Lehrbeispiel!

08.04.2018, SVE

Tja, ... so sah unser Impeller (für Seewasserkühlkreis) aus, als ich die Impellerpumpe zu Inspektionszwecken öffnete. Bei dem Schadensbild ist es ein Wunder, dass der Wirkungsgrad der Pumpe nicht in den Keller gegangen ist. Einer der Flügel ist halb abgerissen. Wäre er ganz abgerissen, hätter er sich in den Tiefen des Abwassersystems festzezten können und dieses zusetzen können. Auch die anderen Flügel weisen teils erheblich Anrisse auf. Die Oberfläche des Gummis zeigt Hinweise auf Versprödung. Also, wir haben Glück gehabt! Wieviele Betriebsstunden der Impeller wirklich auf dem Buckel hat, wissen wir nicht genau - aber mindestens 4 Jahre. Künftig werde ich mir wohl einmal jährlich das Herzstück des Sewwaserkühlkreises anschauen. Denn bei einem sponaten Ausfall des Seewasserkühlkreises dauert es nicht lange, und der Motor überhitzt - und das passiert ganz sicher in einem denkbar ungünstigen Moment!

09.04.2018, SVE

Dass der Schlauch auf dem Motor aufliegt, ist eine optiche Täuschung. Dennoch werde ich an dieser Stelle eine Aufhängung nachrüsten.

Unser Waschbecken ist (leider) in den hochklappbaren Niedergang eingebaut. Das hat entscheidende Nachteile bei der Führung des Abwasserschlauches. Zum Einen neigt er bei häufigem Hoch- und Runterklappen zum Abknicken und zum Anderen ist er den hohen Betriebstemperaturen des Motors ausgesetzt.

In der Vergangenheit hatten wir oft Probleme mit Undichtigkeit des Schlauches, weil er im Übergang zur Schlauchtülle eingerissen ist. Grund dafür ist die hohe Belastung durch Verformung beim Klappvorgang. Nun habe ich einen deutlich längeren Schlauch eingebaut, so dass sich der Verformungsgrad an dieser Stelle verringert. Diese Lösung muss sich natürlich ersteinmal bewähren - wir werden sehen!

 

Das war unser Wintertreffen 2018!

03.02.2018, 15:00 - Segler Verein Elmshorn (SVE) - Vereinshaus

Rechtzeitig vor Begin der Veranstaltungen erschienen die ersten Teilnehmer unseres diesjährigen Delphin-Liebhaber-Treffens. Mit den "Vortragenden" konnten wir einen zweckmäßigen Technick-Check durchführen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf hinzubekommen.

Auch das Kuchenbuffet füllte sich mit zahlreichen, wirklich leckeren und vielfältigen Kreationen.

Wir starteten sodann mit unserer Vorstellrunde, indem wir den an die Leinwand projezierten Schiffsbildern die jeweilige Crew zuordneten. Viele Delphin-Liebhaber waren letztes Jahr schon dabei. Wir haben uns sehr gefreut, dass dieses Jahr noch weitere   Delphin-Freunde zu uns gestoßen sind!

Der erste Beitrag kam von Peter Horn, einer der drei Ur-Väter des Delphin 66. Er baute seine "Thekla" (Baunummer 2) nicht nur mit seinen eigenen Händen, sondern war maßgeblich an der Entstehung des eigentlichen Konzepts für den Delphin 66 beteiligt. Peter vermittelte uns anhand einer mit seinem Sohn Tim sauber ausgearbeiteten Powerpoint-Präsentation, wie der Delphin 66, im Grunde als Weiterentwicklung des Stahl-Delphins, vor rund 52 Jahren entstand. Dies, aus erster Hand zu erfahren, war schon eine tolle Angelegenheit.

Wie wir in seinem Beitrag erfuhren, war die Zeit vor rund 50 Jahren einfach eine vollkommen andere: Einen Gebrauchtbootmarkt, so wie wir ihn heute kennen, gab es damals nicht. So blieb vielen Hobby-Skippern aus finanziellen Gründen, oft nur der Eigenbau. Und es ist schon faszinierend zu sehen, wie damals mit zum Teil primitivem Werkzeug so hübsche Schiffe entstehen konnten - insbesondere weil oftmals zwar handwerkliches Geschick, aber eben keine handwerkliche Erfahrung von Berufs wegen vorhanden war.

Mit Erlaubnis von Peter Horn haben wir seinen Beitrag hier (→Link) veröffentlicht.

Auf besonderen Wunsch ging Peter Horn auch noch speziell auf das Thema "Luvgierigkeit" ein. Wer das Thema vertiefen möchte, kann sich den Beitrag von Peter hier nocheinmal "reinziehen": → Link

Nach den zum Teil anspruchsvollen Inhalten des Vortrages von Peter Horn, hatten wir uns Alle eine Kaffepause verdient. Die Zeit wurde auch zum regen Austausch genutzt und verflog wie im Fluge. Aber es half nichts, wir mussten weitermachen, da noch weitere spannende Beiträge auf uns warteten.

Schließlich kam Hans Kather zu Wort. Er berichtete sehr anschaulich von seiner Segel-Reise mit seinem Delphin "Kathy" (Baunummer 19) auf dem Mittelmeer, bei der er vor Jahren von einem Unwetter überrascht worden war. Als Zuhörer konnten wir uns gut in seine damalige Lage hineinversetzen, bei der es gut drei Tage lang nur um Wache-schieben und Pause-machen ging - ohne die nassen Klamotten vom Leibe zu bekommen - eine nicht gerade begliche Vorstellung. Insgesamt war das Leben an Bord durch den starken Wind und die hohen Wellen sehr eingeschränkt. Das waren Bedingnungen, bei denen sich wohl keiner von uns freiwillig aufs Wasser begibt!

Als nächste folgte ein Beitrag von Frank Homuth, ein sehr erfahrener Segler, der mit großer Leidenschaft und Enthusiasmus seinen  Delphin "Liekedeeler" (Baunummer 3) in Schuss hält und zu einem wahren Schmuckstück gemacht hat. Seit Jahrzehnten befährt er die Elbe sowie die nordfriesischen und ostfriesichen Gewässer und kennt das Revier wie seine eigene Westentasche. Frank berichtete uns, wie er den seit vielen Jahren verlorengegangenen Kontakt zur Baunummer 1, damals noch unter dem Namen "Ilse" (heute "Pina") durch eine Zufallsbegegnung wieder herstellen konnte. Wir Alle haben uns sehr gefreut, dass die Crew der "Pina" den weiten Weg aus Kleve (nördliches Ruhrgebiet) auf sich genommen hat und zu unserem gemeinsamen Delphin-Treffen gekommen ist.

Als letzten Beitrag berichtete Peter Hellwig von seiner Teilnahme an der "Modern Classics 2013", bei der er eine vordere Platzierung ergatterte. Das war umso überraschender, da er völlig unvorbereitet und ohne jegliche Erwartungen zur Veranstaltung kam. Peter Hellwig zeigte uns dann beeindruckende Detailaufnahmen von seinem Schiff, der "Hol Di Ran" (Baunummer 12). Diese hatte die "Yacht" im Nachgang zur Veranstaltung der "Modern Classics 2013" angefertigt.

Im Anschluss des "offiziellen Teils" folgte ein offener Erfahrungs-austausch, bei dem es z. B. um Erfahrungen mit Navigationssoftware ging.

Die Hanna-Crew bedankt sich bei den Delphin-Liebhabern für ihre Teilnahme, die mit zum Teil langen Anfahrtswegen verbunden war. Die mitgebrachten Kuchen und Torten waren ein Hochgenuss und waren ein wichtiger Beitrag zur Veranstaltung. Auch für die Mithilfe, insbesondere beim "Rückbau", herzlichen Dank!

Eure "Hanna"-Crew, Baunummer 9

 

Hier geht es zu den Vorträgen von Peter Horn:

 

 

 

 

 

 

 

Segeltour mit den Enkelkindern

07.08.2017   Wir haben die Kinder für 3 Wochen, damit sie sich von den zahlreichen Mückenstichen vom Zelten in Zingst erholen können. 2 Wochen wollen wir mit dem Boot unterwegs sein, danach können sie sich noch ein paar Tage auf die Schule vorbereiten.

Mit Sonne, aber ohne Wind motoren wir nach Glückstadt, beim Drommel geht für 20 Minuten der Motor in Leerlauf, der Rettungskragen wird 20 Meter rausgelassen und die Kinder dürfen mitten auf der Elbe neben dem Fahrwasser anbaden. Bald danach sind wir auch schon in Glückstadt.

08.08.2017   Am nächsten Morgen ist wieder kein Wind, Motorfahrt nach Otterndorf. Trotz langsamer Fahrt müssen wir noch eine halbe Stunde auf genügend Wasser in der Einfahrt warten. Am Liegeplatz sind die Kinder gleich wieder im Wasser.

09.08.2017   Schlimme Wettervorhersage, ich rufe den Hafenmeister Helgoland an und melde unsere Platzreservierung wieder ab. Am Nachmittag besuchen wir das Mais-Labyrinth. Man hätte uns vorwarnen sollen, dort nur mit Gummistiefeln und Matsch-Hosen reinzugehen, der aufgeweichte Boden ist extrem rutschig. Wieder an Bord muß ich erst mal 8 Matsch-Schuhe abbürsten und waschen. Morgen soll das Wetter angenehmer werden, morgen ganz früh mit dem ersten ablaufenden Wasser soll es auf die Nordsee gehen.

10.08.2017   Um 04:00 stehen wir auf, kochen Tee und Kaffee und um 04:45 sind die Kinder dran. Um 05:00 werden die Leinen gelöst Richtung Nordsee, durchs Lüchter Loch zum Schmaltief und um 15:00 sind wir zur Hochwasser-Zeit auf Amrum fest.

12.08.2017   Gestern haben wir uns zur Wattwanderung nach Föhr angemeldet, gestern schien die Sonne. Heute ist der Himmel wieder dunkel-grau. Ich wandere ins Dorf und hole Brötchen zum Frühstück und für die Wanderung. Es wird immer dunkler, darum rufe ich kurz vor 10:00 den Wattführer an, ob die Veranstaltung stattfindet... Zur Antwort bekam ich:" Regen stört uns dabei überhaupt nicht"! Für jeden von uns einen Rucksack, mit in Plastiktüten wasserdicht verpackten Ersatzklamotten, Handtuch, Wasser und ein Brötchen... Und einen Kompass, man kann ja nie wissen (was man alles für sinnloses Zeugs mitnimmt). Um10:30 zum Bus (es fängt an zu regnen) nach Norddorf zum Treffpunkt. Mit uns sitzen schon andere Urlauber im Bus, die sich so wie wir zur Wattwanderung angemeldet haben. Am Busbahnhof angekommen geht es auch bald los. Nach ca. 2 Km haben wir das Ufer erreicht und es geht barfuß weiter. Es ist kalt und nass, das einzig gute ist, wir haben Wind und Regen von hinten. Beim tiefen Priel angekommen, kommt uns die Wattwandergruppe entgegen, die von Föhr gestartet war. Die Ärmsten hatten die ganze Zeit das Wetter von vorne. Der tiefe Priel muß bei niedrigstem Wasserstand passiert werden, darum hier die Begegnung. Im Priel geht mir das Wasser bis Mitte Oberschenkel, die Kinder wollen sich nicht tragen lassen und bekommen nasse Unterhosen. Wetterbedingt ist die Sicht hundsmiserabel, aber der Wattführer kennt den Weg, zeigt uns die verschiedenen Muscheln. Ungefähr zur Halbzeit zieht er eine Grabeforke aus dem Boden und gräbt ein paar Wattwürmer aus, die sich sofort wieder im Sand verkriechen. Irgendwann klart es endlich etwas auf, und der Regen macht ein paar Unterbrechungen, bis er die letzten 2 km Erbarmen mit uns hat und ganz aufhört. Wir waren inzwischen total durchnässt und hätten auch schwimmen können. Gegen 14:00 erreichen wir nach 10 km die Insel Föhr. Neben einem kleinen Lokal dürfen wir die Toilette benutzen, um uns trocken umzuziehen und dann kommt auch schon ein Bus, der die ganze Wandertruppe nach Wyk bringt. Hier beim Fährhafen bekommen wir ein Ticket, um etwas Rabatt auf den Fährpreis nach Wittdün zurück zu erhalten. Die knappe Stunde Aufenthalt nutzen wir, um mal wieder zum Yachthafen zu laufen, wo wir im Juni waren, aber mehr als ein paar Blicke sind jetzt nicht drin, denn die Fähre wartet nicht. Schnell auf das Schiff, im Windschatten auf dem Achterdeck sind alle Strapazen vergessen, und nur die Erinnerung an ein tolles Erlebnis bleibt zurück. 60 Min. später sind wir in Wittdün und bald zurück im Hafen an Bord.

13.08.2017   Heute soll es mit moderatem Nordwest nach Helgoland gehen, Liegeplatz im Verein haben wir schon reserviert. Ein toller Segeltörn, davon gibt es dieses Jahr leider nicht so viele.

Wir bekommen eine SMS, Petra und Mathias (SY "Luise") kommen nach Helgoland. Auf WhatsApp lesen wir: Kerstin und Jens (SY "Drommel") liegen im Nordosthafen. Mein Ex-Arbeitskollege Michael (SY "Chacata") hat im Päckchen angebunden. Wir verbringen alle einen feuchtfröhlichen Abend bei uns im Cockpit. Bei Dunkelwerden müssen dann auch noch die Kinder in die Koje geschickt werden. Klappt alles super wie früher mit unseren eigenen Kindern! War das ein toller Tag!!!

16.08.2017   Ganz schwacher Westwind, also wieder mal mit Diesel zur Elbe. "Chacata" geht Cuxhaven rein, wo seine Frau dazukommt. Wir fahren gleich weiter in den alten Brunsbüttler Hafen. Am nächsten Tag gibt uns der Hafenmeister einen bequemeren (landnahen)  Platz, Eis essen, einen Vormittag lädt das Freibad bei Sonnenschein ein. Der Nachmittag ist schon wieder durchwachsen.

Die Enkel hatten auf Helgoland die Kinder von einem anderen Boot getroffen, und die wollten auch nach Brunsbüttel, per WhatsApp erfahren wir, deren Motor macht Probleme und jetzt warten sie noch auf Helgoland, so gibt es kein Wiedersehen.

Am 20.08.2017 geht es nur mir Genua nach Wedel zurück.

Wintertreffen der Delphin-Eigner 2018

Wintertreffen 2018

Nach dem sehr positiven Feedback zu unserem gemeinsamen, ersten Wintertreffen im Februar 2017, freuen wir uns nun auf unser zweites Treffen.

Die Auswertung der Online-Tabelle  (Tabelle)  hat mit derzeit 26 Anmeldungen für den 3. Februar 2018 die größte Überschneidung ergeben. Daher haben wir für diesen Termin unser Vereinshaus im SVE bereits reserviert. Wir freuen uns sehr über das große Interresse!

Hier alle erforderlichen Angaben auf einen Blick:    

Datum:                           Samstag, den 3. Februar 2018
Beginn ist :                     15 Uhr
Veranstaltungsort:      Vereinshaus des SVE
Adresse:                          Wisch 20, 25336 Elmshorn
„Notfallnummer“:         0176 – 325 38 98 7
E-Mail:                            axelbreuer@gmx.de

Für den Ablauf unseres Treffens schlagen wir folgende Agenda vor:

  1. Begrüßung durch Nicole und Axel Breuer
  2. Kurze Vorstellung der Boote/Eigner (Präsentation mit Beamer/Leinwand)
  3. Vortrag von Peter Horn zu den Themen "Schwert" und "Luvgierigkeit"
  4. Kaffepause mit Kuchenbuffet
  5. Hans Kater erzählt von einer Segelreise, die es in sich hatte!
  6. Beitrag von Sabine und Frank Homuth
  7. Peter Hellwig zu seiner Teilnahme an der "Modern Classics 2013"
  8. Offener Erfahrungsaustausch - geselliges Zusammensein

Wir sehen uns am 3. Februar 2018,

Eure Hanna-Crew! (Nicole, Sophia, Isabel und Piet Breuer)

Anfahrt

Eindrücke vom letzten Delphin-Treffen 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommertour 2017 mit der „Antje“

Pfingstmontag: Es ist sonnig und richtig heiß.

Weil der Südsüdwestwind recht schwach ist, starten wir schon um 14:00 Uhr anstatt 14:45 mit dem Hochwasser. Trotzdem: beim kleinen Kohn geht der Motor an, sonst treiben wir gegen die Tonne! Mit Segeln, Motorsegeln und mal Motorfahrt erreichen wir um 20:00 Otterndorf genau mit Kentern des ablaufenden Wassers.

Der Dienstag bringt eine Windwarnung für die Nordsee, also Hafentag.

Mittwoch Sturmwarnung mit bis 11 bft. Böen und Dauerregen. ich konnte die Frühhstücksbrötchen auch fast trocken an Bord bringen. Zum Abend wird es etwas besser.

Donnerstag besteht immer noch eine Windwarnung mit 7 bft. Morgen früh um 04:00 wollen wir endlich auf die Nordsee, es sind 4 -5 bft. aus Süd bis Südwest angesagt.

Freitag, den 09.06.    Um 03:30 klingelt der Wecker. Schnell Kaffee gemacht, Boot segelklar und los. Um 04:00 läuft der Strom gerade mit, nur der Wind schwächelt. Wo sind die 4-5 Windstärken aus Süd bis Südwest? jedenfalls nicht bei uns. Im Nordwesten stehen schwarze Wolken in denen es manchmal blitzt. Die Dämmerung läßt mehr und mehr nach und um 05:00 erscheint im Nordosten eine rote Scheibe hinter einem harmlosen Wolkenband. Das Gewitter ist abgezogen. Dann können wir endlich die Genua ausrollen... nein, doch nicht, jetzt 20 Knoten Wind genau von vorn. Nach 2 Minuten wieder Flaute. So geht das Spiel bis hinter die Außenreede. Im Süden steht ein weiteres Gewitter, läßt uns aber in Ruhe. "Felicitas" (Horst) aus Cuxhaven kommt uns unter Motor entgegen, hat noch nicht mal das Baumkleid abgenommen. Um 10:00 liegt die Antje am Tankponton und 10:30 im Vereinshafen auf Helgoland. Vom Hafenmeister hören wir, es hat am frühen Morgen um 04:00 fürchterlich gewittert und gegossen, und um 06:30 noch einmal. Man muß auch mal Glück haben!.Ein Ankommensgetränk, zu Mittag gegessen und bei einsetzendem Dauerregen 2 Stunden Schlaf nachgeholt. Am Abend hört der Regen endlich auf und sogar die Sonne kommt zun Vorschein.

Sonnabend ist Hafentag.

Sonntag, der 11.06.  um 07:00 die Leinen gelöst und um 07:15 Uhr segelt die Antje mit Groß und Genua in Richtung Norden. Das Ziel heißt noch Hörnum, wird aber wegen Windmangel bald auf Amrum oder Wyk/Föhr geändert, die Entscheidung wollen wir vor Wittdün treffen. Zeitweise die Genua ausgebaumt, leider schwächelt der Wind im Rütergat so sehr, daß wieder mal die Unterwasserfock herhalten muß. Nach einem kühlen Morgen ist es inzwischen richtig heiß, 30 Grad in der Kajüte, um 14:20 sind wir in Wyk/Föhr fest . Mit Kockpit nach Nordost, Schatten! und am Montag auch Windschatten, als der Westsüdwest mal wieder im Rigg heult.

Mittwoch, der 14.06. Laut Wetterbericht sollen wir Westwind Stärke 3-4 haben. Im Hafen ist kaum ein Lüftchen zu spüren, um 06:30 fährt die Antje los. Kurz vor Amrum das Großsegel zum Stützen mitgesetzt. Wir bolzen durchs Amrumtief mit ein paar größeren Spritzern an Deck zum Vortrapptief, der scheinbare Wind bis zu 20 Knoten bei 3 Knoten Fahrt durchs Wasser und 7 Knoten über Grund. Nach 3 Stunden endlich stehen wir westlich vom Vortrapptief und segeln mit Windsteuerung 350 Grad zum Horns Reff. Endlich mal wieder ein paar Stunden unbeschwertes Segeln. So gegen 19:00 Uhr treffen wir genau die unbetonnte Einfahrt ins Ringköbing Dyb (für eine knappe Stunde geht der Motor an, es ist durch die Strömung recht kabbelig hier. Vor Hvide Sande (so gegen Mitternacht) wollen wir entscheiden, ob wir in den Hafen gehen oder wieterfahren. Der Wind (West 3) schwächelt zwar manchmal, kommt aber immer gleich wieder, so wird weitergefahren. Um 02:30 geht dann aber doch nichts mehr, der Motor muß ran, um 08:30 geht es in Thyborön  rein. Sofort werden wir mal wieder zu Flachatmern. Die Fisch-Fabrik leistet unverändert ihren Dienst.  Um 09:00 binden wir an: Die Heckpfähle sind neu und unsere Achterleinen zu kurz! Das Auge um den Pfahl aufgemacht und oben am Pfahl am extra dafür angebrachten Spielzeug-Eisenring mit kleinstem Knoten festgemacht, an der Achterklampe mit 2 halben Schlägen gerade eben noch festbekommen. Vorderleinen fest und endlich Kaffee machen. Strom gibt es inzwischen aber nur noch mit Karte, also zur Tür, wo INFO drausteht an den Bezahlautomaten, Tasten gedrückt und dann: "Dieser Dienst ist zur Zeit nicht verfügbar, bitte versuchen sie es später noch einmal" Zurück am Boot, drüben auf der anderen Seite des Steges stehen die gleichen neuen Stromsäulen für die Fischer, jedoch ohne Katrenautomat. Das Verlängerungskabel raus, wir haben Strom und bald frühstücken wir mit frisch gebrühtem Kaffee. Es ist laut, dreckig, stinkig und ungemütlich hier. Um 10:30 nach dem Abwasch sind wir überhaupt nicht müde, Kabel weg, Leinen los und auf nach Lemvig. Nach 2 1/2 Stunden Motorfahrt liegen wir im ruhigen Vereinshafen und sind erst mal wieder zufrieden mit der Welt. Am schwarzen Brett im Hafen steht, daß ein Vereinsmitglied das Hafengeld kassiert... Sonnabend spricht uns jemand an, im Clubhaus drinnen wäre ein Briefkasten, und dort hätten wir das Hafengeld zu bezahlen. Dieses tun wir Sonntagmorgen und legen ab.

Sonntag, der 18.06.     Da immer noch kaum Wind ist, fahren wir zur Insel Venoe, ein kleiner Hafen mit Platz für etwa 15 Gastyachten, wir finden einen guten Platz. Wieder kein Hafenmeister, Montagmorgen stellt sich dieser vor, nachdem ich den Briefumschlag aus- und gefüllt hatte. Er war sehr freundlich und gab mir eine Quittung.

Montag, der 19.06.          Jetzt sollte es nach Struer gehen, nur eine 3/4 Stunde in südliche Richtung. Im Hafen: Bezahlen mit Smartphone, I-Phone, I-Pad und Tally-Card möglich (haben wir alles nicht!) aber kein Bargeldschacht. Wir gehen Einkaufen und legen ab. 1 1/2 Stunden später liegen wir in Oddesund. Die Sonne brennt und wir schwitzen. Auch in diesem Hafen kein Hafenmeister, sondern im Aufenthaltsraum liegen ein paar Briefumschläge und auf dem Zettel an der Wand steht: jedes Boot 105 DKr. pro Tag. Der Dienstag und Mittwoch bringen uns schaukelige 5 bis 10 Grad Schräglage Steuerbordbug. Mittwochabend läßt der Wind dann nach, um Donnerstag mal wieder fast ganz einzuschlafen.

Donnerstag, der 22.06.       Wir Motorsegeln nach Thyborön. Der Hafen ist ziemlich leer, kein Fischgestank, nur ein in allen Regenbogenfarben schillerndes Hafenwasser... Diesel-Gestank und in der Ecke des Hafenbeckens Mengen von Plastic-Müll. Da kommt ein Fischerboot "Murmansk" und legt sich an die Kaimauer, die leere Schnaps-Flasche fliegt über Bord... Entsorgung auf dänisch. Und über all dem weht die blaue Umweltflagge! Der Abend bringt uns 3 1/2 Stunden lang kräftige Gewitter.

Endlich, am 27.06. läßt der NW-Wind etwas nach, 6 Boote aus Lemvig, die am Sonnabend hier ihr Mittsommernachtsfest gefeiert haben, sind jetzt alle nach Hause verschwunden. Wir legen auch ab, gegen scheinbare 20 Knoten Wind und fast 2 Meter hohe Restdünung dampfen wir raus, 3 Knoten durchs Wasser 5 Knoten über Grund. Recht unbequem, aber bald können wir nach Südsüdwest anliegen und im tiefen strömungsfreien Wasser steigt auch der Bord-Komfort. Tolles Segeln, nach 1 1/2 Stunden ist der Wind unter 6 Knoten und der der Rest der Fahrt wird mit arabischem Wind ergänzt. Um 21 Uhr in Hvide Sande fest. Als ich das Hafengeld in der Plastic-Tüte in den Briefkasten einwarf, kam gerade der Hafenmeister vorbei:" hier hat jemand Diesel im Hafen verschüttet, ich soll mal nachschauen". Ich frage ihn nach der Schleuse und er telefoniert mit dem Schleusenwärter: Wir sollen um 07:15 morgen früh auf UKW anrufen und werden dann um 07:30 in den Ringköbing-Fjord geschleust. Dann verschwindet er wieder.

Am 28.06. klappt das mit der Schleuse reibungslos und zum 2. Frühstück liegen wir in Ringköbing. Beim Anbinden werden wir mit Möwengeschrei begrüßt, dann mit Angriffsflügen... Als ich die Leine über den Heckpfahl lege, sehe ich in der morschen Kuhle oben auf dem Pfahl ein kleines Möwenküken. Jedes mal, wenn jemand von uns in die Kockpit kommt, werden wir mit Geschrei angegriffen. Wir verholen auf einen Platz gegenüber. Bezahlen nur am Automaten und nur mit EC-Karte, Strom : Extra-Karte kaufen und Geld aufladen. WC/Duschen: öffentlich und nicht sehr sauber. Beim Spaziergang durchs Dorf finden wir Super-Brugsen (Supermarkt), ein paar Schritte weiter ist Netto, und ich sagte, nein da war auch schon Aldi, alles kaum 100 Meter auseinander.

29.06.   Einkaufen und ablegen. Nur mit Genua rasche Fahrt nach Hvide Sande. Laut Karte sieht der kleine Vereinshafen innen im Fjord sehr geschützt aus. Mit 1,3 Meter Wassertiefe im hinteren Bereich nicht für alle Schiffe geeignet, aber für uns. Vom Wind her sehr ruhig gelegen, nur die nahe Lachs-Farm-Fabrik "Atlantic Sapphire" macht etwas Geräusch, jedoch nicht in der Koje!

30.06.  Den Schleusenmeister angerufen, um 11:30 werden wir geschleust. um 10:45 los gegen 5 Bft aus Nordost erstmal gegenan, um das Flach herum und die Distanz von 1 Meile Luftlinie, aber 4 Meilen über Grund dann doch noch rechtzeitig geschafft, das Schleusentor ist bereits offen und wir binden gleich in der Schleuse an. Um 11:45 fahren wir in den unruhigen Außenhafen, aber morgen früh können wir starten, so wie wir es wollen. Das Anbinden mit kräftigem Nordost rechtwinklig vom Panton erfordert alle Kräfte. Endlich liegen wir im nicht lauten, sondern sehr lauten Hafen absprungbereit. (Der einzige lautere Hafen war 1999 in Den Helder direkt unterhalb von offenen und unisolierten 6-Zylinder-Dieselgeneratoren für die holländische Marine). Irgendwann in der Nacht fährt das laute Schiff dann doch weg,.. RUHE!

01.07.   Der Wecker soll um 06:45 klingeln, ich stehe schon 06:30 auf und mache Kaffee. Der Wind ist recht schwach, wir wollen so früh wir möglich los, um nicht nur motoren zu müssen, so gegen 21:21 (3 Stunden nach Helgoland Hochwasser) ist das Hochwasser in Esbjerg, dann müssen wir dort sein. Schon um 07:15 los, im Vorhafen das Groß gesetzt und die Genua ausgerollt. Vorm Hafen gleich Motor aus, die Genua fällt immer ein, also ausbaumen, alles klar 6,3 Knoten über Grund, super! Laut Windfinder soll um 08 Uhr die Sonne scheinen, tut sie aber erst um 10, der Himmel wird tatsächlich ungewohnt blau, keine Wolke, das haben wir schon lange nicht mehr gehabt: Luftdruck 999 hPa, Wind NW 4-5 bft. Beim Gradyb dreht der Wind noch nördlicher, aber wir können gerade noch ohne Schwert anliegen und segeln gegen das ablaufende Wasser. Beim Esbjerg-Hafen 27 Knoten Wind, wir nehmen das Großsegel weg, nur mit Genua bis kurz vor den Fähranleger. Es ist jetzt absolut Niedrigwasser wir sind mindestens 3 Stunden zu früh und müssen an der Kaimauer warten. 1  1/2Stunden nach Niedrigwasser fahren wir in den Hafen, wühlen ordentlich Schlick auf, sind doch noch zu früh, ich schaffe es in die Nähe des Schlengels, springe rüber und schon hat die erste Leine Landkontakt. Bald sind wir richtig fest. Endlich mal wieder ein toller Segeltag. Schon um 21:30 in die Koje Schlaf nachholen.

Mittwoch, den 05.07.   Um 06:50 ist Niedrigwasser Esbjerg, der Hafen ist hoch trockengefallen. Vor ein paar Jahren konnten wir den Hafen bei Niedrigwasser anlaufen, so ein Unterschied durchs Verschlicken. Um 13:00 ist Hochwasser. Um nicht nach Mitternacht in Hörnum anzukommen, legen wir um 10:00 zu halber Tide ab, wühlen mal wieder Schlick auf, schaffen es aber aus dem Hafen raus ins tiefe Wasser. Nach knappen 2 Stunden gegen das auflaufende Wasser können wir mit Sonnenschein und mäßigem Wind nach Süden abbiegen, Windsteuerung aktiviert und Kurs aufs Holtknobsloch. An Sylt vorbei bis die Insel wieder kleiner wird und wir die Ansteuerungstonne ausmachen. Wieder mal ein Seegat bei Niedrigwasser passiert, Die flachste Stelle der Barre hatte 1,5 Meter (1,2 auf dem Echolot), genug für uns, aber nicht langweilig, durchs brodelnde Wasser zu fahren. Um 20:45 sind wir in Hörnum fest, der Hafenmeister ist noch da und weist uns auf einen netten Platz. Erst mal wieder ein paar Tage Rast. (in Hamburg läuft das G20-Treffen an) Wir sind jetzt fast wieder zu Hause.

Dienstag, der 11.07.:       Seit Tagen zeigt sich der Mittwochmorgen als nächster Reisetag, um nach Helgoland zu gelangen. Es soll mit 12 bis 16 Knoten aus Nordwest wehen, und nur wenig regnen, allerdings zum Nachmittag/Abend bis zu 27 Knoten Wind zulegen (Windfinder). Beim Hafenmeister läuft auf dem Monitor ein anderes Wetterprogramm, es sagt viel Regen und auch mehr Wind voraus. So war es bis Dienstagmorgen, um 14:00 Uhr meldet Windfinder von 8:00 bis 10:00 Uhr Gewitter, Starkregen und der Wind soll aus Südsüdwest kommen, was wir alles nicht gebrauchen können. Wir entscheiden spontan, heute nachmittag zu starten, Wasser aufgefüllt, Hafengeld im Briefumschlag eingeworfen und segelklar gemacht. 2 Stunden zu früh legen wir gegen das noch auflaufende Wasser ab. Die See ist recht ruppig, wir werden des öfteren geduscht. Um 22:05 steht die Antje in der Hafeneinfahrt Helgoland. Wir legen uns erst mat auf den Platz: "Anlegen verboten" und gehen auf Suche. Um 22:30 Uhr sind wir auf dem für morgen reservierten Liegeplatz im Verein fest.

Der Mittwoch beginnt mit leichtem Regen, Windfinder verkündet heute schon weniger Unheil als so plötzlich gestern Mittag. Um kurz vor 11:00 , es ist nur leichter Wind aus Südsüdwest, wird es immer dunkler, und von einer Sekunde auf die andere beginnt es waagerecht zu regnen mit Wind aus Nordost mit Böen von über 40 Knoten. Schräglage, so daß wir die Teller beim Mittagessen festhalten müssen. Am Nachmittag hört der Regen auf, der Wind dreht auf Nord und bleibt bis in die Nacht hammerhaft und böig.Unsere Tochter Sonja ruft an, gut, daß ihr gestern gefahren seid. Sie will versuchen, am  Sonntag nach Helgoland zu kommen und dann mit uns zur Elbe zurücksegeln.

Sonntag, der 16.07. um 12:35 Uhr erscheint der Halunder-Jet in der Hafeneinfahrt, legt im Südhafen an, und bald gehen wir mit Sonja zurück an Bord. Das Wetter ist südwestmäßig recht durchwachsen, aber es wäre heute auch ein schöner segelbarer Reisewind gewesen.

Montag um 11 Uhr starten wir etwas früh, aber bei so achterlichem Wind wird es nicht schaden. Auch wenn die Genua manchmal einfällt, machen wir gute Fahrt und binden um 19:15 Uhr im alten Brunsbüttler Hafen an.

Am Dienstag fahren wir mit Hafen-Leihfahrrädern am Deich entlang nach Neufeld und sehen uns den kleinen Schlick-Hafen an. Es weht nur ein ganz schwacher Ostwind. Am Nachmittag gehen wir zu Fuß zur Schleuse und in die Eisdiele, ein herrlicher Sommertag.

Mittwoch morgen um 04:30 ist Niedrigwasser, wir sollten also um 06:00 Uhr genug Wasser haben... Das Ruder steckt noch unbeweglich im Schlick. Eine Viertelstunde später ziehen wir eine Spur in den Mutt  bis zur letzten Pricke, aber wir sind draußen! Wir haben keine Lust auf Kreuzen, also mit Motor nach Wedel. Um 10:30 ist der Törn endgültig zu Ende. Boot aufklaren, Sonja zur S-Bahn bringen, Einkaufen, nach Hause fahren, die wild gewucherten Büsche im Garten warten schon auf die Schere.

Das wars!

17.10.2017, SVE

Es nützt nuneinmal Nichts - heute geht unsere Hanna aus dem Wasser; die Saison ist endgültig zu Ende! Bereits am 14. Oktober haben wir den Mast gelegt.

Es wäre gelogen, würden wir behaupten, dass uns das Aufslippen genauso viel Spaß macht, wie das Abslippen. Bei dem Gedanken, dass unserer Hanna ungefähr ein halbes Jahr in der Halle steht, werden wir etwas wehmütig. Andererseits brauchen wir auch die Zeit, um die Liste der zu erledigenden Arbeiten zu schaffen. Sie ist leider gerade in den letzten Wochen ungewöhnlich schnell angewachsen. Daher wollen wir auch sofort mit den Arbeiten beginnen, sowie unsere Hanna in der Halle auf ihrem Platz steht, .

Auf unserer Liste ganz oben steht der Schwertkasten. Ich habe mir vorgenommen, ihn mir diese Wintersaison etwas genauer anzuschauen, da das eindringende Wasser durch bei Ebbe nervt. Im Bild ist der Schwertkasten bereits mit demontierter Verkleidung zu sehen.

Das Problem: Das Wasser wird im Schwertkasten bei Ebbe, wenn sich der Rumpf in den Schlick setzt, bis ganz nach oben gedrückt und tritt dann durch die Bohrung, durch die das Drahtseil zum Hoch- und Herunterlassen des Schwertes geführt wird, aus.

Andere Delphine haben an dieser Stelle eine andere Konstruktion, bei der das Drahtseil nicht nach außen geführt werden muß. Es gibt aber auch Eigner, die einfach eine Bohrung mit einem Gewinde knapp unterhalb der Bohrung für das Drahtseil gesetzt haben. Dort wird dann eine 90°-Schlauchtülle hineingeschraubt und mit einem Schlauch an das Abwassersystem angeschlossen. Das funktioniert solange, bis der Schlauch mit Ablagerungen des Schlicks verstopft ist. Hier hat ein findiger Eigner bereits eine Spühlvorrichtung vorgesehen.

Wie ich erst kürzlich erfuhr, hat wiederum ein anderer Delphineigner die Bohrung und das Drahlseil einfach mit Kotflügeldichtband abgedichtet. Schwer vorstellbar, dass das dicht sein soll, hat sich aber wohl seit langem bewährt haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt in unserer To Do-Liste ist die Funkanlage. Hier muss ich versuchen, Leistungsverluste ausfindig zu machen. Dazu haben ich mir günstig eine sog. "Stehwellenmeßgerät"  bzw. SWR-Meter (SWR = Standing Wave Radio) zugelegt. Mal sehen, ob ich damit die Ursache für den schlechten Empfang ausfindig machen kann.

 

„Grüner Mann“- Regatta 2017

Am Abend vor der eigentlichen Regatta finden sich alle teilnehmenden Skipper im Seglerverein der W.Y.K. Elmshorn ein. Wir rücken schon mit unserer Hanna an und können sogar noch vor Begin der Veranstaltung in der Plicht Abend essen - herrlich!

Da es unsere erste Regatta ist, müssen wir bei der Skipperbesprechung etwas genauer hinhören, was gar nicht so einfach ist, da unser Kleiner zwischen den vielen Menschen Verstecken spielt und Nicole ihrer Funktion als Pressewart nachkommen muss. Zu diesem Zweck hat sie ihre Kamera mitgenommen, um vernünftige Bilder schießen zu können.

Wir wissen schließlich, wo wir starten und die Ziellinie queren müssen und dass wir die grüne Tonne GN13 rechts herum umfahren müssen. Außerdem wird die Startzeit um 30 Minuten nach hinten verschoben. Zu dem Zeitpunkt wissen wir nicht, dass uns das zum Verhängnis werden würde. 

Am nächsten Morgen müssen wir, so wie die anderen Regattateilnehmern auch, recht früh hoch, um rechtzeitig durch das noch offene Tor des Hafens zu kommen.

Bis zum Start der Regatta legen sich die meisten bei Pagensand, unweit von der Start-/Ziellinie vor Anker. Es ist der richtige Augenblick für ein Frühstück. An unserer Backbordseite macht dann noch die Damian (Baunummer 5) fest.

Rechtzeitig vor dem Start bereiten wir Alles fürs Segeln vor. Bei uns gestaltet sich die Wahl der Segel recht einfach. Wir haben nur die Garnitur, die bereits angeschlagen ist. Auf anderen Booten können wie bunte Tücher entdecken, die auf ausgewiesene Leichtwindsegel wie Spinn- oder Genncker schließen lassen. Schade, denken wir, hätten wir auch gerne.

Wir rechnen bei der Flaute mit dem Schlimmsten, also dass wir als Aller Letzte durch das Ziel fahren und dadurch die Regatta unnötig in Länge ziehen würden. Während wir  überlegen, wie wir das vermeiden können, nähern wir uns unter Motor der Startlinie, um diese dann nur unter Segeln zu überfahren. Die meisten Mitstreiter sind zu Begin der Regatta vor uns, da sie früher die Startlinie passiert haben. Doch das Unfassbare, das schier Unglaubliche wird Wirklichkeit: Wir schließen zum Regattafeld auf und überholen sogar andere Schiffe.  Wie es dazu kommen kann, ist uns nicht klar. Nicole an der Pinne und als gemeldete Skipperin, macht jedenfalls einen hervorragenden Job!

Was so gut begonnen hat, kann nicht auch so enden. Leider erreichen wir nicht rechtzeit die grüne Tonne GN 13 vor dem Kentern der Tide, so dass wir zwar noch etwas Fahrt durch das Wasser machen, aber leider in Summe über Gund rückwärts fahren. Das ist deprimierend. Uns wird klar, dass uns genau die halbe Stunde fehlt, um die der Regattastart nach hinten verschoben wurde. So ein Mist! Mittlerweile kommt ein Regattabegleitboot von achtern und klappert alle Segler hinter uns ab und verkündet den Abbruch für diejenigen, die die Grüene Tonne GN 13 bis jetzt nicht umrunden konnten. Wir finden es wirklich sehr schade, da wir uns nach eigner Abschätzung tapfer geschlagen haben.

Während Nicole unsere Hanna wendet, versuche ich das Schwert, das wir zuvor zum Höhelaufen heruntergelassen haben, wieder hochzukurbeln. Leider komme ich nicht weit - das Schwert steckt nach wenigen Umdrehungen fest. Ich versuche mit einem Seil, dass ich von vorne unter dem Bug und dem Kiel bis zum ausgefahrenen Schwert unterdurchführe, das schwert zurückzuklappen. Das gelingt auch zunächst sehr gut und ich merke am Seil, wie ich das Schwert etwas bewegen kann, bis das Seil offensichtlich vom halb eingeklappten Schwert abrutscht, so dass es mit Schwung und mit einem deutlich hörbaren Rumpsen wieder nach unten rauscht. Nicole entfleucht es: "Das hörte sich nicht gut an!". Das waren im Grunde meine eigenen Gedanken. Wir haben die Befürchtung, dass das Seil aus der Trommel ausgerauscht ist und nun unter Wasser hängt und beim Starten des Motors in die Schraube kommen könnte. Ich versuche erneut mit einem Seil das Schwert hochzuziehen bzw. damit möglicherweise das Drahtsei, dass wir nunmehr unterhalb des Schiffes wähnen, zu fassen zu bekommen. Leider verhakt sich das Seil irgendwo, so dass wir es nicht mehrhochziehen können. Jetzt hängt sogar noch die Leine komplett unter Wasser!! So ein Mist!! Wir sind im Grunde manövrierunfähig, da wir den Motor nicht starten können, da sonst das Seil und die Leine in die Schraube kommen würde.

Es ist absolute Flaute und wir vertreiben mit dem Tidenstrom. Urplötzlich dreht sich die Hanna wie von Geisterhand um ihre eigene Achse und bleibt mit dem Bug entgegen der Strömung fest - Es ist ein Gefühl, wie vor Anker! Unfassbar! Offensichtlich haben sich die Seile irgendwo verhakt. Nach kurzer Zeit löst sich das Ganze wieder und wir treiben weiter - nun laufen wir Gefahr, auf das Flach vor Pagensand zu treiben. Der Wind reicht nicht, damit wir das Flach umfahren können. Wir greifen zum Telefon und bitten einen Vereinsfreund um Schlepphilfe.

Wir werden zum Start- bzw. Zielschiff geschleppt, um dort längsseits zu gehen. Ich mache mich derweil daran, die Verkleidung des Schwertkastens mit ihren zahlreichen Schrauben zu demontieren. Das Problem wird schließlich sofort erkennbar: Das Seil, das durch eine Bohrung in der Trommel zum Aufwickeln des Seiles geführt ist, ist aus der Trommel gerauscht. Das Ende des Seils war nur mit Tape gesichert! Immerhin: Da ich das Ende des Seils in der Hand halte, ist es offensichtlich doch nicht komplett aus dem Schwertkasten gerauscht und unter Wasser geraten. Ich mache mich daran, das Seil wieder in das Loch in der Trommel einzufädeln. Dazu muss ich zunächst die die Trommel aus ihrer Lagerung montieren, da das Seil zur kurz ist. Das Ende des Seil ist total ausgefranst und läßt sich so nicht in das kleine Loch einführen. Die Enden der Litzen sind spitz und bohren sich in die Finger - das macht aggressiv! Ich schneide das ausgefranste Ende mit einem Saitenschneider ab. Das ist ein schwieriges Unterfangen, da die Zange nur kleine Bündel schafft zu durchtrennen.

Inzwischen werden wir in den Hafen der W.Y.K geschleppt. Dort stehen bereits einige Helfer, um uns beim Einfahren in die enge Einfahrt des Hafens zu helfen. Ich bin so vertieft in meine Arbeiten, so dass mich Nicole erstmal rufen muß. Als wir uns der Hafeneinfahrt nähern, beschleunigt das Abschleppschiff nocheinmal, damit wir mit genügend Schwung in den Hafen kommen. Die Herausforderung für uns besteht darin, unter Berücksichtigung des Versatzes durch den Tidenstrom, den richtigen Winkel für das Einfahren zu finden - es gibt nur einen Versuch!

Nicole ist die stressige Sitation nicht an zu sehen - sie behält die Nerven und steuert unsere Hanna sicher durch die enge Hafeneinfahrt und schafft es sogar dabei noch, die Heckleine überzuwerfen - phantastisch, das hat sie wirklich gut gemacht! Wir kommen gerade noch mit dem Restschwung in eine Box ganz vorne. Wir sind überwältigt von der Hilfs- und Einsatzbereitschaft der anderen Segler an Land. 

Als wir schließlich in der Box fest sind, versuche ich mit einem Vereinskameraden das Seil in der Trommel zu fixiern. Da wir keine Seilklemme zur Hand haben, formen wir ein Auge und fixieren es mit Kabelbindern. Dann montieren wir die Trommel wieder am Schwertkasten, wobei der hilfsbereite Vereinskamerad mit den Händen mit aller Kraft am Seil zieht. Das Seil schnürt sich in die Hände - Ich beeile mich und schraube die Trommel wieder am Schwertkasten fest.

Im Nachgang zu der ganzen Aktion stellen wir fest, dass wir unser Schiffe wieder ein Bisschen besser kennengelernt haben und wie wichtig Kameradschaft ist.

 


Unverhofft und traumhaft!

30.09.2017, W.Y.K.

Unser Schiff liegt noch in der W.Y.K., so dass mir morgen mit auflaufendem Wasser zurück in den SVE fahren wollen.

Wir sind schon am Nachmittag an Bord - es ist bedeckt, teilweise regnet es - es mutet herbstlich an. Unser jüngstes Kind ist mit an Bord (keine Wahlmöglichkeit) während seine großen Schwestern Verabredungen haben und zu Hause bleiben dürfen.

Unter Deck läuft die Heizung - es ist gemütlich. Obwohl nicht viel passiert, vergehen die Stunden wie im Fluge.

01.010.2017

Am Morgen klart es auf und die Sonne scheint. Wir legen nach dem Frühstück ab und fahren durch das gerade geöffnete Tor der Hafeneinfahrt des W.Y.K., um dann rechts, auaufwärts zum SVE abzubiegen. Wir fragen uns: Wie kann man nur bei so einem schönen Wetter nach Hause fahren? Unsere Stimmung war schonmal besser. Je näher wir dem SVE kommen, desto mehr keimen unsere Zweifel auf, ob wir hier gerade das Richtige tun. Schließlich greife ich zum Handy und unterbreite unseren beiden Zuhausegebliebenen unseren Wunsch, noch einen Tag länger zu bleiben. Das ist, wie zu erwarten war, kein großes Problem für die Beiden, da ohnehin weitere Verabredungen mit ihren Freunden anberaumt waren. Noch während ich telefoniere, lege ich den Rückwärtsgang ein, stoppe die Hanna und versuche, den Bug der Hanna gegen das auflaufende Wasser zu bekommen. Wir hatten bereits 2/3 der Strecke zum SVE hinter uns und die Krückau ist hier nicht mehr besonders breit. Wir haben aber wenig Wind und so gelingt es nach kurzen Vor- und Zurücksetzen unsere Hanna zu wenden.

Nachdem wir das Krückausperrwerk passiert haben setzen wir das Großsegel und machen den Motor beim Auslaufen aus der Krückaumündung aus - herrlich, es ist ein Traum: Keine Wolke am Himmel, leichter Wind und milde Temperaturen! Wir treffen unsere Freunde mit ihrer Bianca 27 und segeln schließlich Richtung Haseldorfer Nebenelbe. Wir fahren das mittlerweile funktionstüchtige Schwert aus und stellen fest, dass wir gut Höhe laufen können - top!

Schließlich wenden wir und segeln zusammen bis zur Hafeneinfahrt von Glückstadt, um uns dort vor der Rhinplate vor Anker zu legen. Unserer Freunde machen längsseits fest. Es ist wie im Hochsommer. Wir trinken gemeinsam Kaffee und Nicole backt noch ein Brot. Es riecht an Bord wie beim Bäcker.

Am frühen Abend verholen wir uns in den Hafen von Glückstadt. Der ist ziemlich voll. Wir sind nicht die Einzigen, die den vielleicht letzten schönen Tag der Saison nutzen wollen.

Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, noch einen Tag dranzuhängen. So haben wir ganz unverhofft einen herrlichen Tag auf der Elbe verbringen dürfen.

02.10.2017, SVE

Der angekündigte Regen ist tatsächlich gekommen. Am späten Vormittag fahren wir mit auflaufendem Wasser Richtung Krückaumündung. Es ist naß an Bord. Regen von oben und Gischt von vorne; es ist kalt. Es ist, entgegen der Vorhersage, noch nicht viel Wasser in der Au. Am Ufer der Au können wir Schlick sehen. Wir schaffen es aber bis in den Hafen des SVE, müssen uns dann aber noch etwas in Geduld üben, um schließlich in unsere Box zu kommen.

 

 



Absegeln 2017

09.09.2017

Ziel des diesjährigen Absegelns ist der MYC Stade. Nach dem gestrigen Tag mit Dauerregen, der bis heute Nachmittag anhält, klart es doch tatsächlich beim Ablegen auf! Leider wird unsere Freude durch die Tatsache gedämpft, dass sich unsere Hanna nach Einlegen des Rückwärtsganges keinen Millimeter bewegt – obwohl genug Wasser im Hafen ist! Grund dafür ist unser Schwert, das bei einer Auslenkung von ca. 50 cm fest sitzt und sich nicht mehr nach oben kurbeln lässt. Das resultiert aus einer offensichtlichen Nachlässigkeit beim letzten Einwintern: Wie wir von einem Vereinskameraden später erfahren, ist es ratsam, vor dem Aufslippen das Schwert drei Mal runter und wieder hoch zu kurbeln, um den Schlamm, der sich bei Ebbe in den Schwertkasten drückt, wieder herauszubekommen – wir lernen immer noch dazu!

Da tatenloses Warten nicht gerade zu meinen Stärken gehört, machen wir uns daran, unser Schiff aus der Box zu drücken. Mit Vor und Zurück und zwei tatkräftigen Vereinskameraden, die an der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens mit einer langen Leine ziehen, kommen wir schließlich frei.

Wir erreichen nach ca. 2,5 Stunden den Hafen des MYC Stade. Hunger und Durst haben wir bereits. Viele unserer Vereinskameraden waren schon mit dem Morgenhochwasser gekommen.

10.09.2017

Heute heißt es früh aufstehen, um das ablaufende Wasser zu nutzen. Für heute ist gutes Wetter angesagt, so dass wir den Tag auf der Elbe verbringen wollen. Wir laufen die Ankerstelle an der nördlichen Spitze von Schwarztonnensand an und suchen uns eine Stelle, die bei Ebbe nicht trocken fällt. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Elbe.

Gut vier Stunden vor Hochwasser lichten wir den Anker machen uns auf den Heimweg, so dass wir am frühen Abend wieder zu Hause sind.

 

 



Wunderschönes Segeln von Cuxhaven nach Hause!

27.08.2017, SVE (Elmshorn)

Ein unglaublicher schöner Morgen. Die Sonne scheint und es ist ungewöhnlich warm (im Vergleich zu den drei Wochen Urlaub). Unser Vereinskamerad und ich holen Brötchen im Container auf der "Platte" (riesiger Wohnmobilstellplatz auf einer großen gepflasterten Fläche). Die Verkäuferin ist sehr nett und aufgeschlossen. Wir schauen uns noch ein wenig um. Wir sind uns einig: Die Stellplätze mit Blick auf die Nordsee sind ok, aber die in der zweiten Reihe? Wir fragen uns nach dem Reiz dieser Plätze -  wir können nur einen freien Platz entdecken.

Nach einem leckeren Frühstück in der Plicht schauen wir uns noch etwas um und legen dann aber zügig ab, denn wir müssen noch tanken und außerdem erwarten uns die Kinder heute am frühen Abend zu Hause. Die Tankstelle vorne in der Nähe der Hafeneinfahrt macht einen guten Eindruck. Hier wird "biofreier Schiffdiesel" angeboten. Wir tanken voll und legen dann ab. Das Großsegel setzen wir noch im Hafen und motoren sodann auf die Elbe. Dabei geben wir einen langen Signalton mit unserem Signalhorn. Das ist an dieser Stelle eine sinnvolle Maßnahme, da die Hafeneinfahrt schwer einzusehen ist. Draußen ist dann auch sofort unsere volle Konzentration gefordert. Es nähern sich große Containerschiffe und Fähren (Elb-Link). Wir werfen einen Blick auf unseren Plotter, verschaffen uns einen Überblick mit Hilfe der per AIS-Signal dargestellten Berufsschiffe. Die machen teilweise deutlich über 10 Knoten Fahrt. Wir müssen zügig eine Entscheidung treffen und ändern unseren Kurs Richtung Norden, um das Fahrwasser schnellstmöglich zu queren.

Wir können herrlich segeln und machen auch gut Fahrt. Vor der Rhinplate teffen wir Stefan Eller mit seinem wunderschönen Stahl-Delphin. Wirklich eine Augenweide! Wir machen gegenseitig Photos und fahren als Geschwarder Richtung Krückau- bzw. Pinnaumündung.

Eigenlich wollten wir heute die Krückau hoch segeln - der Wind dafür ist günstig. Als wir jedoch an der Krückaumündung  sind, sehen wir, dass das Sperrwerk seine Tor geschlossen hat - das kennen wir ja schon!

Wir machen an einem der riesigen Stahl-Poller fest und klariern zwischenzeitlich das  Schiff. Nach einer knappen Stunde öffnen sich ganz langsam die Tore. Uns kommen noch einige Party-Motorboote vom Hafenfest in Elmshorn entgegen. Die Fahrt auf der Krückau ist sehr idyllisch. Die Abendsonne läßt hübsche Fotomotive entstehen.

Als wir im SVE fest sind, müssen wir fluchtartig das Schiff verlassen - es ist mittlerweile spät geworden.

Wir sind sehr erfüllt von den vielen neuen Eindrücke und froh, dass unser Vereinskamerad Cuxhaven als Anlaufziel vorgeschlagen hat.

 


Wir sind in Cuxhaven!

26.08.2107, Cuxhaven

Wir stehen früh auf. In Glückstadt ist morgens um 6 Uhr noch nicht viel, eher gesagt gar nichts los. Die Sonne schimmert etwas durch die Wolken. Wir trinken unserern obligatorischen Kaffee und legen dann zügig ab. Segeln fällt flach wegen Flaute. Wir sind aber, Dank des ablaufenden Wassers, mit gut 9 Knoten über Grund unterwegs. Nachdem wir Brunsbüttel an Steuerbord an uns vorbeiziehen sehen, kommt für uns im wahrsten Sinne des Wortes "Neuland". Die Strömung der ablaufenden Tide scheint sich hier auch noch zu verstärken, denn wirl fahren teilweise mehr als 10 Knoten über Grund, (bei 2.300 U/min - normaleweise Marschfahrt). Auch das Phänomen, dass man schon fast große Anstrenungen unternehmen muss, um nicht mit den wie Magnete wirkenden Tonnen, zu kollidieren, scheint hier ausgeprägter zu sein. Nach und nach ploppen Gebäude von Cuxhaven am Horizont auf, die durch die Schnelle Annäherung durch das menschliche Auge wahrgenommen werden könenn. Mit rasender Geschwindigkeit fliegen an Steuerbord die ersten Hafenanlagen an uns vorbeit. Es nähern sich zahlreiche große Schiffe, Containerschiffe, Feeder, Boote der Wasserschutzpolizei sowie Fähren von vorne und von achtern. Wir nutzen das AIS-Signal, dass wir über unser Funkgerät empfangen und auf dem Plotte darstellen können, um jeweils den günstigsten Zeitpunkt zum Queren des Fahrwassers abzupassen.

Wir fahren erst in den Hafen des SVC und drehen dann noch zu Erkundungszwecken eine Runde durch den Fährhafen. Anschließend machen wir in der Nähe der "Drommel" (auch ein Delphin 66) fest. Unsere Vereinskameraden sind auch schon im Anmarsch.

Für uns ist es ein Erlebnis hier zu sein. Wir sind  froh, dass unser Vereinskamerad diesen tollen Vorschlag gemacht hat. Was folgt, ist ein enstpannter Tag. Nachmittags gehen wir zusammen in die Stadt . Abends grillen wir zusammen - wirklich schön!

 

 

 

Abendessen vorm Krückausperrwerk

25.08.2017, Glückstadt

 Hochmotiviert und voller Vorfreude packen wir nach der Arbeit unsere Sachen und fahren mit verminderter Crew (ohne unsere Mädchen) zu unserem Heimathafen SVE. Ein Vereinskamerad hatte den Vorschlag gemacht, Cuxhaven anzulaufe. Super Idee, dachten wir, denn dort waren wir noch nicht. Tide und Wetter passen super!

Bei unserer Ankunft im SVE steckt unsere Hanna noch im Schlick fest, aber das Wasser läuft schon auf und man kann zusehen, wie sich das Hafenbecken mit Elbwasser füllt. Es dauert dann auch nicht lange und die Hanna schwimmt auf. Der Kiel steckt zwar noch im Schlick; unsere Ungedult ist aber einfach zu groß, so dass wir uns daran machen, das Schiff aus der Box zu drücken. Gott sei Dank, mit Erfolg. Als wir aus dem Hafen fahren, kommt allerdings eine junge Ruderin auf Kollisionskurs. Wir müssen aufstoppen, da sich die offensichtlich unerfahrene Ruderin nicht umschaut. Wir lassen sie vorbeifahren, sind dann aber mit dem Problem konfrontiert, dass der Bug durch das auflaufende Wasser entgegen unserer beasichtigten Fahrtrichtung verdriftet. Wir versuchen also, den Bug gegen den Strom zu drehen. Wir müssen dabei der Maschinen Einiges abverlangen, da durch die noch junge Tide zu wenig Wasser zum Manövrieren vorhanden ist. Das Manöver kostet uns wertvolle Zeit, die uns, wie wir wenig später erfahren werden, fehlen wird. Als wir nämlich das Krückausperwerk nach ca. einer Stunde Motorfahrt erreichen, werden die Tore des Sperrwerks vor unserer Nase geschlossen. Grund dafür ist das Hafenfest in Elmshorn, so dass der Wasserstand in der Krückau nicht zu hoch sein darf. Wir erfahren von einem anderen Segler, der auch gerade noch durchfahren wollte, dass später die Tore noch einmal kurz geöffnet werden - was für ein Glück!

Wir nutzen die Zeit und machen vor dem Sperrwerk längsseits fest, bauen unseren Cockpittisch auf und Essen Abendbrot. Immer mehr Boote gesellen sich dazu. Unsere Vereinskameraden, die erst später losfahren konnten, kommen bei uns längsseits. Immerhin, die Zeit reicht noch für ein kurzes Bier! Dann nehmen wir einen dumpfen, metallernen Schlag war: Die Tore werden aufgefahren. Alle beeilen sich, loszukommen, denn keiner weiß genau, wie lange die Tore aufbleiben.

Wir motoren aus der Krückaumündung und der Sonne entgegen - ein tolle Stimmung. Unsere Vereinskameraden steuern den Ruthenstrom an, während wir nach Glückstadt fahren. Morgen jedoch, wollen wir uns in Cuxhaven treffen. Wir freuen uns schon sehr!

Wir genießen noch die romantische Abendstimmung und gehen erst relativ spät ins Bett.

 

Muschelbänke am Kiel

20.08.2017, SVE (Elmshorn)

Wir wollen es wissen! Den gesamten Urlaub haben wir uns geärgert. Ist es wirklich der Bewuchs, der uns so sehr ausbremst hat und auch für die unglaublichen Vibrationen an der Pinne verantwortlich ist?

Es ist Sonntag, und Hochwasser ist am frühen Nachmittag. Ein günstiger Zeitpunkt, unserer Hanna mit stehendem Mast auf die Slippbahn zu bringen. Schnell ist der Slippwagen auf der Schiene und wir lassen ihn zu Wasser. Wir binden unsere Hanna los und ziehen uns zur Slippbahn – alles ohne Motor. Ein Vereinskamerad an der Winsch, zieht sodann den Slippwagen mitsamt dem Schiff aus dem Wasser. Die Spannung ist recht groß – und die Überraschung, als wir die Muschelbänke am Kiel sehen, auch! Die Muscheln sitzen dicht an dicht, aber nur im unteren Bereich des Kiels, also dort, wo die Hanna am Anfang der Saison im Schlick gesteckt hat. Und ja, wir können uns vorstellen, dass uns diese Menge von Muscheln ausbremsen kann und bei Fahrt durch’s Wasser Verwirbelungen erzeugen können, die dann am Ruderblatt zu den starken Vibrationen führen.

Wir rücken dem Bewuchs mit einem Hochdruckreiniger zu Leibe. Dann müssen wir zu sehen, dass wir die Hanna wieder ins Wasser bekommen, da bald das Hochwasser erreicht ist.

Wir sind froh, dass wir uns zu dieser Aktion durchgerungen haben und hoffen, dass wir nächstes Wochenende den Erfolg dieser Maßnahme spüren können.

 

Es geht heimwärts

16.08.2017, Kiel Holtenau

Gestern haben wir eine der wenigen Hafentage in Marstal verbracht. Unsere Feunde wollten eigenlich weiter Richtung Schlei, aber auf Grund des starken Windes sind sie noch geblieben - sehr zur Freude der Kinder!

Aber heute soll es nun weitergehen - auch für uns. Wir wollen heute direkt nach Kiel-Holtenau kommen. Die Bedingungen sind recht gut dafür. Die Sonne scheint und anfangs ist auch noch etwas Wind zum Segeln vorhanden. Wir segeln mit etwas vorlicherem als halben Wind müssen aber dann später den Motor dazunehmen. Am späten Nachmittag erreichen wir Kiel-Holtenau. Wir legen uns ganz vorne an den Steg, mit Sicht auf die Förde. Wir gehen sogar nochmal vom Boot aus baden.

Etwas später kommt der "Peter von Seestermühe" (früher "Peter von Danzig") und legt sich neben uns an den Steg. Ein tolles Schiff, mit dem mein Vater vor langer Zeit unterwegs war.

Abends gehen wir ins Luzifer essen., mit herrlichem Blick auf die Kieler Förde. Die Kinder bekommen als Überraschung einen Cocktail (natürlich alkoholfrei).

17.08.2017, Brunsbüttel

Wir werden um 6:45 Uhr vom Hafenmeister geweckt. Nicole springt aus dem Bett und bezahlt. Dann kommt von ihr die Ansage: "Ich glaube, dass muss jetzt schnell gehen!" Was sie meint, ist das Ablegen, um noch in die Schleuse zu kommen. Das Signal steht auf "Bereithalten". Ich haste zu den Toiletten, und mache mich frisch. Als ich wiederkomme, startet Nicole den Motor um 7 Uhr. Ich werfe vom Steg aus direkt die Leinen los und stoße die Hanna vom Steg weg und steige über; Nicole legt den Rückwärtsgang ein und manövriert uns aus dem Hafen. Dann geht es fast mit Vollgas in Richtung Schleuse. Auf den letzten Drücker fahren wir in die offene, große Schleuse. Direkt hinter uns geht das Schleusentor zu - das war knapp!!

Wir werden mit zwei weiteren Seglern geschleust. Die drei Schiffe muß man in der riesigen Schleusenkammer schon fast suchen. Um halb acht fahren wir aus der Schleuse und motoren nach Rendsburg (Yachtservice Schreiber), um dort zu tanken. Der Diesel ist mit 1,37 €/Liter recht teuer; dafür aber ohne Zusätze, wie uns der Hafenmitarbeiter versichert.

Was dann folgt sind viel Stunden Motoren. Die letzten beiden Stunden mit Regen. Der Hafen in Brunsbüttel ist schon ganz schön voll. Wir legen uns an ein großes Segelboot, das unter Amerikanischer Flagge fährt. Unserer Kinder haben die Kanalfahrt geduldig mit gemacht. Als Belohunung gibt es Pizza und anschließend noch ein Eis. Wir "Alten" und Piet gehen früh ins Bett. Unserer beiden Mädchen sitzen noch in der Plicht.

 

 

18.08.2017, SVE (Elmshorn)

Nicoles Wecker klingelt um 5:30 Uhr. Wir wollen das auflaufende Wasser nutzen, um bis nach Hause in den SVE in Elmshorn zu kommen. Nicole holt noch Brötchen beim Elbbäcker und dann legen wir auch schon ab und fahren vor die Schleuse. Es folgen uns noch fünf weitere Segler. Es dauert nicht lange und wir können in die Schleuse fahren. Wir liegen ganz vorne in der Kammer. Als das Tor geöffnet wird legen wir zügig ab. Offensichtlich aber nicht schnell genug, obwohl das Tor noch gar nicht ganz geöffnet ist. Ein Segeler hinter uns kann es nicht abwarten, aus der Schleuse heruaszukommen - warum auch immer. Jedenfalls entsteht völlig unnötiger Weise eine unklare Situation. Er ungeduldige Segler kommt unserer Hanna gefährlich nahe. Nicole gibt Vollgas, um die Situation zu entspannen. Ich werfe dem Skipper, ob seines rüpelhaften Verhaltens, böse Blicke zu.

Der Süd-Ost Wind zwingt uns zum Motoren. Wir kommen sehr früh in der Krückau. Erst um ca. 12:40 ist Hochwasser in Elmshorn (11:54 HW in Glückstadt). Wir legen uns an den Schlengel, um dort zu frühstücken. "Schlengel" sind Schwimmstege, die von unserem Verein aus jedes Jahr unweit zur Krückaumündung verholt werden. Beim Ansteuern der Stege bleiben wir ein Stück vor diesen stecken, können aber eine Vor- und Achterleine am Schlengel festmachen. Wir können alle zusammen in der Plicht frühstücken - herrlich.
Dann treten wir die letzte Fahrt unseres Urlaubs und unserer gleichzeitigen Rückführung an. Während der Fahrt packen wir schon einmal unsere Sachen. Gegen Mittag sind wir in unserem Heimathafen im SVE.

Es war wieder ein toller Urlaub, mit sehr abwechslungsreichem Wetter. Für nächstes Jahr wünschen wir uns weniger Starkwind und dafür höhere Temperaturen!

 




Ankern auf Stehhöhe

14.08.2017, Ankerbucht bei Ærøskøbing

Wir waren jetzt viele Tage mit unseren Freunden unterwegs. Heute ist wohl der Tag, an dem sich unserer Wege trennen. Unserer Freunde müssen demnächst wieder Richtung Süden und wollen deshalb heute nach Marstal, um von dort aus den Sprung in die Schlei zu schaffen. Wir haben noch ein wenig mehr Zeit und wir wollen unbedingt noch einmal bei dem schönen Wetter ankern. Als wir dass morgens nach dem Frühstück mit unseren Freunden besprechen, scheint bei den kleinsten Kindern eine Welt zusammenzubrechen! Mit so unglaublich traurigen Kinderaugen haben wir nicht gerechnet - dass hält keiner aus! Wir fangen an zu grübeln; was können wir bloß machen? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Die Lösung ist, dass wir zusammen in die schöne Ankerbucht bei Ærøskøbing fahren und anschließend nach Marstal. Phantastisch! Während die Kinder ein Freudenfest feiern, packen wir Alles zusammen und legen panikartig ab, denn der Tag hat eigentlich zu wenig Stunden, um das Alles zu schaffen!

Auf der Fahrt zur Ankerbucht offenbahrt mir Nicole, dass sie bereit ist, unsere Hanna auf den Sand zu setzten. Das hört sich vielleicht komisch an, ist aber ein Traum von mir, neben unserem Schiff zu STEHEN! Nicole ankert normalerweise lieber in tieferen Gewässern; aus nachvollziehbaren Gründen.

Aber, gesagt, getan! Bevor wir von Bord aus die ersten Sandkörner erkennen können, reduziert Nicole unsere Hanna auf Schleichfahrt. Als das Echolot "0,0" anzeigt (bei uns mißt das Echolot ab Kiel) lasse ich das Eisen am Bug herab. Voller Freude steige ich über Bord und meine Füße berühren den herrlichen Sand, während ich entspannt den Süllrand anfasse. Ich gehe zum Anker und trage ihn, während Piet etwas Ankerkette nachgibt, Richtung Land. Auf dem Weg zurück zum Boot bleibe ich mit einem Fuß an der Kette hängen. Genülßich rufe ich zu Nicole:" Schaatz, ich bin gerade über die Ankerkette gestolpert!"

Unsere Freunde mit ihrer X-Yacht folgen uns später und legen sich in sicherem Abstand zu uns vor Annker und setzten mit dem Schlauchboot zu uns rüber. Die Kinder können baden und im Wasser spielen -   sie genießen es sehr! Unserer Mädchen stehen derweil in Kontakt mit dem Jungen der Bekannten unserer Freunde. Sie sind nach Ærøskøbing motort und ihr Sohn hat sich zu dem Strand, der sich bei uns in Sichtweite befindet, gemacht. Die beiden Mädchen holen ihn mit unserem Schlauchboot vom Strand ab.

Der Tag vergeht mit Baden und Aufwärmen, bis zu dem Zeitpunkt, wo wir das Schaukeln unserer Hanna vermissen. Die Tide hat eingesetzt und wir stecken im Sand absolut fest. Ein Blick rüber zu einem Folkeboot, das nur wenige Meter von uns vor Anker gegangen ist macht aus unserer Befürchtung Gewissheit: Wir stecken hier richtig fest! Das Unterwasserschiff des Folkebootes, das einen Tiefgang von 1,2 Meter hat, kippt schon zur Seite. Die Eigner sind an Land gegangen.

Da wir heute noch nach Marstal wollen, so war ja die Verabredung, machen wir uns daran, die Hanna ins tiefere Wasser zu bekommen. Den Versuch, mit vereinten Kräften das Schiff vom Wasser aus und mit Rückwärtsschub hier wegzubekommen, kann man getrost als lächerlich bezeichnen! Es tut sich absolut gar Nichts!

Wir versuchen es sodann mit Ausbaumen. Die jungen Leute bei uns an Bord hängen sich mit mir an den Großbaum, der fast im rechten Winkel zur Hanna über dem Wasser schwebt. Nicole gibt ordentlich Rückwärts. Und tatsächlich, es funktioniert. Langsam, sehr langsam, bewegt sich unserer Hanna vom Ufer weg. Diese Unternehmung war ein Riesenspaß und der Einsatz der Kinder großartig. Als Belohnung verspreche ich "Eis satt"!

Es dauert nicht lange und der Eigner von dem Folkeboot kommt zurück. Er macht sich an seinem Schiff zu schaffen und versucht, es ins tiefere Wasser zu drücken - natürlich nicht ohne geringste Aussicht auf Erfolg. Wir schauen dem Treiben einwenig zu, bis unsere älteste Tochter uns auffordert, endlich zu helfen. Wir machen uns mit allen zur Verfügung stehenden Kräften auf. In gleicher Weise wie bei der Hanna, bekommen wir das Folkeboot durch Krängung und Drücken am Heck aus seiner misslichen Lage befreit. Der Eigner ist sichtlich erleichtert, als sein Boot wieder vollständig schwimmt.

Unserer Freunde waren zwischenzeitlich mit ihrem Schlauchboot an Land gefahren und haben eingekauft; denn heute Abend wollen wir Hot Dogs machen. Sie haben daher von der Befreiungsaktion nichts bekommen.

Am späten Nachmittag holen wir unsere Anker hoch und motoren nach Marstal. Das Hot Dog-Essen kommt gut an bei den Kindern (auch bei uns Erwachsenen). Für das versprochenne Eis ist es leider zu spät und wir vertagen es auf morgen.

 


Weil’s regnet, ab nach Faaborg

12.08.2017, Faaborg

Das für heute angekündigte Regenwetter veranlaßt uns, einen stadtnahen Hafen anzulaufen, um möglicherweise etwas Kultur "zu ziehen". Da bietet sich für uns Faaborg an.

Der Wind steht so günstig, dass wir aus dem Hafen in Avernakø heraussegeln wollen. Da wir ganz weit vorne liegen, können wir genug Fahrt aufnehmen, bevor wir mit einem Rechts- und einem anschließenden Linkksschwenker aus der Hafeneinfahrt manövrieren müssen. Es ist früh morgens, so dass wir fast gar keine Zuschauer haben. Ein günstiger Moment für Experimente! Wir drücken uns also aus der Box und belassen die steuerbordseitige (gleichzeitig luvlseitige) Achterleine am luvseitigen Pfahl und fieren beim sie dabei gleichzeitg. Damit wollen wir sicherstellen, dass der Bug beim Verlassen der Box  mit dem Wind in Fahrtrichtung verdriften kann. Das klappt sehr gut, so dass wir, als der Bug sich Richtung Hafenausfahrt gedreht hat, die Fock ausrollen. Die Hanna nimmt sodann genügend Fahrt auf und wir können sie aus dem Hafen lenken - ein tolles Gefühl! Dann setzten wir das Groß und segeln mit achterlichem Wind nach Faaborg. Dort steuern wir den alten Hafen an. Unsere Freunde mit ihrer X-Yacht folgen uns später.

Am Nachmittag gehen wir Alle zusammen in die Stadt. Faaborg ist wirklich schön und es gibt tolle, kleine Läden. Unter anderem einen Schlachter mit sagenhaften Delikatessen, die im Schaufenster ausgestellt sind. Bei einer "baggeriet" können wir aber nicht einfach vorbeigehen. Wir holen uns Alle Kuchen bzw. leckere Torte, die wir dann zum Nachmittags-Kaffee bei uns an Bord unter der "Kuchenbude" (heute paßt der Begriff) zu uns nehmen. Ich beobachte mit Sorge, wie unser Piet ein ernstzunehemnder Konkurrent beim Verzehr der leckeren Schokoladentorte darstellt. Es muß offensichtlich ein dominantes "Schokoladentorten-Gen" geben, was leider vererbt wurde.

Abends gehen wir mit unseren Freunden und deren Bekannten beim Italiener essen. Wir lasssen es uns also heute einmal richtig gut gehen, es ist schließlich Urlaub!

Einen Tisch für 9 Personen hatten wir vorher reserviert. Es wird ein Erlebnis für uns Alle: Das Lokal ist noch mit zahlreichen Luftballons und Girlanden geschmückt, da heute Nachmittag ein Geburtstag gefeiert wurde. Die Deko steht zur Freude der Kinder und zum Leidwesen der Erwachsenen, zur freien Verfügung. Die Pizza schmeckt super lecker und es wir noch ein Teller mit frischer Knoblauchsauce, Jalapeños und Chiliflocken nachgereicht. Die drei Kinder bekommen einen riesigen Eisbecher auf Kosten des Hauses. Wir sind alle begeistert - hier wollen wir wiederkommen!

13.08.2017, Svendborg, danach Drejø

In Svendborg holen wir unsere beiden Mädchen vom Bahnhof ab. Wir freuen uns auf die Beiden und Piet kann es kaum abwarten, seine Schwestern wiederzusehen.

Unter Segeln, mit achterlichem Wind, steuern wir Svendborg an. Wir machen vorne im Svendborg Sønderhavn fest, damit wir von hier schneller wieder in Richtung Drejø wegkommen. Wir machen uns an der großen Kaimauer, gleich neben dem Fähranleger fest. Piet und ich eilen zum Bahnhof. Wir kommen genau rechtzeitig. Ein riesen Wiedersehen! Wir haben Alle viel zu erzählen. Wir sehen aber ersteinmal zu, dass wir zur Hanna zurückkommen, damit wir gleich ablegen können. Das Gepäck "werfen" wir erstmal unter Deck und legen gleich ab. Wir müssen motoren, denn wir haben Alles gegen uns: Den Strom des Svendborgsunds, den Wind mit Stärke 6 und die Welle.

Kaum sind wir aus dem Hafen Svendborg Sønderhavn heraus, macht ein ca. 33 Fuß großer Segler auf sich aufmerksam: Maschinenschaden! Der Segler hat viel Glück, denn Wind und Strömung drohen ihn an Land zu drücken. Uns bleibt nicht viel Zeit. In den Gesichtern unserer gerade an Bord genommen Mädchen meine ich in etwa ablesen zu können: " Geil, gleich wieder Action!".

Wir geben dem Skipper Zeichen, dass wir sein Segelschiff abschleppen wollen, in diesem Fall in den Svendborg Lystbådehavn, wo wir vor ein paar Tagen zum Tanken eingelaufen sind. Während der Skipper eine Schleppleine vorbereitet, lenkt Nicole unserer Hanna mit ruhiger Hand in einem gut bemessenen Bogen vor den Havaristen. Ich stehe am Heck und nehme die Leine zum Abschleppen über, führe sie um unsere große Klampe am Heck. Um die Beschleunigungen beim Anfahren zu dämpfen, fahre ich die Abschleppleine aus der Hand. Ruckfrei und sanft beschleunigt wir den Havaristen und steuern in die enge Einfahrt des Svendborg Lystbådehavns. Das Ansteuern der Hafeneinfahrt wird durch Wind und Strömung erschwert, da der havarierte Segler an der Schleppleine verdriftet. Beim Einfahren in den Hafen werfen wir die Abschleppleine zu einem hilfsbereiten Freizeitskipper, der an der Hafeneinfahrt unser Manöver beobachtet hat, über, und der Havarist kann mit seiner vorhandenen Restfahrt die Innenseite der Mole ansteuern und dort festmachen. Das hat echt super geklappt! Wir drehen in dem Hafen um und geben Gas Richtung Drejø, wo unserer Freunde bereits eingelaufen sind. Auf der Fahrt dorthin bleibt viel Zeit zum Erzählen.

Drejø ist wirklich auch eine sehr schöne Insel. Alleine der Preis, der für unsere Hanna als Liegegeld aufgerufen wird, läßt uns daran zweifeln, dass wir wiederkommen. 170 Kronen finden wir für den Hafen und für seine Ausstattung zu teuer. Den Toiletten-Code haben wir vorher schon von einem Gast mündlich bekommen. Allerdings ist der Code zu lang, um ihn sich auf die Schnelle merken zu können. Gut, dass gerade eines der Kinder um uns herumsteht. Auf einen der Handrücken passt die Zahlenkombination hervorragend!

Abends grillen wir in großer Runde. Wir suchen uns einen windgeschützten Platz, denn der Wind ist echt kalt! Unsere drei Kinder haben mit den anderen Kindern eine Menge Spaß. Da es im Leben nicht nur um Spaß geht, sondern auch um das Erfüllen von Pflichten, haben wir die Idee, dass die Judend heute den Abwasch macht. Die Idee findet bei unserem Nachwuchs erwartungsgemäß keinen besonders guten Anklang. Aber zu deren Ehrenrettung muß ich sagen, sie schlagen sich ganz gut. Als Belohnung spielen wir noch Hochtick zusammen.

 

 

 



Hauptsache, die Kinder haben Spaß!

09.08.2017, Marstal

Wir verbringen einen Hafentag in Marstal. Der angesagte Starkwind kommt auch. Es wird aber dennoch nicht langweilig. So treffen wir zum Beispiel zwei Delphine: Die "Perigrina", Baunummmer 22 und die "La Paloma", Baunummer 43. Wir finden Zeit, uns auszutauschen. Unser Problem mit der Luvgierigkeit haben auch andere Delphine. Oft wird der Mast ein Stück nach vorne gesetzt, oder das Großsegel wird kleiner geschnitten.

Die Kinder sind fast den ganzen Tag unterwegs, meistens auf dem schönen großen Spielplatz. Abends könne wir herrlich zusammen grillen, der Wind läßt etwas nach.

10.08.2107, Lyø

Wir wollen heute zusammen nach Lyø. Das bedeutet, dass wir bei der Nord-West-Lage heute ein ganzes Stück motoren müssen. Anfangs segeln wir noch, doch spätestens in der Fahrrine ist Schluß mit Segeln, da der Wind auch noch abnimmt. Das Wetter wird zunehmend freundlicher und als wir im Hafen von Lyø angkommen scheint die Sonne. Wir treffen dort wieder unsere Vereinskameraden mit ihrem wunderschönen Jollenkreuzer, die wir auch in Korashavn getroffen haben. Sie haben für Piet zwischenzeitlich Steine mit einem Loch gesammelt und an einer roten Leine zusammengebunden. Piet freut sich sehr. Er sagt mir auf dem Weg zum Boot: "Das ist aber lieb von Denen!"

Abends sitzten wir Alle an einem lagen Grilltisch zusammen. Es ist eine sehr gesellige Runde. Nach dem Essen ziehen wir auf Grund des kalten Windes in den Aufenhaltsraum um. Es wird spät, ehe wir ins Bett kommen.

11.08.2017, Avernakø

Wir müssen so langsam zusehen, dass wir Richtung Osten zurückfahren, da wir Sonntag in Svendborg unsere zwei Mädchen von der Bahn abholen werden. Da liegt Avernakø auf dem Weg.

Es ist asolute Flaute, daher motoren wir dort hin. Wir bekommen einen Platz ganz weit vorne. Unter unserem Kiel sind maximal 0,2 Meter Wasser - das reicht uns aber.

Piet drängt mit großer Ungedult von Bord - die Vorderleinen sind noch gar nicht ganz fest und er turnt bereits hastig über den Bugkorb an Land. Pflichtbeflissen ermahne ich ihn - im Inneren jedoch muß ich lachen - hätte ich früher genau so gemacht!

Wir untenehmen eigentlich gar nichts - und trotzdem vergeht die Zeit wie im Fluge. Abends sitzen wir wieder in Großer Runde und die Kinder haben ihren Spaß. Sie dürfen am Abend sogar noch mit unserem Schlauchboot und Außenborder im Hafen herumfahren.

 

 


Ankern ist wunderschön!

07.08.2017, Skarø

Die Nacht war herrlich ruhig. Der neue Morgen begrüßt uns mit Sonne - wir frühstücken in der Plicht. Anschließend hissen wir die Segel und ziehen den Anker hoch. Mit achterlichem Wind, jedoch mit Störmung von vorne, geht es den Svendborgsund hindurch.

Wir wollen heute wieder vor Anker liegen und haben uns dafür die Ankerbucht bei Skarø ausgesucht. Leider müssen wir noch Diesel tanken und dafür einen Stop im Svendborg Lystbadehavn machen. Wir segeln fast bis kurz vor die Einfahrt des Hafens. Von überall kommen allemöglichen Schiffe angefahren, so dass beim Einholen der Segel unsere volle Konzentration erforderlich ist. Der Hafen ist recht eng und die Tankstelle liegt in einer engen Boxengasse, zudem bläst dort der Wind schräg hinein. Wir wollen dort unbedingt rückwärts reinfahren, um dann besser gegen den Wind, der uns gegen die Kaimauer drückt, abzulegen. Es ist eine Herausforderung dort mit unserem Langkieler rückwärts "einzuparken". Wir nehmen dazu Leinen zur Hilfe und verholen uns dann durch Fieren an den gegenüberliegenden Dalben an die Anlegestelle der Tankstelle. Das Manöver klappt hervorragend und wir können sogar die luvseitige Vorleine an einer der Dalben belassen, um beim Ablegen besser gegen den Wind von der Kaimauer wegzukommen - so jedenfalls unser Plan! Als wir mitten im Tankprozedere sind, kommt eine Segler und gibt Handzeichen, dass er gerne passieren möchte. Das ist schade aber noch nachvollziehbar. Weniger verständlich wird es jedoch, und unser Erstaunen ist in diesem Moment sicher an unserern Gesichtern ablesbar, als der Segler eine leere Box vor uns und vor unserer schönen Verholleine ansteuert! Sprich wir haben die Leine völlig um sonst gelöst! Ich bin ehrlich gesagt etwas sauer worauf ich den Segler nach seinem Anlegemanöver auf die Aktion anspreche. Er entschuldigt sich immer hin - er hätte den leeren Platz zunächst nicht gesehen - na gut, war ok, kann passieren.

Wir kommen schließlich auch ohne unsere tolle Luvleine, durch Abdrücken von der Keimauer weg. Wir steuern somit Skarø an, allerdings unter Motor. Dort legen wir uns sodann, schön nahe am Strand, vor Anker. Piet und Axel fahren später mit dem Schlauchboot zum Strand und erkunden die Gegend; außerdem darf Piet auch baden.

Nachmittags motoren wir alle zusammen mit dem Dingi zur Insel und gehen ein Eis essen bei "Skarø Is". Sehr leckeres Eis! Auch der Weg dahin ist sehr hübsch mit den kleinen alten Fachwerkhäusern unter Reet.

Zurück an Bord verholen wir uns noch an eine der nahgelegenen Ankerbojen, denn  heute Nacht soll der Wind von Süd-West auf Süd-Ost drehen.

Abends essen wir in der Plicht. Es ist sehr schön warm und wir können einen herrlichen Sonnenuntergang erleben. Ankern ist einfach ein Traum!

Den Abend über bekommen wir immer wieder etwas Schwell von den Fähren ab. Aber am späteren Abend wird der Fährverkehr eingestellt und wir liegen die Nacht über ruhig an der Ankerboje.

08.08.2017, Marstal

Nach einer relativ ruhigen Nacht - der Wind hat wie vorhergesagt gedreht und auch aufgebrist - legen wir unter Segeln ab. Was dann folgt ist einfach nur schönes Segeln. Der Wind weht mit 3 bis 4 Beaufort und unsere Hanna läuft super. Bei den Bedingungen scheint der Trimm gut zu passen. Wir wollen nach Marstal, wo wir uns mit Bekannten treffen. Wir kreuzen fast die gesamte Fahrrinne bis Marstal. Manchmal ist es aufgrund des regen Schiffsverkehrs und des sehr engen Fahrwasser sehr eng. Nicole steuert unsere Hanna mit ruhiger Hand und rattenscharfer Höhe durch die unzähligen Wenemanöver - Respekt! Wir kürzen dann ein wenig ab und biegen hinter dem Flach "Langehjørne" ab und fahren direkt in den Hafen von Marstal. 

Es ist sehr schön hier zu sein. Wir verbringen schließlich den Rest des Tages mit unseren Bekannten, die neben uns festmachen und eine etwas ältere Spielkameradin für Piet dabei haben. Die beiden haben viel Spaß zusammen und wir haben unweit des Spielplatzes festgemacht.

 

 

 



Immer mit dem Wind, bis heute!

31.08.2017, Korshavn

Eine traumhaft ruhige Nacht in der Bucht von Korshavn liegt hinter uns. Der Wind hat im Laufe des Abends deutlich nachgelassen. Am heutigen Morgen liegt unsere Hanna in einem spiegelglatten Ententeich; ein wolkenloser Himmel über uns und um uns herum, nichts als Stille. Wir spühren die Kraft der aufgehende Sonne in unseren Gesichtern. Bei dem Ambiente ist ein Frühstück in der Plicht ein echter Genuß!

Aufgrund des angesagten Starkwindes bzw. Sturmes gegen Ende der Woche, wollen wir heute unseren langgehegten Wunsch Samsø anzulaufen, umsetzen. Wir rechnen damit, dass wir mogen Samsø wieder Richtung Süden verlassen müssen, um dort nicht eingeweht zu werden.

Der Wind kommt achterlich aber zu schwach für unsere schwere (überladene und bewachsene) Hanna. Wir müssen die gesamte Strecke nach Ballen auf Samsø motoren. Der Sonne scheint, es ist warm. Auf gut der halben Strecke machen wir den Motor aus und Piet darf die Angel auswerfen. Wir lassen uns nur mit der Fock treiben. Leider bleibt ein Erfolg beim Angeln aus und wir motoren schließlich nach Ballen. Der Hafen ist, es war nicht anders zu erwarten, proppevoll. Wir fahren trotzdem in den, wie eine Arena anmutenden Hafen hinein. Auf den meisten Segelbooten sitzen die Menschen wie eine Art Publikum, in Erwartung eines spannenden Hafenkinos. Wir bemühen uns, unseren Beitrag zur deren Belustigung möglichst gering zu halten. Es ist jedoch nicht leicht, mit unserem Langkieler, in der Hoffnung, einen freien Platz zu sichten, bis in die letzten Ecken des Hafens vorzustoßen. Nicole ist (wie eigentlich immer) an der Pinne und schlägt sich wirklich tapfer! Mich überkommt das Gefühl, dass sich das Publikum nicht genug unterhalten fühlt.

Ein älteres Ehepaar winkt uns zu und wir machen schließlich längsseits an ihrer HR fest. Uns wird versichert: "Ein super Platz!" Er meint damit den ungehinderten Blick auf die gesamte Arena.

Als wir fest sind und alles verteut haben, schauen wir in die Runde. Es ist wirklich auffällig: Der Anteil der neueren und immer größeren Segelschiffe nimmt offensichtlich zu. Wir gehören mit unserem klassisch anmutenden "kleinen" Delphin zu einer Minderheit.

Piet steht schon in den Startlöchern. Er hat beim Anlaufen des Hafens den wunderschönen Strand entdeckt. Dort möchte er, verständlicherweise, sofort hin! Nach einer für ihn gefühlten Ewigkeit, machen wir uns endlich auf. Ein sehr schöner Strand mit feinem Sand und seichtem sowie glasklarem Wasser - ideal. Dazu noch Sonnenschein und warne Temperatur - besser geht es nicht.

Die Umgebung des Hafens ist wiklich sehr schön; nette und uhrige Restaurants und Cafes, direkt am Hafen, dazu eine Baggerie und einen Stand mit frischem Fisch.

Spät am Abend bekommen wir noch einen Päckchenlieger an unsere Steuerborseite. Eine reine Frauen-Crew, wie sich auf Grund der kurzen Haare erst auf den zweiten Blick herausstellte. Axels aufflammende Freude wird umgehend im Keim erstickt: Nicole versichert mir trocken: "Bei denen kannst Du ganz bestimmt nicht punkten!" Ich wußte sofort, was sie meinte. Hilfsbereit, wie ich bin, bot ich trotzdem meine Hilfe an. Außerdem versuchte ich, mit meinen rudimentären Dänischkenntnissen Eindruck zu schinden. Als Reaktion kam, wenn man es wohlwollend auslegen möchte, nicht mehr, als ein mildes Lächeln.

02.08.2017, Ballen auf Samsø

Heute wollen wir früh los, da ab Mittag wiedereinmal viel Wind vohergesagt ist. Die Damen-Besatzung unseres Nachbarschiffes schläft noch und wir wollen sie auch nicht wecken. Wir machen uns daran,  die Vorleine samt Stromkabel von unserem Schiff abzumontieren und am Schwimmsteg zu befestigen, damit wir uns, die Achterleine unsere Nachbarschiffes nach vorne führend, nach hinten hinaus verholen können. Unser Motor läuft bereits. Doch in dem Moment zeigt sich ein Mitglied der Damencrew. Ich wollte nicht aufgeben, vielleicht doch noch im letzen Moment bei den Damen zu punkten. Jedenfalls versuchte ich der ob unseres Vorhabens etwas verwundert dreinschauenden Seglerin auf gebrochenem Dänisch klar zu machen, dass wir gerade dabei wären, abzulegen. Und das Beste dabei sei, dass wir sie samt ihrem angebundenen Schiff gleich mitnehmen würden. Immerhin, die Reaktion daraufhin konnte man als mildes Lächelnd auslegen!

Unser heutiges Ziel ist Kerteminde, wo wir das herannahende Tiefdruckgebiet mit Starkwind und Sturm abwettern wollen. Hier gibt es genügend Möglichkeiten, wie Sightseeing oder Museen usw..

Wiedereinmal hat es sich gelohnt, früh abzulegen. Als wir auf Höhe von Fyns Hoved sind, kommen erste ernstzunehmende Böen. Wir haben volles Tuch und müssten eigentlich reffen. Andererseits sind wir bereits in der Abdeckung. Wir brauchen aber etwas Druck im Segel, um genügend Höhe laufen zu können. Es ist der erste Törn unseres bisherigen Urlaubs, den wir hoch am Wind segeln müssen.

Als wir die Landspitze zwischen Romsøsund und Kerteminde Bugt umrunden, starten wir den Motor und holen die Segel ein. Der Hafen von Kerteminde ist um dieseTageszeit (Mittag) noch alles andere als voll.

Das Wetter ist schön und wir können in den Gammle Haven laufen und abends in der Plicht essen. Der Tag geht viel zu schnell zu Ende.

 


Wir lassen uns nicht aufhalten!

30.07.2017

Freidericia ist auch schön, aber da geht bestimmt noch mehr!

Laut Vorhersage ist für heute wieder einmal mit viel Wind im Laufe des Tages zu rechnen. Man gewöhnt sich an Alles. Wir brechen nach unserem obligatorischen Kaffee auf. Ziel ist zunächst der alte Hafen von Fredericia. Doch als wir auf Höhe der Einfahrt sind, juckt uns der Hafer! Was sind schon 7 Beaufort bei Raumschotkurs. Wir fahren also weiter in Richtung Kattegat. Als wir aus dem Lillebelt raus gefahren sind, stellt sich für uns spontan die Frage: Nach Backbord abbiegen Richtung Julesminde, oder weiter gerade aus nach Bogense. Wetteronline zeigt auf dem Wetterradar Gewitterfronten aus Süd-West heranziehend.

Wir schauen uns die Zugrichtung der Gewitterzellen genau an und stellen fest, dass wir diesen wahrscheinlich entkommen würden, wenn wir weiter Richtung Osten fahren würden. Genau so war es dann auch. Als wir in Bogense fest sind, können wir gerade noch das Stromkabel verlegen und dann fängt es unwetterartig an zu schütten. Draußen über dem Kattegatt können wir Blitze erkennen und Donner wahrnehmen. Also, Alles richtig gemacht!

Nachmittags wird das Wetter sogar noch richtig schön und wir können baden - Piet freut sich riesig!

Der Wind nimmt auch weiterhin zu, aber es ist recht mild.

Wir kaufen noch frischen Fisch (Langefisk, zu Deutsch: Lengfisch, dorschähnlich); super frisch und lecker.

31.07.2017

Auch am heutigen Morgen stellt sich die Frage, wohin? Denn auch für heute, wie ist es anders zu erwarten, sind in Böen bis 7 Beaufort (zumindest bei Wetteronline) angesagt. Wir entscheiden uns für Korshavn. Dort kann man herrlich geschützt ankern. Wir brechen sofort nach unserem Kaffee auf. Wir fahren mit vollem Tuch, ständig in der Bereitschaft zu reffen. Böen von mehr als 6 Beaufort bleiben aber aus -> Windfinder hatte heute Recht! Trotzdem ziehen einige dunkle Wolken mit Regen an uns, wohlgemerkt in sicherer Entfernung, vorbei.

Nachdem der Anker bei 2,10 m über Bord geht, steigen wir alle zusammen ins Schlauchboot und rudern an Land. An diesem entlegenen Ort treffen wir tatsächlich Vereinskameraden vom SVE. Wir kommen ins Gespräch und die Zeit läuft dahin.

Die Örtlichkeiten des Hafens sind spartanisch. Aber das passt hier absolut hin. Ein dänisches Paar bereitet in einer kleinen Outdoor-Küchen-Nische frischen Hummer zu. Wir gucken nicht schlecht und schauen uns das Ganze aus der Nähe an. Piet darf sogar die Prachtexemplare anfassen. Wir erfahren, dass die Hummer direkt vom Kutter kommen; pro Stück wurden 100 Kronen bezahlt - das ist relativ günstig. Die fangfrischen Krustentiere werden in kochendem Salzwasser mit Dill, 20 Miunten gegart - auf Grund des Geruches natürlich nicht an Bord. Danach werden sie zerlegt. Der Panzer des Unterleibes wird mit einer Schere aufgeschnitten und dann mit der Hand aufgebrochen, so dass das darin enthaltene Fleisch am Stück herausgenommen werden kann. Die Scheren werden mit einem Stein zertrümmert, um an das Fleisch zu kommen.

Es ist bereits später Nachmittag und wir wollen zurück an Bord. Als wir Richtung Schlauchboot schauen, könnnen wir unseren Augen nicht trauen: Unser Schlauchboot treibt vom Ufer, mit beachtlicher Geschwindigkeit davon. Bei dem Wind, keine Chance es mit Schwimmen einzuholen.  Gut dass wir uns in einer Bucht befinden. Axel macht sich zu Fuß auf die andere Seite der Bucht und rudert zurück. Nettes Abenteuer am Rande!

Der Abend beschert uns einen traumhaften Sonnenuntergang. Mal sehen, wie es morgen weitergeht.