. Wir kömmem nicht direkt in eine der Boxen einfahren sondern bleiben noch ein Stück vorher stecken und warten auf mehr Wasser. Wir verbringen einen sehr geselligen Abend mit unseren Vereinskameraden - es wird gegrillt. Gegen Mitternacht gehen wir ins Bett - die Kinder schlafen schon! Das gab es noch nie!

11.09.2016

DSC_0144Wir stehen um 7 Uhr auf und um 7:40 legen wir ab (die Kinder schlafen noch). Nach und nach folgen auch die anderen Schiffe des SVE. In einem großen Geschwader geht es unter Motor raus aus der Schwinge und auf die Elbe. Die Sonne hinter diesig verdecktem Himmel  hüllt die Landschaft in antrazitfarbenenes Licht. Auf der Elbe haben wir dann bei auflaufendem Wasser ordentlich Strömung gegenan. Es ist um die Uhrzeit schon recht viel los auf der Elbe. Auch bekannte Ankerstellen sind gut belegt. Wir geben ordentlich Gas und arbeiten uns an die Spitze des Feldes vor, um Fotos von unseren Vereinskameraden und ihrenDSC_0115 Schiffen schöne Fotos zu machen. Wir erreichen als Erste den SVE und Nicole macht dann noch schöne Bilder von den einlaufenden Schiffen. Dann schicken wir unsere Kinder zum Brötchen holen. Nachdem wir das Notdürftigste an Bord klariert haben, frühstücken wir. Ein tolles Wochenende geht zu Ende. Und: Unsere Hanna ist wieder daheim!

Rückführung 2016 – Teil 1 – Tag 3

04.09.2016

Es regnet die ganze IMG_0578Nacht. Um 7.10 klopft leider schon der Hafenmeister, wir springen aus den Kojen und legen, nach einem kurzen Kaffee, um 7.50 ab. Mit uns warten 3 weitere Schiffe auf die Schleusung. Um 8.40 ist es so weit: Wir fahren in die 20160904_084749große Schleuse und sind erst um 9.05 durch ... so lange hat es noch nie gedauert. Insgesamt haben wir aber wirklich Glück. Es ist für den ganzen Tag Regen angesagt, aber wir erleben nur wenige, kurze Schauer. Zum ersten Mal müssen wir an einer Weiche warten, um einen Schleppverband mit Schiffsteilen passieren zu lassen. Auf dem20160904_093600 Weg finden wir auch endlich den Grund für das Verrücktspielen des Pinnenpiloten heraus: Nicoles Handy scheint beim Ein- oder Ausschalten die Steuerung des Pinnenpiloten zu beeinflussen - wir probieren es ein weiters Mal. Und tatsächlich, es ist reproduzierbar! 

Gegen 13.00 erreichen wir den Obereider Yachthafen und legen bei einem starken Schauer an. Als wir fest sind, entdecken wir gegenüber unseres Liegeplatzes einen blauen Delphin 66.

Kurze Zeit später kommen liebe Freunde aus Marina Minde, die uns unser Auto von dort mitgebracht haben. Direkt danach noch ein kurzer Besuch von Axels Cousin. Als wir dabei sind die Hanna für eine Woche in Rendsburg klar zu machen, nehmen wir noch Kontakt zu den Delphin-Eignern auf. Es sind, wie soll es auch anders sein, sehr sympathische Menschen! Dann packen wir unsere Sachen und müssen leider nach Hause fahren; denn Morgen ist Schulanfang und und unsere beiden Mädels müssen dafür noch Einiges präparieren (gelinde ausgedrück).

Nächste Wochenende geht es dann weiter und wir bringen dann die Hanna nach Elmshorn .... mal schauen, ob die Gezeiten und unser Biorythmus dies zulassen.

Rückführung 2016 – Teil 1 -Tag 2

03.09.2016

20160903_092036 DSC_0058 DSC_0063Der Morgen beginnt grau. Nicole holt Brötchen und wir frühstücken. Ab 8 Uhr ist der Hafenmeister im Büro. Wir müssen tanken. Der Hafenmeister ist wirklich sehr nett, er kommt zu uns und reicht uns den Tankschlauch. Wir nehmen 75 Liter und bezahlen 101 €. Günstiger als in Dänemark. Gegen 9:30 legen wir ab. Wir setzen zügig die Segel. Kalkgrund lassen wir Backbord (!) liegen und queren das Flach. Dann folgt ein unglaublich schöner Segeltörn nach Kiel Holtenau. Wir segeln immer um die 7 Knoten, fast Raumschotkurs - ein Traum!! So schön war es lange nicht mehr! Es ist viel los und wir begegnen einem Regattafeld der GFK-Klassiker. Ein tolles Bild - eigentlich hätten wir dabei sein müssen. Als wir in die Kieler Förde einschwenken, begegnen uns ebenfalls viele Segeler. Außerdem müssen wir auf Regattafelder achten. Wir segeln bis vor die Tore der Schleuse von Kiel Holtenau und machen im Hafen an der Schleuse fest. Was für ein toller Segeltörn - 6,5 Stunden immer auf dem gleichen Bug und fast durchweg 7 Knoten - dazu Sonne und milde Temperaturen! Wir sind dankbar. Für morgen ist nasses Wetter angesagt. Mal sehen wie es wird - und wann wir durch die Schleusen kommen.

Rückführung 2016 – Teil 1 – Tag 1

02.09.2016

Wir kommen mit unserem Polo gut 20160902_161636durch nach Marina Minde. Dort dauert es ca. 40 Minuten und wir sind startklar. Axel demontiert noch schnell die Festmacher (nicht so wie letztes Jahr, wo wir sie vergessen hatten, und Freunde sie uns mitbrachten) und dann geht es auch schon los. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen mit bis zu 6 Beaufort - perfekter Segelwind - das wird ein Riesenspaß (es soll anders kommen!). Beim Auslaufen blicken wir wehmütig zurück in den Hafen und nehmen Abschied -  schluchtz! Aber, wie soll es anders sein, die nächste Herausforderung wartet 20160902_202223schon auf uns, so dass keine Zeit für Sentimentalitäten bleibt. Wir ziehen hoch motiviert, direkt nach dem Auslaufen, das Groß hoch. Der nächste Griff geht zur Vorschot. Die Rollfock macht ein paar Umdrehungen und ... fest! Nichts dreht sich mehr. Was ist dass jetzt wieder? Ein Blick nach oben verheißt nichts Gutes! Der Schnapp-Schäkel, an dem das Vorfall fest gemacht ist, ist offen und hat sich im zweiten Vorstag verhakt.Axel kann vor Wut kaum sprechen, sondern nur wild gestikulieren. Wie kann sich der verdammte Schäkel da oben öffnen?  Die Situation ist ziemlich verwickelt (auch im wörtlichen Sinne): Die Fock läßt sich so nicht bergen bzw. wieder einrollen. Also schlägt Axel die Schoten ab und wickelt die Fock per Hand ein. Das macht bei teileweise 6 Beaufort viel Spaß! Unter Motor  segeln wir mit gesetztem Groß nach Gelting. Wir essen unterwegs Abendbrot. Als wir in Gelting ankommen machen wir direkt an der Tankstation fest. Sofort wird das zweite Vorstag demontiert und vom Schnapp-Schäkel getrennt. Als20160902_202246 nächstes wird der Bootshaken an dem Spifall befestigt und eine Art Steuerleine. Das Ganze wird hochgezogen um zu versuchen, den Haken in den Schlitten der Rollfock zu bekommen. Kein einfaches Unterfangen den Bootshaken wie eine Art Marionette oben in den Schlitten einzuhaken. Aber nach einigen Versuchen und bei einsetzender Dämmerung gelingt es uns aber und wir können den Schlitten herunterziehen. Wir sichern den Bolzen des Schnapp-Schäkels mit einer dünnen Leine - das soll nicht noch einmal passieren. Der Tag wird doch noch ein guter! Wir geht es wohl morgen weiter?

Alles hat ein Ende

16.08.2016

IMG_0420Nach Drejø laufen wir dann Ærøskøbing an - ein Muß, wenn man in der Dänischen Südsee unterwegs ist! Als wir in den Hafen einlaufen, winken uns Bekannte zu, die mit ihrem Motorboot unterwegs sind. Wir machen direkt neben ihnen fest. Ein toller Platz mit Blick auf die bunten Strandhäuser von Ærøskøbing. Den Tag über "Chillen" (Kinder) wir , gehen in die Altstadt, Grillen usw. Wir verbringen einen kurzweiligen Abend auf dem Motorboot unserer Bekannten. Wirklich ein tolles Schiff, dass nicht länger als unserers ist, aber ein Vielfaches an Platz und Komfort bietet. Und: Man ist viel schneller unterwegs!  Wo waren da noch gleich die Vorteile unseres über 40-Jahre alten Segelbootklassikers?

 

17.08.2016

Heute soll es nach Søby gehen. Zunächst unternehmen wir, wie jeden Tag, den Versuch, unsere Kinder mit einem schmackhaften Frühstück satt zu bekommen. Dann legen wir ab und motoren Richtung Søby - der fast nicht vorhandene Wind kommt von vorne. Kurz vor Søby Havn gehen wir vor Anker und überwinden uns zu einem kurzen Bad in der eiskalten Ostsee. Dann laufen wir in Søby ein. Wir fangen frühzeitig mit den Vorbereitungen für ein leckeres Abendessen an. Die Kinder müssen mithelfen und schneiden das Gemüse. Abends sitzen wir noch bei Seglern aus Elmshorn an Bord.

 

18.08.2016

DSC_0649Wir stehen etwas früher auf. Wir wollen, die für uns ausnahmsweise günstigen Winde nutzen, um Sønderborg mit gesetzten Segeln und ohne Motor zu erreichen. Nach Umrunden der Nordspitze von Ærø haben wir achterlichen Wind und das Vorsegel schlägt durch die Welle hin und her - wir halten aber durch. Nach Erreichen der Südspitze von Als wird es durch den Raumschotkurs viel angenehmer. Wir laufen über 7 Knoten - das macht Spaß! Bevor wir Sønderborg anlaufen, gehen wir  noch kurz vor Kegnaes vor Anker. Unter unserem Kiel sind nicht mehr als 70 cm Wasser. Der Grund besteht aus feinem Sand und das Wasser hat einen grünlichen Schimmer - ein Traum! DSC_0663Leider zu kalt zum Baden. Nicole hat aber vorgesorgt: Sie hat einen absolut leckeren Schokoladenkuchen vom Bäcker in Søby mitgebracht. Wir decken in der Plicht eine ansehnliche Kaffeetafel  ein. Gerade als wir das erste Stück zu uns nehmen wollen kommt ein Regenschauer. Unsere Kinder lassen sich nicht beeindrucken und holen Decken, die wir als Dach über uns halten. Schließlich laufen wir den Stadthafen von Sønderborg an, wo wir netterweise schon von den DSC_0633Seglern aus Elmshorn erwartet werden. Wir machen im Päckchen an ihnen fest. Ein schöner Platz, nur leider direkt an der Autobrücke. Aber uns wird dafür Viel geboten. Von der Plicht aus hat man einen schönen Blick auf den Hafen. Es ist reger Schiffsverkehr. Unter anderem kommt auch ein Nachbau eines Winkingerschiffs vorbei. Abends gibt es Pfannkuchen bis zum Abwinken!

 

19.08.2016

Heute wollen wir einen letzten Hafentag einlegen. Wir verholen uns in den nahegelegenen Yachthafen und liegen dort dirket neben dem Spielplatz, den Piet ausgiebig nutzt. Die beiden großen Schwestern  gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und verbringen viel Zeit in dem neuen Shopping-Zentrum von Sønderborg. Der Tag vergeht wie im Fluge und wir nutzen das schöne Wetter zum Grillen - das letzte Mal in diesem Urlaub.

20.08.2016

Der zunächst vorherrschende Ostwind ist günstig für uns. Da er im Laufe des Vormittags auf West drehen soll, stehen wir früh auf, lassen die Kinder schlafen und legen ohne Frühstück ab. Wir kommen gut voran und laufen schließlich mit halben Wind die letzten Meilen vor der Hafeneinfahrt von Marina Minde an. Direkt nach dem Festmachen gibt es ersteinmal Frühstück. Dann beginnt die irrsinnige Packerei. Am frühen Nachmittag fahren wir wehmütig nach Hause - Alles hat mal ein Ende!

Besseres Wetter – Motivierte Crew

15.08.2016

DSC_0459Der Bahnhof liegt in unmittelbarer Nähe zu unserem Liegeplatz. Wir freuen uns sehr, dass Isabel und Sophia kommen. Sie haben viel zu erzählen. Abends essen wir Abendbrot. Dann sitzen wir noch lange mit Bekannten und unseren Liegeplatznachbarn  zusammen. Die Kinder sind mit den Nachbarskindern unterwegs.

 

 

16.08.2016

DSC_0499Heute geht es nach Drejø. Unsere Liegeplatznachbarn voraus, wir hinterher. Die mit einem Schlag, wir müssen kreuzen. Die haben eine X-Yacht, wir einen GFK-Klassiker - große Unterschiede. Als wir in Drejø ankommen, werden die Schlauchboote für unsere Kinder und die unserer Nachbarn mit Außenbordern klariert. Es dauert nicht lange und es nähern sich zwei Mädchen mit 20160815_112121ihrem Schlauchboot - das Unschöne, sie tragen verdeckt  Waffen. Unsere sind ahnungslos und werden regelrecht überfallen. Leider haben wir keine Waffen dabei. Wir müssen improvisieren - und das möglichst schnell. Axel eilt unter Deck und holt zwei leere Plastikwasserflaschen aus dem Schapp - natürlich die 2L-Version! Oben in den Deckel kommt ein Loch, geladen wird mit Seewasser. Der Vorderlader entfaltet bei genügend Händedruck seine vernichtende Wirkung. Die Wasserschlacht beginnt. Es sind vier Schlauchboot im Spiel. Die Erwachsenen können das nasse Gefecht von der Plicht aus beobachten. Der kleine Hafen von Drejø wirkt wie eine Arena - ein phantastisches Schauspiel mit unglaublichen Spaßpotential! Nur DSC_0493die lauten Außenbordern stößt nicht bei allen Seglern auf Gegenliebe. Aber egal, Spaß muss sein! Das Wetter ist endlich besser geworden und solche Veranstaltungen machen richtig Spaß. So können wir abends draußen mit Bekannten Grillen. Die Kinder sind voll in Action - ein Traum!

Unsere Crew wird verstärkt

14.08.2016

DSC_0421Gestern haben wir einen eindrucksvollen Abend vor Anker in Troense verbracht. Axel hat sein Surfmaterial auf das Schlauchboot geladen und ist Richtung Valdemars Slot motort. Ohne Surfanzug wäre die Fahrt kaum vorstellbar gewesen. Leider war der Wind so unstetig, dass es mit dem geringen Volumen des Surboards (76 l) kein Sinn machte, loszulegen. Abends hat uns das Wetter dann DSC_0440noch Einiges geboten: Regen, Sonnenschein, Schauer mit Boen von 8 Beaufort und einen Regenbogen der direkt vor uns entsteht -  sagenhaft! Zu dem Schauspiel gab es dann den frischen Fisch, lecker zubereitet von Nicole. Wir haben uns auch drei Krebsscheren geholt, gekocht und versucht verletzungsfrei zu essen - gar nicht so einfach, aber wir hatten eine vernünftige Rohrzange dabei, damit ging es ganz gut. Abends wurde es kalt und wir mussten abermals die Heizung einschalten.

DSC_0459Heute morgen scheint die Sonne und wir können in der Plicht Frühstücken und dabei die vorbeiziehenden Segelschiffe beobachten. Wir holen gegen 11 Uhr den Anker unter Segeln hoch und steuern Richtung Svendborg. Wir haben bestimmt 3,5 Knoten Strom in unsere Richtung. Wir müssen in der Abdeckung den Motor starten. Wir 20160814_114020machen dann in Svendborg an unserem tags zuvor reservierten Platz in Svendborg fest. Nachher holen wir Isabel und Sophia vom Bahnhof ab. Dann sind wir zu fünft an Bord. Wir hoffen, dass wir  die gleiche Zeit finden um den Blog derart weiterzuführen.

Ankern mit Schloßmusik

12.08.2016  

DSC_0376Heute wollen wir eigentlich früh los, jedoch verzögert sich die Abfahrt. Denn als wir aufstehen und nach draußen schauen, bietet sich uns  ein sonderbarer Anblick:  Ein alter  und ziemlich heruntergekommender Zweimaster aus Stahl liegt direkt hinter uns am Steg. Piet äußert: "Der ist ja Schrott!". Seine Worte, unsere Gedanken. Der alte Kahn soll offensichtlich hochgeslipt werden soll. Wir bekommen dann auch von der Hafenmeisterin Bescheid, dass wir warten sollen. Wir schauen uns das Schauspiel aus der Plicht aus an. Als das Unterwasserschiff sichtbar wird, ist das ganze Ausmaß an Bewuchs zu erkennen. Nicht schlecht, das Schiff muß für längere Zeit im Wasser gelegen haben: Wahrscheinlich auch den Winter über. Wir können dann schließlich gegen 10 Uhr ablegen. Der Wind ist ok, leider hat er weiter in die Richtung gedreht, in die wir fahren wollen. Aber heute nehmen wir die Herausforderung an und setzen Segeln. Wir kreuzen mit über 6 Knoten gegenan. Das ist ok. Dennoch werden wir in der nächsten Saison ohne zweites Vorstag an den Start gehen, um noch mehr Höhe DSC_0388laufen zu können. Wir möchten gerne vor Valdemars Slot ankern, auch wenn etwas mehr Wind angesagt ist (Axel spekuliert, vom Schiff aus surfen zu können). Es ist toller Wind, wir können ungerefft unsere Bahnen ziehen - herrlich! Gegen 14 Uhr fliegt der Anker schließlich vor Valdemars Slot über Bord. Diesmal haben wir sogar eine Ankerboje an dem Anker festgebunden, um die gesamte Ankersituation besser einschätzen zu können. Der Wind bleibt bei 4-5 Beaufort - zu wenig zum Surfen - Schei ...!!! Nicole macht uns die frischen Schollen von gestern fertig und wir können mit 20160812_212428Blick auf das Wasser und das Schloß in der Plicht essen - ein Traum. Auf der Suche nach einem Radiosender suchen wir rein zufällig genau den Sender aus, von dem aus rein zufällig vom Valdemar Slot live gesender wird. 20160812_201350Unglaublicher Zufall. Wir konnten die Live-Musik einer offensichtlich bekannten Irischen Folk Band  bereits beim Ankermanöver gut hören. Wir sitzen noch lange draußen und genießen den wunderbaren Ausblick. Piet übt sich im Durch-das-Fernglas-schauen. Wir gehen später ins Bett und müssen sogar Licht anmachen.

 

 

 

 

13.08.2016

DSC_0386Die Nacht war wider Erwarten ruhig. Wir frühstücken in der Plicht. Die Sonne schafft es teilweise durch die dicke Wolkendecke zu dringen. Heute soll eigentlich viel Wind kommen - heute surfen? Wir müssen erstmal Vorräte beschaffen und lichten bei stehender Fock  ohne Motor den Anker und segeln nach Svendborg - starke Strömung mit uns. Wir müssen jedoch später den 20160813_095603Motor anmachen, weil auch ein Regattafeld auf uns zukommt. Ein Motorboot fährt voraus und warnt entgegenkommende Segler. Wir machen in Svendborg fest und Nicole kauft ein, während Piet mit dem Kescher angeln geht. Anschließend gehen wir noch zusammen zu dem Fischladen, direk am Hafen. So einen Anblick hat man selten (siehe Titelbild). Unglaubliche Auswahl an Fisch. Kaufen abermals frischen Fisch für heute Abend. Wir wollen in der Bucht von Troense ankern.

Der beschwerliche Weg Richtung Westen

11.08.2106

DSC_0368Die Nacht in Omø Havn war ok, aber die Hanna hat sich ganz schön im Wind aus Westen bewegt, obwohl wir ganz innen, also am Anfang des Steges lagen. Piet tobt sich morgens erst einmal auf dem Spielplatz aus. Es sind auffällig viel Kinder im Hafen. Piet spielt ausgiebig mit älteren Kinder (richtig cooler Macker!). Er kann alleine von und an Bord gehen, echt super! Aber: Wie soll es heute weitergehen? Wir müssen auf jeden Fall weiter Richtung Westen. Wo kommt der Wind her? Aus Westen! Kreuzen? Mal schauen, erstmal los.

DSC_0349Wir füllen Wasser auf, holen noch frische Scholle aus dem Fischerhafen und legen dann gegen 11:15 in Omø Havn ab. Der Hafen ist bereits fast komplett leer. Viele waren die letzten Tage eingeweht und müssen heute weiter. Für heute sind nur bis 5 Beaufort angesagt. Das ist die Chance, weiterzukommen.

Als wir aus dem Hafen fahren, kommt wieder erwartungsgemäß ordentlich Schwell von gestern auf uns zu. Wir motoren erstmal Höhe. Als wir der Nordspitze von Langeland immer näher kommen, dreht der Wind mehr und mehr auf südliche Richtungen. Ist das nicht die Richtung, in die wir gleich nach Umrunden Langelands segeln wollten? Der Wind ist wiedereinmal deutich mehr als die vorhergesagten 5 Beaufort. Wir entscheiden uns, Lundeborg anzulaufen (unter Motor). Dort gibt es auch einen tollen Spielplatz und er liegt schön westlich. Nach dem Anlegen schauen wir uns DSC_0341erstmal um. Was gibt es Neues hier? Was sofort auffält, ist die neue "Grillplatzanlage" auf dem Rondell. Wirklich toll. Und dann verbringen wir den Nachmittag folgerichtig im Wesentlich auf dem tollen Spielplatz.

 

DSC_0356

 

 

Morgen geht es weiter Richtung Süden.

Vorhersage 5 Beaufort? Bull Shit!!

10.08.2016

DSC_0305Nachdem wir nun gestern einen weiteren Hafentag aufrund des Windes eingelgt haben, soll es heute weiter gehen. Es fing Alles ganz harmlos an. Die Sonne scheint, der Wind verhält sich anständig. Die Vorhersage lautet max. 5 Beaufort aus Südwest. Optimal, schöner Segelwind!  Wir legen gegen 9 Uhr ab und motoren aus dem Hafen Richtung Omø, denn wir wollen Sonntag in Svendborg sein, um dort unsere Crew zu verstärken. Als wir jedoch aus der Hafenzufahrt heraus sind und ein Stück motoren, treffen uns erste Böen mit mehr als 5 Beaufort. Wir setzten Segel. Doch dann passiert eine Schei.. nach der anderen: Die Rollfock gerät zwischen das Rollvorstag und dem zweiten festen Vorstag. Das ist bei Böen von 7 Beaufort nicht lustig. Wir schaffen es nur mit Mühe die Fock wieder einzurollen. Als nächstes hebt das Schlauchboot, dass wir hinterherziehen, ab und dreht sich um seine eigene Achse und landet mit  dem Boden nach oben im Wasser. Der normalerweise nach oben geneigte Bug IMG-20160810-WA0008des Schlauchbootes zeigt nun nach unten und gräbt sich ins Wasser. Ein unglaublicher Widerstand entsteht - wir müssen sofort Fahrt aus dem Schiff nehmen. Wir schaffen es irgendwie das Boot wieder umzudrehen, stellen dann aber fest, dass sich die Sitzbank verabschiedet hat. Unfassbar! Wir gehen wieder auf Kurs und mit einem Mal bricht der Bolzen unseres Baumniederholers. Was passiert wohl als Nächstes?

Wir kommen aus der Landabdeckung heraus und der Wind zeigt, wass er mit Wasser ohne Abdeckung anstellen kann: Wellen von über 1,5 Meter! Wir überlegen kurzzeitig umzudrehen. Wir halten aber doch lieber durch und wollen die Ostseite von Omø erreichen, um dort für kurze Zeit zum Kräftesammlen vor Anker zu gehen. Leider kommt dort noch ordentlich Schwell an. Aber egal, wir wollen erstmal Frühstücken. IMG-20160810-WA0002Es schaukelt so sehr, dass das Teile des Frühstücksequipments auf dem Boden landet. Dann brechen wir wieder auf um Omø Havn anzulaufen Wir legen unter Segel ab. Als wir die Ostspitze von Omø erreichen, starten wir den Motor zur Unterstützung. Auch hier erwischt uns wieder die Welle nach der Abdeckung. Uns erwischen zu guter letzt Schauerböen mit mindestens 7 Beaufort. Die Ansteuerung der Hafeneinfahrt läßt nicht viel Raum, da überall Flachs sind. Wir nehmen also das Großsegel runter. Wir laufen schießlich in den Hafen ein und sind froh dort zu sein.

Fazit: Die Vorhersagen bezüglich der Windstärke können enorn daneben liegen

Omø ist ein toller Hafen mit neuen Steganlagen und neuem Spielplatz. Wir ergattern direkt danaeben einen Liegeplatz. Innerhalb kürzester Zeit ist Piet dort und er ist happy!

Kulturelle Abwechslung

08.08.2016

Heute ist Hafentag. Wir erkunden zu Fuß die Umgebung und laufen zu einer Anhöhe, direkt nebem dem Hafen. Dort stehen Skulpturen mit dem Namen "Dødekalitten - Et monument for den kommende tid" (ein Monument für kommende Zeiten). Man hat einen sagenhaften Blick auf  den Hafen und das Smålandsvarvandet. Außerdem sind dort Grabhügel zu sehen. Es ist ein herrlich entspannter Tag, Piet verbringt Zeit auf dem Spielplatz. Außerdem macht er Bekanntschaft mit einem Mädchen gleichen Alters von unserem Nachbarschiff. Sonst ist heute nichts weiter gewesen.

 DSC_0258 DSC_0259 DSC_0273 DSC_0274 DSC_0278 DSC_0289

Das Leben nach dem Motoren – Aktualisiert am 08.08.2016

07.08.2016

Das Titelbild des heutigen Posts sagt eigentlich Alles! Die Track-Aufzeichnung rechts in der Karte spricht ebenso für sich: Zickzack fahren macht nur dann Sinn, wenn der direkte Weg nicht geht. Das ist beim Segeln meistens nur dann der Fall, wenn der Wind aus der Richtung kommt, wo das Ziel liegt. So ganz freiwillig haben wir heute also nicht gekreuzt, wir hätten bei dem Wind lieber einen Kurs raumschots mir ordentlich Speed gewählt. Wie kam es also dazu?

Der gestrige Tag war nach dem Abendessen und dem Schreiben des Blogs noch lange nicht zu Ende. Gerade als Axel die letzten Zeilen tippte, es war bestimmt schon nach 22 Uhr, kommt noch eine große Bavaria herein gefahren. Der Wind blies mit 7 Beaufort. Es stand eine für einen Hafen beachtliche Welle, so dass sich die Boote stark bewegten und an den Leinen ruckten. Um die starken Beschleunigungen aus dem "System" zu nehmen, haben wir Ruckdämpfer eingesetzt, teilweise doppelt, da ein enormer Zug durch den Wind vorhanden war. Da der Vorrat an Ruckdämpfern erschöpft war, haben  20160806_161858wir einen Eimer mit Wasser an unsere Achterleine gehängt - 1a dämpfende Wirkung! Wir haben darauf geachtet, dass zwischen den Bordwänden ca.30 cm Luft war und die Fender nur als "Hosenträger zum Gürtel" da waren. Somit gab es kein Schamfilen der Fender an den Bordwänden. Das Alles funktioniert einwandfrei, bis zu dem Zeitpunkt, wo besagte Bavaria einlief und an unserem Päckchen festmachte. Das beachtliche Freibord des Schiffes sorgte bei dem Wind für enorme Kräfte. Am Heck der Hanna war ein lautes Knarzen zu hören. Wird die Hanna jetzt in zwei Hälften zerrisen?  Axel schaute sich die Sache genauer an: Wieso war das Stromkabel, das wir von unserer Steckdose im Heck über die Heckleinen der Nachbarschiffe gelegt hatten, eigentlich so stramm? Fakt war jedenfalls, dass die eigentlichen Festmacherleinen einen derartigen Reck erfahren hatten, so dass die Last der beiden Schiffe neben uns, einschließlich der Bavaria, von unserem Stromkabel aufgenommen wurden. Phantastisch, dass das hält! Axel forderte jedenfalls die Neuankömmlinge in angemessener Lautstärke auf, per sofort eine Landleine auszubringen. Der Aufforderung wurde glücklicherweise umgehend nachgekommen und die Funktion unseres Kabels beschränkte sich wieder auf das Leiten von Strom.

Die Nachbarn auf der anderen Seite, zwei sehr erfahrene Segler im Pensionsalter, benötigten Hilfe bei dem  Umgang mit ihrem IPad als Plotter. Axel geht "kurz" an Bord und installiert "kurz" die App und erklärt "kurz" den Umgang damit. Das ganze bei "einem" Gläschen Rotwein. Die Zeit rannte - es gab noch so viel gegenseitig zu erzählen. Es wurde noch spät.

Soviel zu gestern.

Der heutige Morgen begann etwas stressig, denn wir wollten los und die Zeit mit 20160807_142102weniger Wind nutzen. Leider waren die Besatzungen der anderen Schiffe, bis auf die beiden erfahrenen Segler an unserer Steuerbordseite Langschläfer. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich loskommen. Der Wind hatte natürlich inzwischen wieder zugenommen. Wir setzen jedenfalls sofort nach dem Auslaufen die Segel und kreuzen nach Kragenaes. Wir hatten leider nur ein Reff vorbereitet. Benötigt hätten wir jedoch auch das Zweite. Aber wir kommen gut voran und können gegen 11 Uhr in Kragneas festmachen. Kaum zu glauben, wir waren seit Tagen wieder einmal gesegelt! Der Hafen ist wirklich sehr schön und auch für Kinder sehr geeigntet - ein toller Blick auf das Wasser.DSC_0230

Ein Traum sollte war werden: Axel hat genug Wind und das OK von Nicole und darf surfen. Leider muß das Material quer durch den Hafen und hinter die Uferbefestigung transpotiert werden. Das ist jedoch bei der vorhandenen Motivation surfen zu gehen keine Herausforderung. Es wird Alles aufs Schlauchboot gepackt und an besagter Stelle abgeladen. Es folgen einige Runden mit Fullspeed und dem einen oder anderen Sprung - das macht Spaß!

20160808_090430Nach der Anstrengung hatte man sich ein anständiges Bier verdient. Abends grillen wir und genießen die herrliche Aussicht.

Unsere netten Nachbarn von gestern hatten uns auf unserer Kreuz per Motor überholt und wir hatten in Krageneas neben ihnen festgemacht. Auch an diesem Abend gab es ein Gläschen Rotwein - wirklich sehr nett die Beiden!

Live-Jazz – Die Plicht als Logenplatz

06.08.2016
   

DSC_0207Zugegeben, es gibt Ankernächte, in denen wir besser geschlafen haben. Drehende Winde und kleiner Schwell verursachen merkwürdige Geräusche, die von der Ankerkette samt Anker herrühren und auf den Schiffsrumpf als Resonanzkörper übertagen werden. Dummerweise schlägt auch noch die AnkerApp Alarm, aber nur weil der Schwoiradius zu klein eingestellt war.
Wir holen jedenfalls um 8:15 den Anker hoch und motoren nach Femø Havn - gute sechs Beaufort von vorne. Den Hafen nehmen wir als komplett voll belegt war. Der Hafen ist klein und es gibt wenig Platz zum Manövrieren und der Wind kann sich auch im Hafen voll entfalten. Entsprechend schwierig ist es den Bug der Hanna durch den Wind zu bekommen. Das gelingt nur mit beherztem Einlegen des Vorwärtsganges. Wir legen uns schliesslich ins Päckchen. Als wir gerade fest sind, erfahren wir, dass das erste Schiff an der Kaimauer (ein großes Motorboot) gleich los will. Immerhin, wir können noch schnell frühstücken. Dann heißt es für Alle "Leinen Los", um danach das Päckchen wieder nacheinander voll zu packen.
DSC_0218Die erste Jazzband baut mittlerweile ihre Instrumente auf. Leider rückt am Horizont eine dunkle Wand heran. Das Niederschlagsradar verspricht nichts Gutes. Wir bauen schnell unsere Kuchenbude auf, während die Musiker ihre Equipment wieder einpacken. Beides waren jedenfalls sinnvolle Maßnahmen, denn plötzlich fällt ein Platzregen auf uns nieder und dazu ordentliche Windböen.
Als der Spuck vorbei ist, ertönt auch schon Musik. Die Band hatte sich inzwischen in ein Zelt, ein paar Meter weiter verholt.
Den Rest des Tages verbringen wir eigentlich damit, neuen Ankömmlingen an unserem Päckchen beim Anlegen und anschließendem Festbinden der Boote zu helfen. Nicht ganz uneigennützlich, um Schaden von der Hanna abzuwenden. DSC_0223Mehrere aneinandergebundene Boote zusammen mit Starkwind erzeugen enorme Kräfte auf die innenliegende Boote. Wir sprechen die eine oder andere "Empfehlung" aus. Leinen können nuneinmal nur Zug- und keine Druckkräfte aufnehmen. Und das Legen einer Spring kann auch sehr nützlich sein.

DSC_0222Abends kocht Nicole wieder ein leckeres (und gesundes) Essen.
Zum Nachtisch gibt es ein Eis.