Delphine unter sich.

28.05.2021, SVE - Pagensand Süd (Pagen Süd)

Ganz nach dem Motto "Negativ ist das neue Positiv" haben wir uns noch schnell einen "time slot" bei einer Corona-Teststelle in Elmshorn gebucht. Dieses Mal ist der Ablauf tadellos. Zu Pfingsten hatten wir nämlich Pech: Wir mussten trotz der Buchung eines "time Slot" fast eine Stunde in einer langen Schlange warten. In dieser Stunde hatte ich dann genügend Zeit mich in meine Wut über diese grottenschlechte Organisation reinzusteigen und nach außen zu transportieren. Wir erfuhren dann, dass es auf Grund einer "technischen Panne" zu Mehrfachbuchungen gekommen ist -na gut, kann passieren.

Jedenfalls haben wir den Test für den Fall gemacht, dass wir einen Hafen anlaufen wollen.

Um 18:12 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn. Das Wasser läuft gut auf, so dass wir eigentlich gegen 16 Uhr ablegen könnten. Doch ich muss nochmal schnell nach Hause fahren, um das Handy von unserem Jüngsten und noch Brot zu holen. Gegen halb fünf legen wir dann aber schließlich ab. Auf der Krückau begegnen wir dann zahlreichen Ruderern. Wir navigieren mit großer Vorsicht und reduzieren unsere Geschwindigkeit bei JEDER Begegnung und bedanken uns bei denjenigen, die uns wartend vorbei lassen. Die meisten Ruderer erwidern unsere Geste freundlich. Doch es gibt dann tatsächlich einige wenige, die uns dann noch anpampen! Das finde ich ziemlich unangemessen, was ich dann auch denjenigen gegenüber lautstark zum Ausdruck bringe. Wie soll das erst gehen, wenn noch mehr Schiffe aus unserem Verein unterwegs sind. Bisher waren wir in dieser Saison fast die Einzigen, die losgefahren sind!

Als wir Pagen Süd erreichen, liegen bereits zwei Delphine, die "Magellan" (Stahl-Delphin) und die "Liekedeeler" (Kunststoff-Delphin) im Päckchen vor Anker. Ein tolles Bild. Wir legen uns ein Stück davor auch vor Anker. Nach dem Abendessen setzen wir mit unserem Schlauchboot zur "Magellan" über. Dort verbringen wir einen sehr geselligen Abend. Wir sind beeindruckt von dem tollen Zustand der beiden Schiffe! Wirklich zwei Schönheiten, gerade mit den wunderschönen Holzriggs! Wir danken den Ellers und Homuths für ihre Gastfreundschaft!

29.05.2021, Pagensand Süd (Pagen Süd) - Ankerplatz vor Glückstadt

Gegen 9:45 holen wir den Anker hoch und rollen die Fock aus. Mit fast achterlichen Wind laufen wir die eigentlich nahegelegene Südspitze von Pagensand an. Gegen das ablaufende Wasser laufen wir aber teilweise unter 1 Knoten über Grund. Wir sind für die "paar Meter" bestimmt eine halbe Stunde unterwegs. Das Groß wollen wir deshalb aber nicht auspacken. Wir müssen uns in Geduld üben - genau eine meiner Stärken!

Als wir auf den Hauptarm der Elbe kommen, nimmt der Wind deutlich zu. Wir kreuzen nur unter Fock bis zur Einfahrt zur Glückstädter Nebenelbe. Es ist viel Berufsschifffahrt unterwegs, auch der Katamaran nach Helgoland kommt mit hoher Geschwindigkeit aus Hamburg angeschossen. Beim ständigen Queren des Hauptfahrwassers ist große Aufmerksamkeit geboten. Es gilt den Wind, die Strömung und die Geschwindigkeit der sich nähernden Berufsschiffe richtig einzuschätzen. Obwohl wir nur die Fock ausgerollt haben, kommen wir gut voran - das ablaufende Wasser spielt uns hierbei natürlich in die Karten.

Bei fast totaler Ebbe erreichen wir die Einmündung zur Glückstädter Nebenelbe. Genau hier lässt uns der Wind im Stich. Ich versuche alles auszureizen, muss dann aber im letzten Augenblick den Motor starten, da wir quer auf ein in Lee gelegenes Flach getrieben werden. Es mangelt schlichtweg an Fahrt im Schiff. Auf dem Flach liegt bereits ein Motorboot "hoch und trocken". Glücklicherweise können wir uns immer auf unseren Motor verlassen - wenn wir ihn brauchen, springt er sofort an!

Bei Hochwasser sieht der südliche Teil der Rhinplate aus wie eine Insel - fast wie eine karibische Insel!

Die Einfahrt zur Glückstädter Nebenelbe ist (bei Ebbe) wirklich flach. Wir haben teilweise nur 70 cm unterm Kiel.

Gegenüber der Einfahrt zum Glückstädter Hafen legen wir uns östlich von der Rhinplate vor Anker. Gegen 14 Uhr holen wir den Anker wieder hoch und ich setze Nicole im Hafen an einem der Schwimmstege ab. Nicole fährt mit der Bahn zur Jahreshauptversammlung, die leider dieses Jahr so spät auf einen Samstag gelegt wurde. Sie kommt dort ihrer Aufgabe als "Pressebeauftragte" nach.

Ich fahre derweil mit Piet wieder zur unserer Ankerstelle zurück. Am Nachmittag klariere ich dann das Schlauchboot mitsamt Außenborder, um mit unserem Jüngsten zum Glückstädter Hafen übersetzen zu können. Die Strömung auf der Nebenelbe ist ziemlich stark, so dass ich beim Ansteuern der Hafeneinfahrt den Kurs um fast 45° vorhalten muss.

Natürlich ist es ein komisches Gefühl, unser Schiff ganz alleine vor Anker, bei der starken Strömung zu lassen. Allerdings kann nicht viel passieren, denn der Anker hat bis jetzt immer gehalten. Und selbst wenn er sich löst, wird unser Schiff mit dem ausgebrachten Anker mit vielen Metern Ankerkette nicht weit kommen. Denn die Glückstädter Nebenelbe wird stromaufwärts, spätestens zum Mündungsbereich zur Hauptelbe flacher, so dass sich dort der Anker sicher festsetzen würde.

Am frühen Abend hole ich Nicole wieder vom Glückstädter Hafen ab. Dieser ist mittlerweile proppe voll und ein Festmachen zu umständlich und zeitaufwendig. Daher manövriere ich das Schiff in einem U-förmigen Kurs an dass Stegende. Nach der 180°-Wende fahre ich dicht am Stegende vorbei und viere bei geringer Fahrt die Vorleine unseres Schlauchboots, das mit auflandigen Wind zum Steg treibt. Nicole steigt dann in das Schlauchboot über und hole die Vorleine ein, so dass Nicole an Bord der Hanna klettern kann.

Das ist jedenfalls Hafenkino pur - das Unterhaltungsangebot wird von zahlreichen schaulustigen Hafenliegern gut angenommen.

Wir entschließen uns dann , keine langen Strecken mehr zu fahren, so dass wir hinter der Hafeneinfahrt links, elbaufwärts abbiegen und uns vor dem südlichen Teil der Rhinplate vor Anker legen. Am späteren Abend legt sich dann ein weiteres Schwesterschiff mit dem Namen "Antje" hinter uns vor Anker.

30.05.2021, Ankerplatz Glückstädter Nebenelbe (Rhinplate) - SVE

Gegen Mittag klart es auf und wir lichten den Anker. Mit zunächst nur ausgerollter Fock segeln wir mit auflaufendem Wasser auf die Hauptelbe. Die Durchfahrt gestaltet sich navigatorisch wieder etwas schwierig, da dort Baggerarbeiten stattfinden. Wieder einmal liegt dort ein Boot auf der Sandbank.

Wir steuern schließlich, mit zusätzlich gesetztem Großsegel, Schwarztonnensand an. Wir kommen aber bei dem niedrigen Wasserstand nicht mal in die nähe der Pricken, die zu der tiefen Stelle hinter Schwarztonnensand führen. Also segeln wir weiter und legen uns dann zwischen Kollmar und "Grüner Mann" vor Anker. Mit dem Abendhochwasser fahren wir dann die Krückau hinauf. unser Jüngster lässt sich im Schlauchboot hinterherziehen

Weidereinmal geht ein schönes Wochenende auf unserer Hanna zu Ende. Das schöne Wetter von heute mit deutlich angenehmeren Temperaturen macht uns Hoffnung auf weitere schöne Tage an Bord!





Auf ein Neues: Regen und Kälte!

13.05.2021, SVE - Ankerstelle Pagensand Süd

Wieder einmal ist die Wettervorhersage ziemlich mäßig. Wir werden es mit Tageshöchsttemperaturen von 12 °C und Regen zu tun haben. Eigentlich wollten wir das lange Himmelfahrtswochenende nutzen, um (für uns) neue Ankerplätze zu erkunden. So z. B. die Ostemündung, wo es sehr schön sein soll.

Um 17:38 ist Hochwasser in Elmshorn. Wir werden gegen 15:30 ablegen können, da genug Wasser auflaufen wird. Wir schaffen es dann aber doch erst gegen 16 Uhr. Nicole hat noch schnell Proviant eingekauft; vorsichtshalber für vier Tage, damit wir flexibel sind, falls das Wetter wider Erwarten besser als vorhergesagt wird. Wir tanken noch Frischwasser und legen dann ab. Hinter dem Ruderclub befinden sich bestimmt 12 Ruderer in Wartestellung. Wir passieren sie mit langsamer Fahrt. Danach beschleunigen wir. Es dauert nicht lange, und wir werden von zwei Ruderern überholt - Respekt, die sind echt schnell!

Während Nicole mit gewohnt ruhiger Hand unsere Hanna durch die Krückau zur Elbe steuert, nutze ich die Zeit, um unseren mobilen Router für krassen Daten-Traffic einzurichten. Ich habe den Laptop von Piet eingepackt, damit er zur Abwechslung einen Ego-Shooter (Quake) mit einer Freundin spielen kann. Das hatten wir bereits im Winter als Ausgleich zu den ebenso notwendigen wie entsozialisierenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bereits ermöglicht. Dank der grobpixeligen Grafik sehen wir keine Gefahr,  dass  hierdurch  ein  ernsthafter  psychischer  Schaden  entstehen wird. Das Spiel wird mit einer CD (die stammt noch aus meiner Studentenzeit) auf dem Rechner von Piet gehostet. Über einen VPN-Client-Anbieter (hier: Hamachi) können sich dann bis zu 50 Mitspieler einloggen. Das Spiel "Quake" wurde nämlich ende der 90er veröffentlicht und funktioniert eigentlich nur über lokale Netzwerke. Eine LAN-Session war damals noch richtig mit körperlicher Arbeit verbunden, da wir unsere Computer sowie Röhrenmonitore in einer Studentenbude, gerne im dritten oder vierten Stock, zusammentragen mussten, um dann die Rechner per BNC-Technik zu vernetzten. Sowohl  der  Rechner  als  auch  der  Monitor  wogen  ein  Vielfaches  der heutigen  Geräte.  Man musste  mindestens zweimal  laufen: Einmal  für  den  Monitor, einmal  für  den Rechner.  Im Rucksack  transportierte  man günstigenfalls  das ganze  Zubehör, wie Tastatur, Maus, Kabel usw.

Wie auch immer, jedenfalls war ich zu  dem Zeitpunkt, als wir das Sperrwerk durchfahren soweit, dass eine LAN-Session von einem beliebigen Ankerplatz möglich sein würde.

Nachdem wir den grünen Mann umrundet haben, rollen wir die Fock aus und segeln - herrlich, diese Ruhe! Wir schaffen es, das Ankermanöver bei Pagen Süd ohne Motor zu fahren. Dazu hatten wir zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit das Schwert etwas heruntergelassen. Wir verbringen dann einen wirklich schönen Abend in der Plicht, sogar mit einem farbenreichen Sonnenuntergang, den wir trotz der hohen Bäume auf der Insel Pagensand beobachten können. Wir bekommen dann im Laufe des Abends noch fünf Ankernachbarn dazu.

Nachts stellen wir uns für 1 Uhr den Wecker, um zu schauen, ob der Anker nach dem Wechsel der Tide hält. Der Blick aus der Lucke ist schon beeindruckend! Im Hintergrund ist der hell erleuchtete Elbehafen Bützfleth zu sehen. Davor Ankerlieger mit ihren Ankerlichtern.

 

13.05.2021, Pagen Süd - Dwarsloch - Haseldorfer Binnenelebe

Der heutige Morgen ist zwar noch trocken, aber es ist ziemlich frisch draußen. Ich nutze die Zeit, um noch einen ausländischen Kunden zufrieden zu stellen (dort kennt man keinen Himmelfahrtstag). Dank des mobilen Routers und dem großen Monitor, den ich gestern auch mit an Bord genommen hatte, macht das Arbeiten vor Anker richtig Spaß. Gegen Mittag setzt leichter Regnet ein. Genau jetzt wollen wir aber los, um mit dem auflaufenden Wasser von der Elbeseite in das sog. "Dwarsloch" zu fahren. Und das bewusst bei möglichst niedrigem Wasserstand, weil sich dadurch besser der Verlauf der tieferen Bereiche des Fahrwassers erkunden lässt. Die südliche Seite der Einfahrt zum Dwarsloch wird von einem Ufer mit Steinen und Buhnen flankiert. Genau dort ist es aber leider auch am tiefsten, so dass wir im Prinzip möglichst dicht an dem Steinwall entlang fahren müssten. Sollte jedoch die Maschine unerwarteter Weise ausfallen, würde uns der von schräg achtern einfallende, westliche Wind auf die Steine drücken. Mit einem etwas mulmigen Gefühl motoren wir bei geringer Fahrt in das Dwarsloch hinein. Wir haben teilweise nicht mehr als 50 cm unter de Kiel. Dann wird es aber auch schnell tiefer (1,2 m), später sogar deutlich mehr. Hier wäre es eigentlich tief genug zum Ankern. Aber durch starke Strömung und dem geringen Platz zum Ufer wird ein sorgenfreies Ankern schwierig. Wir legen uns mit Sicht auf den Haseldorfer Hafen trotzdem erst einmal vor Anker. Wir sehen, dass der Parkplatz voll mit parkenden Autos ist. Es werden auch einige kleine Motorboote geslippt.

Ich unternehme derweil einen Anbadeversuch. Aber die 12,2 °C Wassertemperatur hindern mich daran, tiefer als bis zur Hüfte in die Elbe zu steigen.

Später entscheiden wir uns, dann doch noch weiterzufahren. Wir verholen uns eine knappe Meile weiter in die Haseldorfer Binnenelbe, wo wir die Nacht über ankern. Wir bauen, entgegen jeder Seemannschafft, die Kuchenbude auf. Der Mehrgewinn ist dadurch heute einfach zu groß. Denn bei ablaufendem Wasser dreht sich unser Schiff mit seinem Heck in den Wind und es würde in der Plicht unangenehm zugig werden. Durch die Kuchenbude wird der nutzbare Raum enorm vergrößert und außerdem können wir in der Plicht sitzend, die wunderschöne Natur genießen. So können wir später zwei Seeadler beobachten, die versuchen, einen trockengefallenen Fisch von kapitaler Größe zu ergreifen. Ein phantastisches Schauspiel, dass wir so nur aus dem Fernsehen kennen.

14.05.2021, Haseldorfer Binnenelebe - SVE

Heute morgen "parken" wir erst einmal um. Wir verholen uns aus dem flachen Bereich weiter in Richtung Pagensander Nebenelbe, um heute Nachmittag rechtzeitig zum auflaufenden Hochwasser in die Krückau fahren zu können. Wir haben beschlossen, auf Grund des regnerischen Wetters mit dem Abendhochwasser zurück zum SVE zu fahren. Wir lassen für die kurze Strecke die Kuchenbude aufgebaut. Nicole betont aber noch einmal, wie unseemännisch das ist!

An der Nordspitze vom Bishorster Sand lassen wir das Eisen fallen. Neben uns liegen wieder einmal Seehunde, die auf das auflaufende Wasser warten, um sich dann mit dem Fischfang zu beschäftigen. Im Laufe des Vormittags setzt dann Regen ein. Piet kommt nun mit seinem Quake-Spiel voll zum Zuge. Das hat er sich verdient, denn er war bisher an Bord ein sehr umgänglicher Kamerad!

Gegen 15 Uhr steige ich in die Schwerwetterkleidung, die alleine ein Schutz gegen die penetrante Kälte sein soll. Das Bewegen an Deck ist damit deutlich schwieriger - mit den Gummistiefeln bleibe ich gerne mal irgendwo hängen. Bei strömendem Regen bauen wir die Kuchenbude ab. Das Schwert kurbeln wir 30 cm hinunter. Ich hole den Anker hoch und wir rollen die Fock aus. Wir müssen möglichst schnell Fahrt ins Schiff bekommen, da uns sonst der Wind der Stärke 3 auf den nahe gelegenen Schlickberg treibt. Wir machen dann nur mit der ausgerollten Fock und gegen das auflaufende Wasser deutlich über 3 Knoten Fahrt über Grund. Das freut uns! 1,1 SM vom Grünen Mann entfernt (ein Stück südlich von der roten Fahrwassertonne PN 12) starten wir dann den Motor. Die nasse Kälte kriecht langsam durch die Kleidung. Unser Außenthermometer zeigt 10,2 °C an. Auf der Krückau sind dieses Mal keine Ruderer unterwegs. Bei strömendem Regen fahren wir in unsere Box im SVE.

Wir freuen uns schon auf etwas schönere Tage mit höheren Temperaturen.

 





Regenschauer, Kälte, Gewitter? Egal!

30.04.2021, SVE – Ankern Haseldorfer Binnenelbe

Unsere Motivation ist einfach zu groß, um ein freies Wochenende auf Grund einer Wettervorhersage mit Regen und Kälte sausen zu lassen! Wir fahren einfach los! Hochwasser ist in Elmshorn um 19:18. Wir kommen dann gegen 17:30 vom Platz. Es ist gar nicht so kalt, wie wir befürchtet haben. Die Sonne ist sogar rausgekommen und es weht nur ein laues Lüftchen – traumhaft! Die Fahrt auf der Krückau ist mittlerweile Routine. Wie immer, erreichen wir nach einer Stunde das Krückausperrwerk. Hinter dem sogenannten „Grünen Mann“ (Seezeichen zur Markierung der Krückaumündung) biegen wir links ab und steuern die Haseldorfer Binnenelbe an. Wir fahren dann eine geeignete Stelle fürs Ankern ab, um die Tiefe auszuloten. Andernfalls könnten mögliche Untiefen bei einsetzender Ebbe zum Problem werden. Gegen 19:30 Uhr liegen wir dann vor Anker und wir  können in der Plicht sitzen und Abend essen. Wunderschön ist es hier! Die Sonne scheint immer noch und durch das ablaufende Wasser hat sich das Heck unseres Schiffes zur untergehenden Sonne hin gedreht – perfekt! Wir verbringen einen stimmungsvollen Abend in einer abwechslungsreichen Umgebung. Unweit von uns liegen mehrere Seehunde am Ufer. Außerdem können wir einen Seeadler beobachten.

01.05.20201, Ankerplatz Haseldorfer Binnenelbe

Der neue Morgen bringt, entgegen der Vorhersage, viel Sonne mit sehr wenig Wind. Am benachbarten Ufer finden sich immer mehr Seehunde ein. Wir zählen später 11 von den possierlichen Tieren.

Ich baue schließlich das Schlauchboot, einschließlich Außenborder auf und drehe ein paar Runden – ziemlich entspannt. Am frühen Nachmittag wird es dann ungemütlich. Aus Richtung Süden ziehen dunkle Wolken auf. Mit von der Partie sind ein paar kurze Gewitter. Bei fast Ebbe nähert sich aus Nord West (aus Richtung Pagensand) ein ca. 38 Fuß großes Segelschiff. Wir wundern uns, dass er es überhaupt bis zu uns schafft, denn wir haben nur noch 30 cm unter unserem Kiel, bei einem Tiefgang von 1,10 m. Das andere Schiff hat einen Tiefgang von 1,60 m! Als der Segler dann auf unserer Höhe ist passiert, was passieren muss: Er läuft ziemlich spektakulär auf festen Grund auf. Das Schiff neigt sich ordentlich nach vorne und kommt jäh zum Stehen. Leider passiert das Ganze nur wenige Meter neben uns. So nimmt das Unheil seinen Lauf: Der für jetzt vorhergesagte Regen mit auffrischendem Wind setzt tatsächlich genau jetzt ein! Es ist wirklich kaum zu glauben, aber so ist es! Leider kommen nun zwei Unheil bringende Faktoren zusammen: Der plötzlich einsetzende Wind aus West, der uns genau in Richtung des festsitzenden Schiffes treibt und die kenternde Tide! Unsere Hanna wird von jetzt auf gleich mit enormen Tempo auf das andere Schiff gedrückt. Nicole startet schnell den Motor während ich nach vorne zum Anker sprinte, um die Kette etwas einzuholen und um zu versuchen, den Anker ganz hoch zu holen. Leider kommen wir so schnell nicht gegen die Urgewalt des Windes und des auflaufendes Wassers an. Wir müssen mit aller Kraft einen Aufprall durch Abdrücken und Abfendern versuchen zu verhindern. Das gelingt uns man gerade eben. Dem havarierten Segler ist die Situation sichtlich unangenehm und entschuldigt sich, während Nicole und ich versuchen, unser Schiff aus dieser äußerst misslichen Lage zu befreien. Der Anker sitzt unfassbar fest, aber irgendwie gelingt es uns, ihn dann schließlich auszubrechen und an Decke zu hieven. Nicole setzt unsere Hanna dann rückwärts aus dem Gefahrenbereich, während der andere Segler und ich mit aller Kraft versuchen, die Schiffe von einander abzudrücken.

Das war echt eine wirklich kitzlige Situation, bei der fast richtig viel kaputt gegangen wäre! Wir verholen unser Schiff dann ein Stückchen weiter in Richtung Haseldorfer Binnenelbe, wo wir bei starkem Westwind und Regen vor Anker gehen.

Später als das Wetterspektakel vorbei ist, lasse ich erneut das Schlauchboot zu Wasser und fahre mit unserem Jüngsten ans Ufer. Dort sehen wir die Reste einer alten Warft, auf der einmal eine Gebäude des im 18. Jahrhundert bei einer Sturmflut versunkenen Dorfes "Bishorst" zu sehen ist. An Land kommen wie auf Grund des Schlickes hier leider nicht ohne Weiteres.

02.05.2021, Ankerplatz Haseldorfer Binnnelbe - Pagen Süd - SVE

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker stehen wir heute morgen gegen 7 Uhr auf. Die Sonne scheint mal wieder. Wir trinken einen frisch aufgebrühten Kaffee und lichten dann den Anker um ziemlich genau 8 Uhr. Unser Ziel ist Pagen Süd, wo wir letztes Wochenende auch gelegen hatten. Dort treffen wir wieder die selben Ankerlieger wie letztes Mal: Ein Monohull und die beiden großen Multihulls!

Als unser Anker sitzt, lasse ich das Schlauchboot in Wasser und wir motoren zur Insel Pagensand hinüber. Wir erkunden ein wenig die Insel. Unser Jüngster findet es sehr spannend. Er hat sich sicherheitshalber mit einer Alles vernichtenden Wasserpistole ausgerüstet - man was ja nie, was einem da so in der Wildnis begegnet! Vom Leuchtfeuer "Pagendsand Süd" aus hat man einen tollen Blick auf das Hauptfahrwasser der Elbe. Gegenüber sehen wir Bützfelth mit den großen Industrieanlagen. Dann gehen wir Richtung Norden und zweigen dann irgendwann links ab in Richtung des westlichen Ufers der Insel. Dort treffen wir auf einen schönen Sandstrand. Wäre es nicht so kalt (die Elbe hat 10,5 °C), würden wir glatt baden gehen.

Nach unserer Erkundungstour frühstücken wir. Die Sonne ist noch da, so dass wir in der Plicht sitzen können.

Heute ist um 20:45 Hochwasser in Elmshorn. Auf Grund des für heute Nachmittag vorhergesagten Westwindes der Stärke 6, kommt viel Wasser und wir werden sehr früh in die Krückau hineinfahren können. Gegen 15 Uhr brechen wir dann auf und umrunden die Elbinsel Pagensand von der westlichen Seite. Der Wind nimmt bereits zu. Von Niedersachsen her ziehen dunkle Wolken auf. Ich ziehe mir noch gerade rechtzeitig Schwerwetterkleidung an, bis der erste Schauer über uns hereinbricht. Es hat sich in Kürze eine beachtliche Welle auf der Elbe aufgebaut und unsere Fahrt über Grund reduziert sich auf teileweise unter 4 Knoten (bei 2.200 U/min). Das Außenthermometer zeigt 10.4°C an und die überkommende Gischt ist in Verbindung mit dem Wind von 13 m/s beißend kalt im Gesicht. Eben lagen wir noch beschaulich vor Pagen Süd vor Anker - 45 Minuten später haben wir unsere erste Schwerwetterfahrt der Saison! Wir umrunden die Nordspitze von Pagensand und müssen beim Ändern des Kurses in Richtung Osten darauf achten, ausreichend vorzuhalten, da der enorme, auflaufende Strom uns stark quer versetzt.

Wir wollen eigentlich noch einmal irgendwo vor Anker gehen, da wir noch etwas Zeit haben, bevor wir in die Krückau fahren. Vor Kollmar finden wir keinen geeignet Platz. Entweder ist es zu tief (über 6 Meter bei ziemlich Niedrigwasser) oder zu wenig Platz wegen der Bunen. Wir laufen dann ein Flach auf der östlichen Seite von Pagensand an und lassen den Anker ins Wasser. Wir bekommen den Anker jedoch auf Grund des starken Stromes sowie des Windes mit teilweise 40 cm Welle, nicht zum Halten - trotz großzügig ausgebrachter Ankerkette.

Wir versuchen dann unser Glück ein Stück südlicher - mit Erfolg. Aber nach einer guten halben Stunde holen wir den Anker wieder ein, weil es sich einfach nicht gut anfühlt. Die Welle hat mittlerweile weiter zugenommen. Als ich die Ankerkette vorn am Bug einhole, taucht dieser teilweise schon ins Wasser. Die Fahrt zur Krückaumündung ist sehr schaukelig und nass. Als wir dann (ca. 3 Stunden vor Hochwasser in Elmshorn) in die Krückau einlaufen, wird es schlagartig ruhig - wirklich ein tolles Gefühl!  Das Sperrwerk öffnet für uns die Brücke. Gegen 18:45 erreichen wir dann den SVE, wo wir direkt in unsere Box fahren können (2 Stunden vor Hochwasser!). Das Außenthermometer zeigt jetzt nur noch 8 Grad an. Wir lassen es uns dann aber nicht nehmen, noch ein kleines Feierabend-Bierchen an Bord zu trinken. Es war ein sehr abwechslungsreiches Wochenende mit Regen, kurzen Gewittern, Kälte aber auch mit sonnigen Abschnitten mit Wärme und fast Windstille! Echtes Aprilwetter! Es hat sich jedenfalls wieder gelohnt, loszufahren!

 

 





Erste Ausfahrt!

24.04.2021, SVE - vor Anker Pagen Süd

Wenn Alles gut geht, können wir heute gegen Mittag unsere erste Ausfahrt machen! Die Sonne scheint, aber es ist noch empfindlich kalt. Wir finden uns gegen 8:30 im SVE ein und absolvieren erst einmal Arbeitsdienst. Gefühlt ist der ganze Verein vor Ort. Wir stürzen uns mit einigen anderen, eingespielten Vereinsmitgliedern auf die Rasenkanten entlang der Plattenwege. Es ist eine motivierte Truppe und wir hauen uns lustige Sprüche um die Ohren - ein Schlagabtausch, bei dem die Arbeit leicht von der Hand geht.

Nicole und ich beäugen gelegentlich das zäh auflaufende Wasser. Kommen wir überhaupt vom Platz? Laut Vorhersage wird das Hochwasser ca. 40 cm niedriger als das mittlere Hochwasser ausfallen.

Gut eineinhalb Stunden vor Hochwasser wechseln wir vom Arbeitsdienst auf unser Schiff und treffen Vorbereitungen zum diesjährigen und erstmaligen Ablegen. Wir befreien unser Schiff auch schon von sämtlichen Festmachern. Ungefähr 50 Minuten vor Hochwasser kommen wir dann tatsächlich vom Platz. Die erste Fahrt auf der Krückau fühlt sich nach so langen und nicht enden wollenden Monaten des Wartens und vor dem Hintergrund der aktuellen Umstände etwas unwirklich an.

Wir sind außerdem das zweite Schiff in diesem Jahr, was den Hafen Richtung Elbe verlässt. Was mir jedoch den Start in die diesjährige Saison besonders versüßt, ist der Umstand, dass alles, was an Technik eingebaut ist, ausnahmslos funktioniert!! Der Windmesser zeigt die Windstärke- und richtung an, sämtliche Lampen im Mast spenden Licht, der Windex ist richtig ausgerichtet, wir haben beim Mastsetzen an die Signalflaggenleinen gedacht, unsere Bilge unter der Wellendichtung ist komplett trocken, wir empfangen klar und deutlich Kanal 13 (Schleusenfunk Brunsbüttel - das ist Musik in meinen Ohren!), selbst die Logge funktioniert!

Die schöne Krückau präsentiert sich derweil mit von zartem Grün gesäumten Ufern, darauf Schafe und Kühe, dazu bunte Frühlingsblumen - wunderschön!

Auf der Au ist es im Windschatten des Ufers noch gut zu ertragen. Ich habe standesgemäß kurze Hosen an, es ist schließlich Frühling! Aber als wir auf die Elbe kommen, übergebe ich die Pinne an Nicole unter dem Vorwand, ich müsse mal das Bord-WC benutzen. Das funktioniert.

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir schließlich Pagen Süd (Insel Pagensand, Südspitze). Dort finden wir bei derzeit vorherrschendem Nord Ost Wind der Stärke 5 ideale Bedingungen zum Ankern vor: Wie auf dem Bild zu sehen ist hier total windgeschützt. Bevor wir den Anker zu Wasser lassen, fahren wir die Stelle, an der wir liegen wollen ab, um die Tiefen mit dem Echolot zu erkunden.

Diese Ruhe, wenn der Motor ausgeht, einfach schön! Wir liegen so nahe am Ufer, dass wir die Vögel zwitschern hören! Die Sonne scheint in die Plicht, wir können es gut draußen aushalten, obwohl die Luft nur 10°C hat. Etwas ungewohnt ist der Umstand, dass wir unseren Leichtmatrosen nicht dabei haben. Er ist bei seinen Schwestern zu Hause geblieben. Wir realisieren langsam, dass wir tatsächlich mit unserem Schiff losgefahren sind!

Wir verbringen einen ungemein entspannten Abend, in traumhafter Umgebung. Wir sichten sogar einen Seehund. Nicole hat aus gegebenem Anlass, einen Sekt mit Erdbeeren vorbereitet.

Im Laufe des Abends gesellen sich dann noch sechs weitere Segler zu uns. Dabei sind auch zwei große Katamarane. Ein ungewohnter Anblick hier an der Elbe.

Gegen 22:15 kentert die Tide und unser Schiff dreht sich in die entgegengesetzte Richtung.

25.04.2021, Pagen Süd - SVE

Die Nacht war kalt, aber Dank unserer Heizung konnten wir unter Deck angenehme Temperaturen aufrecht erhalten. Gegen 3 Uhr muss ich dann leider einmal raus an Deck, um die Gasflaschen zu tauschen. Es ist empfindlich kalt (3 °C). Dass die angeschlossene Flasche nachts leer werden würde, war absehbar, da sie gestern beim Ablegen nur zu einem Drittel gefüllt war.

Das zweite Kentern der Tide gegen 4 Uhr verläuft unspektakulär. Unser Schiff dreht sich langsam in die entgegengesetzte Richtung.

Im Laufe des Vormittags erreicht dann die ablaufende Tide ihren niedrigsten Stand. Unser Schiff hat sich durch den nördlichen Wind in Richtung Land gedreht, so dass wir mit dem Kiel etwas im Schlick festsitzen. Ein anderes Boot, dass hinter uns vor Anker liegt, sitzt komplett auf dem Trockenen.

Wir verbringen den Vormittag unter Deck, da der kalte Wind auf unser Heck steht. Gegen halb zwölf lichten wir dann schließlich den Anker und machen uns auf den Heimweg. Das Hochwasser fällt auch heute wieder deutlich niedriger aus. Wir fahren im Prinzip viel zu früh in Krückau. Wir wollen jedoch sehen, wie weit wir bei diesem geringen Wasserstand kommen. Je näher wir unserem Hafen kommen, desto häufiger haben wir 0 Meter unter dem Kiel. Wir sind sehr überrascht, dass wir es dann tatsächlich bis in unseren Hafen schaffen. Auf unseren Platz kommen wir aber noch nicht. wir richten unser Schiff aus und geben immer wieder Vor und Zurück. So arbeiten wir uns langsam voran. Das hat den praktischen Nebeneffekt, dass wir eine Menge Schlick aus unserer Box spülen. Bei Ebbe können wir dann später das Ergebnis sehen -es hat sich gelohnt!

Wir resümieren, dass es ein äußerst gelungener Start in die Saison war. Und wir sind sehr gespannt, was die Saison noch bringt!

Wir wünschen Euch Allen eine tolle Saison, trotz möglicher Einschränkungen!

Nicole und Axel

 

 


Virales Abslippen!

Samstag, 17.04.2021, SVE

Nach langen Wochen/Monaten des Wartens kommt nun heute unverhofft Bewegung in die Bootshalle. Als wir am frühen Abend auf das Vereinsgelände fahren, sind unsere Nachbarschiffe auf ihren Slipwagen schon vor dem Hallentor und bereit zum Abslippen - ein großartiger Anblick! Nicole und ich machen uns sofort an die Arbeit: Wir gehen in der Bootshalle zu unserem Schiff und machen uns daran, dieses auf unserem Slipwagen stehend quer in Richtung der Schienen zu schieben. Das ist zu Zweit zwar nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, aber ich will unbedingt wissen, ob es notfalls auch alleine geht. Unser Slipwagen ist recht leichtgängig und wir können diesen mitsamt unserem Schiff, das gut sechs Tonnen wiegt, per Hand verschieben. Als wir allerdings die Schienen erreichen, wird es schwierig: Wir haben zum Schutz der Schienen, Bleche auf dieselben gelegt. Es ist unmöglich die schwere Last des Slipwagens mitsamt dem Schiff auf die mehrere Millimeter starken Bleche hoch zu schieben. Ohne Hilfsmittel haben wir keine Chance! Unter Zuhilfenahme eines Wuchtbaumes, sowie einer Kurbelwinde, die wir schräg an den Slipwagen ansetzen, schaffen wir es schließlich, den Slipwagen über den Schienen zu positionieren. Mithilfe zweier Kurbelwinden, die wir erst vorne un dann hinten am Slipwagen ansetzen, bauen wir die Querräder aus und setzen den Slipwagen auf die Schienen. Insgesamt dauert das ganze nicht viel länger als 45 Minuten und wir haben unser Schiff in der Halle vor das geschlossene Tor geschoben - genial!

Dann geht eigentlich Alles ganz schnell. Das erste Schiff gleitet bei auflaufender Tide ins Wasser, danach folgt wenig später das nächste. Wir arbeiten Alle Hand in Hand - das macht richtig Spaß! Der Virus (Segelvirus!) hat uns vollends gepackt. Als der Rumpf unseres Schiffes das Wasser berührt, steigt der Adrenalinpegel! Sowie unsere Hanna schwimmt, startet Nicole den Motor. Wir verholen uns zu unserem Liegeplatz. Wir können unser Glück kaum fassen! Der Hafen des SVE ist wirklich sehr schön - eigentlich könnte man hier auch Urlaub machen!

Montag, 18.04.2021, SVE

Gegen 21 Uhr ist Hochwasser in Elmshorn. Wir kommen aber schon ca. 1,5 Stunden vorher von unserem Platz und können unser Schiff zum Mastenkran verholen. Um das Zeitfenster, dass wir bei Hochwasser für das Setzten des Mastes zur Verfügung haben, nicht all zu sehr über zu strapazieren, haben wir vorher den Mastenkran vorbereitet. Dazu gehört dieses Mal auch das Hochkurbeln des Auslegers, der für den Winter vollständig herunter gelassen wurde Wir müssen bestimmt 20 Minuten kurbeln, um den Ausleger auf die richtige Höhe zu bekommen.

Wir hatten den Mast schon am Wochenende akribisch vorbereitet. Wir wollen dieses Jahr auf gar keinen Fall irgendeinen Fehler machen. Letztes Jahr, so habe ich es nach dem Legen des Masten im vergangen Herbst herausgefunden, hatte sich die Steckerverbindung für den Windmesser im Masttop teilweise gelöst bzw. gelockert, so dass kein Signal mehr an die Anzeige an Deck gesendet werden konnte. Durch Alterung des Materials sitzt die Steckerverbindung einfach nicht mehr stramm genug. Ich achte also peinlichst darauf, dass die Stecker vollkommen zusammengedrückt sind und umwickle das Ganze, so wie jedes Jahr, mit selbst verschweißendes Isolierband gegen eindringende Feuchtigkeit.

Der Mast ist dann, dank der Hilfe unserer ältesten Tochter und ihrem Freund, schnell gesetzt.

Dieses Jahr ist irgendwie Alles anders: Wir sind die Ersten im Hafen mit gestellten Mast (Bild: Kleine Suchaufgabe). Wir sind wirklich gespannt, wie diese Saison verläuft!

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Das letzte Mal dieses Jahr? – Ein Wochenende in der W.Y.K.

02.10.2020, SVE - W.Y.K. (Krückaumündung)

Es liegen turbulente Tage hinter uns, so dass wir uns freuen, noch einmal - und wahrscheinlich auch das letzte Mal - mit unserer Hanna loszukommen. Der Blick auf die Wasserstandsvorhersage des BSH stimmt uns etwas nachdenklich. Auf Grund des starken Ostwindes, wird das Hochwasser ziemlich niedrig ausfallen.

Am späten Nachmittag legen wir dann ab. Wir kommen recht gut von Platz. Die Fahrt auf der Krückau ist wunderschön. wir fahren der untergehenden Sonn entgegen. Es ist trocken und für die Jahreszeit gar nicht mal so kalt.

Natürlich würden wir gerne Ankern, aber aufgrund des starken Ostwindes, entscheiden wir uns für einen Hafen, und zwar die W.Y.K (Hafen an der Krückaumündung). Wir mögen den Hafen, er ist wirklich schön gelegen. Wir machen längsseits an einem außenliegenden Steg fest. Dies ist der Platz, wo noch vor ein paar Tagen der "Peter von Seestermühe" gelegen hatte.

Vor uns liegt eine Polar 34. Der Riss stammt aus der Feder von Colin Archer. Die "Dulcibella", ein wirklich hübscher Zweimaster, liegt erst seit letztem Jahr hier. Wie wir vom frisch gebackenen Eigner später erfahren, war es Liebe auf den ersten Blick - das können wir nachvollziehen!

Wir machen unser so fest, dass der Bug zum Wind zeigt , was es uns ermöglicht, den Abend, trotz des starken Ostwindes, draußen in der Plicht, im Windschatten der Sprayhood zu verbringen. Wir genießen die Ruhe und die schöne Natur.

03.10.2020, W.Y.K. (Krückaumündung)

Früh morgens, um sechs Uhr werden wir von einem lauten, akustischem Signal, sowie einer gelb blinkenden Signalleuchte geweckt. Es ist ablaufendes Wasser und wir erahnen recht schnell die Ursache: Die Fluttore (wir liegen direkt daneben), welche dafür sorgen, dass der Hafen bei Ebbe nicht leer läuft, schließen nicht automatisch.  Das kommt bei starkem Ostwind gelegentlich vor, da die Fließgeschwindigkeit des abfließenden Wassers zu gering ist, um einen Impuls zum Schließen der Tore auszulösen. Wenn jetzt nichts unternommen wird, fällt der Hafen trocken (das Bild zeigt die Krückau bei Niedrigwasser, direkt vor dem Hafen der W.Y.K.). Unser Heimathafen SVE fällt zwar auch regelmäßig trocken, was aber auf Grund des weichen Schlickes kein Problem darstellt. Der Kiel und ein Teil des Unterwasserschiffes sacken soweit ein, dass die Schiffe sicher und stabil im Schlick liegen. Das ist hier in der W.Y.K. etwas anders, da der Sedimenteintrag auf Grund der Gezeiten wesentlich geringer als im SVE ist, da ja ein Großteil des Wasser im Hafenbecken der W.Y.K. bleibt. Das hat zur Folge, dass die Schiffe - je nach Form des Kiels - in Ermangelung des stbilisierenden Schlickes beim Trockenfallen schlichtweg umkippen. Diese Vorstellung ist für uns Motivation genug, die warme Koje zügig zu verlassen, um das zu verhindern. Als wir gerade dabei sind, uns in die etwas klammen Klamotten zu zwängen, verstummt das akustische Signal. Offenbar war ein anderer Bootseigner schneller als wir.

Unser morgentliche Blick auf die Wetter- und Wasserstandsvorhersage veranlasst uns, von unserem ursprünglichen Plan, Stade anzulaufen, abzukehren. Wir bleiben einfach hier, schließlich ist es wirklich schön!

Wir haben Zeit zum Lesen oder auch zum Nachholen von Bürotätigkeiten, die wir während der Woche nicht geschafft haben. Dass der Netzausbau in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt (etwas böse, aber nicht ganz von der Hand zu weisen), ist auch hier deutlich zu spüren. Mit O2 habe ich hier nur E-Netz, was richtig nervt. Für solche Fälle kommt dann unser mobiler Router zum Einsatz. Diesen verpacke ich in einen kleinen Beutel und hisse ihn am Mast nach oben. Diese Maßnahme hat oft Erfolg, so auch hier: Wir haben recht guten 4G-Empfang.

Im Grunde vergeht der Tag wie im Fluge. Beim nächsten Hochwasser kommt die "Hol Di Ran" an uns vorbei geschippert. Sie ist seit dieser Saison in der W.Y.K. beheimatet. Der Voreigner musste sein Schiff schweren Herzens abgeben.

Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang zur Elbe. Abends sitzen wir wieder in der Plicht und genießen den Blick auf in die schöne  Umgebung.

04.10.2020, W.Y.K. (Krückaumündung) - SVE

Wir haben heute viel Zeit, da das Hochwasser erst am frühen Hafen aufläuft. Es wird allerdings auch heute nicht viel Wasser kommen. Das Problem dabei ist, dass sich die Fluttore der W.Y.K. erst dann öffnen, wenn sich der gleiche Wasserstand in der Krückau im Vergleich zu dem im Hafen eingestellt hat. Das wird heute aber wohl so nichts werden. Damit man überhaupt aus dem Hafen kommt, muss der Wasserpegel im Hafen abgesenkt werden. Netterweise öffnet der Eigner der Polar 34, einen Schieber, so dass der Wasserpegel langsam sinkt. Wir bitten ihn anschließend zu uns an Bord und wir trinken einen Kaffee zusammen. Später kommt dann Frank Homuth und lässt dann noch mehr Wasser ab, sogar bis an die kritische 2m-Marke, was das Auslösen des Alarms zur Folge hat. Durch diese Maßnahme wird es uns dann am Abend ermöglicht, rechtzeitig abzulegen. Danke Frank!

Auf der Rücktour  erleben wir ein eindrucksvolles Farbspiel auf der Krückau, dass sich durch die tiefliegende Sonne und die dunklen Wolken am Horizont ergibt - traumhaft!

Wir sind dann sehr zeitig vor Eintreten des Hochwassers im SVE. Allerdings kommen wir noch nicht auf unseren Platz. Wir warten ungefähr eine halbe Stunde, dann können wir unser Schiff Kraft unseres Motors in die Box drücken.

Fazit: Ein sehr erholsames Wochenende zum Krafttanken liegt hinter uns. Es hat sich wieder einmal gelohnt, zumal es unser letzter Törn für diese Saison sein wird. In der kommenden Woche wird abgeriggt und voraussichtlich am Wochenende hochgeslippt.

 


Ein Wochenende auf der Elbe – Erstes Mal in Brunsbüttel (alter Hafen)

18.09.2020, SVE - Ankern gegenüber der Rhinplate

Gemäß Wettervorhersage wird es ein grandioses Wochenende mit viel Sonne, angenehmen Temperaturen allerdings wenig Wind - wir werden viel motoren.

Die Fahrt entlang der Krückau zur Elbe ist wunderschön und ist ein toller Start ins Wochenende. Der Fluß wird von saftigen Wiesen, mit grasenden Kühen und Schafen, sowie idyllisch gelegenen kleinen Häfen gesäumt. Als wir das Krückausperrwerk erreichen, erscheint es uns wie das Tor zur großen, weiten Welt.

Von unserem ursprünglichen Plan, direkt gegenüber von der Krückaumündung vor Anker zu gehen, kehren wir ab und fahren zur Glückstädter Nebenelbe, wo wir uns gegenüber von der Rhinplate vor Anker legen wollen. Unterwegs bereitet Nicole eine kleine und leckere Vorspeise zu.

Als wir dann unsere Ankerstelle erreichen, erscheint der Versuch, am Anker eine Ankerboje zu belassen, gerade zu lächerlich. Als ich nämlich den Anker mitsamt der Ankerboje einschließlich ausreichend langer Leine ins Wasser bringe, wird die Boje fast komplett unter Wasser gezogen. Die Strömung des abfließenden Wassers ist einfach zu stark. Am Anker entsteht ein zu großer Zug, so dass wir Gefahr laufen, dass sich der Anker womöglich löst. Ich hole den ganzen Krempel wieder ein und lasse den Anker ohne Boje zu Wasser.

Wir erleben einen traumhafter Abend mit leckerem Sushi von unserem "Einkaufsmarkt des Vertrauens" sowie zu späterer Stunde einen wunderschönen Sonnenuntergang.

19.09.2020, Ankern gegenüber der Rhinplate - Brunsbüttel, alter Hafen

Alle sechs Stunden kippt ja die Tide - also sechs Stunden läuft das Wasser auf und 6 Stunden läuft es wieder ab. Gestern Abend war gegen 17 Hochwasser in Glückstadt. Gegen Mitternacht war dann Niedrigwasser und gegen sechs Uhr entsprechend Hochwasser. Die Tide ist also während unseres Schlafens zwei Mal gekippt. Für mich ist es jedes Mal wieder faszinierend, dass der Anker so zuverlässig hält und das, obwohl Wasserpegel ändert und sich die Fließrichtung des Tidenstroms umkehrt. Fairerweise muss ich erwähnen, dass wir ausschließlich Anker-Kette ausbringen, und nicht nur ein paar Meter Kette als Vorlauf.

Bei unserem morgendlichen Kaffee fangen wir an zu rechnen, denn wir wollen heute nach Brunsbüttel in den alten Hafen, der ca. zwei Stunden vor und nach Niedrigwasser bei einem angenommenen Tiefgang von 1,80 Metern (unser Schiff hat nur 1,10 m) angefahren werden kann. Der SVB  (Seglervereinigung Brunsbüttel) hält hierfür eine übersichtliche grafische Darstellung als PDF auf seiner Webseite zum Download bereit.

Als gegebene Größen haben wir:

  • Die Uhrzeit des Niedrigwassers in Brunsbüttel: 10:58, also bummelig 11 Uhr (Quelle: z. B. Windfinder, oder die Webseite des BSH).
  • Außerdem haben wir als Distanz ca. 13 sm (von unserem Ankerplatz bei Glückstadt, bis zur Hafeneinfahrt in Brunsbüttel).
  • Des Weiteren nehmen wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten/Stunde an.

Es ergibt sich also eine rechnerische Fahrzeit von ca. 2,5 Stunden. Da wir 2 Stunden nach Niedrigwasser in den Hafen können, rechnen wir 11 Uhr + 2 Stunden = 13 Uhr. Bei einer Fahrzeit von 2,5 Stunden, würde es also reichen, wenn wir gegen 10:30 Uhr aufbrechen.

Wir holen jedoch trotz Allem den Anker schon um 8 Uhr hoch und lassen uns dann Zeit, in dem wir nur die Fock ausrollen. Wir sind eine ganze Weile mit 3,5 bis 4,4 Knoten über Grund unterwegs. Später schläft der Wind allerdings vollständig ein und wir starten den Motor, um auf der vielbefahrenen Elbe manövrierfähig zu bleiben. Trotz aller Langsamkeit, sind wir dann aber viel zu früh in Brunsbüttel. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn wir nutzen die Zeit und inspizieren von der Elbe aus die Einfahrt zum alten Hafen und versuchen uns den Verlauf der Einfahrt einzuprägen. Es gibt im Übrigen von hier aus ohnehin viel zu gucken, denn es herrscht ein sehr reger Schiffsverkehr (einmal elbaufwärts, Richtung Hamburg, dann der Verkehr in und aus dem Nord-Ostsee-Kanal sowie die vielen Schiffe und Schuten, die an der Elbvertiefung arbeiten, plus die ganzen Freizeitschipper).

Gegen 12:40 können wir dann sogar schon in den Hafen hineinfahren. Das sind statt zwei Stunden nach Niedrigwasser, nur 1 Stunde und 40 Minuten. Wir hätten vermutlich sogar auch noch früher reingekonnt. Da wir uns den tiefen Bereich der Einfahrt gemerkt bzw. auch fotografiert hatten, konnten wir ohne stecken zu bleiben in den Hafen fahren. Nicht so viel Glück hatte der Segler  (s. Bild), den wir dann umschiffen mussten.

Erwähnenswert an dieser Stelle ist eines der hilfsbereiten Mitglieder des SVB, der sich mit uns vor der Hafeneinfahrt in Warteposition befand. Er fragte uns nach unserem Tiefgang und gab uns dann zum passenden Zeitpunkt ein Zeichen, dass wir hineinfahren können. Er ist uns außerdem bei der Wahl des Liegeplatze behilflich. Wirklich sehr nett! Er stellt uns dann auch noch den Kontakt zu dem Fischer her, der vor uns in den Hafen eingelaufen ist. Wir bekommen frische Krabben - wir sind echt begeistert!

Wir liegen von der Elbe aus gesehen ziemlich weit vorne rechts, so dass wir einen wunderschönen Blick nach draußen auf die Elbe haben.

Später pumpe ich das Schlauchboot auf und montiere den Außenborder am Heck des Schlauchbootes. Wir unternehmen eine kleine Spaß-Tour, ganz im Sinne unseres Kleinsten. Anschließend gehen wir sogar noch einmal baden - ein Highlight!

Abends leihen wir uns dann Fahrräder vom SVB aus (kostenlos) und fahren zur Schleuse - hier ist ordentlich Betrieb - der Schleusenhafen ist voll mit Sportbooten. Wir treffen Vereinskameraden. Nach einem leckeren Essen direkt an der Kanalschleuse geht's dann zurück an Bord. Als wir im Dunklen an Bord steigen, bewegt sich unser Schiff keinen Millimeter: Das Wasser ist bereits soweit abgeflossen, so dass wir "trocken" liegen.

 

19.09.2020, Brunsbüttel, alter Hafen - SVE

Durch die Gezeiten werden wir "gezwungen", den Vormittag im Hafen zu bleiben. Und das ist auch gut so. Wir leihen uns wieder  Fahrräder und fahren zur Brunsbütteler Mole, von wo man einen phantastischen Blick auf die Elbe und die Einfahrt zur Schleuse hat. Anschließend fahren wir entlang des Außendeiches zur Schleuse. Die Sonne scheint und es ist warm. Viele Tagestouristen sind unterwegs.

Gegen Mittag dann ist die Tide soweit aufgelaufen, dass wir vom Platz kommen und durch die Hafeneinfahrt des alten Brunsbütteler Hafens auf die Elbe fahren. Wir hatten uns zuvor erneut den Verlauf des tiefen Bereiches der Hafeneinfahrt bei Ebbe eingeprägt und zur Sicherheit fotografiert.

Wenn man den alten Hafen von Brunsbüttel verlässt, ist man gut beraten, sich genau die Verkehrssituation der Berufsschifffahrt auf der Elbe zu vergegenwärtigen, um Überraschungen zu vermeiden. Wir werfen einen Blick auf das AIS, um zu sehen, ob gerade Schiffe aus der Kanalschleuse kommen. Wir haben Glück: Zur Zeit verlässt kein Schiff die Schleuse Richtung Elbe. Allerdings hat sich gerade die kleine Schleuse mit unglaublich vielen Freizeitbooten entladen. Ein Geschwader von bestimmt 20 Schiffen bewegt sich vor uns Richtung Hamburg. Einige queren direkt das Fahrwasser zur Südseite der Elbe, einige bleiben auf der Nordseite. Auch wir navigieren hier Richtung Glückstadt, knapp neben dem Hauptfahrwasser.

Wir sind rechtzeitig, bevor wir in die Krückau können, vor der Krückaumündung und nutzen die Wartezeit für eine kleine Anker-Session und gehen sogar noch einmal baden. Die Strömung ist hier nicht so stark, wie an andern Stellen der Elbe und man kann locker gegenan schwimmen. Trotzdem bringen wir, insbesondere für unseren Jüngsten, einen Fender an einer langen Leine nach achtern aus.

Während der Fahrt auf der Krückau, machen wir schon einmal Klarschiff und packen unsere Sachen. Denn wir müssen zügig nach Hause, da wir heute mit unseren Kindern zusammen zu Abend essen wollen.

Wir waren das erste Mal im alten Hafen von Brunsbüttel und wir sind uns sicher, nicht das letzte Mal!

 

 




Rückführung 2020

04.09.2020, Fahrdorf - Ankern beim Olpenitzer Noor

Für diese Wochenende haben wir uns einiges Vorgenommen. Wir wollen versuchen, unsere Hanna von Fahrdorf nach Elmshorn, in unseren Heimathafen SVE, zu überführen. Da wir lange Törns geplant haben, haben wir auf die Tatkräftige Untersützung unseres Jüngsten verzichtet und lassen ihn einhüten. Wozu gibt es schließlich einen Schwager, größere Schwestern oder auch eine Omi?

Unser Abenteuer beginnt, so wie im letzen Jahr auch, mit der Reise per Deutscher Bahn, von Elmshorn nach Schleswig. Ich musste glücklicherweise längere Zeit nicht das "Angebot" der Bahn nutzen. Aber als wir an diesem Freitag Nachmittag am Bahnhof, an Gleis eins stehen, merke ich schon, es hat sich seit Monaten Nichts veränderte. Der Fahrkartenautomat ist dreckig und beschmiert - außerdem ultralangsam. Als der Zug mit der gewohnten Verspätung einfährt, werden wir dem üblichen Verwirrspiel der Bahn ausgesetzt. Da der Zug in Neumünster geteilt wird und ein Zugteil nach Flensburg und der andere Teil nach Kiel fährt, besteht die Herausforderung für die Bahn darin, den Fahrgästen die Richtige Zuordnung zu vermitteln. Ich zähle mal auf:

  • Auf der elektronischen Anzeige steht: Flensburg vorne, Kiel hinten - wir müssen also nach vorne!
  • Die Ansage am Bahnsteig lautet: Flensburg hinten, Kiel vorne - ahh, wir müssen also nach hinten!
  • Auf den Schildern an den Wagons steht: Flensburg vorne, Kiel hinten - ahh, wir müssen also nach vorne!
  • Durchsage im Zug: Flensburg vorne, Kiel hinten - ahh, die Wahrscheinlichkeit, dass vorne richtig ist, hat sich gerade erhöht!
  • Zugbegleitpersonal: Flensburg vorne, Kiel hinten! Cool, wir sitzen höchst wahrscheinlich richtig und müssen nicht beim nächsten Halt mit unseren Taschen nach hinten umziehen!

 

Absolute Gewissheit haben wir dann, als wir tatsächlich in Schleswig ankommen. Das traurige an dieser Posse ist, dass es letztes Jahr genau das Gleiche war!

In Schleswig nehmen dann ein Taxi, um nach Fahrdorf zu kommen. Wir zahlen einschließlich Trinkgeld 11 EURO; das ist erschwinglich.

Kaum sind wir auf unserem Schiff, legen wir auch schon innerhalb von 15 Minuten ab. Das Verstauen der Sachen bzw. Lebensmittel erledigen wir unterwegs. Ich habe dann noch die unangenehme Aufgabe, eines der vorderen Fächer der Bilge, in dem wir Bierdosen lagern, zu reinigen. Es sind insgesamt vier Dosen, deren Inhalt sich in die Bilge ergossen hat. Leider ist dies offensichtlich schon vor längerer Zeit passiert, denn der Gestank, der von dieser trüben, mit ekligen Flocken versetzen Brühe aufsteigt, ist enorm. Außerdem haben sich unzählige kleine Fliegen sowie kleine Larven angesiedelt. Die meisten der Fliegen begleiten uns dann leider auch bis zu unserem Heimathafen!

Es dämmert bereits, als wir am Olpenitzer Noor ankommen und vor Anker gehen. Nicole geht tatsächlich noch einmal baden - Respekt!

05.09.2020, Ankern beim Olpenitzer Noor - Gieselaukanal

Heute Morgen klingelt der Wecker sehr früh und wir legen gegen 7 Uhr ab. Der Wind kommt aus Südwest und nimmt schnell zu. Wir haben in Böen gute 6 Beaufort. Als wir die Eckernförder Bucht erreichen, kämpft sich unser Schiff durch die steile, ca. 1 Meter hohe Welle. Dazu gibt es wiederholt Regenschauer.

Als wir die Kieler Bucht erreichen, kommt kurz die Sonne durch. Auf der Kieler Förde ist richtig was los. Die Kieler Woche ist heute gestartet. Sie wurde coronabedingt auf September verschoben. Vor der Schleuse in Kiel-Holtenau müssen wir gar nicht lange warten. Wir hatten diesbezüglich nämlich schon die schlimmsten Befürchtungen, da ein Schleusentor am vergangenen Wochenende mal wieder von einem Frachter gerammt wurde. Glücklicherweise wurden die Arbeiten rechtzeitig, kurz vor unserer Rückführung, abgeschlossen.

Während der ca. halbstündigen Wartezeit lasse ich es mir nicht nehmen, kurz in die Ostsee zu springen - schließlich will ich gegenüber Nicole, die sich gestern Abend noch tollkühn in die Schlei gestürzt hatte, nicht als Verlierer dastehen. Es wird ein ebenso kaltes wie kurzes Badevergnügen.

Wir schleusen zusammen mit zwei sehr unterschiedlichen Vertreten der Berufsschifffahrt, allerdings mit gleichem Schiffsnamen: Beide heißen "Freya" (siehe Bild).

Unser nächster Stopp ist dann der Gieselaukanal. Nachdem wir uns mit Vor- und achterleine sowie Vor- und Achterspring festgebunden haben, (dieses Mal aber gleich vorne am Steg, und nicht wie letztes Jahr, ganz bei der Schleuse, wo der Badewanneneffekt besonders ausgeprägt ist - Link zum Beitrag), schwoit unser Schiff immer wieder vor und zurück . Total nervig, zumal das Ganze von lautem Geknarze begleitet wird. Das Beste daran ist, dass ich zunächst nicht feststellen kann, woran das eigentlich liegt - es ist gar kein Wind und absolute Windstille (siehe Bild). Ich nehme schließlich die Vor- und Achterspring weg und verlängere jeweils die Vor- und Achterleine. Damit ist dann Ruhe. Mittlerweile glaube ich zu verstehen, was die Ursache für die Schiffsbewegungen war: Im Gieselaukanal schwankt der Wasserstand aufgrund der Schifffahrt auf dem NOK. Die damit einhergehende Strömung ist nur sehr gering und schwer zu erkennen. Beim Fallen des Wasserstandes gab es Zug auf die Vor- oder Achterspring, so dass in dessen Folge das Schiff hin und her bewegt wurde. Wie auch immer, das Ergebnis meiner "Leinenarbeit" war eine sehr ruhige Nacht.

06.09.2020, Gieselaukanal - SVE

Am nächsten Morgen klingelt wieder früh der Wecker. Als wir gegen 7 Uhr auf den NOK fahren, scheint noch leicht die Sonne. Im Verlaufe der Fahrt auf dem Kanal gibt es dann immer wieder, teils sehr heftige, Regenschauer. Aber auch tolle Farben und einen Regenbogen wie gemahlt!

Als wir Hochdonn erreichen, ich hatte gerade die Pinne an Nicole abgegeben, kommt es zu einem Ereignis, das uns das Blut in unseren Adern gefrieren lässt: Ich bin gerade unter Deck, als unser Schiff eine sehr heftige Kursänderung nach Steuerbord erfährt. Das ist auf dem Kanal sehr unüblich, da man als Schiffsführer, auf Grund des regen Schiffsverkehrs der Berufsschifffahrt, verständlicherweise dazu verpflichtet ist, seinen Kurs zu halten. Zumal wegen des Rechtsfahrgebotes, nach Steuerbord zum Ufer hin wenig Platz ist. Ich reiße die Tür zu unserem Bad auf und hechte zum Niedergang. Was ich sehe, lässt mir vor Schrecke den Atem stocken: Nur wenige Meter von unserm Bug entfernt nähert sich mit voller Fahrt auf unserer Backbordseite die Kanalfähre "Hochdonn"! Nicole führt geistesgegenwärtig das sogenannte "Manöver des letzten Augenblicks" aus. Hätte sie das nicht geschafft, wäre es zur Kollision gekommen! Wir hatten 5,8 Knoten Fahrt - die Fähre bestimmt auch 5 Knoten. Ich wage die Einschätzung, dass die Kollision mit einem Totalverlust unseres Schiffes einhergegangen wäre (im übrigen haben wie das "Manöver des letzten Augenblicks" auch mitgetrackt - siehe Trackfile rechts - sieht ganz lustig aus!). Es dauert, bis wir diesen Schreck halbwegs verarbeitet haben. Unsere Recherche im Internet ergibt, dass es mit genau dieser Fähre ("Hochdonn") am 08.05.2020 zu einer Kollision mit einem Küstenmotorschiff gekommen ist.

Wir setzen unsere Fahrt dann unverrichteter Dinge fort und kommen zur Fährlinie bei Burg. Hier werden wir dann Zeuge eines sehr außergewöhnlichen Manövers: Als die Fähre hinter uns den Kanal passiert, dreht diese sich pirouettenartig, zweimal um ihre eigene Achse, dazu gibt es ein akustisches Signal 1 x lang. Was soll das? Stand das im Zusammenhang mit dem Vorfall von eben? Wie wir im Nachgang erfahren, handelte es sich dabei wohl tatsächlich um ein "Entschuldigungsmanöver". Die Kapitäne stehen nämlich im Kontakt untereinander, so dass der Kapitän der Unglücksfähre seinen Kollegen gebeten hat, dieses Manöver führ ihn auszuführen.

Gegen Mittag erreichen wir dann Brunsbüttel, wo wir eigentlich tanken wollen - wie gesagt: "eigentlich"! Wir machen an dem Steg, an dem auch schon ein großer Katamaran festgemacht hat, fest. Der Skipper vom Katamaran kommt zu uns rüber und teilt uns mit, dass er, sowie bereits zwei andere Segler, versucht haben, hier Diesel zu tanken. Es ist aber kein Personal zugegen, obwohl dies gemäß deklarierter Öffnungszeiten der Fall sein sollte. Ich besteige die Anlage und nehme den altmodischen Telefonhörer, der zur Benutzung an der Wand hängt und wähle, wie ausgeschildert, die "11". Es nimmt leider keiner ab. Wir geben auf und legen ab, um zur Schleuse zu fahren. Wir müssen nicht lange warten und dürfen dann in die Schleuse fahren. Auf der Elbe werden wir von Sonnenstrahlen und ordentlich Welle begrüßt. Wir hissen die Segel und drehen ab, mit Kurs Krückaumündung. Leider ist das Intermezzo mit der Sonne nur von kurzer Dauer. Was folgt, ist Dauerregen (eher Dauerschauer), begleitet von krassen Winddrehern und kurzen Gewittern. Ich stehe in Vollmontur an der Pinne - leider barfuß, da ich törichterweise dachte, dass es nur ein kurzer Schauer wird. Die monströsen Containerschiffe lösen krasse Heckwellen aus, die so manch kleinerem Schiff wohl schon zu einem echten Problem werden könnten.

Was ich immer wieder beängstigend finde ist, mit anzusehen, mit welcher Ausdauer und Emsigkeit an der x-ten Elbvertiefung gearbeitet wird. Es sind Schaaren von gigantischen Baggerschiffen unterwegs die 24 Stunden, 7 Tage die Woche baggern und baggern. Die Elbe wird immer schneller und die Tonnen hinterlassen enorme "Heckwellen" in der mächtigen Strömung - einfach nur beängstigend!  Ich frage mich, welche Generation übernimmt endlich die Verantwortung und duldet, der nicht zu stillenden Gier des nach Profit strebenden Menschen zum Trotze,  keine weitere Zerstörung dieser wichtigen und schönen Lebensader!

Auf der Krückau kommt glücklicherweise wieder die Sonne durch. So macht es einfach mehr Spaß. Um auf unseren Platz zu kommen, müssen wir diesen erst einmal von dem sich angesammelten Schlick freispülen. Als wir dann schließlich fest vertäut haben, fällt eine gewisse Last von unseren Schultern. Wir sind froh, dass wir unserer Hanna jetzt wieder im SVE haben und dass wir die Rückführung an einem Wochenende geschafft haben.





Eine Nacht ankern auf der Schlei

21.08.2020, Fahrdorf - Ankerplatz nördlich Fahrdorf

Wir kommen heute erst spät los nach Fahrdorf und morgen wollen wir auch schon wieder nach Hause. Aber trotzdem fahren wir heute los, um uns irgendwo vor Anker legen.

Die Temperaturen sind sehr angenehm. Als wir am frühen Abend ablegen und auf die Schlei hinausfahren, sind wir uns einig: Wir wollen nicht mehr lange motoren. Also legen wir uns eine gute Meile nördlich von Fahrdorf vor Anker. Wir fahren möglichst nahe ans Ufer, so dass wir nur noch 20 cm unter dem Kiel haben. Das hat seinen Grund, denn ich will möglichst viel von dem lästigen Pockenbewuchs mit dem Schaber, den Nicole für diese Zwecke gekauft hat, abkratzen. Dazu kann ich mich dann zwischen dem Grund der Schlei und dem Rumpf unseres Schiffes abstützen. Das funktioniert ganz gut. Aber: Die Pocken sind irre scharf, so dass ich nicht ohne Blessuren davon komme  - nächstes Mal verwende ich wohl besser Handschuhe.

Wir erleben einen unfassbar schönen Sonnenuntergang. Dabei befindet sich die Skyline von Schleswig mit dem Schleswiger Dom  im Vordergrund (der ist allerdings gerade eingerüstet). Außerdem ziehen an uns mehrer Gewitterzellen vorüber - in ziemlich geringen Abstand zu uns! Uns bietet sich ein sehr beeindruckendes Schauspiel mit imposanten Wolkenformationen und einem leuchtenden Farbenspiel. Dazu gibt es unzählige Blitze, die sowohl waagerecht als auch senkrecht verlaufen.

22.08.2020, Ankerplatz nördlich Fahrdorf - Fahrdorf

Die Nacht vor Anker war sehr ruhig. Es ist ein wunderschöner Morgen mit angenehmen Temperaturen. Wir können wunderbar in der Plicht frühstücken - einfach herrlich!

Der Wind nimmt im Laufe des Vormittags deutlich zu. Wir liegen auf Legerwall. Gegen Mittag sind wir dann wieder zurück in Fahrdorf.

Es war ein kurzes aber sehr lohnenswertes Vergnügen. Nächste Woche geht es dann wieder, so der Planungsstand heute, zu unserem Heimathafen in Elmshorn (Überführung Teil 1).

 


Marina Hülsen

15.08.2020, Fahrdorf - Ankern vor Burg  - Ankern vor "Liebesinsel" - Marina Hülsen

Es ist Freitag, es ist warm und die Sonne scheint! Und des Beste ist, das soll bis Sonntag so bleiben! Eigentlich ein Selbstgänger: Es geht natürlich zum Schiff! Bessere Bedingungen zum Ankern und Baden kann es nicht geben!

Nun haben wir die Rechnung ohne unsere Freunde gemacht, die uns ein "unmoralisches Angebot" in Form einer Einladung anlässlich eines Jubiläums für diesen Freitag unterbreitet haben. Sie sind selbst leidenschaftliche Segler und sitzen mit dieser Veranstaltung im "selben Boot" wie wir.

Unsere Freunde bescheren uns einen wirklich zauberhaften Abend, der bis tief in die Nacht andauert. Und wir dürfen festhalten, dass diese Veranstaltung mindestens einer Anker-Session bei bestem Wetter ebenbürtig ist (mehr Lob geht nicht!) - noch einmal Danke!

Am nächsten morgen, wir haben immerhin vier Stunden geschlafen, brechen wir nach Fahrdorf auf. In Windeseile ist das Schiff bereit zum Ablegen und wir steuern unseren ersten Ankerplatz für heute an. Wir legen uns eben westlich von der Badestelle, im Norden der "Großen Breite" vor Anker. Wir haben nur 30 cm unter dem Kiel und ich kann entspannt neben unserem Schiff stehen. Ich taste das Unterwasserschiff ab und muss zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass wir diese Saison keine Geschwindigkeitsrekorde mehr aufstellen werden. Wir haben massiven Bewuchs mit Pocken, speziell mit Bugbereich. Ich mache mich, in Ermangelung einer besseren Alternative, mit einem Pfannenwender an den Versuch, wenigstens etwas von den lästigen und scharfen Gebilden ab zu bekommen. Aber ich komme einfach nicht gegen den dichten Bewuchs damit an.

Am frühen Nachmittag verholen wir uns dann zur "Liebesinsel", wo wir mit Freunden eingehend baden. Unser Jüngster ist wieder in seinem Element und genießt die Gegenwart der anderen, gleichaltrigen Kinder.

Zum Abend hin steuern wir dann die Marina Hülsen an, die nur gut eine Seemeile von hier entfernt ist. Auf dem Weg dort hin, ziehen wir die Kinder mit einer Leine hinter uns her. Ein Spaß, der bei dem Nachwuchs gut an zu kommen scheint!

In der Marina Hülsen machen wir dann außen, an den Schwimmpontons fest, was, so erfahren wir später von "höchster Stelle", überhaupt gar nicht erlaubt ist!

Wie auch immer, Nicole und ich schwelgen beim Anblick des Hafens und des wunderschön gelegenen "Hafencafes" in Erinnerungen, da wir hier unsere Hochzeitsfeier ausgerichtet hatten. Zu der Anlage gehört auch eine schön angelegte Ferienhaussiedlung. Es hat sich hier zwischenzeitlich wenig verändert.

Wir wollen alle zusammen im Hafencafe etwas essen und trinken. Wie wir jedoch zu wissen bekommen, gibt es zur Zeit keine freien Plätze - auch hier werden Covid-19-bedingte Hygiene-Maßnahmen und Abstandsregeln eingehalten. Doch wir haben Glück und dürfen uns bei Bekannten unserer Freunde mit an den Tisch setzen - sehr nett!

Die Wahl eines Gerichtes ist angesichts der übersichtlichen Speisekarte schnell getroffen. Wir bekommen Flammkuchen, Matjes und Apfelkuchen, dazu ein Bier vom Fass und Aperol Spritz - es läuft!

Im Anschluss, es ist schon dunkel, siedeln wir alle zu unserem Ponton, an dem wir festgemacht hatten, um. Wir wollen alle gemeinsam einen kleinen Absacker einnehmen. Doch so einfach wird es nicht, denn ich sehe schon von weitem eine große, schlanke Gestalt, mit langen glatten Haaren den ins Dunkel gehüllten Steg entlang  und auf uns zu schreiten. Schon auf diese Entfernung konnte ich die Aura einer selbstbewussten und durchsetzungsstarken Person wahrnehmen. Sie kam nicht, um uns einen schönen Abend zu wünschen, das konnte ich spüren! Als ich ihrem Antlitz im schwachen Schimmer der Stegbeleuchtung gewahr wurde, wusste ich, um wen es sich handelt! Es war die Chefin persönlich! Wir kennen sie noch von damals und ich erinnere mich an eine Person, die genau weiß, was sie will und das auch unverblümt in deutliche Worte mit wenig Interpretationsspielraum zu fassen vermag.

Die Herren der Schöpfung hatten sich bereits auf dem Ponton in der Erwartung eines kühlen Getränkes eingefunden. Ich wollte auch noch schnell ein paar Bierbüchsen von Bord holen. Als ich jedoch die Chefin mit ihrem fest entschlossenen Gang auf uns zu kommen sah, hielt ich inne und zupfe zu Überbrückungszwecken an unseren Fendern herum. Dann schielte ich gespannt zu den ahnungslosen Opfern hinüber, die gerade unwissend ob ihres nahenden Schicksals, und gut gelaunt, das erste Bier aufreißen wollen.

Mit kurzen knappen Worten werden die Drei dann unmissverständlich darauf hingewiesen, dass es nicht gestattet wäre, an diesem Ponton anzulegen. Als nächstes sahen sie sich mit dem Verdacht konfrontiert, nicht genügend Engagement zur Ausrichtung des Liegegeldes gezeigt zu haben. Zur unserer Entschuldigung weisen wir darauf hin, dass es hier bisher so üblich war, morgens beim Hafenmeister zu bezahlen. Leider erfahren wir dann, dass dieser vor zwei Wochen verstorben ist. Die kühle Attitude, die die hochgewachsene Dame mit schlanker Gestalt und langen, schwarzen Haaren in diesem  Moment umgibt, konnte ich von hier aus spüren. Ich hörte Irgendjemand sagen: "Sind Sie immer so drauf?" Als ich mich gerade dazu entschließen wollte, mich zu den Deliquenten zu gesellen, hörte ich schon: "Aaaaxel!, kommst Du mal?"

Wir wurden dann noch gemeinsam über die verschiedenen Möglichkeiten zur Entrichtung des Liegegeldes aufgeklärt und dann war der Spuck auch schon vorbei. Wir brauchten noch nicht einmal verholen.

Verständlicherweise kam der Auftritt nicht bei Allen so gut an, jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass der Betrieb des Hafens, des Hafencafes und der zahlreichen Ferienhäuser eine riesigee Aufgabe ist und mit großer Verantwortung, auch den Mitarbeitern gegenüber, verbunden ist - zumal die Leitung als Nebentätigkeit neben einem anderen Hauptberuf ausgeübt wird.

Der Bezahlvorgang im Anschluss gestaltete sich dann noch in sofern schwierig, als dass der einzuscannende QR-Code unbeleuchtet am Toilettenhäuschen aushängt und fürs Scannen separat mit einem zweiten Handy beleuchtet werden muss. Ich schaffe es dann noch zu guter letzt mein PayPal-Konto durch mehrmalige Falscheingabe des Passwortes zu sperren.

Schließlich lassen wir den Abend bei einem kühlen Getränk ausklingen.

16.08.2020, Marina Hülsen - Ankern nördlich Marina Hülsen  - Fahrdorf

Es ist ein wunderschöner Morgen und auch ein schlichtweg schöner Platz zum Festmachen - dafür, dass es im (an einem) Hafen ist - aber  ist eben leider nicht gestattet, schade!

Nachdem wir unsere Freunde  mit ihrer X-382 herausgelassen und unser Schiff am Ponton festgemacht haben, machen wir einen Spaziergang über das Gelände mit den Ferienhäusern. Wir hatten damals für unsere Gäste einige der Häuser gebucht - es hat Allen Gästen sehr gefallen! Auch über Silvester hatten wir vor Jahren mit Freuden ein Haus gebucht - ist wirklich zu empfehlen.

Nach einem späten Frühstück verholen wir uns mit den noch verbliebenen Freunden ein Stück nördlich von der Marina Hülsen, um dort noch einmal in die Schlei zu springen. Bei den Temperaturen ein wahres Vergnügen! Am Nachmittag binden wir vom Päckchen los und segeln nach Fahrdorf. Es weht ein warmer Wind aus Ost - fühlt sich an, als ob wir in der Karibik sind - traumhaft!





Verlängertes Wochenende auf der Schlei

05.08.2020, Fahrdorf - Missunde (Missunder Yachtclub)

Unseren Sommerurlaub hatten wir um drei Tage verkürzt. Grund war das langanhaltende, nass-kühle Wetter. Die Aussichten für die nächsten Tage ist derart gut, dass wir uns entschließen, Donnerstag und Freitag frei zu nehmen, um das bevorstehende Wochenende zu verlängern. Montag ist wieder Schulstart und diese Möglichkeit wird so schnell nicht wieder kommen.

Da wir nicht viel zu Packen haben, können wir Mittwoch schon direkt nach der Arbeit losfahren. Wir haben in den nächsten Tagen keine großen Ziele und wollen einfach nur "chillig" auf der Schlei bleiben und das schöne Wetter ausnutzen und baden.

Bevor wir heute vor dem Missunder Fährhaus festmachen, legen wir uns auf der östlichen Seite von der Halbinsel "Reesholm" vor Anker und springen in die Schlei. Bei den Temperaturen eine wahre Wohltat! Danach segeln wir nur mit Fock nach Missunde, um dann, so wie letztes Wochenende schon, im Fährhaus Missunde einzukehren. Wir werden von der Chefin in Empfang genommen und zu einem Platz draußen auf der auf Stelzen gebauten Terrasse geführt. Sie gibt uns zu verstehen, dass wir viel Glück mit dem Sitzplatz gehabt hätten - wir wissen es zu schätzen. Zu unserer großen Verwunderung findet sie nicht nur schmeichelhafte Worte für unser Schiff, das wenige Meter vor (unter) uns liegt, sondern lobt auch noch unser Anlegemanöver - das ist der Hammer (wir kommen gerne wieder)!

Nach einem sehr leckeren Essen (Schnitzel mit Pommes, Matjes mit Bratkartoffeln) treffen wir noch Monika und Bernd Meusel von einem unserer Schwesterschiffe "Joker". Unsere angeregte Unterhaltung wird dann durch die vermehrte Aktivität von Mücken beendet.

06.08.2020, Missunde (Missunder Yachtclub) - Ankerplatz Süderhaken

Es gibt kein bestimmtes Ziel für heute und so legen wir uns an das westliche Ufer des "Süderhakens". Ein bemerkenswert schöner Ort zum Ankern. Der Untergrund ist sandig und wir können bis auf wenige Meter ans Ufer heranfahren - genial! Es gibt sogar einen kleinen Strand, den wir mit wenigen Schwimmzügen erreichen können. Von hier ist ein weiter Blick auf die Schlei möglich -wunderschön!

Angesichts der heutigen Temperaturen verbringen wir den Tag mit Baden/Trocknen/Baden usw. - geht auch mal!

07.08.2020, Ankerplatz Süderhaken - Ankerplatz Olpenitzer Noor

Freunde von uns sind mit ihrem T3 auf dem Campingplatz Schleimünde (ehemals Olpenitz). Da wir uns noch nicht im Klaren waren, wie, oder ob überhaupt, wir mit dem Schiff dort hin kommen, mussten wir die Verabredung unsererseits etwas offen halten. Aber, wir lieben die Herausforderung und waren uns sicher, dass wir das irgendwie hinbekommen. Als wir uns mit dem Vorhaben eingehender beschäftigt haben, kommen wir zu dem Schluss, dass das Gewässer vor dem Campingplatz für unser Schiff definitiv zu flach ist. Daher legen wir uns im Olpenitzer Noor ganz am Anfang beim "Fischerhaus" vor Anker, um dann von hier die ca. 0,8 Seemeilen mit unserem Schlauchboot zurückzulegen.

Nach einem ausgiebigen Bad machen wir uns dann auf den Weg. Und dieser wird nass, denn der Ostwind der Stärke 5 hat mittlerweile eine, gemessen an unserer Bootsgröße, recht hohe Welle aufgebaut. Unsere Wertsachen hatten wir deshalb in einem wasserdichten Beutel verstaut. Schließlich verbringen wir mit unseren Freunden einen sehr kurzweiligen Nachmittag und Abend auf dem Campingplatz - mit toller Sicht auf den haffartigen Teil der Schlei, bis hin zur "Giftbude". Der Rückweg am Abend wird dann glücklicherweise nicht ganz so nass, da der Wind nachgelassen hat und außerdem von schräg achtern kommt.

08.08.2020, Ankerplatz Olpenitzer Noor - Arnis (WSG)

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker werden wir morgens durch die aufgehende Sonne und aufkommende Wärme geweckt. Heute wollen wir Freunde, die heute ihren Urlaub beenden, in die Schlei begleiten. Am frühen Nachmittag legen wir uns dann zusammen ins Päckchen. Da wir nur 0,5 Meter unterm Kiel haben, verholen wir uns ein Stück weiter in "normal schiffbare" Gewässer. Dann findet eine "krasse Bade-Action" statt, die insbesondere für unseren Kleinsten ein High Light darstellt: Endlich gleichaltrige Kinder; und das Beste ist, er kann jetzt ohne Schwimmhilfe mitmachen - ein großer Fortschritt. Unsere Freunde bauen aus einem SUP eine Rutsche - genial. Unseren "ausgebaumten" Großbaum nutzen wir als Sprungturm - Spaß muss sein!

Gegen Abend verholen wir uns dann nach Arnis zum WSG. Dort verbringen wir einen ausgelassenen Abend. Es gibt wieder einmal Pizza. Wir danken an dieser Stelle den verständnisvollen Nachbarliegern am äußersten Steg des WSG, denen wir einiges zugemutete haben. Der Steg war eine Zeit lang nicht mehr passierbar, da wir diesen sitzend, mit sechs Erwachsenen und vier Kindern auf voller Breite eingenommen hatten. Ein Durchkommen war nur mit größter Aufmerksamkeit möglich, da die Gefahr bestand, in eine der vielen Pizzen oder in eine Schachtel Pommes zu treten.

09.08.2020, Arnis (WSG) - Fahrdorf

Und schon geht es wieder zurück nach Fahrdorf - natürlich mit einem Badestopp, bei der "Liebesinsel". Kurz bevor von dort aufbrechen, macht die "Joker" eine Stippvisite.

Wir wollen heute rechtzeitig zu Hause sein, denn abends gibt es ein kurzes "Briefing" für unsere beiden, noch verbleibenden, schulpflichtigen Kinder.

Es war ein Kurzurlaub der sich gelohnt hat!

 





Endlich mal wieder Badewetter!

31.07.2020, Fahrdorf - Ankerplatz "Große Breite" (bei Weseby)

Es ist bereits die zweite Woche nach unserem Urlaub. Wir sind wieder voll im Arbeitsrhythmus. Letztes Wochenende sind wir leider nicht losgekommen. Der tägliche Blick auf die Wetter-App löst bei uns eine sich stetig verfestigende Freude aus: Für das kommende Wochenende ist, da sind sich unterschiedliche Wettermodelle einig, gutes Wetter mit Temperaturen deutlich über 20 Grad vorhergesagt. Es ist zwar keine Segel- dafür aber Badewetter. Das müssen wir nutzen!

Die Autofahrt nach Fahrdorf verläuft wider Erwarten entspannt und ohne nennenswerte Verzögerungen. Unser kleines Gepäck landet im Nu durch die Vorlucke im Vorschiff. Wir machen die Hauptschalter an, die Ventile auf und schalten den Kühlschrank ein. Der Proviant wird verstaut und dann geht es auch schon los (das hat keine 20 Minuten gedauert).

Wir haben heute nichts Großes mehr vor, so dass wir in die "Große Breite" fahren, wo wir uns unweit von Weseby vor Anker legen. Es gibt hier schon einige Gleichgesinnte.

Wir fahren den Anker vorsichtshalber Richtung Land ein, da der Wind aus unterschiedlichen Richtungen kommen soll und erst nachts auf östlich drehen soll. Als erstes gehen wir natürlich baden. Einfach unglaublich schön, nach zwei Wochen  der Entbehrung. Dann fahre ich mit Piet auf dem SUP zum Ufer. Dort gibt es eine kleine Wanderdüne sowie ein Steilufer - wunderschön. Unser Jüngster genießt das Wetter und die reizvolle Umgebung. Hier werden wir morgen einen Landausflug zusammen unternehmen!

01.08.2020, Ankerplatz "Große Breite" (bei Weseby) - Missunde (Yachtclub Missunde)

Es war eine ausgesprochen ruhige Nacht. Wir werden am frühen Morgen von der aufgehenden Sonne verwöhnt. Wir verbringen den halben Tag an Bord mit Lesen, Baden, Chillen - echt krass relaxed! Erst am Nachmittag setzen wir mit dem Schlauchboot an Land über. Wir spazieren auf dem Steilufer Richtung Norden, mit wunderschönem Blick auf die "Große Breite". Dann geht es weiter durch einen Wald und wir erreichen den engen Teil der Schlei, wo das Fahrwasser weiter nach Missunde führt. So ein Landausflug ist eine willkommene Abwechslung, insbesondere, weil die von uns gewohnte Weite des Wassers im Gegensatz zu dem luftfeuchten und lichtarmen Klima des Waldes steht. Wir nehmen den typischen Waldgeruch war und uns wird erneut bewußt, wie wichtig der Wald als Sauerstoffproduzent bzw. als CO2-Senke für unseren Globus ist. Unser Jüngster entdeckt eine erstaunliche Vielfalt an Käfern, teils von beachtlicher Größe. Außerdem entdecken wir einen stattlichen Nesthügel (Ameisenbau), an dem wir die umtriebigen Insekten bei ihren Arbeiten beobachten  können.

Am frühen Abend lichten wir dann den Anker und rollen die Fock aus. Wir wollen uns nach Missunde verholen. Es ist warm und wir machen ca. 1 Knoten Fahrt; ideal zum Baden! Dazu bringen wir eine lange Achterleine aus und achten peinlichst darauf, dass immer einer an Bord bleibt.

In Missunde machen wir direkt vor dem "Missunder Fährhaus" fest. Ein toller Ort zum Verweilen. Wir sitzen in der Plicht und genießen den angebrochenen Abend bei eine m kalten Gläschen Wein. Die vorbeiziehenden Schiffe haben schon fast eine meditative Wirkung auf uns.

Nicole kocht zum Abendessen Tortellini. Zum Nachtisch wollen wir im "Missunder Fährhaus" ein Eis essen. Zu unserer Verwunderung geht das sogar tatsächlich. Als wir gegen 20 Uhr mit Mundschutz ausgerüstet zur Terrasse gehen, können wir sofort Platz nehmen -genial! Wir haben von hier einen wunderbaren Blick auf die Schlei und unser eigenes Schiff.

Spät am Abend, als es fast dunkel ist, gehen Piet und Nicole nochmal baden - soll ein Erlebnis gewesen sein!

02.08.2020, Missunde (Yachtclub Missunde) - Ankerplatz bei der Stexwiger Enge

Heute Morgen scheint die Sonne direkt ins Cockpit. Wir genießen bei unserem morgentlichen Kaffee die uns umgebende Ruhe. Natürlich gibt es ein Morgenbad zur Erfrischung. Bevor wir ablegen, gehen wir zur Marina Brodersby und entdecken dabei die "Tonne 98", ein eher rustikal anmutendes Lokal, mit neuer Bestuhlung für den Außenbereich und tollem Blick auf die Schlei. Das wollen wir irgendwann mal ausprobieren.

Bevor wir nach Fahrdorf zurückkehren, legen wir noch einen Badestopp bei der Stexwiger Enge ein. Unser Jüngster übt sich im Schwimmen und macht tolle Fortschritte.

Da wir heute unsere mittlere Tochter vom Hamburger Hauptbahnhof (es gibt mal wieder eine Streckensperrung zwischen Elmshorn und Hamburg) abholen müssen, brechen wir dann zeitig auf.

In jedem Fall hat es sich weider einmal gelohnt, über das Wochenende zum Schiff zu fahren!

 




Sommerurlaub 2020 – Endspurt

16.07.2020, Ankern vor Ærøskøbing – Høruphav -> Høruphav Havn

Die morgentliche Törnplanung, die bei uns sehr oft spontan bei einem kräftigen Kaffee erfolgt, ergibt wiedereinmal verschiedene Varianten: Entweder wir umrunden die Insel Ærø nördlich oder südlich. Die südliche Variante ist „segelbar“, da Raumschotkurs, die nördliche Variante ist für uns heute nur „motorbar“, da Kreuzen zu lange dauern würde und unser jüngstes Crew-Mitglied meutern würde. Die südliche Variante bedeutet, den Hafen Marstal anzulaufen. Wir haben allerdings Bedenken in Bezug auf die Auslastung des Hafens. Wir hatten zu Beginn unseres Urlaubs eine sehr schöne Zeit dort, mit einer großen Auswahl an Liegeplätzen und warmen Wasser- und angenehmen Lufttemperaturen. Das wäre heute sicher nicht gegeben! Wir entschließen uns daher, Ærø nördlich zu umrunden und uns bei Høruphav Havn vor Anker zu legen.

Nachdem wir den Anker vor Ærøskøbing gelichtet haben, laufen wir ersteinmal den alten Hafen von Ærøskøbing an, um zu tanken. Wir haben Glück: Der Platz wird gerade in dem Moment frei, als wir in den Hafen laufen. Pech haben diejenigen, die nach uns kommen, denn unser Tankvorgang dauert extrem lange, da unsere Tankentlüftung nicht so performt, wie sie eigentlich sollte. Das hat zur Folge, dass wir den Tank nur sehr langsam befüllen können, damit genug Luft entweichen kann. Die Hoffnung der beiden wartenden Motorbootfahrer, dass der kleine Tank von so einer "lächerlichen Segelyacht" im Nu betankt sein dürfte, wird quälend langsam aber sicher durch unseren nicht enden wollenden Tankvorgang erstickt. Die steigende Nervosität sowie die zunehmende Verwunderung darüber, was für vermeintlich riesige Mengen an Diesel in unser Schiff passen, bilden sich proportional zur Betätigung des Bugstrahlruders aus. Immer häufiger und zum Ende hin wirklich penetrant, dröhnt dieses nervige Geräusch über den Hafen. Wir haben schließlich knapp 53 Liter Diesel getankt und sind froh, ablegen zu können.

Wir motoren gegen bummelig 4 Beaufort an, bis zur Nordspitze Ærøs. Danach setzen wir Segel. Nach ca. 3 Seemeilen hat der Wind jedoch soweit nachgelassen, dass wir aufgeben und bis Høruphav Havn motoren und uns östlich des Hafens vor Anker legen. Zunächst auf Legerwall, da der Wind später nördlich kommen soll – macht er sogar auch! Es gibt Segler, die sich auf die andere Seite des Høruphav gelegt haben und später „umdisponieren“ müssen.

Am späten Nachmittag fahren wir mit unserem Schlauchboot zum Hafen, um die Belegung zu begutachten. Zu unserer starken Verwunderung gibt es noch viele freie Plätze – der Hafen wirkt etwas leer.

Der neue Hafenmeister feuert gerade Kohle an. Wir schauen uns gegenseitig an. Jeder weiß vom Anderen, was der nächste logische Schritt ist: Wir wollen unsere Hanna hier hin verholen und grillen!

Angefixt durch diese geile Idee sprinte ich zum Schlauchboot und setze zur Hanna über. Mir wird klar, dass ich jetzt das ganze Getüddel alleine machen mußssund dabei Nichts vergessen darf: Fender anbinden und zurechtlegen, Vorleinen und Heckleinen anbinden und zum Anlegen präparieren usw. Das ist einer der Gründe, warum ich es mittlerweile nervig finde, einen Hafen anzulaufen! Beim Ankern lasse ich einfach den Haken runter, Einfahren – fertig! (Weitere Vorteile: Keinen Landstrom legen, kein Liegegeld bezahlen, bessere Aussicht, schnelleres Ablegen, kürzerer Wege zu den Örtlichkeiten, bessere Bademöglichkeiten, usw. usw. - kleines Plädoyer für das Ankern!)

Nachdem ich auch den Außenborder und das Schlauchboot versorgt habe, starte ich den Motor, hole den Anker hoch und mache mich auf zum Hafen. Dort angekommen, springen Piet und Nicole an einem Steg an Bord und wir steuern eine frei Box im westlichen Teil des Hafens an. Wir statten Piet mit Pütz, Krebsangel und Kescher aus, während wir unser Grillgut zusammenpacken und uns bei den Grillplätzen einfinden. Es wird ein entspannter Abend, bei einigermaßen milden Temperaturen und Piet genießt die Gegenwart Gleichaltriger.

17.07.2020, Høruphav Havn – Ankern im Wormshöfter Noor (Schlei)

Nach einer erwartungsgemäß ruhigen Nacht, starten wir mit der Morgensonne Richtung Süden. Wegen Flaute mit „flüssig Wind“. Wir haben den Pinnenpiloten  installiert und den Cockpittisch aufgebaut, den wir schließlich zum Frühstücken eindecken. Als wir Kalkgrund hinter uns haben, sehen wir von Achtern ein Boot der Küstenwache aufkommen. Für uns ist der Zeitpunkt gekommen, den Frühstückstisch abzuräumen und das unseemännische Verhalten zu beenden.

Um so seemännischer ist es dann, das Nicole daran denkt, die dänische Gastlandflagge (unter Tränen!) zu bergen. Wie wir auf der Schlei und auch sonst auf deutschen Gewässern schon oft gesehen haben, wird das gerne vergessen. Wir haben es ehrlich gesagt auch schon geschafft, in der Schleuse von Brunsbüttel von Bekannten auf unser Versäumnis aufmerksam gemacht zu werden!

Im Wormshöfter Noor (bei Maasholm) wollen wir ankern und abends im „Am Schleieck“ abwechslungshalber essen gehen. Ein Plan, der sich dann nicht umsetzen lässt, da ein enormer Ansturm auf derartige Lokale herrscht. Stattdessen nutzen wir die gerade verhältnismäßig kurze Warteschlange beim Eisladen am Hafen, um Piet ein unvernünftig großes Eis vor dem eigentlichen Abendessen zu kaufen. Nicole und ich haben uns einen kleinen Weißwein und Pappbecher mitgenommen – wir waren auf Alles eingestellt. Wir nehmen auf einer zufällig frei gewordenen Bank Platz und genießen den Ausblick auf den Hafen und die Schlei und beobachten das Treiben um uns herum – auch solche Momente sind sehr schön und kommen meist unverhofft.

Unser Abendessen bereitet Nicole dann noch an Bord zu. Als wir zu unserem Schlauchboot zurückgehen, und ein Blick auf unser Schiff werfen, können wir nicht so ganz glauben, was wir dort sehen: Direkt hinter unserer Hanna quält sich ein Ausflugsdampfer durch das ziemlich enge Ankerfeld! Das geschieht ohne jeglichen Zwang, da hinter dem Ankerfeld noch genügend Platz und ausreichend Wassertiefe vorhanden ist. Aus unserer Sicht ein völlig unnötiges Risiko, was der Kapitän zur Unterhaltung der Fahrgäste eingeht!

Zum Sonnenuntergang gehen Piet und Nicole nochmal zu Bach - die Schlei hat hier bereits wieder über 20°C.

18.07.2020, Ankern im Wormshöfter Noor (Schlei) – Ankern im Lindauer Noor

Wir laufen unser letztes Zwischenziel vor Ende unseres Urlaubes an. Bevor wir, auch wieder kurzentschlossen, ins Lindauer Noor fahren, gehen wir gegenüber von Arnis, in einer kleinen Bucht vor Anker. Hier genießen wir die Zeit an Bord und natürlich gehen wir ausgiebig baden (22°C Wassertemperatur).

Am späten Nachmittag fahren wir dann weiter und passieren die Lindaunisbrücke um 16.45 Uhr. Ganz spontan entschließen wir uns, einmal in das Lindauer Noor zu fahren. Dafür muss Nicole die Pinne beherzt umlegen, da wir fast schon vorbei gefahren sind. Mit geringer Fahrt steuern wir in das Noor. Für nicht Ortskundige: Hier ist es sehr flach, bedeutet max. Wassertiefe ist 1,7 m, meistens jedoch noch darunter. Wir können erstaunlich weit in das Noor hineinfahren, wobei wir den größten Teil der Strecke lediglich um die 40 cm unter dem Kiel haben.

Die ist ein sehr ruhiger und geschützter Ort, der auch bei stärkerem Wind ausreichend Schutz bietet – das gefällt uns. Gegenüber der „Schleimarina Lindauhof“ gehen wir schließlich vor Anker. Natürlich gehen wir baden und Piet entdeckt das SUP für sich, mit dem er nach kurzer Zeit virtuose Manöver durchführt. Wir genießen den letzten Abend unseres Urlaubs bei angenehmen Temperaturen auf unserem Schiff, umgeben von wunderschöner Natur.

19.07.2020, Ankern im Lindauer Noor - Fahrdorf

Wir starten, für uns ungewöhnlich spät am Morgen und navigieren entlang unseres gestern aufgezeichneten Tracks aus dem Noor. Die Schlei ist wiedereinmal so wunderschön und wir begegnen wahren Schönheiten der Meere. Elegante Holzboote mit prall gefüllten Segeln, die sanft durch die Gewässer der Schlei gleiten. Bei uns schippert derweil ein wenig Wehmut mit – aber nach dem Törn ist vor dem Törn!

Bevor wir in Fahrdorf festmachen, legen wir einen kurzen Badestopp, eine knappe Meile hinter der Stexwiger Enge ein.

Als Resümee unseres Urlaubes: Wir haben wunderschöne neue Orte kennengelernt und haben viele stimmungsvolle Momente erleben dürfen. Außerdem haben wir ein großes Spektrum an Temperaturen und Wind erlebt. Wir sind bei Wassertemperaturen von 28°C in der Schlei gestartet. In der Ostsee haben wir im Kleinen Belt einen Tiefstwert von 11,2°C (!) gemessen. Der langanhaltende, stürmische Wind, den wir in Assens abgewettert haben, war schon beeindruckend. Wir sind sehr viel gesegelt und waren teilweise sehr schnell unterwegs - das hat richtig Spaß gemacht! Wir freuen uns auf mehr!

 








Sommerurlaub 2020 – Von Ankerplatz zu Ankerplatz

11.07.2020, Middelfart, Nyhavn 2 - Ankerbucht Faenø, südöstlich

Heute haben wir uns für eine kurze Etappe Richtung Süden entschieden. Wir steuern die offensichtlich sehr beliebte, kleine Ankerbucht bei Faenø an. Dort liegen außer uns bereits sechs weitere Freizeitskipper mit ihren Booten vor Anker – und es werden im Laufe des Tages noch mehr. Es ist ein schöner Ort zum Ankern: Sehr geschützt bei westlichen Winden und es gibt viel zu sehen, da das südöstlich verlaufende Fahrwasser stark frequentiert wird. Heute bekommen wir dann noch eine besondere Attraktion zu Gesicht: Es ist die „Willem Van Oranje“, die genau heute und genau hier, das zuvor erwähnte Fahrwasser ausbaggert. So ein großes Schiff erwartet man hier nicht, so dass die Anwesenheit dieses Giganten ungewöhnlich erscheint. Beeindruckend ist auch der mehrere Meter variierende Tiefgang des Schiffes. Im entleerten Zustand ist ein Großteil des roten Unterwasserschiffes oberhalb der Wasseroberfläche zu sehen. Hat sich das Schiff mit Meeresboden vollgepumpt, ist nur noch ein kleiner Streifen zu sehen. Das Material, dass das Schiff hier aufgenommen hat, verklappt es dann eben nördlich von Fredericia in der Ostsee. Das können wir bei Marine Traffic mit dem AIS-Signal, das das Schiff aussendet, nachvollziehen. Wir werden den Tag über Zeuge von bestimmt vier solcher Manöver. Auch nachts schaut Nicole bei Marine Traffic nach dem Schiff, dass sich zu diesem Zeitpunkt unweit unseres Ankerplatzes befindet und abermals baggert – wir nehmen eine dumpfes Motorengeräusch war.

Das Wasser hat eine Temperatur von 14,2 °C und die Lufttemperatur beträgt gerade einmal 16,5 °C. Wir lassen uns nicht lumpen und gehen einmal kurz ins Wasser. Ich kann es aber leider nur ein paar Sekunden aushalten. Aber, es ist wirklich erfrischend!

12.07.2020, Ankerbucht Faenø, südöstlich – Torø Vig

Als wir morgens den Anker lichten und dann die Fock ausrollen, rauscht diese uns hinunter und landet größtenteils im Wasser – Fockfall gerissen! Das ist insofern ein ungünstiger Moment, als dass wir auf Fahrt im Schiff angewiesen sind, um dieses durch das Ankerfeld mit bestimmt 10 Schiffen zu navigieren. In solchen Momenten freut man sich dann über einen zuverlässigen Motor, der sofort anspringt, wenn man ihn braucht! Dass das Fockfall gerissen ist, ist keine ganz große Überraschung. Eigentlich mußte das passieren - ich hatte aber schon gedacht, dass es wenigstens noch eine Saison hält! Das Problem: Der Winkel des Fockfalls zum Rollprofils der Rollfockanlage ist einfach zu spitz, so dass sich das Fall beim Aufrollen um das Rollprofil bzw. obere Lager herumwickelt. Also ein Fall fürs Winterlager. Jetzt greifen wir erst einmal auf unser Spifall zurück und ziehen damit die Fock wieder hoch.

Wir nehmen Kurs auf Torø Vig, südlich von Assens gelegen. Der Wind nimmt zu, so dass wir später bei raumem bis achterlichem Wind über 7 Knoten fahren. Wir segeln nur mit Groß durch das sehr schmale Fahrwasser in die Ankerbucht vor Torø. Dort starten wir dann den Motor und suchen uns einen Liegeplatz. Natürlich geht mal wieder ein Schauer auf uns hernieder - man gewöhnt sich an fast Alles!

Hier stehen lauter Pfähle im Wasser, die mal mehr, mal weniger vertrauenserweckend aussehen. Wir machen schließlich an einem Pfahl ganz nahe am Ufer fest. Nach hinten und zum Land hin wird es schnell flach – ist aber ein toller Liegeplatz. Später binde ich unsere Hanna zusätzlich an einem benachbarten Pfahl fest, so dass der Bug etwa in der Mitte beider Pfähle zu liegen kommt. Auf diese Weise liegt unser Schiff sehr ruhig, trotz starker Böen der Stärke 6 Beaufort.

Zu unserer Großen Freude bekommen wir am Nachmittag Besuch von Kay von Eitzen. Er bringt uns sogar noch frischen Kuchen vom Bäcker mit! Kay: Ein großes Danke an dieser Stelle für diese tolle Idee. Wie immer, vergeht die Zeit wie im Fluge, bis Kay wieder aufbrechen muss. Das Bording, das sei hier nochmal erwähnt, geschieht mittels unseres winzigen Schlauchbootes und ist für so gestandene Männer wie Kay, nicht das bequemste Fortbewegungsmittel auf See. Aber mit beeindruckender Leichtigkeit besteigt Kay das kleine Dingi, in dem es auch keine Bodenbretter mehr gibt. Ich hatte das Dingi mit einer sehr langen, dünne Leine versehen, um es wieder zurückholen zu können. Auf diese Weise konnte Kay alleine im Dingi übersetzen. Auch hierfür danken wir Kay, dass er das sang- und klanglos mitgemacht hat!

Am späten Nachmittag erkunden wir dann die Gegend. Der kleine Ort Torø ist sehr nett, und sehr hübsch gelegen. Von dort aus gehen wir dann an das südöstlich gelegene Ufer, an dem eine stattliche Brandung auf Grund des starken Westwindes steht. Piet und ich steigen in die Fluten. Ich halte es allerdings nicht lange bei den eisigen Temperaturen aus.

Zurück an Bord erleben wir dann einen wunderschönen Abend. Die Sonne ist mittlerweile rausgekommen und wir können, seit langem mal wieder, auf unserem Vorschiff sitzen und einen Drink zu uns nehmen.

13.07.2020, Torø Vig – Ankerbucht Lyø

Der heutige Tag beschert uns überwiegend Sonne – eine willkommene Abwechslung! Leider mangelt es heute an Wind, aber wir wollen ja nicht unbescheiden sein! Die Fahrt aus der idyllisch gelegenen Ankerbucht vor Torø, genießen wir sehr. Die Landschaft ist wunderschön hier, so dass wir uns mit knapp 3 Knoten Fahrt viel Zeit lassen.

Als wir gegen halb zwei nachmittags die Insel Lyø erreichen, suchen wir uns einen Ankerplatz, der nicht so weit weg vom Hafen ist und andererseits günstig für den ab heutigem Abend vorhergesagten Südwind ist. Anfangs liegen hier höchsten eine Hand voll Schiff in der Bucht. Abends zählt Nicole über 60!

Aus dem riesigen Ankerfeld hallen immer wieder laute Schreie über die Bucht: Ein klares Zeichen dafür, dass eine weitere Crew einen Versuch unternimmt, den kalten Temperaturen der Ostsee zu trotzen. Nach dem Abendessen fahren wir mit dem Schlauchboot zum Hafen. Dieser ist gut besucht. Die Stege wurden größtenteils erneuert und der Steg, direkt an der Kaimauer verbreitert und mit Sitzgarnituren ausgestattet.

Zurück an Bord erleben wir schließlich einen wunderschönen Sonnenuntergang.

14.07.2020, Ankerbucht Lyø - Ankern vor Ærøskøbing

Der Morgen beginnt mit feinem Nieselregen, der später in leichten Regen übergeht. Wir holen den Anker an Deck und rollen dann die Fock aus. Wir navigieren durch das Ankerfeld. Dabei etablieren sich ganze 2,5 Knoten Fahrt, die uns jedoch nach kurzer Zeit zu nerven beginnen. Wir starten den Motor und nehmen Kurs auf Ærøskøbing. Dort laufen wir einen schönen Ankerplatz, südöstlich des alten Hafens an. Am Nachmittag setzen wir dann mit dem Schlauchboot über zum alten Hafen. Die Stadt ist ziemlich voll – erstaunlich. Im "På Torvet" gönnen wir uns einen kleinen Kaffee und Piet bekommt ein Eis. Nicole und ich sind sicher, dass viele Dänen in diesem Jahr im eigenen Land Urlaub machen. Der Parkplatz bei der Fähre ist voll mit Autos.

15.07.2020, Ankern vor Ærøskøbing

Heute machen wir einen „Ankertag“. Der Tag beginnt mit Sonnenschein. Nicole und Piet gehen baden – ich habe gerade „nicht so viel Lust“. Auch heute ist die Warteschlange vor dem Eisladen beim Hafen nicht viel kleiner als gestern. Nach dem improvisierten Abendessen auf einer Sitzgarnitur im Marina-Hafen mit Brot, darauf Fisch und Würstchen, Schinken und Remoulade, stellen wir uns vor dem Eisladen in die Warteschlange und werden mit einem sehr leckeren Eis belohnt.

 




Sommerurlaub 2020 – Wir erreichen unseren nördlichsten Wendepunkt

08. bis 09.07.2020, Middelfart – Juelsminde

Wir begleiten unsere Freunde heute noch bis zu unserem nördlichsten Hafen, bevor wir uns wieder Richtung Süden orientieren müssen. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen, was für uns im Wesentlichen Raumschotkurs bedeutet. Kurz nach Verlassen des Faenø Sunds rollen wir die Fock aus und segeln zeitweise mit nicht viel mehr als 2 Knoten. Die Strömung im Kleinen Belt ist unserer Fahrt entgegen gerichtet. Nach Verlassen des Kleinen Belts setzen wir auch das Großsegel. Wir machen um die 6 Knoten Fahrt und es ist ruhiges Wasser – so macht‘s wieder Spaß!

Juelsminde ist erstaunlich gut belegt. Was uns auffällt ist der große Anteil stattlicher Motoryachten. Wir machen uns im Östhaven am Ende eines Steges fest. Unsere Freunde mit ihrer X-382 kommen später längsseits.

Die beiden Tage vergehen wie im Fluge. Der Hafen ist sehr belebt, auch wegen des angrenzenden Campingplatzes. Wir kaufen beim Fischladen am Hafen frischen Fisch, und zwar Thunfisch und Langefilet. Daraus bereitet Nicole zum Abendessen unglaublich leckeres Sashimi. Der Fisch ist absolut frisch. Natürlich gibt es, nicht nur für die Kinder, ein großes Eis.

Ein absolutes Highlight ist ein großer Spielplatz, eben nördlich des Ortes Juelsminde. Er ist neu errichtet worden und liegt an einem steilen Hang. An diesem Hang ist ein große Rutsche in zwei Ebenen installiert. Diesen Hang können die Kinder durch Röhren aus Stahlgitter erklimmen. Die Röhren sind wiederum durch mehrere Türme miteinander verbunden. Von oben geht es dann durch eine abenteuerliche Rutsche den Hang hinab. Björn und ich lassen es uns nicht nehmen, diese Gitterröhren bis obenhin zu besteigen. Für normalwüchsige Erwachsene eine wirkliche Herausforderung, sowohl in Bezug auf die Kondition als auch auf die motorischen Fertigkeiten.

Der Spielplatz bietet aber noch viel mehr: So gibt es ein kleines, umzäuntes Fußball bzw. Basketballfeld – ein Ball liegt dort bereit. Außerdem gibt es einen schönen und großzügigen Unterstand mit einem großen Elektrogrill. Natürlich stehen noch viele weitere Spielgeräte zur Verfügung. Von dem Hang mit der Rutsche aus, hat meinen einen beeindruckenden Blick auf die durch die Abendsonne im rötlichen Licht erscheinende Bucht bei Juelsminde, in der viele Freizeitskipper vor Anker liegen – traumhaft!

10.07.2020, Julesminde - Middelfart, Nyhavn 2

Heute trennen sich unsere Wege: Während unsere Freund weiter Richtung Norden fahren, setzen wir unseren Kurs südlich nach Middelfart in den Nyhavn 2. In Ermangelung an Wind, motoren wir die Strecke. Als wir den neu errichteten Hafen „Nyhavn 2“ erreichen, werden wir von einem blonden, jungen Mann in einem Schlauchboot in Empfang genommen. Es sind noch wenige Plätze frei. Wir bekommen dann von dem jungen Mann Vorschläge, dürfen dann aber selber entscheiden, wo wir festmachen. Das besondere an diesem Hafen sind die Mooringbojen, die jeden zweiten Heckpfahl ersetzten. Der nette Junge Mann ist uns beim Anlegen behilflich und zieht unsere Backbord -Achterleine durch den Ring an der Mooringboje. Auch am Steg wird uns beim Belegen der Vorleinen geholfen – toller Service!

Direkt an den Hafen angrenzend, befindet sich ein Wohnmobilstellplatz – es ist offensichtlich derselbe Betreiber. Der Hafen besticht durch seine Nähe zur Einkaufsstraße von Middelfart. Das nutzen wir natürlich und gehen, so wie vor ein paar Tagen schon einmal, hier bummeln – dieses Mal bei besserem Wetter. Abends gönnen wir uns einen Burger im „Mauritz“, wofür ich einen Tisch bestellt hatte.

 


Sommerurlaub 2020 – Der Befreiungsschlag

04. bis 07.07.2020, Hafentage in Assens Marina - Middelfart

Der angekündigte Starkwind ist dann tatsächlich auch gekommen. Bei Böen von 8 bis 9 Beaufort setzt man sich nicht ohne Not den damit verbundenen Risiken aus. Wir liegen nun im Hafen von Assens und sind fest vertäut. Aber es fühlt sich trotzdem an, als ob wir auf See sind. Unsere Hanna wird bei den eintreffenden Böen ordentlich durch geschaukelt und bei Böen bis 9 Beaufort bekommen wir ordentlich Schlagseite!

Für Samstag Abend, den 04. Juli, habe ich einen Tisch beim Italiener am Hafen bestellt. Freunde hatten diesem Italiener „ La Posta“ wenige Tage zuvor ebenfalls einen Besuch abgestattet und waren begeistert! Anlässlich eines heutigen Jubiläums, gibt es also Pizza. Und wir sind uns Alle einig: Sehr, sehr leckere Pizza!

Die folgenden drei Tage waren geprägt von sehr windigem (teils stürmischem) Wetter, dazu Regenschauer und abnehmenden Temperaturen. Wir haben die Kuchenbude aufgebaut und so haben wir einen deutlichen Raumgewinn.

Natürlich gehen wir auch in die Innenstadt von Assens. Hier gibt es bereits das eine oder andere leerstehende Geschäft. Sehr beeindruckend ist die Auslage dieses Schlachters. Wir bleiben eine Weile davor stehen und uns läuft das Wasser im Mund zusammen.

Am 07.07.2020 dann kommt der große Befreiungsschlag. Denn nach vier Tagen in Assens macht sich bei uns Lagerkoller breit! Wir müssen hier weg! Unser gemeinsames Ziel soll Middelfart sein. Als Nicole und ich morgens unseren Kaffee einnehmen, sehen wir den Kopf unseres Freundes neben uns aus dem Niedergang hervorschnellen und anstatt eines „Guten Morgen“ heißt es nur: „Und, gleich ablegen?“. Wir nehmen die Sache sofort ernst und nehmen einen letzten Schluck unseres Kaffees, dann baut Nicole in Windeseile die Kuchenbude ab während ich Strom wegnehme und die Leinen zum Fieren vorbereite. Der Grund unserer Eile ist insbesondere der für später angesagte zunehmende Wind. Wir haben die Hoffnung, dass wir bis dahin die meiste Strecke hinter uns haben.

Wir rollen dann nach dem Ablegen die Fock aus und lassen den Motor mitlaufen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass wir schneller sind, sondern vor Allem, dass wir so besser die erforderliche Höhe laufen können.

Als wir Middelfart erreichen und in eine freie Box hineinfahren wollen, prasselt ein derartiger Regenschauer auf uns hernieder, dass ich kaum bis zur Bugspitze, geschweige denn bis zu den Heckpfählen der Box schauen kann. Ich lege den Rückwärtsgang ein und wir wettern das Szenario auf einer freien Wasserfläche vor der Boxengasse ab. Als wir schließlich fest gemacht haben, müssen wir erst einmal aus den völlig durchnässten Klamotten raus.

Nachmittags geht es dann zu Fuß in die Innenstadt von Middelfart. Hätte ich vorher gewusst, wie weit das ist, hätte ich mich aus dieser Unternehmung ausgeklinkt.

Middelfart hat eine hübsche Einkaufsstraße mit netten kleinen Läden.

Am Abend gibt es Hot Dogs, die wir auf der Außenmole des Hafens am Grill zubereiten. Der Weg ist von unserem Liegeplatz ziemlich weit, so dass ich die Lebensmittel und das Essgeschirr mit dem Schlauchboot dorthin bringe. Natürlich nehme ich auch die beiden kleinsten Kinder mit.

Hier von der Außenmole hat man einen wunderbaren Blick auf die Tegelgaards Bugt – dort liegen auch einige Sportboote vor Anker. Das wollen wir später auch einmal probieren.

Die Außenmole ist befahrbar, wird aber wenig von Autos frequentiert. Dort sind kleine Grillplätze eingerichtet. Außerdem gibt es Toiletten mit warmem Wasser.

Es ist wirklich kalt heute, dennoch ist die Stimmung, wohl auch wegen der leckeren Hot Dogs, sehr gut. Als Krönung bereiten unsere Freunde dann sogar noch Popcorn zu. Die Kinder sind begeistert!

Der Schlag hierher war ein echter Befreitunngsschlag, nach vier Tagen Assens!

 

Sommerurlaub 2020 – Die Ruhe vor dem Sturm

02.07.2020, Ankerbucht bei Skarø – Nørrefjord, hinter Helnaes

Wir hatten von den tollen Ankermöglichkeiten im Nørrefjord gehört. Das wollen wir ausprobieren. Danach wollen wir einen sicheren Hafen anlaufen, da für die folgenden Tage starker Wind vorhergesagt ist. Am frühen Morgen setzen wir die Segel und binden uns von der Mooringboje los und begeben uns auf die Kreuz, geben dann aber irgendwann auf, da wir sonst zu lange unterwegs sein würden. Wir navigieren zwischen den beiden Inseln Avernakø und Lyø hindurch und setzen westlich von Lyø die Segel. Der Wind nimmt leider ab und wir schaffen die Höhe nicht, um in den Nørrefjord zu kommen. Wir nehmen den Motor als Unterstützung hinzu. Als wir in den Nørreford fahren, sind wir angetan von der schönen Natur und den seichten Gewässern. Wir fahren bis an die nördliche Spitze von Helnaes und legen uns ein großes Stück neben drei anderen Ankerliegern ebenfalls vor Anker. Die Sonne scheint und wir können baden. Die Landschaft ist sehr reizvoll. Wir fahren mit dem Schlauchboot an Land und besteigen eine Anhöhe, von der man einen traumhaften Blick auf auf den Kleinen Belt hat.- wirklich wunderschön hier! Abends sitzen wir in der Plicht und erleben einen traumhaften Sonnenuntergang. Es sind diese Momente, die einem Gewissheit bringen, dass sich die unzähligen Arbeitsstunden am Schiff in der kalten Wintersaison lohnen!

Wir bekommen dann noch einen Videoanruf von Freunden. Auf Nachfrage von Nicole, sitzen sie gerade zu Hause auf der Terrasse. Doch Piet sieht bei einem kleinen, ungewollten Schwenk der Handy-Kamera Wasser im Hintergrund. Seit wann wohnen die denn am Wasser? Als dann noch Mastspitzen zu sehen sind, ist klar, unserer Freunde sitzen statt auf der Terrasse, auf dem Boot und zwar in Schleimünde und wollen morgen nach Assens kommen, was auch unser nächstes Ziel ist! Eine riesige Überraschung und die Freude ist riesig - Piet bekommt einen Anfall der Freude!

03.07.2020, Nørrefjord, hinter Helnaes – Assens Marina

Es war eine ruhige Nacht vor Anker. Früh morgens kommt einwenig die Sonne durch, es ist total ruhig und durch den wenigen Wind auch mild. Nach unserem Kaffee setzen wir das Großsegel und holen den Anker hoch. Wir rollen die Fock aus und gleiten bei achterlichem Wind mit 2 bis 3 Knoten den Nørrefjord entlang; wir nehmen nur das leise Plätschern unseres Schiffes wahr – wirklich schön! Es ist die ideale Gelegenheit in der Plicht zu frühstücken, bevor wir Helnaes südlich umrunden und Kurs auf Assens nehmen. Wir haben mit wenig Wind und mit Höhelaufen zu kämpfen – später kommt dann noch Regen dazu. Ich arbeite mich, während Nicole an der Pinne steht, in  die Schlechtwetter-Montur und wir segeln schließlich bis vor die Einfahrt von Assens Marina. Auch hier liegen kaum Deutsche Freizeitboote.

Der Hafen von Assens überzeugt eher durch seinen industriellen Charme. Aber der Hafen bietet Alles, was man so braucht. Es gibt sogar einen Maritime Shop, der auch viele technische Dinge für Schiffe anbietet, z. B. Schrauben, Fittinge oder auch Elektronik.

Unsere Freunde sind morgens in Schleimünde gestartet. Was mit zu wenig Wind und langsamer Fahrt begonnen hat, endet mit zu viel Wind und schneller Fahrt. Sie werden von plötzlich zunehmendem Wind überrascht und müssen bei widrigen Bedingungen das Groß ihrer X-382 bergen. Dafür ist voller Einsatz gefordert und der Nachwuchs übernimmt das Steuerrad. Wir verfolgen das Ganze per AIS und Wetterradar und sind froh, als unsere Freunde dann am Abend in Assens einlaufen und neben uns fest machen!

 


Sommerurlaub 2020 – Vorerst nördlichstes Ziel: Nyborg

30.06.2020, Mooringboje im Nyborgsund – Nyborg Osthafen

Am frühen Morgen verholen wir uns von der Mooringboje in den Osthafen von Nyborg. Für heute ist starker Wind mit Böen bis 8 Beaufort vorhergesagt. Den Hafen säumen beeindruckende, moderne Wohngebäude. Der Hafen ist groß und leer. Wir fahren hinten durch in den kleinen, östlichen Teil des Hafens und machen dort im Schutze der Gebäude längsseits fest. Wirklich schön hier. Die Menschen die hier leben, wirken entspannt. Wir kommen mit Anwohnern ins Gespräch.

Später erkunden wir die Stadt und den westlichen Teil des Hafens. Die Bebauung ist wirklich beeindruckend. Die Architektur ist modern und wird durch sehr gepflegte Grünanlagen aufgelockert. Eine kleine Klappbrücke für Fußgänger verleiht diesem Ort ein bestimmtes Flair – wirklich schön gemacht. Das Zentrum der kleinen Stadt ist vielleicht nicht besonderes aber trotzdem lohnenswert, sich anzuschauen. In einem Delikatessengeschäft kaufen wir frisch gemahlenen Nyborg-Kaffe. Abends essen wir ein obligatorisches, dänisches Eis im „Waffel-Huset“.

Eigentlich wollten wir zum Abendessen in eine Suhi-Lokal, aber an Bord war es so gemütlich, dass wir hier geblieben sind. Der Wind hat mittlerweile ordentlich zugelegt.

01.07.2020, Nyborg Osthafen – Ankerbucht bei Skarø

Wir verbringen am Morgen einige Zeit mit dem Planen unserer nächsten Ziele. Es ist nicht ganz einfach, denn laut Wettervorhersage kommt viel Wind in den nächsten Tagen. Eigentlich wollen weiter Richtung Norden, aber wir wollen ungerne großem Seegang ausgesetzt sein, insbesondere wegen unseres kleinsten Crew-Mitgliedes. Es nützt nichts, wir entscheiden uns, die Strecke, die wir vorgestern hier hoch gesegelt sind, heute wieder zurückzufahren. Seglerisch vielleicht ein "No-Go", aber das Vernünftigste. Wir werden am südlichen Teil des Kleinen Belts kreuzen müssen, aber egal.

Wir setzen zügig, nach dem Verlassen des Hafen, die Segel und nehmen Kurs auf den Großen Belt - wir müssen hoch am Wind segeln. Wir erreichen nach etwas nervigem Kreuzen den Svendborgsund und segeln weiter bis zur Hafeneinfahrt von Svendborg. Dann starten wir den Motor und nehmen Kurs auf die Bucht bei Skarø. Dort binden wir uns an einer Mooringboje fest. Die Sonne ist herausgekommen und wir gehen baden – herrlich! Der Blick von der Plicht aus auf die Natur ist wunderschön. Der Vorteil beim Ankern ist, dass der Wind immer von vorne, vom Bug des Schiffes kommt, und man hinter der Sprayhood wunderschön geschützt sitzt.

Am fortgeschrittenen Abend fegt eine Regenfront mit Starkwind über uns hinweg. Um uns herum nur Wasser, heulender Wind, der durch das Rigg bläst. Sehr gemütlich! Ich raffe mich dann aber später noch einmal auf und bringe ein zweite Vorleine aus. Auf der Leine ist ein ungeheurer Zug. Ich schaffe es kaum, uns an die Mooringboje zu ziehen.

 


Sommerurlaub 2020 – Unsere „Hanna“ entdeckt die Rennziege in sich!!

29.06.2020, Svendborg – Mooringboje im Nyborgsund

Heute reist unsere mittlere Tochter mit dem Zug nach Nykøbing Falster. Gegen Mittag bringen wir sie, etwas wehmütig, mit ihrem großen Koffer zur Bahn. Wir hatten eine tolle Zeit an Bord!

Wir sehen dann zu, dass wir weiter Richtung Nord kommen. Wir lösen noch schnell den Gutschein bei „Gnisten Maritimshop“ ein, den Nicole auf der letzten Hanseboot im Jahr 2017 gewonnen hat. Etwas Toilettenöl und Edelstahlschrauben lösen wir mit ca. 160 Kronen von 200 Kronen ein. Die restlichen 40 Kronen wollen wir nächstes Mal einlösen – jetzt erst einmal los! Wir vertäuen noch schnell die ganzen Spaßgeräte, wie Schlauchboot und SUP auf dem Vorschiff (mehr geht auch nicht mehr!) und legen nur mit ausgerollter Fock ab. Wir müssen einen günstigen Moment abpassen, da gerade und genau jetzt einige Schiff ablegen oder vom Svendborgsund in den Hafen hineinfahren. Dank des heruntergelassenen Schwertes „hungern“ wir uns dann bis zum Svendborgsund vor. So eine Aktion ist beim „Delphin 66“ nur mit heruntergelassenem Schwert möglich, ansonsten würden wir vertreiben und gegen die Kaimauern geraten! Durch die Abdeckung der Werftgebäude weht der Wind sehr unstetig (gelinde gesagt!) Auf dem Sund entfalten sich dann aber die angesagten 6 Beaufort. Wir luven an und setzen das Groß. Reffen? Nee, geht nicht, da ich immer noch keine Reffleinen montiert habe. Ich fühle den stechen Blick der Skippern in meinem Rücken – sie hatte mich oft genug darauf angesprochen. Ich tue erstmal so, als ob Nichts los ist.

Anfangs haben wir den Wind sehr achterlich, dann kommt die erste Biegung mit dem geraden Stück Richtung Troense. Hier haben wir den Wind fast direkt von vorne. Wir müssen kreuzen. Das ist richtig Arbeit, da wir neben den häufigen Wenden und den engen und für uns schiffbaren Bereiche des Sundes (Tiefgang mit Schwert: 1,70 Meter) darauf achten müssen, das Groß rechtzeitig zu fieren. Der Wind wird durch die steilen Ufer stark abgelenkt und weht zudem sehr unstetig. Die Böen hauen mit unglaublicher Wucht in unsere Segel. Das Krängen unseres Schiff fühlt sich wie Kippen an.

Nach vielen engen und schweißtreibenden Wendemanövern erreichen wir schließlich den Großen Belt und wir nehmen Kurs auf den Nyborg Fjord. Bei Raumschotkurs erreichen wir Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 8,3 Knoten – oft segeln wir mit um die 7,5 Knoten – das macht natürlich richtig Spaß! Dazu scheint noch die Sonne.

So dauert es nicht lange und wir erreichen den Nyborg Fjord. Ich übernehme, was selten vorkommt, die Pinne. Nicole, die nachvollziehbarer Weise nicht gerade ein Fan von riskanten Manövern ist und der eigentlich sowohl das unmotorisierte Ablegemanöver in Svendborg als auch die Kreuz mit unangemessener Segelfläche zu viel waren, wirft mir süffisant entgegen: „Aber Anlegen an der Mooringboje nicht wieder mit Kreuzen und unter Segeln oder solche Scherze!“. „Nein, Kreuzen auf keinen Fall“ entgegne ich. Es wird eine knappe Kiste, ohne einen Schlag zur Mooringboje zu kommen. Aber das Glück ist mir hold und der Wind kommt beim Einschwenken gar nicht so weit von vorne, wie befürchtet. Ich hätte es nicht gedacht, aber wir können noch weiter anluven und ich kann direkt auf die Tonne zuhalten! Ich bin schwer begeistert, insbesondere, als ich dann noch einen Aufschießer zur Mooringboje fahre und Nicole den Bügel der Boje zu fassen bekommt und uns festbinden kann – geil, denke ich, schade das es keine Zuschauer gab!

Der Abend und die Nacht werden sehr schaukelig. Trotz der Abdeckung bei Süd-West-Wind wird eine sehr nervige Welle aus dem Großen Belt in den Nyborg Fjord umgelenkt – echt nervig.

 

Sommerurlaub 2020 – Delphin trifft Delphin!

28.06.2020, Marstal – Svendborg

Der Wind weht wieder südwestlich und ist ideal, um weiter Richtung Norden zu kommen. Noch im Hafen setzen wir das Großsegel und gleiten bei 3 Beaufort mit Raumschotkurs Richtung Drejø, um dort rechts abzubiegen, Richtung Svendborgsund. Wir nehmen die Abkürzung über Meyers Grund und nutzen die ruhigen Wetterbedingungen, um zu frühstücken. Als wir auf das Fahrwasser treffen, sind wir gerade fertig und rollen die Fock aus. Genau jetzt nimmt der Wind auf gute 5 Beaufort zu. Wir haben für diesen harten Amwindkurs zu viel Segelfläche aber egal, wir sind schnell, teilweise über 7 Knoten! Wir lassen sogar einen Segler gleicher Größe, allerdings mit modernerem Riss und Rigg hinter uns. Und wir haben sogar noch unser Schlauchboot sowie ein SUP auf dem Vorschiff. Das macht Laune, wieso ist unser Schiff dieses Jahr so schnell? Wir haben nachweislich keinen Bewuchs und außerdem habe ich unlängst viel Spannung in das Rigg gebracht!

Als wir auf den Svendborgsund einschwenken lässt der Wind leider nach. Ich springe ins Wassser und lasse mich hinterher ziehen – Spaß muss sein. Den Kindern ist es zu kalt.

Auf Höhe des Industriehafens von Svendborg werden wir Zeugen eines unfassbaren Schauspiels: Ein Delphin (kein Schweinswal!) springt unweit von uns aus dem Wasser. Zufälligerweise ist unsere ganze Crew an Deck. Wir haben leider keine Zeit, Aufnahmen zu machen. Die Gelegenheit dazu ergibt sich dann erst später – verrückt!!

Wir steuern zunächst Troense an und machen an einer Mooringboje fest. Wir sind hier die Einzigen! Wie geht das nur??

Unser Blick auf die Wetterapp verdeutlicht uns, dass das Wetter heute nicht wirklich besser wird, so dass wir von einem Badevergnügen an dieser Stelle absehen. Mit Kindern vor Anker, ohne Aktion ist echt uncool! Wir binden uns wieder von der Mooringboje ab und motoren zurück nach Svendborg in den Yachthafen nahe des Stadtzentrums. Die erste Maßnahme ist ein Gang zum Eisladen in der Innenstadt.

Abends holen wir uns dann Döner und Pommes an Bord – muss sein! Dann bricht erneut die Unternehmungslust bei uns durch. Ich klariere das Schlauchboot mit samt Außenborder. Unsere Mittlere ziehen wir auf dem SUP hinterher. Wir fahren zur Brücke, wo es dahinter hinaus auf den Svendborgsund geht. Als wir uns der Brücke nähern, können wir zwischen den Brückenpfeilern hindurch den Delphin in die Luft springen sehen. Das fühlt sich in diesem Moment etwas surreal an! Wir machen an der Kaimauer fest und gehen auf die Brücke, wo sich schon einige    Schaulustige versammelt haben. Wir können wirklich kaum glauben was wir hier sehen: Es ist offensichtlich derselbe Delphin, der uns heute Mittag auf dem Sund begegnet ist. Der Akku meines Handys ist natürlich fast leer und keiner sonst von uns hat sein Handy dabei – typisch! Aber ich schaffe es noch gerade, mit der Restladung ein paar kurze Videos von dem spielsüchtigen Delphin zu machen. Wirklich unglaublich dieses Geschehen!